Fehlerkultur 2.0

„Unser Chef hat gemeint, wir sollen das CIRS-Rettungsdienst nicht verwenden. Es könnten ja Mitarbeiter von anderen Rettungsorganisationen mitlesen und die sehen dann, was für Fehler wir gemacht haben.“

Ja das ist uns völlig klar, dass im CIRS-Rettungsdienst jeder mitlesen kann. Auch in anderen offenen Critical Incident Reporting Systemen kann jeder die Fehler anderer mitlesen. In einer modernen Fehlerkultur geht es nicht darum, die Fehler zu verheimlichen oder vordringlich Schuldige zu suchen. Vielmehr sollten die Fragen nach dem „Wie“ und nach dem „Was“ gestellt werden! Wie ist der Fehler passiert? Was können wir daraus lernen?

Eine gute Möglichkeit Fehler auszuschließen ist das „Trial & Error“ System. Versuch und Irrtum führen meist zum Ausschluss von Fehlern. Irgendwann, nach unzähligen Versuchen, wird sich vielleicht der gewünschte Erfolg einstellen… Vielleicht!

Gerade im Rettungsdienst und allgemein im Gesundheitswesen ist es nicht angebracht, dass jeder selbst seine Fehlerquellen finden muss. Aus diesem Grund stellen wir im CIRS-Rettungsdienst die Fragen nach dem „Wie“ und dem „Was“, analysieren die Fallberichte und versuchen Lösungen anzubieten. Und wir machen das – im Sinne einer modernen Fehlerkultur – öffentlich.

Jeder kann und soll aus diesen Fehlern lernen! Es ist unrealistisch zu glauben, dass diese Fehler anderen nicht auch passieren… Außer es gibt offene Fehlermelde- und Lernsysteme a la CIRS-Rettungsdienst, in denen bereits begangene Fehler und Beinahe-Ffehler sowie Lösungsmöglichkeiten nachgelesen werden können.

www.roteskreuz.at/cirs – Reinschauen, berichten und lernen!