Selection der Best Practices

von Dr. Sonja Kabicher-Fuchs

Selektion durch Auswahlkriterien

Wie bereits im Recherche-Beitrag beschrieben, wurden eine grobe Recherche zur Identifizierung von Good Practices hinsichtlich der Verwendung von Sozialen Medien durchgeführt. Diese Recherche führte zu einer Long List, die in Summe 174 identifizierte Good Practices umfasste und die sowohl Services und Tools (z.B. Apps, Blogging und Microblogging Services, Collaborating Knowledge Sharing Services, Communication Services, Content Management Tools, Content Sharing Tools, Digital Volunteer Tools, Personensuche Services, Social Networking Tools), Hardware, (theoretische) Modelle und Frameworks, andere Projekte, als auch Best Practices in Form von Leitfäden beinhaltete.

Das Ziel war, die Vielzahl an Good Practices anhand eines 2-stufigen Auswahlverfahrens zu einer handhabbaren und für die Projektziele relevante Menge an Good Practices zu filtern. Das 2-stufige Auswahlverfahren ist in der Abbildung  dargestellt.

Der Selektionsprozess als zweistufiges Verfahren Der Selektionsprozess als zweistufiges Verfahren

 

Die in der Long List enthaltenen Good Practices wurden in einer Form aufbereitet, die es den Experten des Österreichischen Kreuzes (Projektpartner ÖRK) ermöglichte, eine informierte Entscheidung über jedes Good Practice zu treffen. Die Aufbereitung der Good Practices beinhaltete die folgenden Punkte:

  • Bezeichnung des Good Practices
  • Kurze Erklärung des Good Practices
  • Kategorisierung des Good Practices (Kategorien waren: App, Best Practice, Blogging und Microblogging, Collaborating Knowledge Sharing Social Media, Communication, Content Management, Content Sharing, Digital Volunteers, Hardware, Model/Framework, Others, Personensuche, Projekt, Social Networking; vgl. Quelle)
  • Hinweis auf Spezialisierung hinsichtlich Krisen und Katastrophen: ja, nein
  • URL zum Good Practice, falls vorhanden

Erste Stufe: kriteriengeleitetes Ranking

Zwei ÖRK Experten selektierten die Long List im ersten Schritt unabhängig von einander. Im zweiten Schritt wurden die beiden Listen zusammengeführt. Dabei wurden jene Good Practices, die unterschiedlich selektiert wurden (hinsichtlich der Frage ob das Good Practice in die Medium List aufgenommen werden soll, und damit in die engere Auswahl kommen soll) besprochen. Innerhalb dieses Austausches wurde eine gemeinsame Entscheidung für jedes unterschiedlich selektierte Good Practice getroffen.

Basierend auf der aufbereiteten Long List wurde anhand der folgenden Kriterien eine Auswahl durch zwei Experten des ÖRK getroffen:

  1. In TÖ Plattform und/oder Krisen & Katastrophen Prozess
  2. Ein ähnliches oder dasselbe Good Practice ist bereits in der Team Österreich Plattform bzw. im Krisen & Katastrophen Prozess enthalten

  3. Technisch umsetzbar:
  4. Das Good Practice ist technisch umsetzbar heißt, es sind die notwendigen technischen Fähigkeiten/Skills, Ressourcen und die technische Infrastruktur für eine technische Umsetzung des Dienstes gegeben. Kompatibilität und Schnittstellen zu bereits verwendeten Systemen ist ebenso gegeben.

  5. Strukturell/Im Prozess umsetzbar:
  6. Das Good Practice erfordert keine strukturellen Anpassungen bzw. erfordert strukturelle Anpassungen/Anpassungen im K&K Prozess, die leicht umsetzbar sind.

  7. Für Krisen & Katastrophen Einsätze in Österreich relevant:
  8. Das Good Practice ist für Krisen und Katastrophen in Österreich wichtig.

  9. Wichtig für die Team Österreich Krisen & Katastrophen Prozessoptimierung:
  10. Der Dienst/Best Practice ist für die Optimierung des Krisen-und Katastrophen Prozesses von Team Österreich wichtig.

Die Auswahl hinsichtlich welche Good Practices in die Medium List aufgenommen werden sollen erfolgte in der Long List durch das Ankreuzen der Zellen „JA“, „NEIN“, oder „WEISS NICHT“ (Soll das Good Practice in die Medium List aufgenommen werden, und damit in die engere Auswahl kommen?).

Zweite Stufe: Expertenworkshop

Das Selektionsverfahren 2 beinhaltete einen halbtätigen Expertenworkshop zur: (a) Formulierung von Anforderungen an den Krisen & Katastrophen Prozess sowie (b) Finalisierung der Medium List, und (c) Finalisierung der Short List.

Die resultierenden Good Practices der Short List wurden in weiterer Folge in der Fokusgruppe der TÖ Administratoren vorgestellt.

Der Expertenworkshop fand am 18. Februar 2014 von 10:00-14:00 Uhr bei INSET statt. Zwei Experten des ÖRK (selbe Personen, die bereits zu Beginn des Selektionsverfahrens, also ab der Long List, in den Prozess eingebunden waren), sowie 2 Moderatoren von INSET.

Die Ziele des Expertenworkshops waren:

  • Formulierung von konkreten Anforderungen hinsichtlich der Verbesserung und Erweiterung des Krisen & Katastrophen Prozesses
  • Finalisierung der Medium List: Entscheidung der mit „Weiß Nicht“ markierten Good Practices. Um eine informierte Basis für die Entscheidung zu schaffen wurden die 35 Good Practices im Voraus aufbereitet (in Form von ppt Folien mit Erklärungen, Videolinks und Screenshots).

Ergebnisse des Selektionsprozesses

Der Expertenworkshop diente als Selektionsverfahren 2 und diente der Bearbeitung der in Kapitel 5.1 beschriebenen Medium Liste. Auf Basis der Medium-Liste von Good Practices wurden die finalen 11 Good Practices nach vordefinierten Kriterien und begründet ausgewählten. Die 11 Good Practices sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.

Good Practice Begründung der Selektion
Team Österreich Best Practice von Österreich
National Preparedness Community Inhalte, wie z.B. Preparedness Ressources, Communities of Practice, Events und Ankündigungen
Standby Task Force Micro Volunteering und digitale Abwicklung der Aktivitäten
Sahana Disaster Management System Backend: Abbildung auf Maps und Abbildung von Ressourcen
Ushahidi Backend: Abbildung auf Maps und Abbildung von Ressourcen; Umgang mit Abbildungen von eingelangten Informationen via SMS, Twitter, etc.
Crowdmap Abbildung von Informationen in der Map
EpiCollect Umsetzung in der Gestalt von Projekten
Instagram Weg des Fotos, wie wird das Foto mit der App verarbeitet
Tumblr Aufbereitung von Inhalten als Microblog
Volunteer App Micro Volunteering, digital volunteering und Informationsverarbeitung
Earthquake App Tipps vor, während und nach dem Erdbeben, Aufbereitung der Informationen in der App

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