Evaluierung des RE-ACTA Demonstrators im Feldtest

Am Freitag, den 13. Februar 2015 war es endlich soweit und der RE-ACTA Prozess sowie die Proof-of-Concept Anwendungen konnten in einem Feldtest mit ausgewählten TeilnehmerInnen des Team Österreich, der ÖRK Landesverbände Niederösterreich und Wien mit Jugendorganisationen sowie der Projektpartner erprobt werden.

Um die Evaluierung so realitätsnah wie möglich zu gestalten wurde das Katastrophenhilfezentrum des Österreichischen Roten Kreuz in Inzersdorf als Standort für die Einsatzzentrale ausgewählt und ein Spielplan rund um diese Örtlichkeiten entwickelt. Dieser Plan beschreibt die Bewältigung eines fiktiven Erdbebens im südlichen Wiener Becken, wobei die Lage vor Ort ungeklärt ist und der RE-ACTA Ansatz zur schnellen Erstellung eines Lagebilds sowie für die Ableitung von Vorgehensweisen für die Koordination verwendet wird.

Am Tag der Evaluierung erhielten alle TeilnehmerInnen eine kurze Einführung in das Projekt und die Ziele sowie den geplanten Ablauf des Feldtests, wobei der Spielplan nicht erläutert wurde, um die Freiwilligen nicht zu beeinflussen.

Vorstellung des RE-ACTA Projekts und des Ablaufs des Feldtests

Vorstellung des RE-ACTA Projekts und des Ablaufs des Feldtests

In drei Gruppen in die fiktive Katastrophe

Nun wurden drei Gruppen gebildet und jede Person mit einem Smartphone oder Tablet mit der installierten RE-ACTA App ausgerüstet und die Startpunkte in der Umgebung zugewiesen. Die jeweiligen Teams wurden auch von Beobachtern aus den Reihen der Projektpartner begleitet, um das Verhalten und eventuelle Probleme mit der Anwendung zu dokumentieren ohne jedoch aktiv Hilfestellungen anzubieten.

Durchführung der Aufgaben direkt vor Ort durch die RE-ACTA Freiwilligen

Durchführung der Aufgaben direkt vor Ort durch die RE-ACTA Freiwilligen

 

Währenddessen erhielten die drei ausgewählten Koordinatoren eine Übersicht über die Bedienung und Funktionalität der RE-ACTA Webanwendung CTA. Um zusätzlich zum Prozessfeedback auch Usability-Verbesserungen feststellen zu können, wurde nicht der gesamte Prozess durchexerziert, sondern die entwickelten Bestandteile nur grob vorgestellt und die dahinterliegende Funktionalität sowie der abgebildete Workflow kurz angedeutet.

Einführung in das Crowd Tasking Management Tool (CTA) für die Koordinatoren

Einführung in das Crowd Tasking Management Tool (CTA) für die Koordinatoren

Erfahrene Einsatzmanager planen die Tasks

Nun wurde auch der vorher definierte Spielplan den Koordinatoren übergeben, wodurch sie sich nun mit der konkreten Situation befassen und den RE-ACTA Prototypen in live verwenden konnten. Nach einer kurzen Orientierungsphase in der Software wurden dann die vergebenen Ereignisse erstellt, alle relevanten Freiwilligen ausgewählt und die Aufgaben für die Einholung der benötigten Informationen vor Ort in CTA angelegt und den Freiwilligen zugewiesen.

Praktische Umsetzung des Spielplans in CTA und Beobachtung der Lage auf den mobilen Endgeräten

Praktische Umsetzung des Spielplans in CTA und Beobachtung der Lage auf den mobilen Endgeräten

Der abnehmende Detaillierungsgrad des Spielplans sorgte dafür, dass sich die Koordinatoren, je nach Fortschritt, immer stärker mit der effizienten Definition und Artikulierung der Aufgaben sowie Rückmeldeoptionen beschäftigen mussten, um die benötigten Informationen auch passend zu erhalten. Dieser Lernprozess beantwortet, zuzüglich zum RE-ACTA Prozess, weitere wichtige Fragestellungen in Bezug auf die Akzeptanz und Usability des Gesamtsystems. Um später jeden dieser Schritte nachvollziehen zu können, wurden alle durchgeführten Tätigkeiten von Mitarbeitern beobachtet, in CTA und EVA auf mobilen Endgeräten mitverfolgt sowie zusätzlich auf Video festgehalten.

Digitale Aufarbeitung des Lagebilds erfolgt live

Um nicht nur die Aufgaben zu administrieren, sondern auch direkt auf das Feedback der Freiwilligen vor Ort reagieren zu können, wurden die empfangenen Informationen im EVA Lagebild gemeinsam evaluiert und die erhaltenen Reaktionen sowie die Qualität der retournierten Daten diskutiert.

Diskussion des Lagebilds mit den visualisierten Antworten der Freiwilligen im Evaluierungstool (EVA)

Diskussion des Lagebilds mit den visualisierten Antworten der Freiwilligen im Evaluierungstool (EVA)

Durch diese Diskussionen und weitere Feedbackrunden konnten bereits direkt während der Evaluierung viele nützliche Verbesserungsvorschläge und Erweiterungen aufgezeigt werden, welche in die zukünftige Umsetzung einer Anwendung für den produktiven Einsatz auf jeden Fall angedacht werden sollten. Diese Kommentare werden zusammen mit dem Videomaterial und Interviews nochmals aufgearbeitet und strukturiert in den Ergebnissen des Arbeitspakets 5 dargestellt.

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