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Allgemein

Unsichtbare Katastrophen

In der Mongolei verenden immer wieder Millionen von Nutztieren an den Folgen extremer Wetterbedingungen. Der so genannte Dsud bringt Teilen des Landes in regelmäßigen Abständen Temperaturen um die -50° C. Rinder, Yaks, Kamele, Pferde, Ziegen und Schafe sterben qualvoll, den als Nomaden lebenden Hirtenfamilien wird die Lebensgrundlage entzogen. Und so landen tausende Menschen Jahr für Jahr in den Slums in Städten, um ihre Existenz und jahrtausende alte Traditionen beraubt.

Tausende Kilometer entfernt prassen in El Salvador immer wieder so starke Regenfälle herab, dass es zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommt. Der Regen zerstört aber nicht nur Häuser und Straßen sondern zieht auch eine bestimmte Stechmücke an, die für den Menschen gefährliche Folgen hat: das Dengue-Fieber, auch Knochenfieber genannt. In besonders schweren Fällen bricht bei den Betroffenen der Blutkreislauf zusammen und es kommt zu einem akuten Schocksyndrom mit inneren und äusseren Blutungen.

Währenddessen stehen auf der anderen Seite vom Atlantik Frauen mit ihren Kindern im Norden Burkina Fasos Schlange für Essen. Dürren lassen die Ernten immer wieder ausfallen, Unterernährung ist ein alltägliches Problem. Jedes dritte Kind ist dauerhaft mangelernährt, fast alle kennen Hunger nur allzugut.

Silent Disasters

Weniger als zehn Prozent aller Katastrophen dringen über soziale Netzwerke und Medien an die Weltöffentlichkeit, mehr als 90 Prozent finden im Verborgenen statt.  Tote, Hungernde, Obdachlose – von den meisten Schicksalen erfahren wir nie. Gerade bei Katastrophen, die immer wiederkehren, oder Kriegen, die scheinbar niemals enden, bleibt das Medieninteresse gering. Keine Berichte heißt aber keine Spendenaufrufe. Keine Aufrufe heißt kein Geld für die humanitäre Hilfe. Um auf die verheerenden Auswirkungen auf Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften aufmerksam zu machen, gibt es nun die internationale Rotkreuz-Kampagne „Silent disasters“. Weil wir Mitmenschen, die nichts als Armut kennen, nicht vergessen dürfen. Es braucht keine große Spendenkampagne  um aus einer Katatstrophe eine Katastrophe zu machen. Es braucht aber die Öffentlichkeit um zu helfen.

Discussion

One comment for “Unsichtbare Katastrophen”

  1. Ich finds schrecklich, dass es so ist wie es ist. Kann aus meinem eigenen Arbeitsalltag bestätigen, dass nur Riesenkatastrophen und Katastrophen von denen es gute Bilder gibt, in die Medien kommen. Redaktionen lassen Katastrophen unter den Tisch fallen, wenn sie keine allegmeinen Aufreger sind 🙁

    Posted by Lili | März 4, 2013, 18:38

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