Redcross Webmaster's Blog

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Facebook konstruiert Scheinrealität oder der Zivildienst aus der Filter-Bubble

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Prolog: Eine kleine Wirtshauselegie

Im Wirtshaus. Gulasch statt Filterbubble.

Im Wirts­haus. Gulasch statt Fil­ter­bub­ble.

Stel­len wir uns vor wir gehen in ein Restau­rant, die Spei­se­kar­te liegt nicht auf und der Kell­ner emp­fiehlt uns ein Gericht: In mei­nem Fal­le bie­tet er mir immer wie­der Gulasch an. Mon­tag: Gulasch, Diens­tag: Gulasch, Mitt­wo­ch: Gulasch. Don­ners­tag, Frei­tag: Gulasch.

Obwohl ich Gulasch eigent­li­ch nicht mag und jedes­mal wie­der dazu sage, dass ich kein Gulasch möch­te, erhal­te ich das nächs­te mal wie­der „Gulasch“ als Top-Empfehlung. Und das, trotz­dem ich Vega­ner bin und einer der Spit­zen­kö­che am Herd auch aus­ge­zeich­ne­te vega­ne Cur­ries kochen kann.

War­um, fra­ge ich den Kell­ner, erhal­te ich immer nur Gulasch­emp­feh­lun­gen? Er weiß von mir, dass ich vie­le Freun­de habe, die wöchent­li­ch einen Gulasch-Stammtisch hier im Restau­rant haben, die vega­nen Spei­sen wer­den aus­ser­dem ers­tens fast nie bestellt und zwei­tens dana­ch nicht gelobt. Genauso geht es uns tag­täg­li­ch auf Face­book.

Dan­ke an Ursu­la Frais, die mei­ne kom­ple­xen sozio­öko­no­mi­schen Gedan­ken in ein Bild aus der Gas­tro­no­mie ver­packt hat. Dass sie zu dem Zeit­punkt hung­rig war tut ja nichts zur Sache J

Filter-Bubble für den Zivildienst?

Bis jetzt habe ich immer gedacht, die „Filter-Bubble“-Diskussion zu Face­book ist eine wei­te­re digi­ta­le „Urban Legend“, zumin­dest was ihre Rele­vanz für den Durch­schnitts­be­nut­zer betrifft – doch ich dürf­te mich getäuscht haben.

Begon­nen hat es mit einem Kom­men­tar von Mar­tin Pitzl unter­halb eines viel­ge­le­se­nen und kom­men­tier­ten Facebook-Beitrags:

Wuss­tet ihr dass es nicht die Auf­ga­be des Roten Kreu­zes ist Zivil­die­ner zu beschäf­ti­gen oder ein muss ist den Ret­tungs­dienst zu orga­ni­sie­ren? Fin­de es ehr­li­ch gesagt einen Wahn­sinn dass ihr eine der­art rie­si­ge pro Zivi Kam­pa­gne macht wäh­rend die Rot Kreuz Kern­the­men unter­ge­hen. […]

Ergänzt wird das durch ein Twitter-Posting des­sel­ben Users, mit ähn­li­chem aber ver­kürz­tem Inhalt.

Rotkreuz-Kernthemen gehen unter? Zivi-Kampagne? Da habe ich mir über­legt, wie es zu einer der­ar­ti­gen Ein­schät­zung – wir wür­den mono­the­ma­ti­sch kom­mu­ni­zie­ren – kommt, wo wir doch Tag für Tag ver­schie­den­s­te The­men auf Face­book und im Rotkreuz-Portal publi­zie­ren? Zivil­dienst haben wir zwar schon das eine oder ande­re mal gepos­tet, aber ins­ge­samt doch nicht über­trie­ben? Mei­ne per­sön­li­che Wahr­neh­mung am Bott­len­eck zwi­schen Web­por­tal und Face­book ist da eine total ande­re.

Ein paar Bei­spie­le der letz­ten zehn Tage:

Dabei sind die The­men im Jugend­por­tal www​.help​stars​.at noch gar nicht mit­ge­zählt. Wie kommt es nun, dass ein für das Rote Kreuz mehr als inter­es­sier­ter und kri­ti­scher User all das nicht mit­be­kom­men kann? Zunächst dach­te ich an selek­ti­ve Wahr­neh­mung. Doch dann – ja, da war doch was. Fil­ter­bub­ble (Jene, die den Sascha Lobo mal link­te), ist das Schlag­wort. Ver­main­strea­m­ung im digi­ta­len Medi­en­kon­sum durch Edge­r­ank und Co.

Statistik lügt nie?

Die Sta­tis­tik lügt nicht: Vira­li­tät durch die Fil­ter­bub­ble?

Beob­ach­ten wir mal die Sta­tis­tik der Rotkreuz-Facebook-Page im ver­gan­ge­nen Monat. Dort sind wir im Bereich jener Bei­trä­ge, die mehr als 10.000 Per­so­nen Reich­wei­te haben schon deut­li­ch mono­the­ma­ti­scher: von den fünf Bei­trä­gen betref­fen vier das The­ma Zivil­dienst und einer die Kata­stro­phen­hil­fe des Roten Kreu­zes in Kärn­ten nach dem Hoch­was­ser in Lava­münd. Alle ande­ren – aus mei­ner Sicht – genauso inter­es­san­ten Infor­ma­tio­nen des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes errei­chen deut­li­ch weni­ger Per­so­nen, wohl weil sie wei­ter im „long Tail“ unse­rer Informations-Speisekarte sind.

Das pas­siert, weil Face­book den Benut­ze­rin­nen und Benut­zern vor­schlägt, was sie am ehes­ten inter­es­siert, bzw. bes­ser for­mu­liert: Es wer­den Bei­trä­ge vor­ge­schla­gen, bei denen die Wahr­schein­lich­keit einer Reak­ti­on am größ­ten ist. Ganz so wie mein Gulasch-Kellner am Anfang. Das ist zunächst auf­grund des Inter­es­ses des eige­nen Netz­werks (also der Freun­din­nen und Freun­de) begrün­det. Wenn mei­ne Kon­tak­te also ein Pos­ting beson­ders oft liken, tei­len oder kom­men­tie­ren, dann erhal­te ich die­se Nach­richt signi­fi­kant öfter in mei­ner Time­li­ne. So kommt es, dass man in sei­nem mög­li­chen Bei­trags­kon­sum durch den Geschmack der Crowd gesteu­ert wird. So bestimmt Face­book die Bei­trä­ge, die ich zu Gesicht bekom­me und damit kon­stru­ie­ren – wenn ich Pech habe – die Zucker­berg­schen Algo­rith­men viel mehr mei­ne Rea­li­tät als die Absen­der der Bot­schaf­ten. Aber auch das ent­spricht der Lebens­rea­li­tät „in real life“. Wenn ich dort nur mei­nem Stamm­tisch und dem Bou­le­vard ver­traue, wird sich mein Welt­bild – so es davor nicht schon ein­di­men­sio­nal war – rasch von bunt in Rich­tung mono­chrom ver­än­dern …

Geschrieben von Gerald Czech

21. November 2012 um 16:17

Helpstars, jeder kann ein Star sein

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It’s a long hard way to the top, san­gen ein­st schon AC/DC, ein Mot­to, dass auch sehr gut auf lang­fris­ti­ge Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lungs­pro­zes­se und Pro­jek­te passt, die an sol­che Pro­zes­se gekop­pelt sind.

Helpstars, das humanitäre Jugendportal von Österreichischem Roten Kreuz und Österreichischem JugendrotkreuzHeu­te ist, nach über zwei Jah­ren inten­si­ver Vor­be­rei­tung das Rotkreuz-Jugendportal Help­Stars offi­zi­ell online gegan­gen, ein Pro­jekt, an dem im Lau­fe der Zeit sehr vie­le ver­schie­de­ne Men­schen mit­ge­ar­bei­tet und Input gelie­fert haben. Wir wuss­ten schon seit lan­gem, dass die Zielkunden/innen unse­res Rotkreuz-Portals www​.rotes​kreuz​.at (Soci­al Media Release aus dem Jahr 2008) und jene der Jugendrotkreuz-Website www​.jugend​rot​kreuz​.at ein gros­ses Zielkund/innensegment aus­las­sen, das einer­seits Kon­su­ment der huma­ni­tä­ren Leis­tun­gen von Rotem Kreuz und Jugend­rot­kreuz ist und ande­rer­seits auch selbst aktiv an der Gestal­tung bei­der Orga­ni­sa­tio­nen mit­par­ti­zi­piert: Die Jugend.

Was lan­ge währt wird end­li­ch gut

Schon im Jahr 2009 konn­te ich als Host der NPO-Blogparade das The­ma inte­grier­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gi­en für Jugend­li­che Ziel­grup­pen dis­ku­tie­ren und auch zusam­men­fas­sen. Dan­ke an die­ser Stel­le noch­mals allen Teil­neh­me­rin­nen, deren Ide­en und Gedan­ken in sämt­li­che spä­te­ren Pro­jekt­pha­sen ein­flie­ßen konn­ten. Ein wei­te­rer Input kam von der Wirt­schafts­uni­ver­si­tät Wien: Vier Stu­die­ren­de erstell­ten im Rah­men eines zwei­se­mest­ri­gen Projekt- und Method­ense­mi­nars am Insti­tut für Public Manage­ment eine Jugend­mar­ke­ting­stra­te­gie und haben die­se Arbeit auch in einem Gast­bei­trag im Blog beschrie­ben.

Der gemein­sa­me Auf­trag aller Lan­des­or­ga­ni­sa­tio­nen des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes und der Lan­des­lei­tun­gen des Öster­rei­chi­schen Jugend­rot­kreu­zes zur Erstel­lung eines eige­nen Jugend­por­tals erfolg­te Anfang 2011. Nach bera­ten­der Unter­stüt­zung von Sei­ten Yake­ty­Yak wur­de Mit­te 2011 mit dem Mikro­misch­kon­zern super-fi auch ein krea­ti­ver Umset­zungs­part­ner gefun­den, der die Site im CMS Typo3 umge­setzt hat. Die Suche ver­wen­det einen Apa­che Solr-Server, eine Lösung, die auch mit­tel­fris­tig für ande­re Rotkreuz-Sites ange­dacht ist. Die IT-Infrastruktur qloud­wi­se wird wei­ter­hin von unse­rem bewähr­ten Part­ner Ama­ris bereit­ge­stellt.

Im Rah­men der Ent­wick­lung wur­den einer­seits die Sta­ke­hol­der aus dem Roten Kreuz regel­mä­ßig immer wie­der ein­ge­bun­den, ande­rer­seits wur­de stark auf die Mei­nung der Ziel­grup­pe gehört: Jugend­grup­pen des Roten Kreu­zes wur­den genauso befragt, wie exter­ne Jugend­li­che, denn das Por­tal soll schluss­end­li­ch für die Jugend­li­chen zur Ver­fü­gung ste­hen. Eine pro­fun­de Ein­bin­dung und Nut­zung der aktu­el­len Social-Media-Kanäle gehört nun genauso zum Por­tal, wie pro­fes­sio­nel­le Recher­che und The­men­auf­be­rei­tung durch die dafür zustän­di­ge Redak­teu­rin.

Aus dem Facts­heet zum Por­tal:

Help­Stars ver­steht sich als jugend­li­ches Ser­vice­por­tal für die Hil­fe­stel­lung, nie­der­schwel­li­ge Bera­tung und Infor­ma­ti­on zu The­men des täg­li­chen Lebens inner­halb und außer­halb der Schu­le. Wir wol­len die Jugend­li­chen unpo­li­ti­sch, ohne reli­giö­sen Hin­ter­grund und ideo­lo­gie­frei beglei­ten, unter­stüt­zen und von der huma­ni­tä­ren Idee begeis­tern. Dazu bie­tet die Platt­form Anknüp­fungs­punk­te, um selbst aktiv zu wer­den. Die Jugend­li­chen sind Use­rin­nen und Content-Lieferanten zugleich

Eine fast zwei­mo­na­ti­ge Beta­pha­se seit Anfang August dien­te eben­falls dazu, das Por­tal von tech­ni­scher Sei­te, aber auch the­ma­ti­sch und inhalt­li­ch auf die Nut­ze­rin­nen und Nut­zer aus­zu­le­gen. Auch eine Umfra­ge auf unse­rem Online-Survey-Tool unter­stütz­te uns dabei um die Mei­nung der „Crowd“ ein­zu­fan­gen.

Geschrieben von Gerald Czech

19. September 2012 um 14:15

Facebook ohne Gesichter?

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Wie das Rote Kreuz in Sozia­len Net­zen wir Face­book oder Google+weltweit auf das Schick­sal von Mil­lio­nen Ver­miss­ten und ihrer Ange­hö­ri­ger auf­merk­sam macht.

Ein lee­rer Bil­der­rah­men statt des Pro­fil­bilds erin­nert an den Welt­tag der Ver­schwun­de­nen

Wer hat es in den ver­gan­ge­nen Tagen noch nicht bemerkt. Statt eines Pro­fil­bil­des fin­det man bei sei­nen Kon­tak­ten in Face­book oder Goo­gle Plus ledig­li­ch einen lee­ren Bil­der­rah­men an des­sen Rand ein­fach „the mis­sing“ steht. „The mis­sing“ ist in die­sem Fal­le der Ver­weis auf die Kam­pa­gne des Roten Kreu­zes, das damit auf den Welt­tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August auf­merk­sam machen will.

Zum Welttag der Verschwundenen

In einer Aus­sen­dung erklärt das Öster­rei­chi­sche Roten Kreuz heu­te früh:

Welt­weit gel­ten mehr als zwei Mil­lio­nen Men­schen als ver­schwun­den. Unter „Ver­schwin­den“ ver­steht man die unbe­grün­de­te Fest­nah­me von Men­schen durch staat­li­che Orga­ne oder bewaff­ne­te Kämp­fer. „Oft wer­den die ‚Ver­schwun­de­nen’ ermor­det, in ande­ren Fäl­len an einem unbe­kann­ten Ort fest­ge­hal­ten. Jeden­falls ist die­ses Vor­ge­hen eine Men­schen­rechts­ver­let­zung“, sagt Wer­ner Kersch­baum, Gene­ral­se­kre­tär des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes. Am 30. August – dem Tag der Ver­schwun­de­nen – wird welt­weit an das Schick­sal von Men­schen erin­nert, die gegen ihren Wil­len fest­ge­hal­ten wer­den und deren Ange­hö­ri­ge im Unkla­ren über ihren Ver­bleib sind.

Eine Österreichische Idee geht um die Welt

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr konn­te das lee­re Pro­fil­bild aus­ge­hend von der Facebook-Seite des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes meh­re­re Tau­send Men­schen infor­mie­ren. Bereits damals wur­de die Idee auch inter­na­tio­nal auf­ge­grif­fen, wie ich in einem frü­he­ren Blog­post berich­tet habe. Heu­er wur­de die Kam­pa­gne – gera­de wegen des groß­ar­ti­gen vira­len Erfolgs im ver­gan­ge­nen Jahr – auch vom inter­na­tio­na­len Komi­tee vom Roten Kreuz über­nom­men und an die Rotkreuz- und Rothalb­mond­ge­sell­schaf­ten welt­weit wei­ter­ge­lei­tet, um hier mög­lichst vie­le Men­schen zu errei­chen.

Das Schwei­ze­ri­sche Rote Kreuz hat bereits mit der Akti­on begon­nen, vie­le wei­te­re Rotkreuz-Gesellschaften wer­den wer­den hof­fent­li­ch noch fol­gen.

Social Media als Erfolgsrezept für das Rote Kreuz?

Immer wie­der haben wir in den ver­gan­ge­nen Mona­ten vie­le Men­schen moti­vie­ren kön­nen, das Medi­um Face­book auch für das „digi­ta­le Cam­pai­gning“ zu ver­wen­den, ich

Dunant Myself war eine Facebook-Aktion zum Weltrotkreuz-Tag

Zum Weltrotkreuz-Tag konn­te man vor zwei Jah­ren sein Pro­fil­bild mit dem Ant­litz des Rotkreuz-Gründers Hen­ri Dun­ant ver­schö­nern.

erin­ne­re nur an die Akti­on mit der pas­sen­den Jacke zum Weltrotkreuz-Tag, die Freiwilligen-Kampagne zum Anlass des Euro­päi­schen Jahrs des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments oder die Akti­on „Dun­ant myself“ (inzwi­schen nicht mehr online). Es konn­ten mit die­sen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­jek­ten auf die­sen Kanä­len jedes mal vie­le Tau­send Men­schen erreicht wer­den, die sich auch per­sön­li­ch ein­brin­gen konn­ten, und damit gezwun­gen waren, sich mit der Mar­ke Rotes Kreuz aus­ein­an­der zu set­zen. Doch es braucht nicht nur das Sozia­le Netz­werk, gera­de die Geschich­te hin­ter einem Pro­jekt ist wich­tig, hier ist nicht nur die Krea­ti­vi­tät, son­dern auch die Authen­ti­zi­tät gefragt, davon bin ich über­zeugt.

Mehr Material zum Welttag der Verschwundenen

Geschrieben von Gerald Czech

27. August 2012 um 15:14

Rotes Kreuz 2.0: Der Weltrotkreuztag auf Facebook

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Bilder Teilen und damit die Rotkreuz-Idee digital verbreiten.

Wel­cher Facebook-Nutzer kennt das nicht: kur­ze Tex­te als Gra­fi­ken mit einem Pfeil in Rich­tung Pro­fil­bild, die erklä­ren, dass die­ser oder jener Nut­zer kei­ne Spie­le­ein­la­dun­gen mag, gera­de müde ist oder eine gewis­se Musik ver­ab­scheut.

Wir haben auf Anre­gung einer Mit­ar­bei­te­rin aus Nie­der­ös­ter­reich die­se Idee auf­ge­grif­fen und selbst Gra­fi­ken erstellt, mit denen sich jede Nut­ze­rin und jeder Nut­zer als Rotkreuz-Mitarbeiter/in, als Blutspender/in, Ersthelfer/in oder Spender/in outen kann uns somit ande­re von der wich­ti­gen Arbeit des Roten Kreu­zes infor­miert“, so Gerald Czech, Web­mas­ter des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes.

Die Kampagne auf Facebook

Ein Foto­al­bum wur­de online gestellt, in dem alle ein­zel­nen Sujets hoch­ge­la­den und kor­rekt beschrif­tet wur­den, so wie sie dann sinn­vol­ler­wei­se auf den Pin­wän­den der Nut­ze­rin­nen gese­hen wer­den sol­len.

Facebook-Fotogalerie auf www​.face​book​.com/​r​o​t​e​s​k​r​e​u​zat

Die Mecha­nik der Kam­pa­gne ist die fol­gen­de: Nut­ze­rin­nen und Nut­zer tei­len das jewei­li­ge Bild in ihrem Nach­rich­ten­stream. Dadurch kann einer­seits die Zahl der Shares in den Sta­tis­ti­ken der Facebook-Page gezählt wer­den, die Akti­on wird daher mess­bar – ande­rer­seits hat das den Vor­teil, dass alle Freun­din­nen und Freun­de eben die­ses Foto in ihrer Pin­wand sehen, so es von der Facebook-Filterbubble dort auch ange­zeigt wird. Die­se kön­nen, so das auch für sie rele­vant ist, das Foto eben­falls tei­len – das ist der vira­le Cha­rak­ter der Kam­pa­gne.

Ein Netzwerk der Hilfe

Die Akti­on soll einer­seits die Rotkreuz-Community auf Face­book noch bes­ser ver­net­zen und ande­rer­seits auch nach außen wir­ken: Durch die Selbst­zu­schrei­bung der Nut­ze­rin oder des Nut­zers als Rotkreuz-Mitarbeiter kom­mu­ni­ziert er eben dies auch außer­halb sei­ner Rotkreuz-Netzwerke. Doch auch für Unterstützer/innen und Blutspender/innen wur­den Sujets ent­wi­ckelt.

Das Gan­ze bekam schon in den Tagen vor dem 8. Mai, an dem wir den Weltrotkreuz-Tag fei­ern vira­le Dyna­mik. Bereits sechs Stun­den nach der Ver­öf­fent­li­chung auf der Rotkreuz-Facebook-Seite hat­ten wir über 1.000 Inter­ak­tio­nen gezählt“, so Czech wei­ter.

Die Dyna­mik geht durch­aus wei­ter. Gera­de in den Nachmittags- und Abend­stun­den kann man regel­rech­te Kas­ka­den an wei­te­ren Ziel­grup­pen­seg­men­ten erken­nen, die die­se Fotos tei­len.

Zumeist beginnt es bei einer oder einem Opi­ni­on­lea­der, der damit den Zugang der Infor­ma­ti­on zu einem wei­te­ren sozia­len Sub­netz eröff­net. Die­se Kno­ten­punk­te sind sozu­sa­gen ‚weak links’, wie das Gra­no­vet­ter sagt. Von die­sen Initi­al­punk­ten aus ver­brei­tet sich das Bild dann über eini­ge bis hin zu eini­gen Dut­zend wei­te­ren Per­so­nen inner­halb die­ses Sub­seg­ments“, erklärt Czech.

Best Practices 2.0

Für das Öster­rei­chi­sche Rote Kreuz ist die­se Akti­on einer­seits ein gutes Bei­spiel, wir inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on durch sozia­le Medi­en ver­bes­sert wird, kam doch die Idee selbst als Anre­gung in einer inter­nen Facebook-Gruppe der Web­ver­ant­wort­li­chen Redakteur/innen. Die Ver­wen­dung von Face­book als Kam­pa­gnen­tool schließt auch an ver­gan­ge­ne erfolg­rei­che Ver­su­che des Öster­rei­chi­schen Roten Kreu­zes an, wie bei­spiels­wei­se die Kam­pa­gne zum Welt­tag der Ver­miss­ten, oder die Facebook-Aktion zuguns­ten der Betrof­fe­nen nach dem Mon­s­un in Pakis­tan.

Zum Weltrotkeuztag

Hen­ri Dun­ant, der Rotkreuz-Gründer

Das Rote Kreuz ent­stand nach einer Idee des Schwei­zer Geschäfts­manns Hen­ry Dun­ant, der 1859 nach der Schlacht von Sol­fe­ri­no die Ver­wun­de­ten sah und ange­sichts des Lei­des der Betrof­fe­nen drei Tage und Näch­te lang mit­half, Wun­den zu ver­bin­den und Lei­den zu lin­den, um „zu trös­ten und zu ret­ten“. Beein­druckt von den Erleb­nis­sen schrieb Dun­ant 1862 das Buch „Eine Erin­ne­rung an Sol­fe­ri­no“, das er im Eigen­ver­lag dru­cken lies und an Ver­tre­ter der Herr­scher­häu­ser und rang­ho­he Mili­tärs in ganz Euro­pa ver­schick­te.

Es sei mir erlaubt“, schreibt Dun­ant gegen Ende des Buchs, als Ant­wort auf die Fra­ge, ob es wirk­li­ch not­wen­dig sei, der­ar­ti­ge Schmer­zen und das viel­fa­che Lei­den in einem Buch der­ar­tig inten­siv und anschau­li­ch zu schil­dern, „auf die­se sehr natür­li­che Fra­ge mit einer ande­ren Fra­ge zu ant­wor­ten: gibt es wäh­rend einer Zeit der Ruhe und des Frie­dens kein Mit­tel, um Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen zu grün­den, deren Ziel es sein müss­te, die Ver­wun­de­ten in Kriegs­zei­ten durch begeis­ter­te, auf­op­fern­de Frei­wil­li­ge, die für ein sol­ches Werk beson­ders geeig­net sind, pfle­gen zu las­sen?“

Aus die­ser Grund­idee grün­de­te er 1864 gemein­sam mit ande­ren Gen­fer Bür­gern das Rote Kreuz, das bis heu­te besteht. Dun­ant starb am 30. Okto­ber 1910 mit 82 Jah­ren. Noch heu­te wird am 8. Mai, dem Geburts­tag des Grün­ders Jean Hen­ry Dun­ants der Weltrotkreuz-Tag gefei­ert.

Geschrieben von Gerald Czech

7. Mai 2012 um 14:14

Welttag der Verschwundenen auf Facebook

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Heu­te am 30. August wird der Welt­tag der Ver­schwun­de­nen began­gen. Wie auf www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing hin­ge­wie­sen wird, ist der Inter­na­tio­nal Day of the Disap­peared – also der Inter­na­tio­na­le Tag der Ver­schwun­de­nen (oder auch Welt­tag der Ver­schwun­de­nen) ist ein jähr­li­ch Ende August began­ge­ner Gedenk­tag, der an das Schick­sal von Men­schen erin­nern soll, die gegen ihren Wil­len an einem Auf­ent­halts­ort und unter Bedin­gun­gen fest­ge­hal­ten wer­den, die ihren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen nicht bekannt sind.

Um einer­seits die­sen Tag bekannt zu machen und ande­rer­seits die umfang­rei­chen Tätig­kei­ten des Rotkreuz.Suchdienstes bekann­ter zu machen, haben wir ver­sucht, den Welt­tag für eine Facebook-Aktion zu nut­zen.

Lee­rer Bil­der­rah­men als Facebook-Profilfoto zum Welt­tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August

Bereits ver­gan­ge­ne Woche haben wir via Facebook-Profilauf­ge­ru­fen, die Pro­fil­bil­der gegen einen lee­ren Bil­der­rah­men zu tau­schen, um auf die Ver­schwun­de­nen auf­merk­sam zu machen.

Inter­na­tio­na­ler Tag der Ver­schwun­de­nen am 30. August. Wir rufen auf, das eige­ne Pro­fil­bild gegen die­sen lee­ren Bil­der­rah­men zu ver­än­dern. Alle Infor­ma­tio­nen zum Welt­tag der Ver­schwun­de­nen: www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing


We call on ever­y­bo­dy in sup­port of the affec­ted peop­le to chan­ge the per­so­nal pro­fi­le pic­tu­re to “the mis­sing” pic­tu­re – an empty pic­tu­re frame – a sym­bol for the mil­li­ons of per­sons who have disap­peared. Plea­se share the link www​.rotes​kreuz​.at/​m​i​s​s​ing – or your Natio­nal Socie­ties own RFL web­site – whe­re you and your Face­book fri­en­ds can find all rele­vant infor­ma­ti­on on the Inter­na­tio­nal Day of the Disap­peared.

Vie­le Per­so­nen, Fans und Freun­de des Roten Kreu­zes haben das auch bis heu­te gemacht. Eine Pres­se­aus­sen­dung ver­gan­ge­nen Frei­tag hat das The­ma Welt­tag der Ver­schwun­de­nen auf­ge­grif­fen und unter ande­rem eben­falls auf die Facebook-Kampagne zum Pro­fil­bild­wech­sel zu einem lee­ren Bil­der­rah­men berich­tet. Auch unse­re Ober­ös­ter­rei­chi­schen Kol­le­gen haben das The­ma auf­ge­grif­fen und ihre Medi­en infor­miert, ein Inter­view des Rotkreuz-Webmasters mit Life­Ra­dio war die Fol­ge.

Wir haben auch im Öster­rei­chi­schen Rotkreuz-Webportal erklärt, wie wir die Akti­on mit dem Pro­fil­bild umset­zen wol­len – unter ande­rem steht dort ein JPG zum Down­load bereit.

Heu­te früh hat auch das Inter­na­tio­na­le Komi­tee vom Roten Kreuz (IKRK) auf sei­ner Facebook-Page unser Bild ver­öf­fent­licht und zum Tau­schen des Pro­fil­bilds auf­ge­ru­fen.

In war, many peop­le go mis­sing, cau­sing angu­ish for their fami­lies and fri­en­ds. On the Day of the Disap­peared, we’re remin­ding peop­le that hund­reds of thou­sands of fami­lies are still unawa­re of the fate of their loved ones. Our fri­en­ds at the Öster­rei­chi­sches Rotes Kreuz are encou­ra­ging their fans to chan­ge their pro­fi­le pic today, and we’re doing the same! (Down­load the pic: http://​goo​.gl/​Q​O​dWt)


En la guer­ra se pier­de el rastro de muchas per­so­nas, lo cual cau­sa angus­tia a sus fami­li­as y ami­gos. En el Día de los Desa­pa­re­ci­dos, recor­d­a­mos que cien­tos de miles de fami­li­as aún des­co­no­cen el para­de­ro de sus seres que­ri­dos. Nue­stros ami­gos de la Cruz Roja Aus­tria­ca están invitan­do a sus sim­pa­tiz­an­tes a cam­bi­ar su foto de per­fil el día de hoy, y noso­tros nos hemos uni­do à la pro­pu­esta. Para des­car­gar la imagen: http://​goo​.gl/​Q​O​dWt. Salu­dos! Gaby / CICR – Bue­n­os Aires

Wir hof­fen, dass wir damit errei­chen konn­ten, dass die Auf­merk­sam­keit ein Wenig auf die­sen Welt­tag der Ver­miss­ten gelenkt wer­den konn­te, eini­ge Hun­dert Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer konn­ten wir – welt­weit – in jedem Fal­le moti­vie­ren, das Pro­fil­bild zu ver­än­dern.

Geschrieben von Gerald Czech

30. August 2011 um 14:45

www​.frei​wil​lig​.at: Freiwilliges Engagement sichtbar machen!

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Um den Wert frei­wil­li­gen Enga­ge­ment ins­ge­samt zu stär­ken haben wir uns im Vor­feld des Euro­päi­schen Jahrs der Frei­wil­lig­keit gemein­sam mit der Kro­nen­zei­tung ent­schlos­sen, die Social-Media-Plattform Face­book zu nut­zen, um Frei­wil­li­ge vor den Vor­hang zu holen.

Auf http://​apps​.face​book​.com/​f​r​e​i​w​i​l​l​ig/ kann man sein eige­nes frei­wil­li­ges Enga­ge­ment bekannt­ge­ben und auch kon­kre­te frei­wil­li­ge Tätig­kei­ten ange­ben, die man durch­führt. Dadurch wird das eige­ne Enga­ge­ment im Freundes- und Bekann­ten­kreis (und dar­über hin­aus) bekannt­ge­macht. Wir erhof­fen uns durch die­se Akti­on eine Ver­bes­se­rung des Images des frei­wil­li­gen Enga­ge­ment ins­ge­samt in den sehr jun­gen Ziel­grup­pen auf Face­book und möch­ten auch die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter Eurer Landes-, Bezirks- und Orts­or­ga­ni­sa­tio­nen ein­la­den, ihr eige­nes Enga­ge­ment zu zei­gen und öffent­li­ch zu machen.

Die Facebook-Applikation wur­de von der Wie­ner Agen­tur Yacke­ty YAK erstellt und ist am Tag der Frei­wil­li­gen online gegan­gen.

In den ers­ten zwei Wochen seit dem die Appli­ka­ti­on online ist, haben wir bereits mehr als 1.200 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer aus vie­len ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­tio­nen, Ten­denz wei­ter stei­gend!

Geschrieben von Gerald Czech

15. Dezember 2010 um 14:50