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Facebook ohne Gesichter?

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Wie das Rote Kreuz in Sozia­len Net­zen wir Face­book oder Google+weltweit auf das Schick­sal von Mil­lio­nen Ver­miss­ten und ihrer Ange­hö­ri­ger auf­merk­sam macht.

Ein lee­rer Bil­der­rah­men statt des Pro­fil­bilds erin­nert an den Welt­tag der Ver­schwun­de­nen

Wer hat es in den ver­gan­ge­nen Tagen noch nicht bemerkt. Statt eines Pro­fil­bil­des fin­det man bei sei­nen Kon­tak­ten in Face­book oder Goo­gle Plus ledig­li­ch einen lee­ren Bil­der­rah­men an des­sen Rand ein­fach „the mis­sing“ steht. „The mis­sing“ ist in die­sem Fal­le der Ver­weis auf die Kam­pa­gne des Roten Kreu­zes, das damit auf den Welt­tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August auf­merk­sam machen will.

Zum Welttag der Verschwundenen

In einer Aus­sen­dung erklärt das Öster­rei­chi­sche Roten Kreuz heu­te früh:

Welt­weit gel­ten mehr als zwei Mil­lio­nen Men­schen als ver­schwun­den. Unter „Ver­schwin­den“ ver­steht man die unbe­grün­de­te Fest­nah­me von Men­schen durch staat­li­che Orga­ne oder bewaff­ne­te Kämp­fer. „Oft wer­den die ‚Ver­schwun­de­nen’ ermor­det, in ande­ren Fäl­len an einem unbe­kann­ten Ort fest­ge­hal­ten. Jeden­falls ist die­ses Vor­ge­hen eine Men­schen­rechts­ver­let­zung“, sagt Wer­ner Kersch­baum, Gene­ral­se­kre­tär des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes. Am 30. August – dem Tag der Ver­schwun­de­nen – wird welt­weit an das Schick­sal von Men­schen erin­nert, die gegen ihren Wil­len fest­ge­hal­ten wer­den und deren Ange­hö­ri­ge im Unkla­ren über ihren Ver­bleib sind.

Eine Österreichische Idee geht um die Welt

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te das lee­re Pro­fil­bild aus­ge­hend von der Facebook-Seite des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes meh­re­re Tau­send Men­schen infor­mie­ren. Bereits damals wur­de die Idee auch inter­na­tio­nal auf­ge­grif­fen, wie ich in einem frü­he­ren Blog­post berich­tet habe. Heu­er wur­de die Kam­pa­gne – gera­de wegen des groß­ar­ti­gen vira­len Erfolgs im ver­gan­ge­nen Jahr – auch vom inter­na­tio­na­len Komi­tee vom Roten Kreuz über­nom­men und an die Rotkreuz- und Rothalb­mond­ge­sell­schaf­ten welt­weit wei­ter­ge­lei­tet, um hier mög­lichst vie­le Men­schen zu errei­chen.

Das Schwei­ze­ri­sche Rote Kreuz hat bereits mit der Akti­on begon­nen, vie­le wei­te­re Rotkreuz-Gesellschaften wer­den wer­den hof­fent­li­ch noch fol­gen.

Social Media als Erfolgsrezept für das Rote Kreuz?

Immer wie­der haben wir in den ver­gan­ge­nen Mona­ten vie­le Men­schen moti­vie­ren kön­nen, das Medi­um Face­book auch für das „digi­ta­le Cam­pai­gning“ zu ver­wen­den, ich

Dunant Myself war eine Facebook-Aktion zum Weltrotkreuz-Tag

Zum Weltrotkreuz-Tag konn­te man vor zwei Jah­ren sein Pro­fil­bild mit dem Ant­litz des Rotkreuz-Gründers Hen­ri Dun­ant ver­schö­nern.

erin­ne­re nur an die Akti­on mit der pas­sen­den Jacke zum Weltrotkreuz-Tag, die Freiwilligen-Kampagne zum Anlass des Euro­päi­schen Jahrs des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments oder die Akti­on „Dun­ant myself“ (inzwi­schen nicht mehr online). Es konn­ten mit die­sen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­jek­ten auf die­sen Kanä­len jedes mal vie­le Tau­send Men­schen erreicht wer­den, die sich auch per­sön­li­ch ein­brin­gen konn­ten, und damit gezwun­gen waren, sich mit der Mar­ke Rotes Kreuz aus­ein­an­der zu set­zen. Doch es braucht nicht nur das Sozia­le Netz­werk, gera­de die Geschich­te hin­ter einem Pro­jekt ist wich­tig, hier ist nicht nur die Krea­ti­vi­tät, son­dern auch die Authen­ti­zi­tät gefragt, davon bin ich über­zeugt.

Mehr Material zum Welttag der Verschwundenen

Geschrieben von Gerald Czech

27. August 2012 um 15:14

Welttag der Verschwundenen auf Facebook

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Heu­te am 30. August wird der Welt­tag der Ver­schwun­de­nen began­gen. Wie auf www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing hin­ge­wie­sen wird, ist der Inter­na­tio­nal Day of the Disap­peared – also der Inter­na­tio­na­le Tag der Ver­schwun­de­nen (oder auch Welt­tag der Ver­schwun­de­nen) ist ein jähr­li­ch Ende August began­ge­ner Gedenk­tag, der an das Schick­sal von Men­schen erin­nern soll, die gegen ihren Wil­len an einem Auf­ent­halts­ort und unter Bedin­gun­gen fest­ge­hal­ten wer­den, die ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nicht bekannt sind.

Um einer­seits die­sen Tag bekannt zu machen und ande­rer­seits die umfang­rei­chen Tätig­kei­ten des Rotkreuz.Suchdienstes bekann­ter zu machen, haben wir ver­sucht, den Welt­tag für eine Facebook-Aktion zu nut­zen.

Lee­rer Bil­der­rah­men als Facebook-Profilfoto zum Welt­tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August

Bereits ver­gan­ge­ne Woche haben wir via Facebook-Profilauf­ge­ru­fen, die Pro­fil­bil­der gegen einen lee­ren Bil­der­rah­men zu tau­schen, um auf die Ver­schwun­de­nen auf­merk­sam zu machen.

Inter­na­tio­na­ler Tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August. Wir rufen auf, das eige­ne Pro­fil­bild gegen die­sen lee­ren Bil­der­rah­men zu ver­än­dern. Alle Infor­ma­tio­nen zum Welt­tag der Ver­schwun­de­nen: www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing


We call on ever­y­bo­dy in sup­port of the affec­ted peop­le to chan­ge the per­so­nal pro­fi­le pic­tu­re to “the mis­sing” pic­tu­re – an empty pic­tu­re frame – a sym­bol for the mil­li­ons of per­sons who have disap­peared. Plea­se share the link www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing – or your Natio­nal Socie­ties own RFL web­site – whe­re you and your Face­book fri­en­ds can find all rele­vant infor­ma­ti­on on the Inter­na­tio­nal Day of the Disap­peared.

Vie­le Per­so­nen, Fans und Freun­de des Roten Kreu­zes haben das auch bis heu­te gemacht. Eine Pres­se­aus­sen­dung ver­gan­ge­nen Frei­tag hat das The­ma Welt­tag der Ver­schwun­de­nen auf­ge­grif­fen und unter ande­rem eben­falls auf die Facebook-Kampagne zum Pro­fil­bild­wech­sel zu einem lee­ren Bil­der­rah­men berich­tet. Auch unse­re Ober­ös­ter­rei­chi­schen Kol­le­gen haben das The­ma auf­ge­grif­fen und ihre Medi­en infor­miert, ein Inter­view des Rotkreuz-Webmasters mit Life­Ra­dio war die Fol­ge.

Wir haben auch im Öster­rei­chi­schen Rotkreuz-Webportal erklärt, wie wir die Akti­on mit dem Pro­fil­bild umset­zen wol­len – unter ande­rem steht dort ein JPG zum Down­load bereit.

Heu­te früh hat auch das Inter­na­tio­na­le Komi­tee vom Roten Kreuz (IKRK) auf sei­ner Facebook-Page unser Bild ver­öf­fent­licht und zum Tau­schen des Pro­fil­bilds auf­ge­ru­fen.

In war, many peop­le go mis­sing, cau­sing angu­ish for their fami­lies and fri­en­ds. On the Day of the Disap­peared, we’re remin­ding peop­le that hund­reds of thou­sands of fami­lies are still unawa­re of the fate of their loved ones. Our fri­en­ds at the Öster­rei­chi­sches Rotes Kreuz are encou­ra­ging their fans to chan­ge their pro­fi­le pic today, and we’re doing the same! (Down­load the pic: http://​goo​.gl/​Q​O​dWt)


En la guer­ra se pier­de el rastro de muchas per­so­nas, lo cual cau­sa angus­tia a sus fami­li­as y ami­gos. En el Día de los Desa­pa­re­ci­dos, recor­d­a­mos que cien­tos de miles de fami­li­as aún des­co­no­cen el para­de­ro de sus seres que­ri­dos. Nue­stros ami­gos de la Cruz Roja Aus­tria­ca están invitan­do a sus sim­pa­tiz­an­tes a cam­bi­ar su foto de per­fil el día de hoy, y noso­tros nos hemos uni­do à la pro­pu­esta. Para des­car­gar la imagen: http://​goo​.gl/​Q​O​dWt. Salu­dos! Gaby / CICR – Bue­n­os Aires

Wir hof­fen, dass wir damit errei­chen konn­ten, dass die Auf­merk­sam­keit ein Wenig auf die­sen Welt­tag der Ver­miss­ten gelenkt wer­den konn­te, eini­ge Hun­dert Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer konn­ten wir – welt­weit – in jedem Fal­le moti­vie­ren, das Pro­fil­bild zu ver­än­dern.

Geschrieben von Gerald Czech

30. August 2011 um 14:45

Neue Kanäle in der Katastrophe?

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Web und Soci­al Media in der inte­grier­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on des Roten Kreu­zes

Die Kata­stro­phe in Hai­ti am 12. Jän­ner 2010 und vor allem das Schick­sal der ins­ge­samt über 2 Mil­lio­nen Betrof­fe­nen Men­schen hat welt­weit vie­le bewegt. Nicht zuletzt auf­grund der dra­ma­ti­schen Situa­ti­on vor Ort haben inter­na­tio­nal die meis­ten Medi­en Hai­ti Tage- manch­mal Wochen­lang zum Haupt­the­ma ihrer Bericht­erstat­tung gemacht.

Bereits vor eini­gen Jah­ren habe ich mich mit den Mög­lich­kei­ten von Soci­al Web in der Kata­stro­phe in einem Blog­post (Dis­as­ter 2.0) eher theo­re­ti­sch beschäf­tigt. Nun konn­ten wir all die­se Tools auch live ein­set­zen. Hier der ers­te Bericht dazu.

Lange in Haiti

Das Rote Kreuz ist seit vie­len Jah­ren in Hai­ti. Schon lan­ge vor die­ser Kata­stro­phe wur­den in Port-au-Prince bei­spiels­wei­se von Öster­rei­chi­schen Tech­ni­kern Funk­netz­wer­ke gewar­tet und errich­tet. Das ist der Grund, war­um die Rotkreuz-Helfer vor Ort bereits auf ein bestehen­des Netz­werk an Kon­tak­ten zurück­grei­fen konn­ten.

Doch Haupt­in­halt die­ses Pos­ting soll­te die Kom­mu­ni­ka­ti­on nach innen und aus­sen sein, deren inte­grier­ter Ansatz, der anhand der Erd­be­ben­ka­ta­stro­phe in Hai­ti erst­mals in die­ser Wei­se umge­setzt wur­de. Die ope­ra­ti­ve Arbeit in Öster­reich und natür­li­ch auch vor Ort sind in jedem Fall wesent­li­che Basics, denn ohne die effi­zi­en­te und wirk­sa­me Hil­fe von Män­nern und Frau­en des Roten Kreu­zes vor Ort macht die bes­te Kom­mu­ni­ka­ti­on zum The­ma gar kei­nen Sinn.

Der Alarm.

Unse­re ope­ra­ti­ven Kata­stro­phen­ma­na­ger wur­den kurz nach Mit­ter­nacht vom Erd­be­ben infor­miert, ers­te Infos ergin­gen daher auch an die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­ar­bei­ter per eMail noch lan­ge vor ihrem Ein­tref­fen im Office. Via Twit­ter waren ers­te Ein­satz­mel­dun­gen des Ame­ri­ka­ni­schen Roten Kreu­zes (als CNN RT) auch schon sehr früh ver­füg­bar. Daher war rasch klar, dass sich hier eine gro­ße Kata­stro­phe anbahnt. Unser ers­ter Tweet zum The­ma Hai­ti als @roteskreuzat folg­te in der Früh des 13. Jän­ners:

RT @Red­Cross­PDX: RT @White­Hou­se Text „HAITI“ to 90999 to dona­te $10 to @Red­Cross reli­ef efforts in #Hai­ti. Learn more: http://​bit​.ly/​6​K​i​RtE

Im Lau­fe des Tages war rasch klar, dass auch Öster­rei­chi­sche Hil­fe vor Ort not­wen­dig wer­den wird. Alle Schnel­l­ein­satz­grup­pen wur­den auf stand­by alar­miert. Hin­sicht­li­ch des Fund­rai­sings wur­de im Online­spen­den das Kenn­wort „Erd­be­ben in Hai­ti“ akti­viert, eine kurz davor ein­ge­führ­te SMS-Spenden-Nummer wur­de eben­falls für Hai­ti akti­viert.

Erster Tag, erste Presseinfo, Setup der Kommunikationsinfrastruktur

Zeit­gleich mit dem Online­stel­len der ers­ten Pres­se­info „Schwe­res Erd­be­ben in Hai­ti“ wur­de online eine eige­ne Kno­ten­sei­te ein­ge­rich­tet, deren leicht zu mer­ken­de URL www​.rotes​kreuz​.at/​H​a​iti lau­te­te. Dort wur­den sämt­li­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma zusam­men­ge­fasst, spä­ter konn­te auch ein RSS-Feed dazu erstellt wer­den. Noch im Lau­fe des 13. Jän­ners waren via Alertnet/Reuters ers­te Fotos aus Hai­ti ver­füg­bar, die online gin­gen. Auch die Infor­ma­tio­nen zur Spen­den­mög­lich­keit via SMS wur­den erstellt und online gestellt. Auf Face­book wur­de eine ers­te Cau­se „Hil­fe für Hai­ti“ gestar­tet, um auch die­ses Medi­um als Informations- und Fundraising-Kanal zu instru­men­ta­li­sie­ren. Infor­ma­tio­nen gab es zunächst aller­dings über mei­nen per­sön­li­chen User, weil noch kei­ne Fan­page exis­tiert hat.

Informationen, going social

Durch die Rotkreuz-Mitarbeiter, die bereits in Port-au-Prince waren, konn­te auch die ope­ra­ti­ve Hil­fe vor Ort rasch star­ten, bereits am ers­ten Tag gin­gen über das Rotkreuz-Netzwerk bereits ver­trau­ens­wür­di­ge Infor­ma­tio­nen aus Hai­ti ein. Die­se wur­den zunächst im Rotkreuz-Portal online gestellt und in wei­te­rer Fol­ge auch via Twit­ter publi­ziert.

#hil­fe nach dem #erd­be­ben in #Hai­ti: ROtes Kreuz im Ein­satz #Spen­den auf https://spende.roteskreuz.at?code=SERHAI #spen­den­auf­ruf #rotes­kreuz

Lau­fen­der inter­ner Kon­takt mit den Kol­le­gIn­nen der Pres­se­ab­tei­lung und dem ope­ra­ti­ven Katastrophen-Einsatzmanagement ver­hin­der­ten eine „Ent­kop­pe­lung“ der Soci­al Media-Aktivitäten. Twit­ter war auch ein inter­es­san­ter Kanal für die Nach­rich­ten aus dem Kata­stro­phen­ge­biet, @Federation der Account der inter­na­tio­na­len Föde­ra­ti­on der Rotkreuz- und Rothalb­mond­ge­sell­schaf­ten war hier genauso wert­voll, wie ver­schie­de­ne Lis­ten der Fede­ra­ti­on, die Rotkreuz-Twitteraccounts zusam­men­fas­sen, oder sol­che der UNO.

Zur Ver­brei­tung der Rotkreuz-Hilfe im Web, bei befreun­de­ten Unter­neh­men, Orga­ni­sa­tio­nen und bei inter­es­sier­ten wur­den auch Flash-Banner erstellt und Online ange­bo­ten. Die­se wer­den inzwi­schen durch­aus breit geschal­tet. Auch Google-Adwords wur­den bald dazu ver­wen­det, Use­rIn­nen auf das Rote Kreuz in die­sem Kon­text auf­merk­sam zu machen. Über eini­ge Hür­den in die­sem Kon­text berich­te ich im Blog­post „Hil­fe für Hai­ti oder Fight­in’ goo­gle­Ad­words

Österreichische Experten werden entsendet

Die Pha­se zwei in der Kom­mu­ni­ka­ti­on hat begon­nen, nach­dem unse­re Aus­rich­tung von „Sup­port“ des Ein­sat­zes geän­dert wur­de: Bald wur­de auch klar, dass rela­tiv bald ers­te Öster­rei­chi­sche Exper­tin­nen und Exper­ten in Rich­tung Hai­ti fah­ren wer­den. Die inter­na­tio­na­le Koor­di­na­ti­on und die not­wen­di­ge Logis­tik erlaub­ten es bereits am 15. Jän­ner ein ers­tes zwei­köp­fi­ges Team von Wien aus zu ent­sen­den, ein drit­ter Exper­te flog nach Genf, von wo aus er mit Such­dienst­ex­per­tIn­nen nach Port-au-Prince flog. Die Öster­rei­chi­sche Akti­on Nach­bar in Not star­te­te eben­falls am 14. Jän­ner mit brei­ter Cover­a­ge im Öster­rei­chi­schen Fern­se­hen und Radio.

Für den Abflug der Exper­tin­nen aus Wien wur­den auch Jour­na­lis­tIn­nen zum Flug­ha­fen ein­ge­la­den. Auf­grund der Tat­sa­che, dass dies die ers­ten Öster­rei­che­rIn­nen auf dem Weg nach Hai­ti waren, wur­de die Hil­fe auch von einer brei­ten Medi­en­co­ver­a­ge (bsp.: Kro­ne Titel­fo­to, APA) beglei­tet.

Bis zum Ein­tref­fen der Hel­fer in Hai­ti wur­den Lageu­p­dates, Fotos und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen (auch in unse­rem Ein­satz­blog) zur Ver­fü­gung gestellt.

Facebook als eigener Kanal

Auf­grund der zahl­rei­chen Infor­ma­tio­nen, die via Face­book ver­brei­tet wur­den, haben wir uns kurz­fris­tig ent­schlos­sen, eine Facebook-Fanpage zu star­ten, um als „Öster­rei­chi­sches Rotes Kreuz“ auf­tre­ten zu kön­nen (Eige­ner Blog­post „Erfolgs­sto­ry Face­book Page“). Das war ein wei­te­rer wich­ti­ger Bau­stein in der Rotkreuz-Kommunikation.

Fotojournalismus

Die Föde­ra­ti­on hat sein lan­ger Zeit einen Flickr-Account, über den immer wie­der Bil­der kom­mu­ni­ziert wur­den. Die Kata­stro­phe in Hai­ti mach­te es bald not­wen­dig, die­se Quel­le auch brei­ter zu nut­zen, so wur­de von dort rasch eine Sli­de­show erstellt, die immer auto­ma­ti­sch upge­da­ted wird, um Rotkreuz-Fotos auch welt­weit in Blogs ein­bau­en zu kön­nen. Timo Lue­ge berich­tet von unglaub­li­chen 1 Mil­lio­nen Views der Flickr-Bilder am 14. Jän­ner 2009.

Our Flickr set about the Hai­ti Ear­t­h­qua­ke gene­ra­ted over 1 mil­lion page views wit­hin 24 hours on Janu­a­ry 14th. It was high­ligh­ted by Yahoo! (which cont­ri­but­ed the majo­ri­ty of impres­si­ons) but other media paid atten­ti­on as well. In the first few days, BBC Online men­tio­ned it on their live blog every time, we uploa­ded new images. We also got a sub­stan­ti­al num­ber of requests from media who wan­ted high-resolution ver­si­ons of our Flickr pho­tos.

Die­se Sli­de­show konn­ten wir auch rasch in unse­ren Webauf­tritt inte­grie­ren. Die her­vor­ra­gen­den Foto­gra­fen, die für das Rote Kreuz vor Ort waren, konn­ten uns damit von den ers­ten Tagen an täg­li­ch neue Bil­der zur Ver­fü­gung stel­len, was ein Plus für jeg­li­ches Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­di­um dar­stellt.

Inter­es­sant ist Timos State­ment zum Effekt des Flickr-Engagements:

As far as ROI is con­cer­ned I should men­ti­on that most visi­tors stay­ed wit­hin that set and did not cli­ck on other pho­tos or through to our site. So whi­le this was very suc­cess­ful to gene­ra­te awa­ren­ess, it did not gene­ra­te sub­stan­ti­al funds for us. Howe­ver, sin­ce Flickr’s com­mu­ni­ty gui­de­li­nes for­bid active­ly asking for dona­ti­ons, the­re was no call to action under the­se pic­tures eit­her – merely “Find out more at http://​www​.ifrc​.org/​h​a​i​ti/ ”.

Akustische Informationen: Podcasts und Clips

Die nächs­te Pha­se war die Pro­duk­ti­on digi­ta­ler Audio­clips und Pod­casts. Zunächst klas­si­sch via Recor­der oder durch den Mit­schnitt von Tele­fon­in­ter­views, was unse­re VoIP-Telefonanlage zum Glück in brauch­ba­rer Qua­li­tät erlaubt. Der ers­te Ver­su­ch in die­sem Zusam­men­hang war die Bei­stel­lung von Audio­da­ten zu einem redak­tio­nel­len Text über die Seu­chen­prä­ven­ti­on nach Kata­stro­phen.

Die Ver­wen­dung die­ser Audio­clips von ver­schie­de­nen loka­len Radio­sen­dern zur Bericht­erstat­tung führ­ten dazu, dass wir uns inten­si­ver mit den Mög­lich­kei­ten der digi­ta­len Audio­clips beschäf­tig­ten. Eine vir­tu­el­le Neben­stel­le wur­de zum digi­ta­len Anruf­be­ant­wor­ter. Dadurch konn­ten unse­re Dele­gier­ten zu jeder Tages- und Nacht­zeit ihre State­ments bei uns depo­nie­ren. Die Files gin­gen auto­ma­ti­sch per Mail an die Pres­se­ab­tei­lung und an den Web­mas­ter. Damit konn­ten wir eine wei­te­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­struk­tur auf­bau­en – neue Audio­clips waren so oft­mals in 30 Minu­ten nach dem Gespräch online.

Die­se Clips dien­ten einer­seits den Radio­sen­dern als „Fut­ter“ für ihre News und Flä­chen­bei­trä­ge, ande­rer­seits lie­fer­ten sie Zitier­ba­res für unse­re regio­na­len Pres­se­ver­ant­wort­li­chen und Jour­na­lis­tIn­nen. Nicht zuletzt erlaub­ten die­se Sound­clips auch den Use­rin­nen im Web eine authen­ti­sche Mög­lich­keit, sich von der Hil­fe des Roten Kreu­zes vor Ort aus ers­ter Hand zu infor­mie­ren.

Inzwi­schen ver­su­chen wir alle paar Tage neue Clips online zu stel­len und mög­lichst vie­le unse­rer Exper­tIn­nen aus Hai­ti zu Wort kom­men zu las­sen. Zwi­schen­durch wer­den immer wie­der Pod­casts ( Bei­spiels­wei­se hier, oder hier) pro­du­ziert, um die­se State­ments auch im redak­tio­nel­len Umfeld in Geschich­ten ein­zu­bet­ten.

Videos

Auch Videos aus Hai­ti waren bald ver­füg­bar. Zusätz­li­ch setz­ten wir auch eige­ne Kame­ra­leu­te ein, bei­spiels­wei­se um die Ver­la­dung der Öster­rei­chi­schen Hilfs­gü­ter zu doku­men­tie­ren. Hier wur­den dann die Video­pod­casts ent­we­der 1:1 wei­ter­pu­bli­ziert oder es wur­den eige­ne Video­pod­casts pro­du­ziert, wie die­ser zur Öster­rei­chi­schen Hil­fe vor Ort. Publi­ka­ti­ons­ort war zudem zusätz­li­ch immer auch Youtube, wo das Öster­rei­chi­sche Rote Kreuz seit eini­ger Zeit einen Chan­nel betreibt. Doch die gerin­ge Zahl der Views zeigt auch deut­li­ch, dass der Pro­duk­ti­ons­auf­wand eines Video­pod­casts für die weni­gen Nut­zer dann zu hoch ist, wenn man ihn bei­spiels­wei­se mit dem Auf­wand von Pod­casts oder Foto­ga­le­ri­en ver­gleicht.

Google-Maps

Die Bereit­stel­lung von tagak­tu­el­len KML-Files von Sei­ten der Föde­ra­ti­on hat uns dazu gebracht, eine Google-Map zum Rotkreuz-Einsatz in Hai­ti zu pro­du­zie­ren, um die geo­da­ten eben­falls als Infor­ma­ti­ons­ka­nal zu nut­zen. Zudem bringt die Über­sichts­kar­te zur Rotkreuz-Hilfe in Hai­ti den Nut­ze­rin­nen und Nut­zern auch einen geo­gra­fi­schen Über­bli­ck über die kom­ple­xe Kata­stro­phen­sze­ne­rie auf Hai­ti. Die­se Kar­te wur­de von Sei­ten der Föde­ra­ti­on wie­der­um an alle ande­ren natio­na­len Gesell­schaf­ten zurück­ge­lie­fert, so dass wir nun­mehr gemein­sam mit dem Deut­schen Roten Kreuz die­se Map betreu­en.

Crowdsourcing

In den ver­gan­ge­nen Stun­den wur­de zudem ver­sucht, das gro­ße Inter­es­se an der Facebook-Gruppe des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes dahin­ge­hend zu nüt­zen, indem wir Use­rIn­nen auf­ge­for­dert haben, uns durch Über­set­zung von eng­lisch­spra­chi­gen Arti­keln ins Deut­sche zu unter­stüt­zen. Das hat her­vor­ra­gend geklappt. Fünf Tex­te konn­ten so inner­halb von drei Stun­den über­setzt wer­den.

Tore für das Rote Kreuz

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Wie im Fuss­ball­blog berich­tet star­te­te das IKRK gemein­sam mit der UEFA anläss­li­ch der EURO eine Kam­pa­gne unter dem Titel „Tore für das Rote Kreuz“. Im Rah­men der Kam­pa­gne kön­nen Inter­net­be­su­cher unter www​.score​fort​he​red​cross​.org vir­tu­el­le Tore kau­fen und damit ihrem Lieb­lings­team hel­fen, den Titel des “Huma­ni­tärs­ten Teams” zu errin­gen.

Hier die ver­füg­ba­ren Ban­ner dazu (bit­te auf www​.score​fort​he​red​cross​.org ver­lin­ken):

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Geschrieben von Gerald Czech

31. März 2008 um 12:29