Wasser für Tozia

Immer wieder erzählen wir in Interviews, dass Wasser das Notfallmedikament Nummer eins ist…ist es auch. Was aber tun, wenn die nächste Wasserquelle kilometerweit weg ist, wenn man Leute bezahlen müsste, um es herzutragen- aber wie üblich hier kein Geld da ist? Dann versuchen wir zu improvisieren und das Unmögliche wenn schon nicht möglich zu machen dann zumindest die Lage zu verbessern.

Cholera Treatment Center (CTU) Tozia

Tozia ist eine CTU im Südosten von Grande Anse. Einzugsgebiet für mehrere Tausend Menschen. Es gibt eine kleine CTU, die gleichzeitig auch Health Center also quasi Spital ist. Ein Spital, dass aus einem Zimmer ca. 2 x 1,5 m als Rezeption und Behandlungsraum und einem gleichgrossen  Lager besteht.

„Betten haben wir keine“ sagt Darline F. die Krankenschwester hier. Sie ist für alles und jeden zuständig. Der Lohn kommt unregelmäßig, aber sie arbeitet für die Gemeinschaft und weiss, dass ohne sie medizinisch keine Versorgung mehr möglich wäre. Die Dorfgemeinschaft hat begonnen eine Plattform zu bauen. Dort soll zukünftig das Zelt stehen, dass zukünftig mit acht Betten als Behandlungsraum für Cholerakranke dienen soll. Bisher hat man diese in den nächsten Ort mehrere Stunden Fußmarsch weitergeschickt.

Die Plattform ist zur Hälfte fertig, dann ist den Menschen hier das Geld ausgegangen. Vor drei Wochen war das Rote Kreuz das erste Mal hier. Das erste Team hat sich alles angesehen und hat gemeint, wir schauen, was wir tun können. Wir versprechen nie etwas…

Es kann immer etwas dazwischen kommen: das Wetter, Rohstoffmangel, Probleme mit allem und jedem.

Nachdem aber auch die MSPP ( Gesundheitsministerium) gemeint hat, dass man Tozia weiter stützen will, waren wir letzte Woche nochmals dort, um genau zu eruieren, was wir tun können.

Eigentlich sind wir WatSan- das heißt für Wasser und Latrinen und Hygiene zuständig. Nachdem wir aber die Hilflosigkeit und den grossen Bedarf gesehen haben, haben wir uns nach Rücksprache mit dem Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien dazu entschieden hier weiter zu helfen.

Ausnahmsweise werden wir die paar Gourde, die für Sand und Zement benötigt werden, übernehmen. Wenn wir hier noch einen

Sponsor für das Zelt finden, kann das Minispital bereits in zwei Wochen stehen.

Alle Rohre sind fertig

Gestern waren wir dann dort und haben die Verrohrung vorläufig abgeschlossen. Wenn es regnet, wird das Wasser von 2 Seiten des Daches via Dachrinne gesammelt und mittels Rohren direkt in den bereits bestehenden aber immer leeren Tank geleitet. Die letzten beiden Meter habenbisher gefehlt auch eine zweite Seite des Daches wird zukünftig mit einer Dachrinne versehen. In der Regenzeit- die auch Cholerazeit ist- sollte dann im Idealfall genug Wasser bereit stehen. Alles andere, wie Brunnen graben, Anschluss an die spärliche öffentliche Wasserversorgung ist leider von unserer Seite nicht moeglich. Die Behoerden werden den Rest übernehmen müssen.

Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt

Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt

Mit viel Mühe wurde der Tank gesäubert, geschlossen und Gerhard montierte mit den Kindern den ebenfalls benoetigten Wasserhahn. Damit ist eine kontrollierte Wasserabgabe moeglich.

IMGP0960

Die Kinder vor Ort helfen natürlich fleissig mit.

Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass Wasser zwar nicht immer da ist, wir aber wieder versucht haben es den Leuten naher zu bringen.  So kann das Health Center in Tozia hoffentlich bald auch mit Patienten belegt werden.

Bis bald.. euer Michi

Deja vu…

Bonjour..

Nachdem ich 2011 bereits live aus Haiti gebloggt habe, wurde ich kurzerhand zum Teamblogger ernannt.

Michael Kühnel beim Bloggen aus Haiti

Michael Kühnel beim Bloggen aus Haiti

Wir erinnern uns.. und falls nicht hier nochmals die Kürzest- Zusammenfassung: 2010 erschüttert ein schweres Erdbeben Haiti. Im Epizentrum die Stadt Leogane ca. 40km westlich von Port au Prince. Obwohl- anders als nach dem Tsunami 2004- diesmal nicht viele Leute irgendwen kannten, der wen kannte, dessen Angehörige auch zu diesem Zeitpunkt gerade im Epizentrum waren, gab es auch aus Österreich eine wirklich tolle Hilfe in Form von Spenden. Es war und ist der grösste Einsatz in der Geschichte der Rotkreuz- Rothalbmondbewegung. Im Zuge eines Hilfsprojektes gemeinsam mit dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz) hatte ich die Ehre im Krisengebiet für 7 Wochen die Hygieneprojekte mitzugestalten.

Gestern, knapp 2 Jahre später bin ich wieder in Port au Prince gelandet. Diesmal als Teil eines ERU Teams (Emergency Response Unit). Man möchte meinen, es sei doch eh nix mehr nötig, nach all dem Geld und all der Arbeit, die die HelferInnen investiert haben. Leider trifft es aber dieses arme Land immer wieder. Sandy- der Wirbelsturm, der in Amerika für großes Aufsehen gesorgt hat, hat leider auch Haiti getroffen. Das ist leider in den Medien ein bisserl unter gegangen Das Österreichische Rote Kreuz versucht mit Unterstützung des DRK, dem britischen und dem französischen Roten Kreuz vor allem CTCs (Cholera Treatment Centre), die vom Sturm zum Teil schwer zerstört worden sind wieder einsatzfähig zu machen. Man darf sich diese CTCs als kleine Minikrankenhäuser vorstellen, die irgendetwas zwischen 5 und 50 Betten haben und versuchen Patienten mit Cholera vor dem Tod zu bewahren.

Derzeit gibt es pro Monat ca. 11.000 Neuerkrankungen. Die Regenzeit wird einen noch höheren Anstieg bringen. Wir versuchen nun Latrinen zu graben, Mauern wieder aufzubauen, CTCs mit Chlor und anderen Medikamenten zu versorgen- und das alles im Wettlauf gegen die Zeit. Dafür ist nun unser Team hier. Dabei sind derzeit 7 Teammitglieder aus OÖ, Wien, Frankreich, England und Deutschland. Da wir drei- das Ablöseteam für das erste Team- erst heute nach einem 24 stündigen Flug mit anschließendem 7,5 Stunden- Jeep- Rodeo- Ritt in Jeremie angekommen sind, gibt es erst im kommenden Beitrag genauere Infos. Nur so viel: geplant ist es bis zu 27 CTCs wieder einsatzfähig zu machen und das in einem Zeitraum von 10 Wochen.. Wird sicher eine spannende Geschichte…

Besucher, Abbau und Heimreise, Tag 4 und Tag 5 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

24. und 25. Mai 2012

Nach unserem erfolgreichen Umzug, warteten wir am 4. Tag im “neuen” Einsatzgebiet auf die Delegationen und Besucher. Fast pünktlich wurden sie dann auch mit einem Reisebus in das Übungsgebiet gebracht und besuchten auch die Trinkwasseraufbereitung.

TWA 4

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Was uns so interessant machte wahr wohl der Umstand, dass wir ein multinationales Rotkreuz-Team waren. Etwas, das im Kontext des Zivilschutzmechanismus wohl noch nicht bekannt und alltäglich war. Nach rund 20 Minuten war die Show vorbei und die Besucher wieder verschwunden.

THW Boot

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Ein Zuckerl für uns, bevor wir alles abbauten, war die Vorführung des THW.  Ein THW Boot wurde mit einem Super-Puma Helikopter in den See gehoben. Man sieht nicht jeden Tag fliegende Boote :) ! Nach der Show war zusammenpacken angesagt.  Die Anlage, der Tank und das Zelt war rasch verpackt und auf den LKW verladen. Anschließend ging es zurück in das Base Camp zur offiziellen “Closing Ceremony” und zur Übergabe der Urkunden.

Zum Abschluss gab es am Abend ein nette Grillerei mit kroatischen Spezialitäten und letzte Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Teams. Ein gelungener Abend als Ausklang für eine nette Übung (mit Verbesserungspotential)! Am 5. Tag und nach Abbau des Rotkreuz-Camps ging es dann 4 Stunden über die Autobahn zurück nach Österreich, zurück in den Alltag.

Zum Abschluss möchte ich Euch etwas nicht vorenthalten! Den Emergen(c)y Alert, also die Notfall-Alarmanlage im Camp. Was es ist, kann man selbst erkennen :) :) (Wenn nicht, Stichwort Schubkarre/Scheibtruhe, etwas zweckentfremdet)! Es gab noch eine Metallstange als Alarmgeber dazu. Und es hat funktioniert…

Alarmanlage

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Wasseraufbereitung, Tag 2 und Tag 3 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

22. und 23. Mai 2012

Morgens nach dem Frühstück brachen wir in das Übungsgelände auf. Unser Ziel für den 2. und 3. Tag war das Errichten der Trinkwasseraufbereitungsanlage und die Produktion von Trinkwasser für das fiktive Katastrophengebiet. Verwendet wurden dafür die beiden Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA 4 und TWA 6) unserer kroatischen Kollegen/innen.

Zeltaufbau

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Für realistische Übungsbedingungen sorgte auch das Wetter, da es bereits in der Nacht geregnet hatte und auch tagsüber keine Besserung in Sicht war. Die Zufahrtswege und das Gelände verwandelte sich zunehmend in Schlamm und Morast. Aus diesem Grund wurden zuerst die Zelte aufgestellt, um die restlichen Materialien vor dem Wetter schützen zu können. Anschließend wurden beide Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Tanks aufgestellt. Am Nachmittag konnte dann bereits mit beiden Anlagen Trinkwasser produziert werden. Die mitgeführten Tanks (1x 1.000l, 1 x 5.000l und 1 x 10.000l) wurden mit sauberem Trinkwasser aufgefüllt.

TWA Aufbau

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Ob das Wasser auch tatsächlich abgeholt werden würde, wussten wir jedoch noch nicht (Es stellte sich am Ende der Übung heraus, dass lediglich ein Schlauchboot mit dem produzierten Wasser gewaschen wurde :) ). Am Abend des 2. Tages ging es dann zurück in das Base Camp und am 3. Tag in der Früh wieder raus ins Übungsgebiet. Während der Nachtstunden wurde die Anlage von einer Security-Firma bewacht.

Tag 3 brachte uns einige an Überraschungen. Bei der morgendlichen Einsatzbesprechung erfuhr unser Teamleader, dass das Water Purification Team für den nächsten Tag (Tag 4) in ein anderes Übungsgebiet umziehen muss. Die Wetterlage hatte sich soweit verschärft, dass die Delegationen und Besucher nicht in  das Übungsgebiet kommen können.

Matsch und Schlamm

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Zu viel Schlamm für die sauberen Schuhe! :) Und wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, dann muss halt der Berg umziehen…

Gleich am Morgen des 3. Tages wurde die TWA 4 abgebaut und zum Umzug verladen. Das halbe Team zog mit der Anlage um und baute diese am neuen Standort wieder auf. Der Rest des Teams blieb noch am alten Standort und baute dort die TWA 6 ab, reinigte alles und die gesamte Anlage wurde fix und fertig auf dem LKW verpackt. Ein weiterer Einsatz bei dieser Übung wurde nicht mehr in Betracht gezogen. Auch von der Übungsleitung wurde bestätigt, dass eine Anlage zum “Herzeigen” genügt.

Die neue Location lag rund 10 Kilometer entfernt an einem Bagger-See.

Neues TWA Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Die Zufahrtswege waren alle gut ausgebaut und die Plätze mit Schotter fixiert. Also perfekt für Beobachter geeignet :) ! Am späten Nachmittag trafen beide Team-Teile wieder zusammen und es wurde noch der Ablauf des nächsten Tages besprochen.  Am Abend ging es wieder zurück ins Base-Camp und zum “Socializing” mit den anderen Teams.

Ankunft in Rakitje, Zagreb – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

Leider war die Internetverbindung in Rakitje nicht die Beste und daher komme ich erst jetzt zum Bloggen.

Montag, 21. Mai 2012

Nach einer 4-stündigen Fahrt auf der Autobahn und nur einmal falsch abbiegen, erreichten wir das “Warehouse” des Kroatischen Roten Kreuzes in Zagreb. Hier trafen wir alle kroatische und slowenische Kollegen/innen für die gemeinsame Weiterreise in das Übungsgebiet. Vom Warehouse fuhren wir im Konvoi in das Übungsgebiet nach Rakitje. Rakitje ist ein Vorort im Süd-Westen von Zagreb. Bei unserem ersten Kontakt mit den Behörden im Übungsgebiet, wurde der “Host Nation Support” – eine Art Rezeption für internationale Hilfsmannschaften -  simuliert.

Unser Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Hier erhielten wir unsere ersten und auch noch sehr ungenauen Informationen. Unsere ersten Aufgaben: 1) Base Camp finden und 2) Assessment im Übungsgebiet durchführen. Nach erfolgreicher Suche nach dem Base Camp, konnten unsere Unterkünfte für die nächsten Tage rasch errichtet werden. Unser “Rotkreuz-Camp” im Camp bestand aus 4 Zelten (3 Schlafzelte und 1 Zelt für soziale Aktivitäten), mitten im eigentlichen Camp des ETS-Modules (Emergency Temporary Shelter) von THW (Technisches Hilfswerk Deutschland)  und MSB (Swedish Civil Contingencies Agency).

Ein Teil des Teams war für die Einrichtung unseres Camps verantwortlich und der andere Teil führte das Assessment durch. Mit dabei im Assessment-Team waren Ico unser Teamleader, Mike unser Deputy Teamleader, Ana unser Liaison Officer für LEMA (Local Emergency Management Authority) und ich als Liaison Officer für das OSOCC (On-Site Operations Coordination Centre). Ausgerüstet mit Kartenmaterial, GPS und Kamera fuhren wir in das fiktive Katastrophengebiet.

Assessment

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Der On-Site Commander gab uns ein erstes Briefing für das Water Purification Team. Aufgrund des anhaltenden Regens trat der an Rakitje vorbeifließ?ende Fluss über die Ufer und hat die gesamte Gegend überschwemmt. Mehr als 1000 Häuser standen vollständig unter Wasser und rund 40.000 Einwohner/innen wurden evakuiert.

Nach Beendigung des Assessment und Rückkehr in das Camp, wurden die restlichen Kollegen/innen über die Situation informiert. Ico gab uns noch kurz die Instruktionen für den Folgetag und dann ging unser erster Übungstag mit der offiziellen Eröffnungszeremonie zu Ende.

 

Wenn Kroatien in den Fluten versinkt! – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

Schwere Regenfälle im Norden und Nord-Westen des Landes, Überflutungen rund um Zagreb, rund 1000 Industrie- und Wohngebäude stehen unter Wasser, es gibt tote und vermisste Personen und Kroatien wendet sich mit einem Hilfeersuchen an die Europäische Union.

So lautet die Übungsannahme für eine internationale Übung im Bereich von Zagreb, die vom 21. – 25. Mai 2012 über die Bühne geht. Das Österreichische Rote Kreuz nimmt als Teil eines multinationalen EU-Moduls, gemeinsam mit dem Kroatischem und Slowenischen Roten Kreuz, an dieser Übung teil. Die Aufgabe dieses “Water Purification Module” besteht in der Wasseraufbereitung im fiktiven Katastrophengebiet. Mein Beitrag im Team ist die Position des “Liaison Officer”, sozusagen das Verbindungsglied zu anderen Modulen, anderen Organisationen und den lokalen Behörden. Am Montag, den 21. Mai frühmorgens, geht es los. Nach einem ersten Briefing im Generalsekretariat des ÖRK brechen wir Richtung Kroatien auf, wo wir mit dem restlichen Team und unserem Team Leader  zusammentreffen.

Je nach vorhandener Internetverbindung im “Katastrophengebiet” werde ich ein paar Bilder und Beiträge zur Übung hier im Einsatz-Blog posten. Jetzt muss ich mich aber noch vorbereiten, meine Sachen zusammenpacken und meinen Regenschutz suchen, denn für nächste Woche ist tatsächlich Regen in der Region angesagt. Es warten also realistische Übungsbedingungen auf uns! ;)

 

 

Why it is time to take the weather seriously

Der nachfolgende Artikel von Lisa Taschler erschien am 8. Mai auf der Homepage des Äthiopischen Roten Kreuzes.

Why it is time to take the weather seriously

A slight change of temperature or alterations of rainfall patterns go largely unnoticed in the big cities of the world. However, if you earn your living through agriculture you might not react to such changes with the same calmness as the city dwellers. And if you are a subsistence farmer in a developing country such as Ethiopia, weather is much more for you than a topic for small talk with your neighbour.

For the people living in Senbetge, a district in the North of Ethiopia, close to the ancient city of Gondar, climate change is an issue of life and death. It is one of the poorest districts in the area in terms of infrastructure and social services and 99% of the community rely on farming for their livelihood.

Water is scarce in the area, only around 1 % of Senbetge's population has access to safe drinking water.

Life has never been easy in this rural area which is not only affected by droughts but also prone to flooding. But in the last years conditions have worsened as global climate change as well as local deforestation show their consequences. ‘When I was young the earth was good and we harvested three times per year. Now we have only one harvest and it doesn’t last long’, says one of the elders of Hamusite, with 60 houses the biggest village in the area. ‘Before we knew when the rain would come, we could read the signs, but now the rain often comes too early or too late and it is not enough for our fields’, recounts another farmer. Rainfalls have become erratic in the region and droughts occur more often while the community does not have the resources to mitigate the consequences of failed harvests. Another recent phenomenon is the falling of hail (not known in this area before) that destroys crops and frightens animals and people alike.

But this is not the end of the story because the risk of a disaster is not only defined by natural hazards but also by the capacity of a community to respond. The farmers in Senbetge recognize the changes around them and do their best to adapt to the new circumstances. Their resources are limited but their motivation is high and therefore a new project by the Ethiopian Red Cross Society and the Austrian Red Cross, financed by ADA (Austrian Development Agency), has found much positive resonance. The multi-dimensional project aims at reducing the vulnerability to climate related disasters through building community resilience, promoting advocacy and community actions. This means various activities are implemented together with the community in the areas of water and sanitation as well as disaster risk reduction. One component of the project – and our current focus – is to construct hand dug wells to increase the access to safe drinking water from less than 1 percent to around 75 percent. The provision of safe drinking water will increase the overall quality of life for the community of Senbetge as it will also decrease wide-spread diseases such as diarrhoea. Other components of the project aim at reducing food insecurity through augmenting the annual crop yield. Measures planned include the construction of terraces, dams and trenches to protect against flooding and decrease the erosion of precious soil, while the implementation of irrigation schemes and the nursing of tree seedlings aim at improving the condition of the land and enable longer cultivation periods.

The tree nursery is an important part of the project as deforestation over the last years has added to the degradation of the soil.

The goal of all these activities is the reduction of food insecurity and the prevention of future disasters in our project area of Senbetge. Ethiopia, the 5th most drought prone country in the world, has been in the news repeatedly in the last years and many vowed that devastating famines at the Horn of Africa should never happen again. To make this vow reality the focus of the international community has to shift from response to prevention and more support needs to be given for disaster risk reduction (DRR) projects. Such projects prevent not only human tragedy and the loss of life but are also cost effective. According to the United Nations Development Programme (UNDP), every dollar spent on reducing the risk of disasters could save 4 dollars in disaster response. However, recent reports reveal that only a very small part (around 1%) of international aid is directed at DRR programmes.

Our project in Senbetge aims at raising awareness on this issue, to show that we can not wait till a disaster strikes but that we, the local communities together with international organizations, have to act now in order to reduce vulnerability and prevent another tragedy.

 

Hilfe in Pakistan: Österreichisches Wasserexpertenteam im Einsatz

ERU WatSan (Emergency Response Unit Water and Sanitation)

Unser Team besteht aus Lidwina Dox (LV NÖ), Florian Haas (LV Wien), und dem Verfasser dieser Zeilen Wilfried Hildenbrand.

Das Team der Österreichisch-Pakistanischen Wasserexperten-Runde

 

Fleißige Blog Leser erinnern sich vieleicht Lidwina und ich waren im letzten Jahr schon in Pakistan um bei der letzten Flut zu helfen. Sogar die Provinz (Sind) ist die gleiche allerdings gibt es entscheidende Unterschiede.

Wir sind weiter Nördlich im Distrikt Navabshah (ca. 1,6 Mio. Einwohner) und der gleichnamigen Stadt (ca. 400 000 Einwohner) die seit kurzem Benazirabath heißt.

Überschwemmungen in Zentralpakistan: Österreichische Rotkreuz-Hilfe wurde angefordert

 

Das Wasser ist diesmal nicht über die Flüsse gekommen, sondern direkt durch starke Regenfälle verursacht worden.

Der Vorteil ist, dass es keine starke Strömung gibt die an den Häusern zusätzlichen Schaden verursachen, dafür sind zusätzlich Gebiete betroffen die normal nicht betroffen sind, da die Flüsse zu weit entfernt sind. In diesen Gebieten gibt es aber auch kein Bachbett in dem das Wasser wieder abfließen kann.

Auch unser Anlagentyp hat sich für diesen Einsatz stark verändert und nennt sich M40.

Das M steht für Masswater und das 40 steht für 40 000 Personen, die mit den bis zu 600 000 Litern produziertem Wasser versorgt werden können.

Wassertank der Rotkreuz-Trinkwasseraufbereitungsanlage

Unsere Versorgung konzentriert sich einerseits auf Gebiete in der Stadt Navabshah (Benazirabath) deren Wasserleitung durch das Hochwasser zerstört ist, und andererseits auf das Umland der ca. 80 000 Einwohner zählenden Stadt Sakran das noch immer stark Überflutet ist.

Im Nachbarbezirk Shangra haben wir noch 2 Sandfilteranlagen die pro Std. je 4 000 Liter Trinkwasser produzieren.

Wir arbeiten im Moment mit 10 Leuten vom Pakistanischen Rotem Halbmond am errichten der M40 und der notwendigen Tanks für die Verteilung des Wassers. Viele unserer Pakistanischen Kollegen haben in den letzten Jahren mehrfach an den Anlagen gearbeitet und so schreitet der Aufbau zügig voran.

Projektbesuch West Arsi

Diese Woche hatte ich die Gelegenheit unser Wasser- und Hygieneprojekt im Raum Kebete, in West Arsi, einem Distrikt ca. 300 km südoestlich der Hauptstadt Addis Abeba zu besuchen.  Mit Blumen und der traditionellen Äthiopischen Kaffeezermonie wurden wir von der Äthiopischen Rotkreuz Bezirksstelle Shashemene empfangen, die das Projekt betreut und durchführt. Im Gegensatz zu den derzeit unter Dürre leidenden Gebieten weiter südlich, die etwa 1.000 Höhenmeter niedriger liegen, herrscht in Kofele (2.000 m Seehöhe) im Moment kühles und feuchtes Wetter vor.

Die Gegend betört durch ein sattes Grün und schöne hügelige Landschaft mit den traditionellen Lehmhütten und Strohdächern der Einheimischen. Die gesamte Region ist für einen ländlichen Lebensraum, dessen Bewohner fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben sehr dicht besiedelt. Dadurch ist die durchschnittlich verfügbare Fläche pro Familie mittlerweile so klein, dass die Menschen permanent von Armut betroffen sind.Die vorhandenen Wasserquellen sind zumeist stark verschmutzt, weil sie sowohl von Mensch als auch Tieren gleichermaßen verwendet werden. Das Resultat sind regelmäßig schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu Cholera.

Bis vor einem Jahr haben hier viele Kinder zum teil lebensgefährlich an Durchfall gelitten. Seit der Fertigstellung der Brunnen ist die Zahl drastisch zurückgegangen.“ Erklärt Ato Abebe von der lokalen Rot Kreuz Stelle.

Stolz zeigt uns eine Mutter den gesunden Bauch eines wohlgenährten Kindes und bedeutet mit den Händen, dass der vor einem Jahr noch nach innen gewölbt war.

Projekte wie dieses sind der Schlüssel zu langfristigen Entwicklung in einer Region, die mit zunehmend dichter Bevölkerung fertig werden muss und nach wie vor so gut wie keine Infrastruktur besitzt, sind sich die mitgereiste Vertreterin von ADA, Doris Gebru Zeilermayer und der ÖRK Programm Manager Seifu Dele (gebürtiger Äthiopier, der seit 2008 in Äthiopien für das ÖRK im Einsatz ist) einig. In den Projektdörfern gibt es weder Elektrizität noch Straßen und so wateten wir mit Gummistiefeln bewaffnet mehrere Stunden von Wasserstelle zu Wasserstelle. Überall schlug uns große Dankbarkeit und Freude entgegen. Das vom ÖRK und ADA finanzierte Projekt wird mittlerweile von den lokalen Behörden als Vorzeigeprojekt für die eigene Entwicklungsarbeit und andere NGOs, die sich im Thema Wasser und Hygiene im ländlichen Bereich engagieren wollen, verwendet.

Das Äthiopische Rote Kreuz hat in diesen ländlichen Gebieten einen extrem hohen Stellenwert und verfügt über eine breite Mitgliederbasis, aus deren (winzigen) Mitgliedsbeiträgen sich der Betrieb der lokalen Rotkreuz Infrastruktur finanziert. Diese versorgt die Menschen in der Gegend mit verbilligten Medikamenten, Krankentransport und Erste Hilfe Leistungen. Projekte wie das in Kofele können freilich nur mit externer Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Sobald die Regenzeit zu Ende ist, wird in den verbleibenden 5 Dorfgemeinschaften die Arbeit für die Errichtung der restlichen 5 Wasserstellen und die Weiterführung des Latrinenbaus mit Hochdruck in Angriff genommen, damit das Projekt wie geplant in der ersten Jahrzehntelang 2012 abgeschlossen werden kann. Dann werden an die 10.000 Menschen in Kebete langfristig sicheren Zugang zu Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen haben. Auf der Heimfahrt sind sich alle Teilnehmer des Projektbesuchs einig, dass diese Art von Projekten großes Potential hat und in vielen ländlichen Gebieten Äthiopiens multipliziert werden sollte. Darauf wird das Team des ÖRK in Äthiopien in den nächsten Jahren hinarbeiten.

Wasser in Garissa


Heute fuhren wir raus aus Nairobi und waren ca. 7 Stunden spaeter in Garissa. Kaum verlaesst man die Grosstadt, wo von Trockenheit und Hitze nichts zu spueren ist, ist die Vegetation schon eine ganz andere. Immer mehr sieht man, dass es schon lange nicht mehr geregnet hat in der Region. Ich lese die Zeitung und lese einen sehr beruehrenden Artikel einer Kenianerin, die ueber Solidaritaet schreibt. Sie sagt, dass es wichtig ist, mit zu fuehlen fuer das eigene Volk und wir auf die Anderen schauen muessen – nicht nur auf unser Wohlergehen. Zwei Seiten spaeter ist die Situation in Turkana beschrieben, wo die Mangelernaehrung derzeit am massivsten ist. Je naeher wir zu Garissa kommen, desto trockener und heisser wird es. Wir sind auf derselben Strasse, die weiter ins groesste Fluechtlingscamp der Welt fuehrt… Dadaab, das weltweit gerade in aller Munde ist.

Nach einer langen Autofahrt erreichen wir die Stadt Garissa und treffen die Kollegen vom Kenianischen Roten Kreuz. Zuerst fahren wir gemeinsam zu einer Wasserverteilung, die etwa noch eine Stunde Autofahrt ausserhalb der Stadt stattfindet. Am Strassenrand liegen tote Tiere, hauptsaechlich Rinder, die der grossen Duerre zum Opfer gefallen sind. Es ist bedrueckend still im Auto…

Kurz spaeter sind wir an der Stelle, wo bereits ein Lastwagen (vollgefuellt mit Wassertanks) steht und der Schlauch ausgeladen wird, um den Tank mit Wasser aufzufuellen. Viele Menschen sind bereits versammelt und warten geduldig mit ihren Kanistern darauf, bald wieder mit Wasser heim zu gehen. Esel werden mit vollen Kanistern beladen und die Kinder versammeln sich rund um uns.

Es ist heiss, und weit und breit sieht man verdoerrte Baeume und Sand. Die Menschen sind freundlich, laecheln uns an und ich freue mich, dass sie Wasser bekommen.

Kurz darauf begleiten wir das Kenianische Rote Kreuz zu einem Erfolgsprojekt – Tana River (siehe Blog: Kenianische Erfolgsgeschichte). Es ist eine Stunde mit dem Auto entfernt, und ploetzlich – nach so viel Sand, toten Tieren am Wegrand und drueckender Hitze – ist man im satten Gruen: Mangobaeume, Tomatenpflanzen, Papaya – all das waechst und gedeiht hier.

Das Projekt soll bald erweitert werden und zusaetzliche 6000 Familien sollen dort Lebensmittel anbauen und sich selbst versorgen koennen.
Wie schoen waere es, wenn noch mehr Familien sich am Fluss dort ansiedeln koennten, Wasser zur Verfuegung haetten und die Anbaumethoden lernen, um gut leben zu koennen… wenn ich einen Wunsch frei haette heute, dann waere es genau dieser: noch mehr dieser Projekte!