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Allgemein

Shootingstar Pferdefleisch

Der „Fleischskandal“ ist Wort wörtlich in aller Munde. Der ungewollte Shootingstar seit rund einem Monat: Pferdefleisch aus Rumänien. Dieses hat es bekanntermaßen in ganz Europa in verschiedene Produkte, allen voran in Fertig- und Tiefkühlspeisen, geschafft. In Rumänien aus dem Straßenverkehr verbannt und von Bauern aus bitterer Armut verkauft, wurde tausenden Pferden am Schlachthof der Garaus gemacht. Das ist eine mögliche Erklärung für den Überschuss an Pferdefleisch, jedoch keine dafür, dass Konsumenten absichtlich angelogen werden.

Etikettenschwindel

In Österreich sind mittlerweile beinahe alle Lebensmittelhändler betroffen, – abgepacktes Rindfleisch, ja sogar traditionelle Würsteln, in die sich Pferdefleisch verirrt hat, wurde (und wird) ebenso verkauft wie Tortelloni, die mit Pferde-, anstatt wie angepriesen Rindfleisch, gefüllt sind. Sogar bis in unser liebstes Fastfood, dem Kebap, hat sich das Pferd bereits verirrt. Dass der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé mittlerweile in den Skandal verwickelt ist, zeigt das Ausmaß der vorsätzlichen Falschausweisung von Fleischprodukten – vor allem im Hinblick darauf, dass hier aus vergleichsweise günstigem Pferdefleisch im Handumdrehen teures Rind wurde.

Gedanken ums Essen

Egal um welche Art des Etikettenschwindels im Lebensmittelbereich es sich handelt: Der Konsument kommt (zumindest punktuell) ins Grübeln: Welche Zutaten landen unerwünscht noch auf meinem Teller? Hat das aufmerksame Lesen von Etiketten überhaupt einen Sinn, wenn darauf nicht die Wahrheit steht? Sollte ich meine Eigenverantwortung im Bezug auf meine Ernährung ernster nehmen und mich um Lebensmittel bemühen, deren Herkunft ich besser überblicken kann? – Sprich: frisch kaufen, selber kochen.

Auch wenn der Pferdefleischskandal von den meisten Konsumten in wenigen Wochen vergessen sein wird und wir wieder fröhlich in uns hineinstopfen, was die Regale der Lebensmittelkonzerne hergeben: Für den Moment sorgen die rumänischen Pferde dafür, dass wir bewusster kaufen – lokale Metzger profitieren bereits nachweislich davon. Andere werden in der nächsten Zeit vielleicht ganz auf Fleisch verzichten. Um dem weltweit gespannten Betrugsnetz von Konzernen und Händlern im Lebensmittelbereich das Handwerk zu legen, müssten wir einen Großteil an Produkten boykottieren und die Geldtasche weiter aufmachen. Und das auf Dauer.

 

 

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