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Allgemein, Rotes Kreuz

JournalistInnen im Krieg

09.17.07 | 3 Comments

Krieg – das ist das Arbeitsfeld des Roten Kreuzes. Zumindest das IKRK ist in Konfliktgebieten immer aktiv. Nach 10 jahren in der Rotkreuz-Pressearbeit werde ich daher hellhörig, wenn ich im Kursprogramm des Österreichischen Kuratoriums für Journalistenausbildung über eine Ausbildung für Kriegsjournalisten lese. Nicht zuletzt die internationale Delegiertenausbildung, der Basic Training Course (BTC) hat mich für das Thema sensibilisiert – auch einige (Medien-)Auslandseinsätze bei Katastrophen, aber auch in Konfliktgebiete (Darfur) haben mir zumindest grobe Allgemeinbildung zu diesen Themen angedeihen lassen.

Die Idee an sich klingt ja interessant:

Sie kennen die Ohnmacht, die in Ihnen aufsteigt, wenn Sie lesen, dass wieder ein Journalist im Irak, in Afghanistan oder einem anderen Kriegsgebiet getötet wurde? Alleine in diesem Jahr schon 62 mal! Wir wollen helfen, solche Meldungen zu vermeiden. Die Erste Internationale Ausbildung für Kriegsjournalistinnen und Kriegsjournalisten, die vom 2. bis 7. Dezember 2007 in Montepulciano und Pienza (Italien) stattfindet, bereitet Reporter auf die Berichterstattung aus den Krisenregionen dieser Welt vor. Dies ist der Auftakt einer Reihe von jährlich acht Seminaren zum Thema.

Auch die Inhalte scheinen beim ersten Überblick zum größten Teil wichtig und notwendig. Doch dann habe ich die Details des Curriculums gesehen:

Erste Hilfe – einschließlich lebensrettender Maßnahmen wie das Legen peripherer Zugänge und die Verabreichung schmerzstillender Injektionen (Quelle)

Nicht, daß ich irgendjemanden neidig wäre, aber das Legen peripherer venöser Zugänge ist eine Fertigkeit (und das weiß ich aus eigener Erfahrung), die nur klappt, wenn man sie regelmäßig übt. Selbst einem Notfallsanitäter mit adäquater Ausbildung und rechtlicher Erlaubnis (NKV) werden diese Kompetenzen nur unter ganz strikten Voraussetzungen gegeben, weil es nicht leicht ist – wie soll ein Journalist – und das soll jetzt nicht beleidigend sein – unter großem Streß dann die Ruhe haben, jemand anderem korrekt einen Zugang zu legen und über diesen dann Schmerzmittel (das wäre in Österreich auch einem Notfallsanitäter verboten) zu geben.

Was aus meiner Sicht in diesem Curriculum dafür fehlt ist der ganze Bereich des Kriegs- und Völkerrechts, das auch für Journalisten gilt. Hier gibt es vom IKRK zum Beispiel eine Hotline für Journalisten in Kriegsgebieten und eine Broschüre dazu.

Zusätzlich, und das finde ich bei diesem Angebot ebenso suspekt, fehlen ausser den zwei Organisatoren Manuela Feyder und Franz Hutsch die Namen der Trainer und Vortragenden. Was man leicht findet ist der Preis: 1500 Euro pro Person.

Zwei Nachträge (19.09.2007):

Bernhard hat mir geschrieben:

du könntest noch einen lesetipp anhängen: Augenzeugen. Kriegsberichterstattung vom 18. zum 21. Jahrhundert von Ute Daniel (Broschiert – März 2006) oder: Kriegskorrespondenten : Deutungsinstanzen in der Mediengesellschaft von Barbara Korte und Horst Tonn (Broschiert – August 2007)

Und Robert meinte:

bin kein sani, kenn mich da nicht aus. aber prinzipiell ja (z.b. ihl), da gibt´s von gutman/rieff das hervorragende projekt www.crimesofwar.org.

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