Social Media Policy

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Social Media Policy

screenshot der ÖRK Facebook-Page
In diesem Wiki-Bereich wollen wir eine Social Media Policy für das Österreichische Rote Kreuz erarbeiten. Grundidee dahinter ist ein positiver und aktivierender Zugang, der die Chancen der neuen Medien sieht. Also "Communicate and Coordinate" statt "Command and Control".

Jeder ist aufgerufen, hier zu verändern, oder in den Diskussionsseiten Anmerkungen einzufügen.

[Bearbeiten] Einleitung

Soziale Medien wie sie beispielsweise durch Facebook, Youtube oder Flickr bekannt sind, veränderten innerhalb weniger Jahre die mediale Realität. Aus dem publizistischen Monopol der Medien wurde ein System an Blogs, Seiten und Tools, die aus jeder Nutzerin und jedem Nutzer gleichzeitig neben dem Konsumenten auch einen Informations-Produzenten machen. Dabei werden in sekundenschnelle multimediale Informationen erstellt, die eben so rasch der ganzen Welt zur Verfügung stehen.

Diese Veränderung des Produktions- und Konsumverhaltens erfordern auch für uns als Organisation eine Grundlage, wie mit derartigen Medien umgegangen werden kann, einerseits, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Richtschnur zu geben, was sie in den Social Media tun können und was sie besser lassen sollten und andererseits für die Planung innerhalb der Organisation, um diesen Medien auch adäquate Ausstattung an Ressourcen zu widmen.

Vorliegende Richtlinien sollen Chancen und Risiken darstellen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, seien sie nun Freiwillige oder Angestellte, die Möglichkeiten aufzeigen, welche sich durch den adäquaten Einsatz dieser Medien für das Österreichische Rote Kreuz und seine unterschiedlichen Organisationseinheiten ergeben.

[Bearbeiten] Grundlagen

Das Österreichische Rote Kreuz sieht die Chancen, die sich durch neue Medien ergeben, speziell der partizipative Charakter der Sozialen Medien erlaubt uns durch die Feedbackkanäle auf alle verschiedenen Anspruchsgruppen unserer Organisation einzugehen.

Grundlage jeglicher Kommunikation im Österreichischen Roten Kreuz sind das Mission-Statement und die Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung.

[Bearbeiten] Mission Statement

"Unser Auftrag ist das Leben von Menschen in Not und Sozial Schwachen durch die Kraft der Menschlichkeit zu verbessern“[1]

[Bearbeiten] Die Grundsätze:[2]

Menschlichkeit: Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, entstanden aus dem Willen, den Verwundeten der Schlachtfelder unterschiedslos Hilfe zu leisten, bemüht sich in ihrer internationalen und nationalen Tätigkeit, menschliches Leiden überall und jederzeit zu verhüten und zu lindern. Sie ist bestrebt, Leben und Gesundheit zu schützen und der Würde des Menschen Achtung zu verschaffen. Sie fördert gegenseitiges Verständnis, Freundschaft, Zusammenarbeit und einen dauerhaften Frieden unter allen Völkern
Unparteilichkeit: Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung unterscheidet nicht nach Nationalität, Rasse, Religion, sozialer Stellung oder politischer Überzeugung. Sie ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben.
Neutralität: Um sich das Vertrauen aller zu bewahren, enthält sich die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung der Teilnahme an Feindseligkeiten wie auch, zu jeder Zeit, an politischen, rassischen, religiösen oder ideologischen Auseinandersetzungen.
Unabhängigkeit: Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist unabhängig. Wenn auch die nationalen Gesellschaften den Behörden bei ihrer humanitären Tätigkeit als Hilfsgesellschaften zur Seite stehen und den jeweiligen Landesgesetzen unterworfen sind, müssen sie dennoch eine Eigenständigkeit bewahren, die ihnen gestattet, jederzeit nach den Grundsätzen der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zu handeln.
Freiwilligkeit: Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung verkörpert freiwillige und uneigennützige Hilfe ohne jedes Gewinnstreben.
Einheit: In jedem Land kann es nur eine einzige nationale Rotkreuz- oder Rothalbmondgesellschaft geben. Sie muss allen offen stehen und ihre humanitäre Tätigkeit im ganzen Gebiet ausüben.
Universalität: Die Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung ist weltumfassend. In ihr haben alle nationalen Gesellschaften gleiche Rechte und die Pflicht, einander zu helfen.

Weitere Anleitung gibt uns das Leitbild, das man auf den Online-Leitbildseiten des ÖRK finden kann.

[Bearbeiten] wer kommuniziert?

Frei nach dem Grundsatz von Paul Watzlawick „man kann nicht nicht-kommunizieren“, ist jede Kommunikation eines Rotkreuz-Mitarbeiters oder einer Rotkreuz-Mitarbeiterin in den sozialen Medien, ein Beitrag, der dem Roten Kreuz zugeschrieben wird.

Daher macht es auch keinen Sinn, für das Thema Social Media einzelne „SprecherInnen“ zu definieren, die für alle andere kommunizieren. Wichtig ist in jedem Falle, die „offizielle Kommunikation“ der Organisation, die von den gewählten und bestimmten Vertreterinnen und Vertretern wahrgenommen wird (also PräsidentInnen, GeschäftsführerInnen, KommandantInnen, PR-Verantwortliche, …) von der informellen Information, also der persönlichen Meinung einzelner zu trennen.

Wir rufen daher alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf, die neuen Medien zu nutzen und die Botschaft der Menschlichkeit auch über diese Kanäle zu verbreiten.

[Bearbeiten] privat, beruflich, dienstlich?

Postmoderne Kommunikation lässt die Grenzen zwischen beruflicher und privater Kommunikation verschwimmen. Noch unklarer ist die Situation im Bereich von freiwilligen Mitarbeiterinnen. Wann ist man Rotkreuz-MitarbeiterIn, wann ist man nur von seinem Engagement mit beeinflusst, wann ist man ganz privat?

Daher ist immer der „gesunde Menschenverstand“ gefragt, wenn man in sozialen Netzwerken auftritt. Umso eher man sich selbst im Umfeld des Roten Kreuzes positioniert, umso mehr muss man auch mit seinen Aussagen aufpassen.

Wenn das eigene Profilfoto beispielsweise in Rotkreuz-Uniform aufgenommen wird, dann ist es nicht angebracht, parteipolitische Statements, abzugeben, oder sich in einen (partei)politischen Diskurs einzumischen.

[Bearbeiten] politisches Engagement

Selbstverständlich steht es jedem Rotkreuz-Mitarbeiter frei, politische Einstellungen zu haben und sich im demokratischen Diskurs auch politisch zu engagieren. Im Rahmen seines Social Media-Auftritts sollte aber tunlichst darauf geachtet werden, sein persönliches Rotkreuz-Engagement von jeglichem politischen Statement abzutrennen, speziell, wenn es sich um Inhalte handelt, die mit den Grundlagen nicht in Einklang zu bringen sind.

[Bearbeiten] eigene Geschäfte

Analog zum politischen Engagement ist auch die persönliche geschäftliche oder berufliche Tätigkeit unserer Freiwilligen deren Privatsache und unterliegt keinen Einschränkungen. Im Rahmen seines eigenen Social Media Auftritts gilt es allerdings, persönliche Geschäfte vom ehrenamtlichen Engagement beim Roten Kreuz strikt zu trennen. Speziell wenn die eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten im Umfeld der Rotkreuz-Leistungsbereiche angesiedelt sind, ist hier besondere Vorsicht angebracht, um für Andere jegliche Verwechslungsgefahr hintanzuhalten.

[Bearbeiten] Umgang mit Kritik

Gerade in verschiedenen öffentlichen Foren, in Medien aber auch in Sozialen Plattformen kann man oft Kritik an der Arbeit des Roten Kreuzes, an der Organisation selbst oder an verschiedenen Inhalten finden, die nicht immer objektiv, förmlich und wertschätzend formuliert ist. Hier muss man aufpassen, nicht automatisch in die selbe Tonalität zu verfallen. Wenn man glaubt, selbst reagieren zu müssen, so empfiehlt es sich, einen freundlichen Umgangston an den Tag zu legen, die Mitmenschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

[Bearbeiten] Umgangston und Netiquette

Behandeln Sie andere Nutzer so, wie Sie selbst behandelt werden möchten. Denken Sie immer daran, dass Sie es mit Menschen und nicht mit virtuellen Persönlichkeiten zu tun haben. Argumentieren Sie hart in der Sache, aber nie mit persönlichen Angriffen oder Argumenten, die sich auf die Person beziehen. Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Versuchen Sie deshalb nie, Ihre Meinung anderen aufzuzwingen.

[Bearbeiten] Einhalten der jeweiligen Richtlinien

Wir halten uns an die Richtlinien der Anbieter von SocialMedia-Portalen. Wenn beispielsweise Personenaccounts für reale Personen vorgesehen sind und Fanpages für Gruppen, so gilt diese Richtlinie auch für alle Organisationseinheiten des Österreichischen Roten Kreuzes.

[Bearbeiten] Fotos von RK-Mitarbeitern in RK-Uniform

Social Media Plattformen bilden einen Teil unseres Lebens ab. Rotkreuz-Arbeit ist für uns ein ganz wichtiger Teil unseres Lebens. Mit Fotos auf Social Media Plattformen zeigen wir, was wir tun und worauf wir stolz sind. Wichtig ist, dass bei diesen Fotos Grundregeln befolgt werden, wie z.B. keine Patienten, keine "zu" sicherheitsrelevanten Details, Akzeptieren des Bildnisschutzes (d.h. Fotos von Kollegen oder anderen Personen nur mit deren Zustimmung hochladen). Die hochgeladenen Fotos sollen auch das richtige Image vermitteln: Zigaretten, Getränke (womöglich alkoholische), ... sind daher auf den Pics tabu.

[Bearbeiten] Datenschutz und Urheberrecht

Der Datenschutz und die Verschwiegenheitspflicht sind wesentliche Elemente, die es zu beachten gilt. Gerade Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst oder in den Pflegediensten haben ihren Patienten gegenüber Verpflichtungen, die beispielsweise auch im Sanitätergesetz festgehalten sind. Auch das Urheberrecht ist wichtig, wenn es um die Verwendung von fremden Fotos oder Texten geht, denn hier darf oftmals nicht einfach kopiert und gepostet werden. Gleiches gilt für die Verwendung von Fotos oder Videos von Einsätzen – hier sind die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen zu wahren und gebührend zu berücksichtigen.

[Bearbeiten] Zielgruppen

Das Österreichische Rote Kreuz ist auch eine Sozialinstitution für mehr als 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Österreich. Selbstverständlich gibt es da auch interne Vereinsaktivitäten, die für alle Teilnehmer ein wesentlicher Bestandteil des „Vereinslebens“ sind. Doch vor Veröffentlichung von Details dieser Veranstaltungen gilt es immer zu überlegen, ob diese intern relevanten Fakten, Emotionen oder Bilder auch für die externe Öffentlichkeit dieselbe Bedeutung haben, oder dort möglicherweise missverstanden werden könnten.

[Bearbeiten] Zehn Punkte zum Behalten

  1. Eigenverantwortung: Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin ist selbst für den Inhalt verantwortlich, den er/sie im Netz verbreitet. Diese digitalen Hinterlassenschaften bleiben noch für Jahre sichtbar und bleiben auch den Autoren zugeordnet. Höflichkeit, und Respekt sind daher soziale Grundlagen dieser Kommunikation
  2. Offenheit: Nennt Euren richtigen Namen, identifiziert Euch als Rotkreuz-Mitarbeiter, beschreibt auch Eure Funktion beim Roten Kreuz. Macht klar und deutlich, dass es sich um Eure persönliche Meinung handelt. Wenn ihr zitiert, dann beruft euch auf fakten, die beispielsweise auf www.roteskreuz.at zu finden sind und verlinkt auch dort hin.
  3. Vertraulichkeit: Geheimes bleibt geheim. Respektiert vertrauliche Informationen, die ihr beispielsweise von PatientInnen, aus der Organisation oder von Euren Kollegen habt. Vertraulich heißt in jedem Fall, dass diese Informationen nicht publiziert werden.
  4. Ruhe bewahren: Zorn, Ärger oder Frust sind keine guten Motivationen, um Beiträge zu erstellen.
  5. Respekt: Zum korrekten Auftritt gehört auch der Respekt für Konkurrenten, für PatientInnen oder für andere Organisationen. Daher bitte keine negativen Beiträge zu anderen Organisationen oder über Berufsgruppen, Nationalitäten, …
  6. Urheberrecht: Das Copyright ist zu akzeptieren. Wenn ihr zitiert, dann gebt an, wen ihr von wo zitiert. Bilder sind oftmals rechtlich geschützt – daher immer vor der Publikation abklären, ob die Verwendung möglich ist.
  7. Sicherheit: In sozialen Plattformen kann man verschiedene Sicherheitseinstellungen wählen. Überprüft, ob Eure Sicherheitseinstellungen korrekt sind, damit ihr einstellen könnt, wer Eure Postings lesen kann und wer nicht.
  8. Spam ist in jedem Fall zu unterlassen.
  9. Interne Kritik ist erlaubt und erwünscht, muss aber intern bleiben
  10. Vor dem Senden oder Posten ist es immer gut, das Posting, den Status, … noch einmal zu lesen und auch zu checken, ob man möglicherweise missverstanden werden könnte.

[Bearbeiten] Referenzen

  1. Österreichisches Rotes Kreuz - wer wir sind, abgefragt am 31. März 2010
  2. Österreichisches Rotes Kreuz - die Rotkreuz-Grundsätze, abgefragt am 31. März 2010

[Bearbeiten] Links


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