Herr Holzer, wie viel Rettung gibt es auf einmal, wenn es darauf ankommt?

Ing. Anton Holzer ist Landesrettungskommandant in Salzburg

Ing. Anton Holzer ist Landesrettungskommandant in Salzburg

Großeinsätze und Katastrophen kommen unerwartet und sind in Auswirkung und Umfang höchst unterschiedlich. Ihre Bewältigung ist nur mit zusätzlichen Einsatzkräften und Einsatzmitteln möglich. Die Stärke des Roten Kreuzes ist seine Fähigkeit, sofort auf tausende freiwillige, bestens ausgebildete, perfekt ausgerüstete und erfahrene Katastrophenhelfer, Rettungs- und Notfallsanitäter sowie Führungskräfte  zurückzugreifen. Diese einzigartige Fähigkeit zeichnet uns aus und unterscheidet uns von anderen kommerziellen Anbietern, weil sie unbezahlbar ist.

Herr Wolf, wozu noch Notärzte, wenn Sanitäter so gut ausgebildet sind?

Heinz Wolf ist Landesrettungskommandant in Tirol

Heinz Wolf ist Landesrettungskommandant in Tirol

Die Frage stellt sich in dieser Form für mich nicht. Sanitäter und Notärzte sind in Österreich gemeinsam als Einsatzteam tätig und stellen damit eine hoch qualifizierte, präklinische medizinische Versorgung sicher, die internationalen Standards entspricht. Es geht also nicht darum, Sanitäter statt Ärzte einzusetzen.

Es geht darum, auch im Bereich des Sanitätspersonals hohe Fachkompetenz sicherzustellen. In meiner bereits sehr langen Tätigkeit im Roten Kreuz konnte ich die überaus positive Entwicklung unseres Notarztwesens in Österreich sehr gut mitverfolgen und war bereits vor über 30 Jahren als Sanitäter mit entsprechenden Zusatzausbildungen in einem Notarztsystem tätig. Den Rettungs- und Notfallsanitäter, wie er heute im Sanitätergesetz definiert ist, gab es damals noch nicht. Besonders wertvoll ist, dass wir in Österreich auch Freiwilligen den Zugang zur Notfallsanitäterausbildung ermöglicht haben. Das unterscheidet uns von anderen Ländern. So ist die Qualifikation zum Rettungsassistenten in Deutschland nur für hauptberufliche Mitarbeiter möglich. Es muss gesagt werden, dass unser Rettungswesen in dieser Qualität ohne den Anteil von Freiwilligen gar nicht finanzierbar wäre. Ich bin auch in der Ausbildung von  Notfallsanitätern tätig und erkenne dabei bei unseren Mitarbeitern immer eine sehr hohe Motivation, diese Qualifikation zu erreichen.

Ich erlebe Rettungssanitäter, die lange Ausbildungen auf sich nehmen. Hier werden für Blockkurse während der Woche Urlaubstage aufgewendet und dann noch zusätzlich viele Wochenenden investiert, um die Qualifikation „Notfallsanitäter“ zu erreichen – einfach, um noch besser für unsere Patienten in Notfallsituationen vorbereitet zu sein. Das ist ein entscheidender Vorteil für unser Rettungswesen und für die Patienten, die auf diese Weise mit höchstem Engagement und hoher Fachkompetenz versorgt werden können.

Brauchen wir einen Paramedic?

Ein Interview mit dem Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes, Dr. Wolfgang Schreiber.

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Er ist Oberarzt der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Allgemeinen Krankenhaus in Wien und ao. Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Wien.

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Er ist Oberarzt der Universitätsklinik für Notfallmedizin am Allgemeinen Krankenhaus in Wien und ao. Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Wien.

Manche Politiker sehen in der Änderung bei den Notärztinnen und -Ärzten Potential zur Eindämmung des Ärztemangels in den Spitälern, wie sieht das der Chefarzt der größten Rettungsdienst-Organisation?

Prof. Schreiber: Aktuell sehe ich keine Notwendigkeit, das in Österreich über die letzten Jahrzehnte gut funktionierende Gesamtkonzept des (Not-) Arzt gestützten Rettungsdienstes in Frage zu stellen und den Notarzt durch einen Paramedic zu ersetzen. Als Grund für diese Diskussion wird der Mangel an Notärzten genannt. Bei der im internationalen Vergleich hohen Arztdichte in Österreich kann das wohl nur ein relativer Mangel im Sinne eines Verteilungsproblems sein. In der Tat haben sich in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit als Notarzt außerhalb eines regulären Dienstverhältnisses (das sind sicher mehr als die Hälfte der geleisteten Notarztdienste) durch geänderte Ansichten der Gebietskrankenkassen deutlich verschlechtert, wodurch der Notarztdienst an Attraktivität verliert.

Sollte es tatsächlich trotz Optimierung der Rahmenbedingungen zu einem absehbaren bzw. manifesten Mangel an Ärzten im Rettungsdienst kommen, bedarf es einer umfassenden Diskussion aller beteiligten Strukturen um die Rahmenbedingungen für den Notfallrettungsdienst in Österreich .

Sie sind begeisterter Freizeitsportler. Was wünschen Sie sich, wenn Sie verunfallen?

Prof. Schreiber: Wäre ich ein kritisch verletzter oder erkrankter Patient würde ich mir einen „guten“ (Not-) Arzt – das ist ein Arzt, der seine Erfahrung aus dem klinischen Bereich mit Fingerspitzengefühl unter den erschwerten Bedingungen an einem Notfallort einsetzen kann – wünschen und keinen Sanitäter, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter oder Paramedic. Das sehen auch die Österreicherinnen und Österreicher so. In einer repräsentativen Umfrage (market, 02/14) geben 59% der Befragten an, dass sie im Notfall von einem Notarzt und nicht (ausschließlich) von einem Sanitäter mit Notkompetenzen versorgt werden möchten. Kritisch erkrankte oder verletzte Patienten stellen allerdings eine Minorität in der Gesamtheit rettungsdienstlicher Interventionen dar.

Alles bleibt besser?

Der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes Mag. Gerry Foitik im Interview

Mag. Gerry Foitik ist Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes

Mag. Gerry Foitik ist Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes

Gerry Foitik ist seit 2007 Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes und seit 2012 ist er als kooptiertes Mitglied der Geschäftsführung für die Bereiche Blutspendewesen, Einsatz, Innovation und Beteiligungen verantwortlich. Das gesamte nationale Katastrophenmanagement fällt damit ebenso in seine Zuständigkeit wie das Rettungswesen, die psychosoziale Betreuung und die ÖRK Einkauf- und ServiceGmbH. Der studierte Betriebswirt ist ein überzeugter Rotkreuzler – das zeigt auch sein freiwilliges Engagement. Seit mehr als 25 Jahren ist er als ehrenamtlicher Notfallsanitäter im Einsatz. Im Jahr 2000 begann er seine hauptberufliche Laufbahn im Generalsekretariat als Leiter des Bereichs Einsatz, Innovation und Beteiligungen.

Herr Foitik, braucht Österreich ein rein hauptberufliches System aus akademisch ausgebildeten Berufsrettern bzw. Paramedics?

Foitik: Wir haben ein System, das auf vier Säulen (Freiwillige, Angestellte, Zivildiener und NotärztInnen) basiert und damit in der Lage ist, die notfallmedizinischen Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen. Dadurch ist auch die Aufwuchsfähigkeit des Systems und Resilienz in der Bevölkerung höher.

Sind hauptberufliche Helfer nicht professioneller?

Foitik: Es ist für das Österreichische Rote Kreuz keine Frage des „entweder hauptberuflich oder freiwillig“, – wir wollen ein sowohl, als auch. Dabei ist es auch wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter egal ob diese hauptberuflich, freiwillig oder Zivildienst-leistend sind, wertschätzend zu behandeln und ihnen Anerkennung zu geben.

Jeder Mitarbeiter in der Notfallrettung hat nach seiner Funktion als Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter (ggf mit Notkompetenzen) die selbe  – bundesgesetzlich geregelte – Ausbildung, egal ob er angestellt ist, seinen Zivildienst absolviert, oder ob er seinen Dienst freiwillig macht. Das gilt auch für die qualitätsgesicherte und ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung und Rezertifizierung.

Braucht es überhaupt Ärzte in der präklinischen Notfallmedizin?

Foitik: Das Österreichische Rote Kreuz ist für ein Notarzt-gestütztes flächendeckendes Notfallrettungs-Verbundsystem. Dieses integrierte Verbundsystem wird in Österreich Großteils vom Österreichischen Roten Kreuz seit vielen Jahren sehr gut gemeinsam von Freiwilligen, Angestellten und Zivildienern mit den Notfallmedizinern vor Ort gewährleistet.

Wie sieht man das Österreichische System im internationalen Vergleich?

Foitik: Die Situation in Österreich ist für die Patientinnen und Patienten sehr gut. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Organisationen entwickeln wir das Rettungswesen in Österreich laufend weiter.  Die Patientinnen und die betreute Bevölkerung sind dabei im Mittelpunkt unserer Planungen. Die tatsächliche Entscheidung über die Beschaffenheit der Notfallrettung treffen die politischen Verantwortungsträger und nicht zuletzt die Bevölkerung selbst, die sich hier auch stark zivilgesellschaftlich engagiert.

Was will die Europäische Union am Rettungsdienst verändern?

Diese Frage wurde mir im aktuellen Henri bereits gestellt und ich stelle den Beitrag gerne hier nochmals in den Blog.

„Die EU will im Grunde gar nichts ändern.“

Der Rettungsdienst wurde in den vergangenen Jahren einfach nicht als das angesehen, was er ist, nämlich eine Leistung der Daseinsvorsorge. Die EU hat ihn vielmehr als Dienstleistung betrachtet, die man vollinhaltlich dem Vergaberecht unterwerfen kann. Die Rettungssysteme gestalten sich in Europa aber sehr unterschiedlich und haben sich historisch aus den Anforderungen und politischen Systemen der Mitgliedsstaaten geformt.

In Österreich wird der Rettungsdienst größtenteils als gemeinnütziges Freiwilligensystem – unterstützt durch berufliche Mitarbeiter und Zivildienstleistende – erbracht. Wir betreiben den Rettungsdienst „aus Liebe zum Menschen“, und nicht, um den Marktanteil zu steigern oder Gewinne zu machen. Beides steht bei kommerziellen Betreibern im Vordergrund. Zusätzlich gibt es in Wien noch das Modell der kommunalen Selbsterbringung. Aber auch da gibt es freiwillige Sanitäterinnen und Sanitäter in den Rettungsorganisationen.

Österreich hat ein qualitativ sehr gutes, flächendeckendes und notarztgestütztes Rettungswesen. Es funktioniert deshalb so gut, weil wir auf ein Verbundsystem bauen: Notfallrettung und Sanitätseinsatz können mit den gleichen Ressourcen sehr schnell und effizient bedient werden. Das hat die EU mittlerweile ebenfalls erkannt und deshalb im aktuellen Vergaberecht eine Bereichsausnahme für den gemeinnützigen Rettungsdienst geschaffen. Jetzt muss diese Regelung nur noch im nationalen Recht verankert werden. Deshalb glaube ich, dass die EU nichts an unserem gemeinnützigen und hervorragend funktionierenden Rettungsdienst ändern will.

Markus Glanzer

Markus Glanzer

Beitrag von Markus Glanzer, Bereichsleiter (acting) Einsatz, Innovation und Beteiligungen im Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes, anlässlich der aktuellen Ausgabe des Henri – Das Magazin, das fehlt. Ausgabe 17/2014 „Wir sind die Rettung!“

Rettungsdienst, wie ihn wir verstehen

Der Rettungsdienst in Österreich ist Teil des öffentlichen Gesundheitswesens und eine Leistung der Daseinsvorsorge sowie der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr. Durch die föderale Struktur Österreichs, erfolgt die Regelung des Rettungsdienstes in der Bundes- und Landesgesetzgebung. Eine einheitliche Organisation, einheitliche Standards und Regeln zur Durchführung des Rettungsdienstes (RD) sind daher eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg.

Der RD in Österreich ist ein gewachsenes, aus der Zivilgesellschaft entstandenes, leistungsfähiges Hilfeleistungssystem, das im internationalen Vergleich ausgezeichnet zum Wohle der Patienten arbeitet.

 Wesentliche, systemgestaltende Eigenschaften des Rettungsdienstes sind:

  • Flächendeckender, notarztgestützter Notfallrettungsdienst, mit dem präklinische Optimalversorgung durch gut und universell ausgebildete und erfahrene Notärzten gewährleistet wird.
  • Verbundsystem aus Notfallrettung und Sanitätseinsätzen, das nicht nur eine betriebs- und volkswirtschaftlich günstige Betriebsform darstellt und daher ein entsprechend dichtes, flächendeckendes Netz an Stützpunkten ermöglicht sondern auch für die Patienten gewährleistet, dass sie auch bei Sanitätseinsätzen, professionell ausgebildetes Personal betreut werden
  • Hohe Aufwuchsfähigkeit für die Bewältigung von Großunfällen, Katastrophen oder rettungsdienstlichen Spitzenanforderungen durch das hohe freiwillige Engagement im Rettungsdienst
  • Multiprofessionelle Teams mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen durch eine gute personelle Durchmischung von freiwilligen, hauptberuflichen und zivildienstleistenden Mitarbeitern bei gleicher, professioneller Aus- und Fortbildung aller Mitarbeitergruppen
  • Durchlässigkeit des Systems sowohl Richtung Erster Hilfe – durch First-Responder-Systeme, Erste-Hilfe-Ausbildungen der Bevölkerung, Dispatch-Life-Support in den Leitstellen – als auch Richtung klinischer Notfallversorgung – durch Präferenz für Notärzte, die aus der Klinik kommen, Absolvierung von Praktika des Rettungsdienstpersonals an den Klinken, oftmals eine Stationierung der Notarztrettungsmittel an den Kliniken sowie der Beteiligung der Fachgesellschaften an der Gestaltung und Durchführung von Aus- und Fortbildungen für das Rettungsdienstpersonal.
  • Die Zurverfügungstellung des Rettungsdienstes durch eine humanitäre Hilfsorganisation, die kein finanzielles Interesse am Rettungsdienst hat und daher sowohl in der Attraktivität, in der Selektion und in der Sozialisation der Mitarbeiter entsprechende wertebasierte, empathische und humanistische Schwerpunkte hat.
  • Ein föderales, den Strukturen der Verwaltung und Gesetzgebung angepasstes System, das lokale und regionale Bedürfnisse durch angepasste Angebote und Spezialitäten befriedigen kann bei gleichzeitiger gemeinschaftlichen Steuerung, universellen kontinuierlichen Verbesserungsprozessen, einheitlichen Ausbildungen und barrierefreiem Zugang (z.B. durch die einheitliche Notrufnummer 144).

Rettungsdienstsymposium des Österreichischen Roten Kreuzes

Am 8. April 2014 fand im Veranstaltungssaal der Kommunalkredit in Wien das 1. Rettungsdienstsymposium des ÖRK statt. Unter dem Titel „Rettung für die Rettung?“ wurden in drei aufeinanderfolgenden Panels interessante Zukunftsthemen für den Rettungsdienst in Österreich präsentiert. In seinen Eröffnungsworten warnte Präsident Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer vor einer Kommerzialisierung des gemeinnützigen und gut funktionierenden Rettungswesens in Österreich und vor der Zerstörung des Freiwilligenwesens: „Ich kann aus einem Aquarium eine Bouillabaisse machen, aber umgekehrt geht das dann nicht mehr.“

Panel 1: Demographische Entwicklung: Auswirkungen auf Gesundheitswesen und Rettungsdienst

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz sieht  in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe.

Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz sieht in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe.

So versteht Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz in der demographischen Entwicklung und der älter werdenden Gesellschaft keine Katastrophe, sondern durchaus eine planbare Entwicklung und Potential in der höheren Lebenserwartung. Landesrat Dr. Peter Rezar ortet für das Land Burgenland durchaus einige zukünftige Herausforderungen im Bereich des flächendeckenden Angebotes im Rettungsdienst. „Gesundheit und soziale Sicherheit sind wichtigste Zukunftsthemen für das Burgenland“, so Dr. Rezar, „und der Rettungsdienst ist ein wichtiger, integrativer Bestandteil des Gesundheitswesens!“ Helmut Mödlhammer sieht, als Präsident des Österreichischen Gemeindebundes und als glühender Verfechter des Rettungswesens in Österreich, eine dringende Notwendigkeit das System und die Freiwilligkeit zu erhalten.

Panel 2: Markt und Steuerung im Rettungsdienst

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG zum Thema Europäisches Vergaberecht.

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG zum Thema Europäisches Vergaberecht.

MMag.a Heidrung Maier de Kruijff, Geschäftsführerin des VÖWG, präsentierte die erfreuliche Novelle des Vergaberechts auf europäischer Ebene. Das Europäische Parlament anerkennt erstmalig den Wert der Gemeinnützigkeit und hat deshalb eine Ausnahme des gemeinnützigen Rettungsdienst aus dem Vergaberecht beschlossen. „Wichtig ist die gleiche Umsetzung in nationales Recht und keine striktere Regulierung durch das österreichische Gesetz“, betont Heidi Maier. Österreich hat sich von einem Leistungsstaat in einen Gewährleistungsstaat entwickelt. So sieht das jedenfalls Dr. Stephan Leixnering von der Wirtschaftsuniversität in Wien. Er sieht die Reduktion der Daseinsvorsorge auf rein ökonomische Faktoren viel zu kurz gegriffen. Dies sieht auch die österreichisch Bevölkerung so. Dazu berichtet Birgit Starmayr: „Eines ist relativ klar, Rettung ist wie Feuerwehr und Polizei ganz klar eine öffentliche Leistung. Dementsprechend ist hier zu sehen, das die Finanzierung zur Kostendeckung und nicht zur Gewinnerzielung erfolgen soll“. Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy rundet das Panel mit seinem Plädoyer für die Wichtigkeit der Freiwilligkeit für das ÖRK und aus Sicht eines Landesverbandes ab.

Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy betont den Wert der Freiwilligkeit für das System Rettungsdienst

Vizepräsident Dr. Peter Ambrozy unterstreicht den Wert der Freiwilligkeit für das System Rettungsdienst

Panel 3: Organisation des Rettungsdienstes

Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungen betont die Reformnotwendigkeit im Rettungsdienst.

Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungen betont die Reformnotwendigkeit im Rettungsdienst.

Hinter dem Tellerrand befindet sich nicht das Ende der Welt. So gab Wolfgang Kast vom Deutschen Roten Kreuz einen aufschlussreichen Einblick in „den“ Rettungsdienst, den es in Deutschland nicht gibt. „Aufgrund der heterogenen Landschaft gibt es vielmehr die Rettungsdienste“, so seine These. Einer der größten Finanziers des Rettungsdienstes sind die Sozialversicherungen. So betonte Dr. Josef Probst vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger, dass in den kommenden Jahren einige Reformen notwendig seine werden, um die österreichische Rettungslandschaft zu optimieren.

Dr. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stv. in Niederösterreich ist ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen.

Dr. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann-Stv. in Niederösterreich ist ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen.

Ähnlich sah das auch LHStv. Mag. Wolfgang Sobotka vom Land Niederösterreich. Trotz notwendiger Anpassungen und notwendigen Veränderungen im eigenen Bundesland, ist er ein Verfechter des Verbundsystems und der Freiwilligkeit im Rettungswesen:„Der Rettungsdienst ist eine Sache einer Bürgergesellschaft!“ Abschließend präsentierte Mag. Thomas Märzinger vom Landesverband Oberösterreich das vorbildliche Finanzierungssystem für den Rettungsdienst. „50-25-25, dass ist das System warum ich heute hier stehe“, scherzte er und gab dem Publikum dann einen detaillierten Einblick in die Finanzierung.

Die 3 Panels stehen als Videoclips weiterhin auf YouTube zur Verfügung und können dort angesehen werden.

Die Playlist befindet sich unter – http://oerk.at/symposium oder sie sehen sich die Videodokumentation des ersten Rettungsdienstsymposiums hier online an: