RE-ACTA Prozesse verstehen

von Miodrag Sajatovic

Das Arbeitspaket AP3 Prozesskonzipierung wurde abgeschlossen und liefert eine validierte Beschreibung der Freiwilligen-Management und Crowd-Tasking Prozesse, passend zum Bedarf des Katastrophenschutz­managements in Österreich und zu den spezifischen Anforderungen des Österreichischen Roten Kreuzes. Diese Prozess­beschreibungen bauen auf den Ergebnissen des AP2 Bedarfserhebung und -analyse auf, die noch durch implizite Anforderungen aus dem Projektantrag ergänzt wurden. Die Prozessabläufe wurden mit dem potentiellen Benutzer validiert und werden im RE-ACTA Projekt als Inputs für AP4 Proof of Concept verwendet.

RE-ACTA Akteure

Um die Wirkungsweite des RE-ACTA Projektes zu erhöhen, wurden in den Prozessbeschreibungen generische RE-ACTA Akteure definiert, die nicht speziell auf Österreich und das ÖRK beschränkt sind.

Innerhalb der Einsatzorganisationen wurden mehrere Akteure identifiziert (Administrator – RSA, CT Koordinator – RK, Portal Inhalt Redakteur – RR, Einsatzleiter – RE). Dazu kommen noch Akteure aus der breiten Öffentlichkeit: Personen die sich noch nicht für RE-ACTA registriert haben – NRP, sowie passive oder aktive RE-ACTA Freiwillige (PRF/ARF). Bereits organisierte Mitglieder des Team Österreich sind keine separate RE-ACTA Entität und haben in RE-ACTA keine Sonderstellung – falls sie die RE-ACTA Applikation benutzen, werden sie den RE-ACTA Freiwilligen gleichgestellt; lediglich der Registrierungs-Prozess ist vereinfacht

Diese menschlichen Akteure interagieren mit den technischen Komponenten des RE-ACTA Systems (Bild 1):
Portal – POR, Datenwartung – DAW, Evaluierungstool – EVA, Crowd-Tasking Tool – CTA, Mobile Applikation – APP.

Bild 1: Akteure und technische Komponenten

Bild 1: Akteure und technische Komponenten

RE-ACTA Hauptprozesse

Die Anwendbarkeit der RE-ACTA Hauptprozesse (Community Building, Datenpflege, CT Management, CT Execution, Datensammlung, Reporting) ist nicht nur auf den Bedarfsträger Rotes Kreuz beschränkt, sondern betrifft auch andere Bedarfsträger im Bereich der Einsatzkräfte. Bei der Prozessentwicklung wurde sowohl auf die Bedarfsträger- und Benutzeranforderungen als auch die rechtliche Legitimität des Einsatzes eines solchen CT Tools geachtet. Juristische Fragestellungen betreffend Privacy, Datenschutz und Datenqualität, Fragen bezüglich Zielgruppenmarketing und medialem Umgang, bezüglich der Bedürfnisse der Freiwilligen an CT Tools für das Krisen- und Katastrophenmanagement, sowie auch Fragen bezüglich Benutzerfreundlichkeit und Mehrwert für BenutzerInnen, werden innerhalb des Projektes behandelt und geklärt.

Die Prozesse wurden als UML Use-Cases modelliert und können in zwei Hauptgruppen unterteilt werden. Prozesse, die auch unabhängig von einem Krisenevent erforderlich sind, um das RE-ACTA Konzept zu umzusetzen, sind im Bild 2 dargestellt.

Bild 2: Prozesse der Vorbereitungs-Phase

Bild 2: Prozesse der Vorbereitungs-Phase

Prozesse, die erst nach dem Eintreten eines neuen Krisenevents aktiviert werden, sind im Bild 3 dargestellt und können in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Setup-Prozesse für das neue Krisenevent (CTM_Event_Setup_and_Release (setup), CTM_Identifying_Target_ARFs, CTM_ARF_Activation)
  • Wiederkehrende CT Prozesse während des Events (Multiple CTM-, CTE-, DAS- und REP-Prozesse)
  • Abschluss-Prozesse nach dem Krisenevent (CTM_Event_Setup_and_Release (release), COB_Distributing_Rewards)

 

Bild 3: Prozesse der Einsatz-Phase

Bild 3: Prozesse der Einsatz-Phase

Detailliertes Prozessmodel

Neben den Prozessen selbst sind auch die Workflows zwischen den einzelnen Prozessen sowie über die einzelnen Ebenen hinweg im Projekt definiert und spezifiziert worden. Die Informationsflüsse zwischen den beteiligten Akteuren und Komponenten wurden als UML Time-Sequence Diagramme modelliert. So zeigt Bild 4 exemplarisch den Ablauf zwischen dem Freiwilligen und seiner APP bei der Bereitstellung eines Fotos.

Bild 4: Beispiel für Prozess-Darstellung in Time-Sequence Diagrammen

Bild 4: Beispiel für Prozess-Darstellung in Time-Sequence Diagrammen

Konzeptvalidierung

Die ausgearbeiteten Prozesse und Sub-Prozesse wurden zweifach mit dem repräsentativen User (Österreichisches Rotes Kreuz, ÖRK) erfolgreich validiert. Bei der ersten Validierungsrunde wurde das Gesamtkonzept geprüft, sowie Prioritäten für die Ausarbeitung der Sub-Prozesse gesetzt. Bei der zweiten Validierung wurden die Sub-Prozesse kritisch auf Basis der vorläufigen Version des AP3 Berichtes beurteilt. Die Kommentare daraus sind in die endgültige Version des AP3 Berichtes eingeflossen.

 

 

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