Der Ruf der Natur… Ein Critical Incident oder einfach das Unvorhersehbare?

Nachdem ich den Blog mehrere Monate vernachlässigt habe und die Spam Kommentare die Zugriffszahlen bestimmen, ist es wohl an der Zeit wieder etwas zu schreiben. Was soll man machen, wenn einfach nichts Passendes an Themen um die Ecke biegt… Abwarten, richtig! Und manchmal wird man auch dafür belohnt. So auch in meinem Fall(bericht), den ich hier für den Blog passender finde, als im CIRS-Rettungsdienst (dort wird er auch nicht veröffentlicht). Beim Lesen der Fallbeschreibung, zugegebenermaßen, konnte ich mir einen Grinser nicht verkneifen. Nun gut, was ist passiert? Bei einem Rettungseinsatz in häuslicher Umgebung ereilte einen Kollegen der Ruf der Natur , weil seine Verdauung  etwas verrückt spielte. Er musste daher vor der Patientenversorgung dringend die Nebenstelle „00“ aufsuchen, während Sanitäter 2 sich um den Patienten kümmerte. Die einzige Frage die sich mir hier stellt… Critical Incident oder einfach nur unvorhersehbar? Also ich bin für das Unvorhersehbare und auch der Meinung, dass es wenig „Lernpotential“ zu diesem Fallbericht gibt. Manche Dinge sind, wie sie eben sind und sollten so auch (ohne Expertenmeinung oder Fachkommentar) akzeptiert werden! Deshalb auch mein Tipp zur Fallberichterstattung im CIRS-Rettungsdienst:

  • Vor Eingabe eines Fallberichtes –> den Sachverhalt bitte soweit prüfen, dass am Ende auch tatsächlich ein Mehrwert oder Beitrag zur Sicherheit im Rettungsdienst für eine Veröffentlichung spricht.

Und der Grund warum ich  das Geschehene hier im Blog beschreibe (ich denke doch durchaus jugendfrei), ist einerseits das Verständnis rund um Fallberichte zu verstärken, andererseits hat Vergil schon gesagt:

„Natürliche Dinge sind nicht unanständig.“

 

Nähestes oder schnellstes Einsatzmittel?

Der neueste Fallbericht im CIRS-Rettungsdienst (Fallbericht 18437) zeigt sehr gut, dass es gerade bei der Disposition von Rettungsmitteln Fehlerquellen gibt. Ist das näheste Einsatzmittel auch immer geeignet? Muss immer das schnellste Einsatzmittel disponiert werden? Dazu meint der Experte für Leitstellenarbeit in seinem Fachkommentar folgendes:

„Dementsprechend muss seitens der Leitstelle danach getrachtet werden, immer das schnellst eintreffende Rettungsmittel zu disponieren. Abweichungen sind nur dann zulässig, wenn die nächstgelegene Einheit für einen Einsatz höherer Priorität benötigt oder wenn sie zu einem Einsatz gleicher Priorität entsendet wird, wenn dadurch die Summe der Eintreffzeiten für beide Einsätze reduziert wird … „

Er geht hier davon aus, dass ein geeignetes Rettungsmittel gewählt/alarmiert wird. Dann ist grundsätzlich – zum Wohle von PatientInnen – das schnellste zu disponieren! Nicht geeignete Rettungsmittel können jedoch trotzdem als „First Responder“ , also zur Ersten Hilfe Leistung eingesetzt werden und das näheste geeignete (aber nicht schnellste) Rettungsmittel wird ebenfalls alarmiert.

Den ganzen Fallbericht findet man im CIRS-Rettungsdienst unter CIRS-Rettungsdienst Fallberichte