Freiberufliche Notärzte sichern die lückenlose Daseinsvorsorge

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes.

Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer:

Notärzte sind das Salz in der Suppe des integrierten Rettungsdienstsystems in Österreich. Als Mediziner mit einer besonderen Ausbildung und Fähigkeit sind sie für das präklinische Überleben zahlreicher Patienten verantwortlich. Auch für die signifikante Verbesserung des klinischen Outcome bei zahlreichen Notfällen sind sie wesentlich. Das System in der derzeitigen Form funktioniert schlichtweg nicht ohne sie. Verschärfungen im Bereich des Arbeitsrechts und in der Rechtsauffassung der Sozialversicherungsträger hinderten klinische Ärzte mit entsprechender Ausbildung in den letzten Monaten, neben der Klinikarbeit auch den einen oder anderen Dienst am Rotkreuz-Notarztwagen zu machen, weil die Arbeitszeitrichtlinien das nicht zuließen. Dienste, die noch vor einigen Jahren selbstverständlich waren.

Mit der nun vorgeschlagenen Sozialrechtsnovelle von Minister Hundstorfer sollen nebenberufliche notärztliche Tätigkeiten für Rettungsorganisationen ab dem 1. Jänner 2016 wieder als selbstständige Tätigkeit. Damit wurde eine wichtige Weiche gestellt, die die lückenlose notärztliche Versorgung auch in Zukunft gewährleistet. Nun können Ärzte, die das wollen auch wieder neben ihrer Spitalskarriere am Notarztwagen tätig sein. Solche Rahmenbedingungen klarzustellen, ist eine wichtige Aufgabe der Politik. Wir begrüßen daher das Umdenken sehr.

Österreich verfügt über einen der besten Rettungsdienste der Welt. Es ist ein aus der Zivilgesellschaft vor Ort entstandenes starkes Hilfeleistungssystem und funktioniert deshalb so gut, weil wir auf ein integriertes Verbundsystem bauen: Notfallrettung und Sanitätseinsatz können mit den gleichen Ressourcen sehr schnell und effizient bedient werden. Das notarztgestützte Rettungssystem bietet daher die beste Versorgung, weil sich die einzelnen Elemente gegenseitig verstärken und ergänzen. Für den Patienten bedeutet das eine hochqualitative Betreuung durch Notfallmediziner mit klinischem Hintergrund. Gleichzeitig sammeln die Ärzte wertvolle Erfahrung in der präklinischen Notfallmedizin.

Im Österreichischen Roten Kreuz ist der Rettungsdienst der größte Leistungsbereich und umfasst die Notfallrettung, also die zeitkritische Behandlung von Notfallpatienten, und den Sanitätseinsatz. Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die richtigen politischen Entscheidungen getroffen wurden, um der Bevölkerung auch in Zukunft die beste Daseinsvorsorge bieten zu können.

Rettungsdienst und die Zukunft der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum – Ein Blick nach Deutschland

In unserem Nachbarland findet seit Jahren ein ähnlicher Strukturwandel wie in Österreich statt. Junge, gesunde Menschen ziehen in Ballungsräume und die ältere, weniger mobile Generation bleibt oftmals im ländlichen Raum zurück. Deshalb spielt die Sicherung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum eine große Rolle für die Zukunft.

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum

Dieses Thema nahm das Deutsche Rote Kreuz zum Anlass und veranstaltete, gemeinsam mit der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen, ein wissenschaftliches Symposium in Berlin. Am 7. und 8. Oktober 2014 trafen sich Politik, Gesundheitswesen, Hilfsorganisationen und Sozialversicherungsträger zu Vorträgen und Diskussion über die Zukunft des Gesundheitswesens im ländlichen Raum. Der sehr gute Kontakt zwischen dem Österreichischen Roten Kreuz und dem Deutschen Roten Kreuz sowie unsere doch sehr ähnlichen Herausforderungen im Gesundheitswesen, verschafften mir einen Platz bei diesem hochinteressanten Symposium. Ich konnte einiges an wertvollen Informationen aus der Veranstaltung mitnehmen. Im Wesentlichen wurde in den eineinhalb Tagen zur Ist-Situation, der Zukunft der stationären Versorgung, der ambulanten Versorgung und der Zukunft des Gesundheitswesens referiert.

Deutschland erwartet bis 2030 einen Rückgang der Bevölkerung um rund 5 Millionen Bürger/innen. Durch Einwanderung nach Deutschland wird der Bevölkerungsrückgang  jedoch voraussichtlich kompensiert werden können. Zusätzlich wird es eine Steigerung von mehr als 30% bei den über 65-Jährigen geben. Die Bevölkerung in den Ballungsräumen wird weiter zunehmen und im Gegenzug werden sich viele kleinere Ortschaften im ländlichen Raum  zu „Geisterstädten“ entwickeln. Durch die massive Landflucht, verschwindet dort zunehmend auch die Infrastruktur. Wer als Letzte/r das Dorf verlässt, macht das Licht aus…

Im Zuge des Symposiums sprach ich mit Wolfgang Kast, Teamleiter Rettungsdienst im Generalsekretariat des DRK und Organisator der Veranstaltung, und stellte ihm einige Fragen zur Entwicklung des Gesundheitswesens  und der Rolle des Rettungsdienstes in Deutschland.

„Der Rettungsdienst stellt schon heute indikationsbezogen die präklinische Therapie von Patienten auch in den Regionen sicher, in denen die Leistungserbringung zukünftig nicht in jedem Fall wirtschaftlich ist. Damit übernimmt der Rettungsdienst eine elementare Rolle zur Sicherstellung der Versorgung, gerade in ländlichen oder strukturschwachen Regionen… So kann der Rettungsdienst nach unserer Auffassung neben seiner eigenständigen medizinischen Leistungserbringung auch in verschiedenen anderen medizinischen Bereichen eine wichtige Scharnierfunktion zwischen der ambulant ärztlichen Versorgung und der stationären Klinikversorgung wahrnehmen. „

Wolfgang ist kein Mann kleiner Worte und hat meine Fragen natürlich sehr viel ausführlicher beantwortet. Das komplette Interview gibt’s am Ende des Beitrags zum Nachlesen.

Es wird in Deutschland mittlerweile oft von einem Ärztemangel gesprochen. Deutschland hat aber im weltweiten Vergleich die höchste Ärztedichte und einen massiven Zuwachs von Ärzten/innen aus dem Ausland. Ärztemangel bei so hoher Dichte? – Wie kann das sein?

In den Vorträgen von Experten/innen aus dem Gesundheitswesen, vom Sachverständigenrat und derGesundheitspolitik wurde recht klar erklärt, dass es sich nicht um einen klassischen Ärztemangel (wie ich zuerst vermutet hatte) handelt. Vielmehr muss man eigentlich von einem Verteilungsproblem sprechen. Gibt es in Städten die Doppelversorgung, so sind im ländlichen Raum 20 Minuten Fahrzeit (und mehr) zur nächsten Gesundheitseinrichtung oder Ordination keine Seltenheit. Die Facharztausbildung ist wesentlich beliebter als die Ausbildung zur/zum Allgemeinmediziner/in. Das zeigen die Quoten derzeit ganz deutlich. Wenn diese Entwicklung so weiter läuftt, dann wird sich das Missverhältnis bis 2030 stark verschärfen. Hinzu kommt noch, dass die Lücke im Pflegebereich ebenfalls größer wird.

In einem guten Symposium werden nicht nur Probleme gewälzt, sondern Lösungen präsentiert. Und es war eine gutes Symposium! Neben Ausgleich von Über- und Unterversorgung, was als einer der wichtigsten Schritte gilt, wurden auch die Attraktivitätssteigerung der Allgemeinmedizin, Weiterbildungsangebote, Förderung von Telematik, Überarbeitung des Versorgungsstrukturgesetzes und „Start up“-Systeme für Landarztpraxen angesprochen. Die Errichtung von medizinischen Versorgungszentren im ländlichen Raum und eine Anpassung des öffentlichen Personennahverkehrs sowie rollende Arztpraxen waren ebenfalls im Gespräch, um die Gesundheitsversorgung sichern zu können.

Für den Rettungsdienst in Deutschland bringt der Wandel in der Gesundheitsversorgung ebenfalls neue Herausforderungen mit sich. Gerade im ländlichen Bereich muss die schwache oder fehlende Gesundheitsinfrastruktur oft durch den Rettungsdienst kompensiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz wird – als essentieller Systempartner in diesem Bereich – in Zukunft eine noch stärkere Rolle in der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung und im medizinischen Bevölkerungsschutz spielen.

Die zunehmende Urbanisierung, eine älterwerdende Gesellschaft, Herausforderungen im Gesundheitswesen und im Rettungsdienst sind Themen, die uns hierzulande ebenfalls bereits beschäftigen. Die für mich wichtigste Erkenntnis aus dem Symposium war: Die Schaffung von Insellösungen wird keine Nachhaltige Verbesserung bringen, sondern maximal die Symptome lindern oder aber für neue Herausforderungen sorgen.

Das Symposiums-Programm mit dem Verzeichnis der Referenten/innen zum Download

Beitrag von Markus Glanzer, Bereichsleiter (acting) Einsatz, Innovation und Beteiligungen im Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes

Hier  das ganze Interview zum Nachlesen.

Herr Kast, das Deutsche Rote Kreuz e.V. hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Recht und Politik im Gesundheitswesen e.V. dieses wissenschaftliche Symposium veranstaltet. Wie sind Sie auf dieses hoch interessante Thema gekommen?

Die ersten zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren im deutschen Gesundheitswesen zunächst eine Phase der Wiederherstellung und des Wiederaufbaus. Ab Mitte der 1960er-Jahre erfolgte ein deutlicher Ausbau, neue Bevölkerungsgruppen wurden in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen und die Gesundheitsausgaben insgesamt deutlich erhöht. Seit Mitte der 70er Jahre haben wir eine Periode der sogenannten „Kostendämpfungspolitik“, deren Hauptaugenmerk auf die Begrenzung der Krankenkassenausgaben gerichtet war. Die Strukturen des Gesundheitswesens blieben weitgehend unverändert. Seit 1993 zielen politische Eingriffe zunehmend auch auf strukturelle Veränderungen. Den Einstieg bildete das Gesundheitsstrukturgesetz, darauf folgten Gesundheitsreform 2000, GKV-Modernisierungsgesetz, Krankenhausfinanzierungsreformgesetz, Sozialversicherungs-Stabilisierungsgesetz, GKV-Änderungsgesetz, Arzneimittelneuordnungsgesetz, GKV-Finanzierungsgesetz und 2012 das GKV-Versorgungsstrukturgesetz. In seinem Zentrum standen Neuregelungen vor allem der vertragsärztlichen Bedarfsplanung und Zulassung um einer Unterversorgung in ländlichen Regionen besser begegnen zu können. Daher wird dieses Gesetz häufig auch als „Landärztegesetz“ bezeichnet.

Als Hilfsgesellschaft der deutschen Behörden im humanitären Bereich haben wir, im Interesse der Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung, bereits 2011 in unserer Stellungnahme zum Referentenentwurf dieses Gesetzes darauf hingewiesen, dass der Rettungsdienst sich inzwischen als präklinisch notfallmedizinisches Versorgungssystem im Land etabliert hat. Hier besteht jedoch das Problem, dass dessen Leistungen nach der bisherigen Rechtslage in den Bereich „Versorgung mit Krankentransport“ fallen. Die Kosten für den Einsatz werden nur in Zusammenhang mit einer weiteren durch die Krankenkassen zu erstattenden Leistung übernommen. Dies führt zu einem falschen Anreiz zur Krankenhauseinweisung, um die präklinisch erbrachten Leistungen abrechnen zu können.

Im November 2013 haben wir erfahren, dass der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) für 2014 ein Gutachten „Bedarfsgerechte Versorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche“ erarbeitet. Als Deutsches Rotes Kreuz haben wir uns diesem Aspekt bereits im April 2013 mit dem 12. DRK-Rettungskongress in Berlin sowie erneut im Oktober 2013 mit einem wegweisenden Symposium zum Thema „Zukunftsmodell Rettungsdienst – nachhaltige Gewährleistung von Katastrophenschutz und Daseinsvorsorge“ in Wolfsburg intensiv gewidmet.

Die hier gewonnenen Erkenntnisse haben wir dem SVR zur Verfügung gestellt. Nach unserer festen Überzeugung kann eine jederzeit fristgerechte und angemessene medizinische Versorgung der Bevölkerung nur dann sichergestellt werden, wenn eine verlässliche, verbindliche und allgemein bekannte Anlaufstelle definiert wird, die – ärztlich verantwortet – mit den drei Bereichen ambulante, präklinische und stationäre Versorgung verknüpft ist. Auf diese Weise kann bei Notfällen und großen Schadensereignissen die Überlebenschancen erhöht und das Ausmaß der dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen reduziert werden, letztendlich die erlebte Versorgungsrealität spürbar verbessert werden.

Der Rettungsdienst stellt schon heute indikationsbezogen die präklinische Therapie von Patienten auch in den Regionen sicher, in denen die Leistungserbringung zukünftig nicht in jedem Fall wirtschaftlich ist. Damit übernimmt der Rettungsdienst eine elementare Rolle zur Sicherstellung der Versorgung, gerade in ländlichen oder strukturschwachen Regionen. Für das DRK ist der Rettungsdienst sogar wesentlicher Teil der eigenen „geschulterten Leistung“, die der Staat verlässlich von seiner nationalen Rotkreuz-Gesellschaft erwartet. So kann der Rettungsdienst nach unserer Auffassung neben seiner eigenständigen medizinischen Leistungserbringung auch in verschiedenen anderen medizinischen Bereichen eine wichtige Scharnierfunktion zwischen der ambulant ärztlichen Versorgung und der stationären Klinikversorgung wahrnehmen.

Als Deutsches Rotes Kreuz sind wir der Auffassung, dass die Versorgungssicherheit der Bevölkerung auch oberhalb der Katastrophenschwelle weiterhin in guter Qualität, flächendeckend und bedarfsgerecht gewährleistet werden muss. Daher ist unser Leitgedanke, dass derjenige, der im Normalfall Sicherheits-, oder Versorgungsaufgaben wahrnimmt, die auch katastrophenrelevant sind, diese auch im Katastrophenfall wahrnehmen muss. Dazu sind allerdings einige wesentliche Voraussetzungen zu schaffen, die heute noch einer solchen zukunftsfähigen Versorgungssystematik entgegenstehen.

Wir haben dieses Symposium bereits im Dezember 2013 so geplant, dass unmittelbar nach der Vorstellung des Gutachtens durch den Sachverständigenrat liegt. Wir haben damals gehofft, dass sich der Sachverständigenrat in seinem Gutachten auch mit Fragen der „Notfallversorgung“ beschäftigt. Wir lagen mit Termin und Thema nicht falsch.

Während des Symposiums wurde mehrmals über den „Landärzte/innen-Mangel“ gesprochen. Im Gegenzug wurde auch von Überkapazitäten in der Versorgung gesprochen. Gibt es in Deutschland einen echten Mangel an Ärztinnen und Ärzten oder besteht hier eher ein Verteilungsproblem?

Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, Gutachten zur Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung zu erstellen. Laut Gesetz soll er dabei Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen entwickeln sowie Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzeigen.

Vor fast fünfzehn Jahren bezog sich die Analyse einer möglichen Unterversorgung auf einzelne medizinische Indikationen; eine regionale Unterversorgung erschien im deutschen Gesundheitssystem damals kaum vorstellbar oder höchstens als ein Ergebnis extremer regionaler Besonderheiten. Inzwischen ist die teilweise gefährdete Versorgungssituation insbesondere in strukturschwachen, ländlichen Regionen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt.

Während Versorgungskapazitäten insgesamt nach wie vor im internationalen Vergleich auf sehr hohem Niveau vorhanden sind, drohen innerhalb des Bundesgebietes zunehmende Schieflagen zwischen Ballungsgebieten und der Fläche. Akteure auf allen Ebenen – in Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie in der Selbstverwaltung – suchen nach Lösungen für eine nachhaltige Versorgung ländlicher Räume, die sich zunehmend entleeren und deren zurückbleibende Bevölkerung überdurchschnittlich stark altert.

Der Sachverständigenrat führt hierzu aus: „Obwohl Deutschland über ein sehr gut ausgebautes System der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung mit einer insgesamt vergleichsweise hohen Arztdichte und prinzipiell sehr guten Zugänglichkeit verfügt, ist es durch erhebliche Allokationsprobleme gekennzeichnet: So bestehen ausgeprägte räumliche Ungleichverteilungen der Versorgungskapazitäten, welche sich vorwiegend zwischen ländlichen und urbanen Regionen finden. Ein wesentlicher Grund hierfür besteht in einem sich gesamtgesellschaftlich vollziehenden Prozess der (Re-)Urbanisierung, der sich auch beim ärztlichen Nachwuchs beobachten lässt. Eine ausgeprägte räumliche Fehlverteilung existiert sowohl in der hausärztlichen als auch in der fachärztlichen Versorgung. Trotz gültiger Richtlinien haben sich in Deutschland ganz erhebliche Unterschiede in der Versorgungsdichte entwickelt. Neben Gebieten mit drohender oder bereits bestehender (eher haus-)ärztlicher Unterversorgung existieren Regionen mit einer stark ausgeprägten (eher fach-)ärztlichen Überversorgung. Während die hausärztliche Versorgung vor allem im ländlichen Bereich und in strukturschwachen Regionen gefährdet ist, praktizieren in verschiedenen Ballungsgebieten weit mehr Fachärzte bzw. psychologische Psychotherapeuten als in der Bedarfsplanung vorgesehen.

Gibt es im deutschen Rettungsdienst einen Notarzt-Mangel?

Die meisten Notärzte sind Klinikärzte. Belastbare Daten zur notärztlichen Versorgung gibt es derzeit nicht.

Wie wird sich die demographische Entwicklung auf das Gesundheitswesen in Deutschland auswirken?

Das Deutsche Rote Kreuz teilt die vielfach vorgetragene Position, dass die demografische Entwicklung, neue Möglichkeiten der medizinischen Behandlung und die unterschiedliche Versorgungssituation in Ballungsräumen und strukturschwachen Regionen weiteren Handlungsbedarf verursachen. Hier sind als wesentliche Bereiche zu nennen:

  • Zunahme vollstationärer Pflege
  • Trotz eines Bevölkerungsrückgangs wird die Zahl der Krankenhausfälle in den meisten Bundesländern weiter zunehmen. Besonders im ländlichen Raum werden Krankenhausplanung und -finanzierung durch die demografische Entwicklung und die steigende Morbiditätslast vor erhebliche Herausforderungen gestellt.
  • Auch Prognosen zur zukünftigen Entwicklung der medizinischen Rehabilitation sagen eine Fortentwicklung in dieselbe Richtung voraus.
  • Weniger Beitragszahler bei steigenden Ausgaben

Was muss in Deutschland getan werden, um in 20 Jahren eine ausreichende Gesundheitsversorgung der Bürger/innen – sowohl im urbanen, wie im ländlichen Bereich – sicherzustellen?

Das Gutachten 2014 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) hat in diesem Sinne eine Vielzahl wichtiger Handlungsfelder identifiziert und benannt. Charakteristisch für das deutsche System ist, so der SVR, eine ausgeprägte sektorale Gliederung. Der SVR hat sich bereits in früheren Gutachten wiederholt dafür ausgesprochen, insbesondere die Sektorengrenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung durch eine integrierte Versorgung und Lösung von Schnittstellenproblemen zu überwinden. Innerhalb der einzelnen Sektoren treten ausgeprägte Allokationsprobleme auf, während das deutsche Gesundheitssystem insgesamt sehr gut ausgebaut ist und z. B. über eine im internationalen Vergleich überdurchschnittliche Arztdichte verfügt.

Von Bedeutung sind vor allem die zunehmenden Fehlverteilungen der Kapazitäten: zum einen zwischen ländlichen und städtischen Regionen und zum anderen zwischen hausärztlicher Grundversorgung und spezialisierter fachärztlicher Versorgung im ambulanten Bereich. Im stationären Bereich gibt es einen nennenswerten Anteil defizitärer Häuser, auch in strukturschwachen, ländlichen Regionen, die vor der Herausforderung stehen, ihre wirtschaftliche Existenz sicherzustellen. In der vom Fachkräftemangel besonders stark betroffenen Langzeitpflege werden die heutigen Kapazitäten und Versorgungsformen insgesamt nicht ausreichen, die aufgrund des demografischen Wandels wachsende Anzahl der Pflegebedürftigen mit einem sich wandelnden Morbiditätsspektrum zu versorgen. Ansätze zur Optimierung der Gesundheitsversorgung zielen deshalb zum einen auf den gleichzeitigen Abbau von regionaler und fachspezifischer Über- und Unterversorgung zum anderen auf eine gezielte Weiterentwicklungen innerhalb einzelner Sektoren sowie insbesondere die Etablierung zukunftsweisender Konzepte für eine integrierte und stärker koordinierte Versorgung.

Für die ambulante vertragsärztliche Versorgung schlägt der SVR einen „Landarztzuschlag“ für niedergelassene Ärzte vor. Ein grundsätzliches Problem ist, dass es bis heute keine Ermittlung des Bedarfs an Ärzten mit ausreichender empirischer Fundierung gibt. Es sind insbesondere keine Daten verfügbar, die zeigen, wie viele Versorgungsstunden eines Vertragsarztes für eine angemessene Versorgung einer spezifischen Bevölkerungsgruppe benötigt werden. Hier müssen wissenschaftlich fundierte Grundlagen geschaffen werden, um die Bedarfsplanung zielgerichtet und populationsorientiert weiterzuentwickeln.

Allerdings sollte die Thematik „Bewältigung eines Massenanfalls Verletzter und Erkrankter“ nach unserer Auffassung stärker als bisher in die Überlegungen zu einer auch künftig flächendeckenden und gut erreichbaren gesundheitlichen Versorgung einbezogen werden. Die lückenlose Versorgung, die sehr häufig auf die wirksame Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor beschränkt wird, darf nach Auffassung des DRK auch in den Szenarien und den realen Lagen des gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes keine Unterbrechung erfahren. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Gesundheitlicher Bevölkerungsschutz“ (AGGB) hat im Frühjahr 2012 in ihrem Abschlussbericht für die Integration der Krankenhäuser in das Gefahrenabwehrsystem plädiert. Nach unserer Auffassung ist diese Forderung zielführend und könnte, so wie es der SVR in seinem Gutachten 2014 vorschlägt, durch eine Neuordnung der Notfallversorgung, die die Notaufnahmen der Krankenhäuser, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst und den Rettungsdienst zusammenführt, erreicht werden. Durch die Einbeziehung auch der erweiterten ehrenamtlichen Ressourcen des Rettungsdienstes könnte so tatsächlich eine lückenlose Versorgung auch unter den besonderen Bedingungen eines „Massenanfalls Verletzter und Erkrankter“ realisiert werden. Das Deutsche Rote Kreuz verfügt hier auf den verschiedenen föderalen Ebenen über eine Vielzahl wichtiger personeller und materieller Ressourcen. Neben etwa 170.000 ehrenamtlich Engagierten in den Bereitschaften gehören hierzu auch die Rettungsdienste, die Krankenhäuser und die Sozialstationen, die in einem komplexen Hilfeleistungssystem zusammenwirken.

Da gerade im Rahmen eines Massenanfalls Verletzter und Erkrankter der problemadäquate Einsatz von Ressourcen entscheidend ist und die Betroffenen selbst häufig kaum Partner im Prozess der Behandlung sein können, sollte der Bundesgesetzgeber im Sinne der Systemresilienz vor allem die zeitnahe Erprobung der einheitlichen Notdienstnummer für alle Patientenanliegen über eine zentrale Leitstelle, wie sie der SVR in seinem Gutachten 2014 vorschlägt, ermöglichen.

Das DRK könnte aufgrund seiner Infrastrukturen und Ressourcen von der Leitstelle über den Rettungsdienst bis hin zum Krankenhaus erproben, ob ein solcher Ansatz tatsächlich zur Entlastung und Vermeidung von unnötiger Inanspruchnahme einer zu spezialisierten Versorgungsebene führt und ob gleichzeitig die adäquate Individualversorgung gewährleistet bleibt.

Alles bleibt besser?

Der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Mag. Gerry Foitik im Interview

Mag. Gerry Foitik ist Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes

Mag. Gerry Foitik ist Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes

Gerry Foitik ist seit 2007 Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes und seit 2012 ist er als kooptiertes Mitglied der Geschäftsführung für die Bereiche Blutspendewesen, Einsatz, Innovation und Beteiligungen verantwortlich. Das gesamte nationale Katastrophenmanagement fällt damit ebenso in seine Zuständigkeit wie das Rettungswesen, die psychosoziale Betreuung und die ÖRK Einkauf- und ServiceGmbH. Der studierte Betriebswirt ist ein überzeugter Rotkreuzler – das zeigt auch sein freiwilliges Engagement. Seit mehr als 25 Jahren ist er als ehrenamtlicher Notfallsanitäter im Einsatz. Im Jahr 2000 begann er seine hauptberufliche Laufbahn im Generalsekretariat als Leiter des Bereichs Einsatz, Innovation und Beteiligungen.

Herr Foitik, braucht Österreich ein rein hauptberufliches System aus akademisch ausgebildeten Berufsrettern bzw. Paramedics?

Foitik: Wir haben ein System, das auf vier Säulen (Freiwillige, Angestellte, Zivildiener und NotärztInnen) basiert und damit in der Lage ist, die notfallmedizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen. Dadurch ist auch die Aufwuchsfähigkeit des Systems und Resilienz in der Bevölkerung höher.

Sind hauptberufliche Helfer nicht professioneller?

Foitik: Es ist für das Österreichische Rote Kreuz keine Frage des „entweder hauptberuflich oder freiwillig“, – wir wollen ein sowohl, als auch. Dabei ist es auch wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter egal ob diese hauptberuflich, freiwillig oder Zivildienst-leistend sind, wertschätzend zu behandeln und ihnen Anerkennung zu geben.

Jeder Mitarbeiter in der Notfallrettung hat nach seiner Funktion als Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter (ggf mit Notkompetenzen) die selbe  – bundesgesetzlich geregelte – Ausbildung, egal ob er angestellt ist, seinen Zivildienst absolviert, oder ob er seinen Dienst freiwillig macht. Das gilt auch für die qualitätsgesicherte und ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung und Rezertifizierung.

Braucht es überhaupt Ärzte in der präklinischen Notfallmedizin?

Foitik: Das Österreichische Rote Kreuz ist für ein Notarzt-gestütztes flächendeckendes Notfallrettungs-Verbundsystem. Dieses integrierte Verbundsystem wird in Österreich Großteils vom Österreichischen Roten Kreuz seit vielen Jahren sehr gut gemeinsam von Freiwilligen, Angestellten und Zivildienern mit den Notfallmedizinern vor Ort gewährleistet.

Wie sieht man das Österreichische System im internationalen Vergleich?

Foitik: Die Situation in Österreich ist für die Patientinnen und Patienten sehr gut. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Organisationen entwickeln wir das Rettungswesen in Österreich laufend weiter.  Die Patientinnen und die betreute Bevölkerung sind dabei im Mittelpunkt unserer Planungen. Die tatsächliche Entscheidung über die Beschaffenheit der Notfallrettung treffen die politischen Verantwortungsträger und nicht zuletzt die Bevölkerung selbst, die sich hier auch stark zivilgesellschaftlich engagiert.

Rettungsdienst, wie ihn wir verstehen

Der Rettungsdienst in Österreich ist Teil des öffentlichen Gesundheitswesens und eine Leistung der Daseinsvorsorge sowie der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Durch die föderale Struktur Österreichs, erfolgt die Regelung des Rettungsdienstes in der Bundes- und Landesgesetzgebung. Eine einheitliche Organisation, einheitliche Standards und Regeln zur Durchführung des Rettungsdienstes (RD) sind daher eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg.

Der RD in Österreich ist ein gewachsenes, aus der Zivilgesellschaft entstandenes, leistungsfähiges Hilfeleistungssystem, das im internationalen Vergleich ausgezeichnet zum Wohle der Patienten arbeitet.

 Wesentliche, systemgestaltende Eigenschaften des Rettungsdienstes sind:

  • Flächendeckender, notarztgestützter Notfallrettungsdienst, mit dem präklinische Optimalversorgung durch gut und universell ausgebildete und erfahrene Notärzten gewährleistet wird.
  • Verbundsystem aus Notfallrettung und Sanitätseinsätzen, das nicht nur eine betriebs- und volkswirtschaftlich günstige Betriebsform darstellt und daher ein entsprechend dichtes, flächendeckendes Netz an Stützpunkten ermöglicht sondern auch für die Patienten gewährleistet, dass sie auch bei Sanitätseinsätzen, professionell ausgebildetes Personal betreut werden
  • Hohe Aufwuchsfähigkeit für die Bewältigung von Großunfällen, Katastrophen oder rettungsdienstlichen Spitzenanforderungen durch das hohe freiwillige Engagement im Rettungsdienst
  • Multiprofessionelle Teams mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen durch eine gute personelle Durchmischung von freiwilligen, hauptberuflichen und zivildienstleistenden Mitarbeitern bei gleicher, professioneller Aus- und Fortbildung aller Mitarbeitergruppen
  • Durchlässigkeit des Systems sowohl Richtung Erster Hilfe – durch First-Responder-Systeme, Erste-Hilfe-Ausbildungen der Bevölkerung, Dispatch-Life-Support in den Leitstellen – als auch Richtung klinischer Notfallversorgung – durch Präferenz für Notärzte, die aus der Klinik kommen, Absolvierung von Praktika des Rettungsdienstpersonals an den Klinken, oftmals eine Stationierung der Notarztrettungsmittel an den Kliniken sowie der Beteiligung der Fachgesellschaften an der Gestaltung und Durchführung von Aus- und Fortbildungen für das Rettungsdienstpersonal.
  • Die Zurverfügungstellung des Rettungsdienstes durch eine humanitäre Hilfsorganisation, die kein finanzielles Interesse am Rettungsdienst hat und daher sowohl in der Attraktivität, in der Selektion und in der Sozialisation der Mitarbeiter entsprechende wertebasierte, empathische und humanistische Schwerpunkte hat.
  • Ein föderales, den Strukturen der Verwaltung und Gesetzgebung angepasstes System, das lokale und regionale Bedürfnisse durch angepasste Angebote und Spezialitäten befriedigen kann bei gleichzeitiger gemeinschaftlichen Steuerung, universellen kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, einheitlichen Ausbildungen und barrierefreiem Zugang (z.B. durch die einheitliche Notrufnummer 144).

Rettungsdienstsymposium des Österreichischen Roten Kreuzes

Am 8. April 2014 fand im Veranstaltungssaal der Kommunalkredit in Wien das 1. Rettungsdienstsymposium des ÖRK statt. Unter dem Titel „Rettung für die Rettung?“ wurden in drei aufeinanderfolgenden Panels interessante Zukunftsthemen für den Rettungsdienst in Österreich präsentiert. In seinen Eröffnungsworten warnte Präsident Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer vor einer Kommerzialisierung des gemeinnützigen und gut funktionierenden Rettungswesens in Österreich und vor der Zerstörung des Freiwilligenwesens: „Ich kann aus einem Aquarium eine Bouillabaisse machen, aber umgekehrt geht das dann nicht mehr.“

Panel 1: Demographische Entwicklung: Auswirkungen auf Gesundheitswesen und Rettungsdienst

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz sieht  in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe.

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz sieht in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe.

So versteht Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe, sondern durchaus eine planbare Entwicklung und Potential in der höheren Lebenserwartung. Landesrat Dr. Peter Rezar ortet für das Land Burgenland durchaus einige zukünftige Herausforderungen im Bereich des flächendeckenden Angebotes im Rettungsdienst. „Gesundheit und soziale Sicherheit sind wichtigste Zukunftsthemen für das Burgenland“, so Dr. Rezar, „und der Rettungsdienst ist ein wichtiger, integrativer Bestandteil des Gesundheitswesens!“ Helmut Mödlhammer sieht, als Präsident des Österreichischen Gemeindebundes und als glühender Verfechter des Rettungswesens in Österreich, eine dringende Notwendigkeit das System und die Freiwilligkeit zu erhalten.

Panel 2: Markt und Steuerung im Rettungsdienst

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG zum Thema Europäisches Vergaberecht.

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG zum Thema Europäisches Vergaberecht.

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG, präsentierte die erfreuliche Novelle des Vergaberechts auf europäischer Ebene. Das Europäische Parlament anerkennt erstmalig den Wert der Gemeinnützigkeit und hat deshalb eine Ausnahme des gemeinnützigen Rettungsdienst aus dem Vergaberecht beschlossen. „Wichtig ist die gleiche Umsetzung in nationales Recht und keine striktere Regulierung durch das österreichische Gesetz“, betont Heidi Maier. Österreich hat sich von einem Leistungsstaat in einen Gewährleistungsstaat entwickelt. So sieht das jedenfalls Dr. Stephan Leixnering von der Wirtschaftsuniversität in Wien. Er sieht die Reduktion der Daseinsvorsorge auf rein ökonomische Faktoren viel zu kurz gegriffen. Dies sieht auch die österreichisch Bevölkerung so. Dazu berichtet Birgit Starmayr: „Eines ist relativ klar, Rettung ist wie Feuerwehr und Polizei ganz klar eine öffentliche Leistung. Dementsprechend ist hier zu sehen, das die Finanzierung zur Kostendeckung und nicht zur Gewinnerzielung erfolgen soll“. Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy rundet das Panel mit seinem Plädoyer für die Wichtigkeit der Freiwilligkeit für das ÖRK und aus Sicht eines Landesverbandes ab.

Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy betont den Wert der Freiwilligkeit für das System Rettungsdienst

Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy unterstreicht den Wert der Freiwilligkeit für das System Rettungsdienst

Panel 3: Organisation des Rettungsdienstes

Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungen betont die Reformnotwendigkeit im Rettungsdienst.

Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungen betont die Reformnotwendigkeit im Rettungsdienst.

Hinter dem Tellerrand befindet sich nicht das Ende der Welt. So gab Wolfgang Kast vom Deutschen Roten Kreuz einen aufschlussreichen Einblick in „den“ Rettungsdienst, den es in Deutschland nicht gibt. „Aufgrund der heterogenen Landschaft gibt es vielmehr die Rettungsdienste“, so seine These. Einer der größten Finanziers des Rettungsdienstes sind die Sozialversicherungen. So betonte Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger, dass in den kommenden Jahren einige Reformen notwendig seine werden, um die österreichische Rettungslandschaft zu optimieren.

Dr. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stv. in Niederösterreich ist ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen.

Dr. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stv. in Niederösterreich ist ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen.

Ähnlich sah das auch LHStv. Mag. Wolfgang Sobotka vom Land Niederösterreich. Trotz notwendiger Anpassungen und notwendigen Veränderungen im eigenen Bundesland, ist er ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen:„Der Rettungsdienst ist eine Sache einer Bürgergesellschaft!“ Abschließend präsentierte Mag. Thomas Märzinger vom Landesverband Oberösterreich das vorbildliche Finanzierungssystem für den Rettungsdienst. „50-25-25, dass ist das System warum ich heute hier stehe“, scherzte er und gab dem Publikum dann einen detaillierten Einblick in die Finanzierung.

Die 3 Panels stehen als Videoclips weiterhin auf YouTube zur Verfügung und können dort angesehen werden.

Die Playlist befindet sich unter – http://oerk.at/symposium oder sie sehen sich die Videodokumentation des ersten Rettungsdienstsymposiums hier online an: