Selbst schuld?

Was machst Du, wenn jemand am Boden liegt und sich nicht rührt?“, möch­te ich vie­le der Kom­men­ta­to­ren auf Face­book fra­gen, die­ser Tage.

Ein Auf­fang­la­ger für poten­ti­ell Herz­kran­ke oder für über­ge­wich­ti­ge Raucher/innen ist da kei­ne Lösung, oder? Auch die prak­ti­schen Ärz­te in der Früh­erken­nung von car­dio­vas­ku­lä­ren Erkran­kun­gen bes­ser zu schu­len scheint ange­sichts eines mög­li­cher­wei­se ster­ben­den Men­schen nicht pie­tät­voll und ange­mes­sen.

Zu hel­fen, wenn jemand Hil­fe benö­tigt. Ohne Fra­ge nach Her­kunft, Glau­ben, poli­ti­scher Über­zeu­gung und auch ohne sich dafür zu inter­es­sie­ren, war­um jemand in die­ser Not­la­ge ist. Das ist die Ant­wort, die uns unse­re Grund­sät­ze auf die stra­te­gi­sche Fra­ge geben, wie man Han­deln soll – wel­cher kate­go­ri­sche Impe­ra­tiv hier gilt.

Liest man die Kom­men­ta­re auf die Ein­la­dung zur heu­ti­gen Gedenk­ver­an­stal­tung, dann sind die vor­ge­schla­ge­nen Lösun­gen – fil­tert man die Pole­mik weg – alle viel zu weit weg vom kon­kre­ten Bedarf.

 

Ja es braucht mittel- und lang­fris­tig poli­ti­sche Lösun­gen für ein poli­ti­sches Pro­blem. Die­se sol­len einen multilevel-Zugang haben, der sowohl in Euro­pa, als auch in Afri­ka ansetzt und bei den Ein­stel­lun­gen und Moti­ven der Men­schen ansetzt. Aber – und das scheint ange­sichts die­ser täg­li­chen Tra­gö­die am wich­tigs­ten – es braucht einen kurz­fris­ti­gen mensch­li­chen Zugang, der sich um das Leid der Men­schen küm­mert, die hier Tag für Tag ersau­fen, direkt an unse­ren Gren­zen. Wenn jemand Was­ser braucht, geben wir ihm zu trin­ken, braucht sie ein Dach über dem Kopf, so bau­en wir ein Camp. Einem Blu­ten­den hel­fen wir medi­zi­ni­sch. Daher gibt es in die­sem Fal­le – basie­rend auf unse­ren Grund­sät­zen und dem Leit­bild – nur eine ein­zi­ge mensch­li­che Lösung: Wir sind da, um zu hel­fen.

 

p.s.: eine Samm­lung von Infor­ma­tio­nen des Roten Kreu­zes zum The­ma Asyl­po­li­tik fin­det man auf www.roteskreuz.at