Schnittstelle Rettungsdienst und Krankenhaus – Es geht nur miteinander!

Einer der letzten Fallberichte im CIRS-Rettungsdienst berichtet von Problemen an der Schnittstelle Rettungsdienst und Krankenhaus. Eigentlich ein Klassiker, der in den verschiedensten Themenbereichen – von der ambulanten Kontrolle bis zur Übergabe im Schockraum – immer wieder berichtet wird. Im Konkreten Fallbeispiel wird ein präklinisch optimal versorgter Patient an das Team des Schockraums übergeben. Bei der Übergabe kommt es zu fehlerhaften und kritischen Abläufen in der Weiterversorgung. Das vorrangige Problem stellt die Übergabe einer Patientin oder eines Patienten mit dem Spineboard dar.

Jetzt bringt ihr schon wieder einen Patienten auf Brett“

Das „Brett“ wird vom Personal des Krankenhauses als unpraktisch bei der Übergabe angesehen. Es erfolgt ein Überheben ohne Spineboard und daher ohne optimale Immobilisation. Die Hintergründe und das Wissen, warum heutzutage ein Spineboard für eine Personenrettung verwendet wird, ist in diesem Fall  wohl nicht vorhanden.

Betrachtet man die Prä-Klinik und Klinik als separate unabhängige Systeme, dann ist das wechselseitige Wissen und Verständnis für die Arbeitsweise des Anderen nicht unbedingt erforderlich. Gegenwärtig sehe ich jedoch eine ineinandergreifende Versorgungskette im österreichischen Gesundheitssystem als „State of Art“ an. Das bedeutet auch, dass es zumindest an den täglichen Schnittstellen zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus ein gegenseitiges Verständnis und einen gegenseitigen Wissensaustasuch geben muss. Gemeinsame Fortbildungen bringen  noch den Vorteil einer sozialen Kontaktpflege.

Fazit für michEs geht nur miteinander! Wir alle handeln im Sinne einer hohen Qualität in der Versorgung von Patientinen und Patienten. Deshalb erfreut mich auch der aktuelle User-Kommentar zum Fallbericht.

Als Autor dieses Fallbeispieles möchte ich ergänzen, dass aufgrund der oben genannten Problematik mittlerweile Schulungen im Krankenhaus das Spineboard betreffend (in Hinblick auf die Patientenübergabe) angeregt und auch mittlerweile abgehalten wurden. Gleichermaßen wurde in diesem Zusammenhang die Arbeitsweise des RD bzw. Probleme im präklinischen Setting erläutert.Dies wurde einerseits sehr gut vom KH-Personal aufgenommen, andererseits hat dies auch zu einigen „Aha-Erlebnissen“ geführt, die Konsequenz hieraus ist, dass die Akzeptanz dem Spineboard gegenüber deutlich erhöht wurde und auch im Zuge der Übergabe als praktisches Gerät (Umlagern, Immobilisierung, „Sicherung“ des Patienten) vom KH-Personal wahrgenommen wird.Auch sind in Zukunft weitere gemeinsame Termine angedacht um die Schnittstelle Krankenhaus-Rettungsdienst zu optimieren bzw. derartige Probleme aus der Welt zu schaffen.“
So soll es sein! Diesen gemeinsamen Weg müssen wir forcieren und kontinuierlich weiter beschreiten, dann klappt’s auch mit der guten Zusammenarbeit.

Fit fürs Retten?

Vollgepackt mit vielen Sachen, die das Leben länger machen und rauf geht’s in den 5. Stock oder runter in den Staßengraben. Rettungsdienst verlangt viel körperliche Herausforderungen von den SanitäterInnen ab. Notfallrucksack, EKG, mobile Sauerstoffeinheit, Absaugeeinheit, etc. da kommen schon einige Kilos zusammen. Und irgendwann  muss die ganze Ausrüstung, mitsamt PatientIn und Trage wieder zurück in das Rettungsfahrzeug.

Das Gesetz sieht so was wie Diensttauglichkeit  vor und so sollte bei fehlender physischer Eignung, weil der Rücken schmerzt oder man gesundheitlich nicht ganz fit ist (oder eventuell auch konditionell ;)), der Dienst eigentlich nicht durchgeführt werden. Über das Gesetz hinaus sollte doch jeder so viel selbstkritisch sein und auf seinen Körper hören.

Gerade hier ist es sinnvoll etwas zu  tun, bevor es schmerzt oder körperliche Beschwerden auftreten. Einige wertvolle Ernährungstipps findet man auf der Webseite des Österreichischen Roten Kreuzes, zusammengestellt von unserer Arbeitsmedizinerin Dr. Birgit Kager. Es muss ja nicht immer die Wurstsemmel oder der Schokoriegel sein, oder?

Auch im Nachtdienst muss nicht immer der Lieferservice herhalten. Wenn es der Dienstbetrieb zulässt, dann kann man auch recht schnell und einfach selber kochen. Einige Rezepte dazu findet man auf der Webseite „Kochen im Nachtdienst“ von Jürgen Lindemann. Seht’s Euch mal an und probiert einige der Rezepte aus.

Zu Fitness und Kondition – man weiß selbst ja sehr gut, wie fit oder nicht-fit man ist – gibt es ein offenes Erfolgsgeheimnis mit 5 Buchstaben…. Ja richtig – SPORT 🙂 Und wann ist der beste Zeitpunkt damit zu beginnen? Wieder ein Wort mit 5 Buchstaben… Genau, JETZT ist der richtige Zeitpunkt, denn es gibt keinen falschen!

Und was hat das jetzt mit Fehler, CIRS oder Fehlerkultur zu tun? Diese Frage ist natürlich berechtigt…  Unser Tipp dazu:

  • Wer sich unwohl, krank fühlt oder Schmerzen hat, sollte den Dienst lieber zeitgerecht canceln. Es hilft niemandem, wenn man seine Leistung im Einsatz nicht bringen kann und dann womöglich während des Dienstes ausfällt. Es wird auch niemand böse sein, wenn deshalb einen Dienst abgesagt wird. 

Also dann viel Spaß beim Gesund ernähren und bei der Bewegung im Freien, jetzt wo es wärmer wird und bald der Frühling kommt!

CIRS-Fallberichte – Mehrwert oder Mogelpackung?

Knapp 700.000 Treffer in 0.34 Sekunden findet man auf Google zum Suchbegriff „Mogelpackung“. CIRS-Fallberichte fallen aber nicht unter die Ergebnisse. Trotzdem schleichen sich immer wieder Mogelpackungen auch unter CIRS-Fallberichte. Wie man das erkennt? Ganz einfach…

Mogelpackung nennt man eine Verpackung, die über die wirkliche Menge oder Beschaffenheit des Inhalts hinwegtäuscht.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mogelpackung)

Wikipedia beschreibt es ganz treffend! – Eine Verpackung die über die wirkliche Beschaffenheit des Inhaltes wegtäuscht. So ist es auch bei manchen CIRS-Fallberichten, denn hinter dem Aspekt eines Critical Incidents versteckt sich in Wahrheit ganz was anderes.

Was versteckt sich da? Das ist wohl die Frage, die sie sich gerade stellen oder gestellt haben. Lassen sie es mich mal so erklären…

Ein Critical Incident Reporting System ist ein System zum Melden und zur Minimierung von kritischen Abläufen, Fehlern und Beinahe-Fehlern. Es soll dadurch die Sicherheit erhöht und Gefahren sowie Risiko minimiert werden. Lernen durch Lesen von Fallberichten und Fachkommentaren ist ebenfalls Ziel eines CIRS!

Es stellt sich jedoch die Frage ob emotionale Konflikte, Unzufriedenheit mit dem Gesamtsystem, die Frage nach dem Sinn des Systems, Diskussionen zum „Gordischen Kommunikations-Knoten“ zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen, etc. hier die richtige Plattform sind? Nein, keinesfalls! Solche Diskussionen in einem CIRS sind kontraproduktiv, da ständigen Fallberichts-Mogelpackungen eher abschreckend auf die Lesemotivation wirken können.

Die Verantwortung liegt hier gleichermaßen bei beiden Seiten, dem Verfasser und dem Systembetreuer, um das CIRS als Lesewerk attraktiv zu halten und Mogelpackungen außen vor zu halten.