Comfort Rooms

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Julia Diessl is WatSan Delegate at IFRC MSM 20 ERU German / Austrian Red Cross in Dulag, Leyte, Philippines

Comfort Rooms that is the name for a toilet in the Philippines. After the typhoon most of them do not look comfortable at all. Thus in our mission we focus on construction of emergency Comfort Rooms that different families can share or that are installed at public places like schools or universities. Camote is one of the Barangays (political defined region) that is very actively participating to construct their family shared Comfort Rooms. There is no need to explain to the audience and to the victims of the devastating typhoon Haiyan, locally known as Yolanda, that hand washing is a key issue to prevent individuals against vector and water borne diseases. Thus by providing material we can easily support the community to set up elaborate hand washing facilities next to the public emergency Comfort Rooms we have constructed or rehabilitated.

Back to school

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

The 6th of January is not a public holiday in the Philippines, it leads students back to school. Here kids spend up to eight hours of the day at school, if the families currently can afford the school fees and do not need their help in their households. As one group of the population especially vulnerable to vector and water borne diseases we focused our work in the last couple of days to make sure, that proper sanitation facilities are available at the different schools. Fixing a broken door, unclogging a Comfort Room, providing a bucket with faucet and soap as hand washing facility and many other interventions. Such small things can relief the situation and ensure that students can use a secure and safe toilet as displayed on our different picture. In case of total damage of classrooms our emergency latrines provide a temporary solution. Hygiene and health promotion is a part accompanying these interventions continuously.

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

It is a pleasure to see the Red Cross movement united in the field, in my case it is the involvement of Philippine, German, Spanish and of course of my own National Society, the Austrian Red Cross.

In den letzten Tagen der Mission noch viel zu tun

unser camp

Das Camp der Rotkreuz-Katastrophenhelfer im philippinischen Ormoc.

Die Trinkwasser- und Seuchenexpertin Lidwina Dox verantwortet in Ormoc auf den Philippinen das Hygiene Trainings Programm. Gerade diese Seuchenvorsorge hilft mit, nachhaltige Katastrophenauswirkungen frühzeitig zu verhindern.

Das neue Team wir gerade von Dieter in Ormoc abgeholt und wir beginnen uns langsam von den Menschen, mit denen wir über die letzten Wochen hinweg zusammengearbeitet haben, zu verabschieden…

Hygiene Promotion Trainings als Schlüssel zum Erfolg!

two cvolunteers present dengue

Freiwillige Hygiene-Promotoren übernehmen die Schulungen. Hier wird über die Gefahren von Dengue-Fieber berichtet.

In den letzten Tagen hier ist noch viel passiert . Das Hygiene-Promotion-Training wurde erfolgreich drei Tage absolviert und es war spannend zu beobachten wie die neuen Voluntäre ihre Hygiene Aktionen im Feld umsetzten. Wenn das Team im Dorf einfährt läuten die Glocken, das Zeichen für die Dorfbewohner sich in der improvisierten Schule zu versammeln. Es kommen alle, Männer, Frauen und Kinder. Die Freiwilligen, die sich genau überlegt haben, wer wann welches Thema präsentiert, beginnen sogleich mit Ihrer Aktivität. Es wird gesungen, getanzt, Händewaschen geübt, ueber Leptospirose, Dengue Fieber und Durchfall diskutiert, Community-mapping gemacht, wie man das Essen aufbewahrt, die Reste des Dorfes/das Lebensumfeld korrekt sauberhält in einer Emergency und vieles mehr.

edwin presenting leptospirosis

Edwin ist ein Freiwilliger, der es versteht, die Menge in seinen Bann zu ziehen. Hier spricht er über Leptospirose, eine Infektionskrankheit.

Am Ende der Aktionen sind die Dorfbewohner guter Dinge, einige gehen sogar mit hangeschriebenen Notizen nach Hause  – und die Voluntäre sind glücklich ueber die gelungenen Präsentation.

Vor allem Edwin ist ein Menschenmagnet, er hat die Fähigkeit die Mensche in diesen Community-sessions in seinen Bann zu ziehen, sie zum Lachen, Mitmachen und Zuhören zu motivieren wie kaum ein anderer. Es ist ein Schauspiel der besonderen Art und ich freue mich sehr noch Zeuge von diesen Momenten sein zu dürfen, bevor ich abfahre.

Plakate informieren die Kinder in Schulen

Unsere Plakate in der lokalen Sprache bleiben in den Schulen, und sind daher für Kinder und die anderen Dorfbewohner immer verfügbar.  Zu den Plakaten sei übrigens noch zu sagen, dass das Philippinische Rote Kreuz von ihnen begeistert ist und noch weitere zum Druck in Auftrag geben wird.

entwickeln von dne plakaten in warai sprache

Plakate informieren nachhaltig, wie man sich richtig verhält. Diese werden in der lokalen Warai-Sprache erstellt.

Wahrend Stefan und Thorsten weiterhin Latrinen bauen, wir unsere Aktionen durchführen und das Sprühen fuer die Vektorkontrolle vorbereitet wird sind die Menschen weiterhin fleißig dabei, ihre Häuser immer weiter aufzubauen, die Umgebung vom Unrat weiterhin zu befreien, die elektrischen Leitungen zu reparieren, die Wasserversorgung wieder aufzubauen …

Der tägliche Fortschritt wird von uns immer mit Bewunderung beobachtet.

Der Abschied ist nah.

Morgen Dienstag werden wir noch ein Abschlussfest bei uns haben. Das lokale Team vom Philippinischen Roten Kreuz, das alte und das neue MSM20 Team- alle werden daran teilnehmen. Wir  freuen uns schon alle darauf. Wir werden lokales Essen kochen, Gemüse, Huhn und Reis – all das was es am Markt seit einiger Zeit wieder gibt.  Am Mittwoch schliesslich reisen wir mit dem Boot zurück nach Cebu und von dort brechen wir in alle Himmelsrichtungen zertreut  zu unseren Weihnachtsdestinationen auf…

Fröhliche Weihnachten!

Am Geisterplanet

Lidwina Dox ist Hygiene-Promotion Expertin und Delegierte in einer Deutsch-Österreichischen Mass Sanitation management-ERU auf den Philippinen.

Letzten Donnerstag wurde spontan entschieden, dass ich mit Georg Ecker und Thorsten nach Takloban fahren sollte. Thorsten und ich sollten quasi die Vorhut bilden und alles für das Team vorbereiten, die anderen sollten in Cebu bleiben und sich um unser Equipment kümmern. Bevor wir losstarteten, bekamen wir ein Briefing. Die Schlüsselnachrichten waren, dass man in drei Wochen möglicherweise mit einem weiteren Taifun rechnen müsse, es am Anfang Plünderungen gab und die Gefangenen zweier Gefängnisse bei der Katastrophe verschwunden und natürlich freiwillig nicht wieder aufgetaucht sind. Sonst sei alles soweit okay…

Wir hatten eine wirklich schöne und friedliche Reise mit dem Boot über Nacht! Kein Seegang eine leichte Brise, wie angenehm nach der Hitze. Es war noch Nacht als wir auf Leyte ankamen. Wir schlichteten uns ins Auto zwischen Gepäck, Wasser und Zarges-Boxen und versuchten eine Runde zu schlafen während die Grillen zirpten, die Hähne krähten und ein Motor leise im Hintergrund brummte. Als es dämmerte wars mit der Idylle schlagartig vorbei – um uns herum das pure Chaos. Wir schlugen uns in Richtung Takloban durch und umso näher wir der Stadt kamen desto schlimmer wurden die Zustände. “Ghostplanet” – ich wurde den Begriff in meinen Gedanken nicht mehr los. Fast alle Bäume lagen kreuz und quer, entwurzelt oder in der Mitte abgebrochen am Boden oder auf den Häusern, Lastwagen und Autos befanden sich wild umgedreht wo sie nicht hinghörten und die Häuser waren entweder ein Haufen undefinierbares Gerümpel oder schwer beschädigt. Am Straßenrand standen Schilder, die immer die gleich Worte beinhalteten: We need food and water!

Die Zerstörungen auf den Philippinen sind enorm. Bild: IKRK ( ICRC / Olivier Matthys)

Wie am Geisterplanet: die Zerstörungen auf den Philippinen sind enorm. Bild: IKRK ( ICRC / Olivier Matthys)

Die meisten Menschen hatten alles verloren und viele von ihnen sind von der Insel geflüchtet oder sind  in Evakuierungszentren untergeschlüpft. Wir nisteten uns im Leyte Parkhotel ein, angeblich einmal ein Nobelschuppen, jetzt ein Camp für viele die hierher kamen um zu helfen. Neben Werner sind auch noch das Rote Kreuz, ACF, Unicef…da. Vom Hotelfeeling war nichts geblieben. Mäuse in den Zimmern, kein Strom, kein Wasser, kein Essen, überall nur Zelte und Menschen. Von hier aus bereiteten wir die Ankunft der anderen vor. Die Tage waren  wirklich anstrengend.

 

Heute sind sie gekommen, das restliche Team und unser Equipment. Wir  begannen am Dorfplatz Dulags  die LKWs abzuladen, und unser Camp aufzubauen. Das halbe Dorf half mit. Während geschleppt und gebaut wurde schüttete es oder war unglaublich heiß, in der halb zerstörten Kirche probte ein Chor und herrliche Klänge drangen zu uns herüber, am Dorfplatz wurde gesägt und gefegt, Kinder machen Musik mit den leeren Plastikflaschen und ein medizinisches Notfallteam versorgte die Menschen… am Ende des Tages waren die Lastwagen  schon längst abgeräumt und unser Camp soweit aufgebaut, dass das Team dort  heute schon die erste Nacht übernachten kann…

Wirklich schwierige Zustände

IMG_1271_1Unsere Expertin für Hygiene und Seuchenbekämpfung Lidwina Dox bloggt aus den Philippinischen Katastrophengebieten.

Wir sind vor zwei Tagen in Cebu gelandet. Stefan, Bianca und ich sind mit dem Linienflugzeug hierher geflogen, Dieter und Thorsten mitsamt unserem ganzen Equipment, mit der Transportmaschine via Saudi Arabien. Wir wohnen im Hotel Andy, mit all den anderen internationalen Rotkreuz-Helfern.  Die anwesenden FACT-Leute (=Field Assesment and Coordination Team, also Schnelleinheiten zur Lageklärung und Hilfskoordination) haben uns einen Überblick über die Lage verschafft. Vor allem Georg Ecker (unser ÖRK-Kollege im FACT-Team) kümmert sich um uns, er ist unsere WatSan Ansprechperson.

Die Rotkreuz-Hilfe auf den Philippinen. Standorte der Hilfskräfte aus Österreich.

Es hat sich herausgestellt, dass in einigen betroffenen Gebieten noch keine Hilfe geleistet werden konnte, obwohl rund um die  Uhr gearbeitet wird. Wir wissen, dass über 100 internationale Rotkreuzarbeiter (davon 13 ERUs – Emergency Response Units, also Schnelleinsatzgruppen) und 5.000 philippinische Rotkreuz-Mitabeiter vor Ort rund um die Uhr im Einsatz sind um Herr der Lage zu werden. Insgesamt engagieren sich auf den Philippinen 500.000 Personen für das Rote Kreuz! Ausserdem sind noch andere Organisationen vor Ort, wer genau weiss ich noch nicht, da ich momentan in Cebu bin, wo wir unsere Weiterreise intensiv vorbereiten.

Von hier aus wird koordiniert und die Helfer in alle Richtungen gesandt. Es werden Hilfsgüter verteilt, Erste Hilfe geleistet, aufbereitetes Wasser verteilt, Familien wieder zusammengeführt und vieles mehr.   Es wurde entschieden, dass wir nach Takloban geschickt werden. Etwas südlich davon wird unsere Einheit (MSM20, das heißt Mass Sanitation Management also Hygiene und Seuchenbekämpfung für bis zu 20.00 Personen) zum Einsatz kommen und mit den Spaniern kooperieren, die dort mit einer M15 (Wasseraufbereitungsanlage für 15.000 Personen) stationiert sind. Auch Werner unser Kollege, der mit den Schweden im Team ist, ist dort vor Ort. Unsere Kollegen in Tacloban berichten, dass die Stadt in einem schrecklichen Zustand sein muss, schlimmer als die Bilder in den Medien vermitteln können. Sogar die hartgesotten langjährigen Kollegen, sprechen von wirklich schwierigen Zuständen. Es scheint dort der Supergau stattgefunden zu haben. Diese Stadt war nicht nur dem Taifun sondern auch den Tsunamis (?) ausgesetzt.   Ein Grossteil der Ostküste der Insel Leyte scheint das selbe Schicksal erlebt zu haben. Sobald wie möglich werden wir von Cebu losstarten um die Betroffenen Menschen  vor Ort  zu unterstützen. Wir sitzen wie auf Ameisen, den es zählt jeder Tag.

 

Unterstützen Sie die Hilfe nach dem Taifun durch Ihre Spende!

Ein Anruf, und du bist weg!

Zusammengefasst und geschrieben von Sonja Kuba nach einem Telefongespräch mit unserem Delegierten Georg Ecker auf den Philippinen:

Ecker GeorgVor 10 Tagen brach über die Philippinen der Taifun „Haiyan“ herein und verwandelte unzählige Regionen des Landes in ein Katastrophengebiet. Mit mehr als 300 Stundenkilometern fegte er die Normalität hinweg und brachte Chaos und Zerstörung über das Land. Laut den aktuellen Zahlen spricht man von rund 13 Millionen Betroffenen, darunter auch 5,4 Millionen Kinder die im Krisengebiet versuchen zu überleben.

Ein Anruf am Samstag mit der Vorwarnung und am Montag ging schon der Flieger in Richtung Manila. Dort angekommen ging es in erster Linie darum, sich zu den betroffenen Regionen vorzuarbeiten um dort zu helfen.

In einer jener Regionen die am schwersten vom Taifun betroffen sind, zeigte sich mir ein ganz neues Maß an Verwüstung.  Der Korridor der Zerstörung ist so groß, dass es nicht möglich ist ihn mit dem Auto abzufahren.

RS10699_p-PHL1183-lprBesonders unwirklich ist es wenn man zuerst durch den Süden fährt, wo Regionen fast gar nicht betroffen sind und man kaum vermuten würde, dass hier noch vor wenigen Tagen ein Taifun getobt hat. Einige Kilometer nördlicher zeigt sich ein ganz anderes Bild. Kaum ein Haus steht noch, Palmen sind umgeknickt und Bäume liegen quer über den Straßen. Wo zuvor Wohnsiedlungen waren, liegt nur noch Holzschutt.

Tausende Menschen haben einfach alles verloren und kämpfen ums Überleben. Vor Shops insbesondere vor Transfer-Shops, wo Geld aus dem Ausland überwiesen wird, bilden sich Schlangen mit bis zu 100 Personen. Dass den Menschen das Geld ausgeht merkt man besonders daran, dass sie ihr vor ein paar Tagen noch in letzter Sekunde gerettetes Hab und Gut verkaufen um an Geld zu kommen. Besonders wichtig sind Nahrungsmittel sowie natürlich Wasser! Für uns geht es jetzt auch vor allem darum so viele Sanitäranalgen wie möglich zu errichten, um das Ausbreiten von Seuchen zu verhindern.

RS10710_Pourflush2Wir verteilen Planen, Werkzeug und Material damit die Menschen Notunterkünfte errichten und Häuser repariert werden können.  Das Schlimmste ist sicherlich, dass die meisten Menschen durch den Taifun ihre Arbeit verloren haben, kein Geld verdienen und ihnen daher jegliche Lebensgrundlage fehlt. Gerade hier versuchen wir zu helfen um die Menschen darin zu unterstützen möglichst schnell wieder zu ihrem Leben zurückzukehren und damit wieder Normalität einkehren kann.

Eines zeigt sich allerdings bereits jetzt ganz klar, wir werden noch lange Zeit vor Ort helfen müssen…

Helfen Sie mit zu helfen! 

Besucher, Abbau und Heimreise, Tag 4 und Tag 5 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

24. und 25. Mai 2012

Nach unserem erfolgreichen Umzug, warteten wir am 4. Tag im „neuen“ Einsatzgebiet auf die Delegationen und Besucher. Fast pünktlich wurden sie dann auch mit einem Reisebus in das Übungsgebiet gebracht und besuchten auch die Trinkwasseraufbereitung.

TWA 4

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Was uns so interessant machte wahr wohl der Umstand, dass wir ein multinationales Rotkreuz-Team waren. Etwas, das im Kontext des Zivilschutzmechanismus wohl noch nicht bekannt und alltäglich war. Nach rund 20 Minuten war die Show vorbei und die Besucher wieder verschwunden.

THW Boot

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Ein Zuckerl für uns, bevor wir alles abbauten, war die Vorführung des THW.  Ein THW Boot wurde mit einem Super-Puma Helikopter in den See gehoben. Man sieht nicht jeden Tag fliegende Boote :)! Nach der Show war zusammenpacken angesagt.  Die Anlage, der Tank und das Zelt war rasch verpackt und auf den LKW verladen. Anschließend ging es zurück in das Base Camp zur offiziellen „Closing Ceremony“ und zur Übergabe der Urkunden.

Zum Abschluss gab es am Abend ein nette Grillerei mit kroatischen Spezialitäten und letzte Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Teams. Ein gelungener Abend als Ausklang für eine nette Übung (mit Verbesserungspotential)! Am 5. Tag und nach Abbau des Rotkreuz-Camps ging es dann 4 Stunden über die Autobahn zurück nach Österreich, zurück in den Alltag.

Zum Abschluss möchte ich Euch etwas nicht vorenthalten! Den Emergen(c)y Alert, also die Notfall-Alarmanlage im Camp. Was es ist, kann man selbst erkennen 🙂 🙂 (Wenn nicht, Stichwort Schubkarre/Scheibtruhe, etwas zweckentfremdet)! Es gab noch eine Metallstange als Alarmgeber dazu. Und es hat funktioniert…

Alarmanlage

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Wasseraufbereitung, Tag 2 und Tag 3 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

22. und 23. Mai 2012

Morgens nach dem Frühstück brachen wir in das Übungsgelände auf. Unser Ziel für den 2. und 3. Tag war das Errichten der Trinkwasseraufbereitungsanlage und die Produktion von Trinkwasser für das fiktive Katastrophengebiet. Verwendet wurden dafür die beiden Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA 4 und TWA 6) unserer kroatischen Kollegen/innen.

Zeltaufbau

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Für realistische Übungsbedingungen sorgte auch das Wetter, da es bereits in der Nacht geregnet hatte und auch tagsüber keine Besserung in Sicht war. Die Zufahrtswege und das Gelände verwandelte sich zunehmend in Schlamm und Morast. Aus diesem Grund wurden zuerst die Zelte aufgestellt, um die restlichen Materialien vor dem Wetter schützen zu können. Anschließend wurden beide Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Tanks aufgestellt. Am Nachmittag konnte dann bereits mit beiden Anlagen Trinkwasser produziert werden. Die mitgeführten Tanks (1x 1.000l, 1 x 5.000l und 1 x 10.000l) wurden mit sauberem Trinkwasser aufgefüllt.

TWA Aufbau

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Ob das Wasser auch tatsächlich abgeholt werden würde, wussten wir jedoch noch nicht (Es stellte sich am Ende der Übung heraus, dass lediglich ein Schlauchboot mit dem produzierten Wasser gewaschen wurde 🙂 ). Am Abend des 2. Tages ging es dann zurück in das Base Camp und am 3. Tag in der Früh wieder raus ins Übungsgebiet. Während der Nachtstunden wurde die Anlage von einer Security-Firma bewacht.

Tag 3 brachte uns einige an Überraschungen. Bei der morgendlichen Einsatzbesprechung erfuhr unser Teamleader, dass das Water Purification Team für den nächsten Tag (Tag 4) in ein anderes Übungsgebiet umziehen muss. Die Wetterlage hatte sich soweit verschärft, dass die Delegationen und Besucher nicht in  das Übungsgebiet kommen können.

Matsch und Schlamm

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Zu viel Schlamm für die sauberen Schuhe! 🙂 Und wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, dann muss halt der Berg umziehen…

Gleich am Morgen des 3. Tages wurde die TWA 4 abgebaut und zum Umzug verladen. Das halbe Team zog mit der Anlage um und baute diese am neuen Standort wieder auf. Der Rest des Teams blieb noch am alten Standort und baute dort die TWA 6 ab, reinigte alles und die gesamte Anlage wurde fix und fertig auf dem LKW verpackt. Ein weiterer Einsatz bei dieser Übung wurde nicht mehr in Betracht gezogen. Auch von der Übungsleitung wurde bestätigt, dass eine Anlage zum „Herzeigen“ genügt.

Die neue Location lag rund 10 Kilometer entfernt an einem Bagger-See.

Neues TWA Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Die Zufahrtswege waren alle gut ausgebaut und die Plätze mit Schotter fixiert. Also perfekt für Beobachter geeignet :)! Am späten Nachmittag trafen beide Team-Teile wieder zusammen und es wurde noch der Ablauf des nächsten Tages besprochen.  Am Abend ging es wieder zurück ins Base-Camp und zum „Socializing“ mit den anderen Teams.

Ankunft in Rakitje, Zagreb – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

Leider war die Internetverbindung in Rakitje nicht die Beste und daher komme ich erst jetzt zum Bloggen.

Montag, 21. Mai 2012

Nach einer 4-stündigen Fahrt auf der Autobahn und nur einmal falsch abbiegen, erreichten wir das „Warehouse“ des Kroatischen Roten Kreuzes in Zagreb. Hier trafen wir alle kroatische und slowenische Kollegen/innen für die gemeinsame Weiterreise in das Übungsgebiet. Vom Warehouse fuhren wir im Konvoi in das Übungsgebiet nach Rakitje. Rakitje ist ein Vorort im Süd-Westen von Zagreb. Bei unserem ersten Kontakt mit den Behörden im Übungsgebiet, wurde der „Host Nation Support“ – eine Art Rezeption für internationale Hilfsmannschaften –  simuliert.

Unser Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Hier erhielten wir unsere ersten und auch noch sehr ungenauen Informationen. Unsere ersten Aufgaben: 1) Base Camp finden und 2) Assessment im Übungsgebiet durchführen. Nach erfolgreicher Suche nach dem Base Camp, konnten unsere Unterkünfte für die nächsten Tage rasch errichtet werden. Unser „Rotkreuz-Camp“ im Camp bestand aus 4 Zelten (3 Schlafzelte und 1 Zelt für soziale Aktivitäten), mitten im eigentlichen Camp des ETS-Modules (Emergency Temporary Shelter) von THW (Technisches Hilfswerk Deutschland)  und MSB (Swedish Civil Contingencies Agency).

Ein Teil des Teams war für die Einrichtung unseres Camps verantwortlich und der andere Teil führte das Assessment durch. Mit dabei im Assessment-Team waren Ico unser Teamleader, Mike unser Deputy Teamleader, Ana unser Liaison Officer für LEMA (Local Emergency Management Authority) und ich als Liaison Officer für das OSOCC (On-Site Operations Coordination Centre). Ausgerüstet mit Kartenmaterial, GPS und Kamera fuhren wir in das fiktive Katastrophengebiet.

Assessment

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Der On-Site Commander gab uns ein erstes Briefing für das Water Purification Team. Aufgrund des anhaltenden Regens trat der an Rakitje vorbeifließ?ende Fluss über die Ufer und hat die gesamte Gegend überschwemmt. Mehr als 1000 Häuser standen vollständig unter Wasser und rund 40.000 Einwohner/innen wurden evakuiert.

Nach Beendigung des Assessment und Rückkehr in das Camp, wurden die restlichen Kollegen/innen über die Situation informiert. Ico gab uns noch kurz die Instruktionen für den Folgetag und dann ging unser erster Übungstag mit der offiziellen Eröffnungszeremonie zu Ende.

 

Wenn Kroatien in den Fluten versinkt! – Übung „IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise“

Schwere Regenfälle im Norden und Nord-Westen des Landes, Überflutungen rund um Zagreb, rund 1000 Industrie- und Wohngebäude stehen unter Wasser, es gibt tote und vermisste Personen und Kroatien wendet sich mit einem Hilfeersuchen an die Europäische Union.

So lautet die Übungsannahme für eine internationale Übung im Bereich von Zagreb, die vom 21. – 25. Mai 2012 über die Bühne geht. Das Österreichische Rote Kreuz nimmt als Teil eines multinationalen EU-Moduls, gemeinsam mit dem Kroatischem und Slowenischen Roten Kreuz, an dieser Übung teil. Die Aufgabe dieses „Water Purification Module“ besteht in der Wasseraufbereitung im fiktiven Katastrophengebiet. Mein Beitrag im Team ist die Position des „Liaison Officer“, sozusagen das Verbindungsglied zu anderen Modulen, anderen Organisationen und den lokalen Behörden. Am Montag, den 21. Mai frühmorgens, geht es los. Nach einem ersten Briefing im Generalsekretariat des ÖRK brechen wir Richtung Kroatien auf, wo wir mit dem restlichen Team und unserem Team Leader  zusammentreffen.

Je nach vorhandener Internetverbindung im „Katastrophengebiet“ werde ich ein paar Bilder und Beiträge zur Übung hier im Einsatz-Blog posten. Jetzt muss ich mich aber noch vorbereiten, meine Sachen zusammenpacken und meinen Regenschutz suchen, denn für nächste Woche ist tatsächlich Regen in der Region angesagt. Es warten also realistische Übungsbedingungen auf uns! 😉

 

 

Erste Eindruecke aus Senbetge

Lisa Taschler ist im Rahmen des EVHAC Projekts der Europaeischen Kommission freiwillig 6 Monate fuer das Oesterreichische Rote Kreuz in Aethiopien taetig.

Liebe LeserInnen,

Nun ist es schon fast ein Monat her seit meine Kollegin Marianne und ich uns am Flughafen Wien getroffen haben um gemeinsam nach Aethiopien zu fliegen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Addis Ababa, fuer diverse Meetings mit Kollegen des OERK und der Ethiopian Red Cross Society (ERCS), haben wir unsere Ziel, die historische Stadt Gondar im Norden Aethiopiens, erreicht. Der Grund unserer Reise ist ein von ADA finanziertes, bilaterales Projekt im Bereich DRR (Disaster Risk Reduction) und WatSan (Water and sanitation) in Senbetge, einem Gebiet ca. 60km enfernt von Gondar. Waehrend Marianne nur fuer eine kurze Mission (25 Tage) hier ist, um die lokale Rotkreuzgesellschaft mit technischem Input zu unterstuetzen, werde ich insgesamt 6 Monate im Land bleiben und mich der Advocacy (Anwaltschafts-) Komponente des Projekts widmen. Ziel ist es durch dieses Projekt auf nationaler und internationaler Ebene Bewusstsein fuer die Wichtigkeit von DRR Projekten zu schaffen und besonders in Regionen, die stark unter den Konsequenzen des Klimawandels leiden, die Kapazitaeten der lokalen Bevoelkerung zu unterstuetzen.

Die beeindruckende Landschaft von Senbetge (Bild: Lisa Taschler)

Soweit zur kurzen Vorstellung des Projekts. Um euch unseren Projektalltag ein bisschen naeher zu bringen folgt eine kurze Beschreibung eines unserer ‚field trips‘ (denn, da sind Marianne und ich uns einig, das ist ja viel interessanter als die Tage im Buero):

Nach ausgiebigem Injera-Fruehstueck soll die Reise ins Projektgebiet losgehen. Fuer heute ist geplant gemeinsam mit Dorfbewohnern geeignete Stellen fuer weitere Handbrunnen festzulegen. Ausserdem wollen wir die Fortschritte bei den Terassierungen begutachten und uns Stellen fuer Schutzmassnahmen gegen Ueberflutungen anschauen. Das Programm ist gedraengt und die Verspaetung des Fahrers kommt ungelegen, aber das ist Aethiopien, Zeiten werden nicht so genau genommen, „chigrillim, no problem“.

Wer denkt, dass 60km gar nicht so weit sind war noch nie auf diesen ‚Strassen‘ unterwegs. Nach fast 3 Stunden Geholper ueber Stock und Stein sind wir im Projektgebiet angekommen und sehen uns als erstes eine Quelle an, die von Ueberflutungen bedroht ist. Um sicheres Trinkwasser gewaehrleisten zu koennen muss diese Wasserquelle geschuetzt werden und gemeinsam mit den lokalen Bauern werden verschiedene Schutzmassnahmen diskutiert. Dann geht es weiter zu den Terassierungen und auch hier wird ueber die weitere Vorgehensweise und ein paar Verbesserungsvorschlaege beratschlagt.

Wasserstelle

Die momentane Wasserstelle ist alles andere als eine saubere Trinkwasserquelle (Bild: Lisa Taschler)

Schlussendlich kommen wir an einer moeglichen Brunnenstelle im Osten des Projektgebiets an. Neben den Aeltesten, die mit uns ueber die Paltzierung des Brunnens entscheiden sollen, hat sich auch schnell eine grosse Kinderschar eingefunden, die uns neugierig beobachtet. Nach einer kurzen Begutachtung der momentanen Wasserstelle diskutieren wir mit den Dorfbewohnern, welcher Platz am besten fuer einen Brunnen geeignet waere, nicht nur aus technischer sondern auch aus  menschlicher Perspektive, denn der Brunnen soll insgesamt fast 500 Menschen mit Wasser versorgen. Dabei muessen viele Faktoren in Betracht gezogen werden, wie Entfernung zu den Doerfern, Landrechte etc.

Den Diskussionen ueber die Platzierung der neuen Brunnen wohnen Jung und Alt gleichsam bei (Foto: Marianne Pecnik)

Nach langen Gespraechen ist eine Stelle gefunden, die in allen Aspekten guenstig ist. Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und die Dorfbewohner  sind begeistert von der Aussicht bald eine sichere Trinkwasserquelle zu haben. Zur Feier des Tages und im Geiste der aeusserst grosszuegigen aethiopischen Gastfreundschaft laden sie uns zum Essen ein. Das gemeinsame Injera-Essen bietet uns auch die Gelegenheit tieferen Einblick in die Situation der lokalen Bevoelkerung zu bekommen. So erzaehlt unser Gastgeber, dass die Dorfgemeinschaft schwer unter dem Ernterueckgang der letzten Jahre leidet: „Frueher, als ich jung war, konnten wir drei Ernten pro Jahr einholen, heute ist es nur mehr eine. Die Regenfaelle werden weniger und kommen unregelmaessig, ausserdem zerstoert Hagel unsere Pflanzungen.“ Die Konsequenzen des globalen Klimawandels machen der lokalen Bevoelkerung, die zu 99% aus Bauern besteht, schwer zu schaffen und auch die starke Abholzung in der Region zeigt ihre Auswirkungen. Doch trotz widriger Umstaende ist die allgemeine Lebensfreude gross und die Aussicht durch Brunnen und andere Massnahmen die Situation verbessern zu koennen begeistert die Dorfbewohner.

Gesaettigt von Injera und lokalem Fladenbrot und berauscht von all den Eindruecken kehren wir zu unserem Landcruiser zurueck, wo eine kleine Ueberraschung auf uns wartet, denn im Kofferraum sitzt… ein Hahn! Unser Fahrer hat sich naemlich in der Zwischenzeit um das Abendessen fuer seine Familie gekuemmert und so treten wir die Heimreise zu viert an, wobei Marianne und ich abwechselnd das Federvieh (von uns liebevoll Hansi getauft) halten, damit es auf dem holprigen Weg nicht durchs Auto geschleudert wird.

Hansi und ich am Weg zurueck nach Gondar (Bild: Lisa Taschler)