Europäische Solidarität: Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Der Europäische Zivilschutzmechanismus (EU/CP-Mechanismus) ist eine Möglichkeit für die Zusammenarbeit von Mitgliedstaaten im Rahmen von Zivilschutz- und Katastrophenhilfeeinsätzen. Eine Informations- und Koordinationsstelle (das Emergency Response Coordination Center, ERCC) unterstützt hier die Mitgliedstaaten des Mechanismus, das sind die EU-Mitglieder und weitere Staaten (Island, Montenegro, Norwegen, Serbien und Mazedonien) und stellt bei Bedarf auch ein Spezialistenteam, das Koordinations- oder Assessment-Aufgaben vor Ort wahrnehmen kann. (Infoseiten im Rotkreuz-Portal zum Katastrophenmanagement)

Europäische Zivilschutzteams tragen die charakteristischen blauen Westen

Europäische Zivilschutzteams tragen die charakteristischen blauen Westen

Das Österreichische Rote Kreuz hat mehrere Expertinnen und Experten, die im Rahmen dieses Mechanismus als Expertinnen und Experten ausgebildet sind. Diese fuhren in den vergangenen Jahren – ausgestattet mit den charakteristischen blauen Westen mit goldenen Sternen – auch immer wieder im Auftrag der Republik Österreich auf EU/CP Missionen, um innerhalb und außerhalb der Europäischen Union die Europäische Hilfe zu unterstützen und damit nicht zuletzt auch die Solidartät Österreichs praktisch unter Beweis zu stellen. Erst heuer im Frühjahr war einer meiner Kollegen in der Ostukraine, um die humanitäre Hilfe zu unterstützen.

Neben der Koordination von eintreffenden Hilfsgütern und europaweit genormter Einheiten zur (meist technischen) Hilfe vor Ort – so genannten Modulen – ist auch das Assessment, also die Beurteilung der Situation vor Ort und die Einschätzung der Bedürfnisse eine wichtige Aufgabe dieser Experten. Im Rahmen eines einwöchigen Kurses konnte ich diese wichtige Fertigkeit Anfang Juli 2015 trainieren.

Start in Bulgarien

Seminarstart in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Seminarstart in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Zunächst haben sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa in Sofia getroffen. Dort gab es zwei Tage lang theoretische Sessions zu den Grundlagen von Assessments und zu den Herausforderungen, die ein solcher Einsatz jedem einzelnen bringt. Themen waren unter anderem auch die Kultursensibilität, das Teambuilding oder der Umgang mit Medien im Einsatz. Auch der richtige Umgang mit technischem Equipment, wie GPS-Geräte, Satellitentelefon oder Satelliten-Internetverbindung war Teil des Trainings. Von nun an wurde in fixen Teams trainiert: Eine Geocaching-Übung war das Finale dieses Trainings, das Siegerteam freute sich über Süßigkeiten und eine Flasche Wein, die in einer großen Transportbox mittels Code gesichert war. Ach ja, ich war im Siegerteam 🙂

Erdbeben, Tsunami: Das Worst Case Szenario für eine Insel am Rande Europas

Das Briefing am nächsten Tag begann mit einer eMail, die jeder Teilnehmer schon in der Nacht erhielt:

please find attached the ECHO Crisis Report – CP-Message 1 regarding the earth-/ sea-quake in the eastern Mediterranean Sea this morning

Jetzt fanden wir relativ rasch in die Situation. Das Team bestimmte mich als ersten Teamleader, wir wollten aber jeden Tag im Einsatzgebiet tauschen, damit das auch jeder üben kann. Das Einsatzgebiet? Ach ja: Wir wurden nach Zypern entsendet. Nach einem Skype-Videotelefonat mit dem Leiter der dortigen Zivilschutz-Behörde, der uns die Situation vor Ort und die Struktur der zypriotischen Behörden darlegte, hatten wir noch grob zwei Stunden zur Vorbereitung. Danach ging es ins Taxi zum Flughafen. Nun waren wir alleine (also fast, denn wir hatten einen Schatten der Übungsleitung mit, der den Namen Thorsten trug) unterwegs. Am Flug waren unsere Plätze vorab schon gebucht, der Flughafen hatte zum Glück noch WLAN, um Recherchen zu machen und einiges zu planen.

Am Flug nach Zypern

Am Flug nach Zypern

Nach der Landung in Larnaca am Abend formierten wir uns und vor dem Ausgang wartete bereits ein Kamerateam (danke an der Stelle an den fabelhaften Mario Dobovisek, als Redakteur) und der Verbindungsoffizier des Zypriotischen Zivilschutzes, der uns in die Lage eingewiesen hat.

Die Übung war mehr als realistisch: Alle Mitspieler, egal ob vom Zivilschutz, von nationalen Behörden, lokalen Gemeindevertretungen, Krankenhäusern, Feuerwehren, Fieschereiämtern, … waren jene Personen, die diese Funktionen auch in der Realität ausüben. Das heißt, wenn man zum Vorsitzenden der Gemeindeverwaltung in einem Vorort von Limassol gegangen ist, so traf man genau den Vorsitzenden, der sich zwischen seinen realen Terminen Zeit für die Übung genommen hat.

Der Autor am Steuer eines zypriotischen Wagens. Wegen der britischen Geschichte fährt man hier links.

Der Autor am Steuer eines zypriotischen Wagens. Wegen der britischen Geschichte fährt man hier links.

Am Flughafen wartete zudem ein Mietwagen auf uns, mit dem wir uns zugleich auf den Weg nach Limassol machten. Unser Hauptquartier nahmen wir in einem Hotel in Limassol – kein Zufall, dass die Übungsleitung im Nachbarraum weilte. Von dort aus hatten wir Tag für Tag drei bis vier Erkundungsaufträge zu absolvieren. Auf der gesamten Insel. Unser Bild über die Katastrophe, das Ausmaß der Schäden, die Zahl der Betroffenen und auch die benötigten Unterstützungen wurden mit jedem Treffen klarer. Täglich auch ein Update mit dem ERCC in Brüssel: zunächst ein Telefongespräch und danach den täglichen Lagebericht, der dann im Normalfall an die Mitgliedsstaaten weitergeleitet wird.

Ein starkes Team

Dazwischen wurde jedes unserer Teammitglieder immer wieder interviewt – Medientraining war nämlich auch Teil des Kurses. Apropos Teammitglieder, die wurden ja noch gar nicht vorgestellt. Neben mir, dem Österreichischen Rotkreuz-Mitarbeiter waren an Bord: Roy, ein Diplomat aus den Niederlanden, der als UNDAC-Teammitglied ebenfalls am Kurs teilnahm; Edmunds, ein lettischer EU-Beamter aus der Generaldirektion für Humanitäre Hilfe, wo er für Zivilschutzagenden verantwortlich ist und Benoit, der in Brüssel als Zivilschutz-Mitarbeiter tätig ist. Ein fünftes Mitglied sagte seine Kursteilnahme am Tag des Kursbeginns leider ab.

G45i7PojvGHVtN2VWkgjT2sEL4Y0LDDxEHX5XHDrU98

Team-Feedback in Nikosia. v.l.n.r: Thorsten (Schatten), Roy, Benoit und ich. Das vierte Teammitglied verblieb im Hauptquartier zum Informationsmanagement. Im Spiegel: Monika, Schatten und Team-Building-Trainerin.

Besonders lehrreich war das Feedback, das wir uns als Team gegenseitig gaben. Nach jedem Meeting vor Ort gab es eine Feedback-Runde. Jeder schilderte, wie er selbst die Situation erlebt hat, danach gab noch unser Schatten Thorsten seinen Eindruck wieder. An zwei Tagen war zudem eine Cultural-Awareness und Teambuilding-Trainerin mit, die ebenfalls noch ihre Einschätzungen mit uns teilten. Diese 360°-Feedbacks waren mehr als wertvoll: man hatte unmittelbar Informationen über sein eigenes Wirken und über die Art, wie dieses Handeln von anderen empfunden wurde.

Informationsverarbeitung: der wesentliche Teil des Einsatzes.

Ein Mitglied unseres Teams blieb immer im Büro und war für das Informationsmanagement zuständig. Laufender Kontakt ins ERCC, Vernetzung mit dem zypriotischen Verbindungsoffizier und auch die permanente Aktualisierung der Einsatzkarten bzw. Tabellen war seine Aufgabe.

Datenaufbereitung der wesentlichen Übungsinformationen.

Datenaufbereitung der wesentlichen Übungsinformationen (Zwischenstand).

Aus diesen Daten dann auch noch Trends und Entwicklungen abzulesen und diese mit den Informationen aus anderen Quallen zu vernetzen, ist meines Erachtens fast noch interessanter, als draußen vor Ort diese Daten zu erheben. Dazu braucht es neben guten Skills in den verschiedenen Datenanalysewerkzeugen auch ein großes Prozess- und Kontextwissen in der Domäne des Katastrophenmanagements. Auch die Vorbereitung des täglichen Lageupdates, das am Abend nach Brüssel geschickt wurde, war Teil des Jobs als Informationsmanager.

Der Vorhang zu, und alle Fragen offen?

Nach vier sehr anstrengenden Tagen in Zypern endete auch dieses Training. Es war wohl eines der spannendsten, die ich bis jetzt besuchen durfte. Einerseits, weil die Situation wirklich herausfordernd war: durchgehend englischsprachig Meetings zu führen, Teams zu koordinieren, zu diskutieren oder auch Berichte zu schreiben, andererseits weil die Ergebnisse für mich selbst so wertvoll waren: laufendes Feedback zum eigenen Handeln auf allen Ebenen, Selbstreflexion mit eingeschlossen. Und, so wie das bei allen guten Ausbildungen der Fall ist, stellen sich für mich am Ende wieder mehr Fragen, als ich sie am Anfang hatte. Eine davon, vielleicht kann ich sie in meinem Blog einmal ausführlicher formulieren, ist die Erkenntnistheorie des Assessment, die Epistemologie hinter all diesen Dingen. Wie kann man verhindern, dass man sich nur manche gesellschaftliche Gruppen ansieht, wie sehr beeinflusst man als Team selbst die Ergebnisse seiner Evaluierungen, …?

Etwas wie ein Epilog

Im Feld: Viel gelernt, und alle Fragen offen?

Im Feld: Viel gelernt, und alle Fragen offen?

Dank einer längeren Wartezeit auf den Rückflug konnte ich einige dieser Fragen noch mit „unserem Schatten“ Thorsten und dem Kursleiter Wolfgang Krajic besprechen. Danke an dieser Stelle an die gesamte Kursorganisation, die hier wirklich wertvolle Arbeit geleistet hat. Danke an Mitarbeiter im Österreichischen Innenministerium (in Österreich der Koordinationspunkt für den EU/CP-Mechanismus) für die Nominierung zum Kurs.

Am Heimflug durfte ich noch gemeinsam mit einer St. Pöltner Ärztin und einer Scheibbser Krankenschwester als Ersthelfer agieren und traf nach der Landung noch nette Kollegen der Flughafenambulanz in Wien. Danke auch für Eure Unterstützung!

Ohne Kommunikation keine Führung!

einsatzbereit

Einsatzbereit im Regen unter schmalem Dachvorsprung

Situationsgerechte Kommunikation ist das Um und Auf für die Führung von Hilfseinheiten die zum Wohle der Betroffenen optimal disponiert werden müssen. In Ausnahmesituationen wie z.B. regionale oder bundesweite Blackoutszenarien, Ausfall von Internetverbindungen oder Telefonnetzen stehen die Rotkreuzhilfseinheiten aus dem Bereich ‚Telekom&IT‘ bereit, um die Helfer ‚Aus Liebe zum Menschen‚ zu unterstützen! Das Einrichten und Betreiben von lokalen Netzwerken für Einsatzstäbe oder der temporäre Betrieb von UKW-Relaisfunkstellen gehört ebenso zum Aufgabenumfang, wie der Informationsaustausch über Kurzwellenverbindungen zu mobilen Einsatzleitungen oder mit dem Bundesrettungskommando im Katastrophenhilfe- und Einsatzzentrum des ÖRK in Wien.

In allen Landesverbänden sowie dem Generalsekretariat bestehen Kurzwellengruppen mit insgesamt 56 freiwilligen Mitarbeitern. Jedes Jahr wird ein Übungs- und Fortbildungsseminar ausgerichtet, in dem Neues vermittelt und Bestehendes geübt wird. Heuer war Mitte September der Landesverband Oberösterreich mit der Bezirksstelle Steyr-Stadt unser Gastgeber.

Codan

Einschulung am Codan NGT-SR Kurzwellengerät

Unter dem Motto ‚Telekommunikation in Krisenlagen‘ stellten sich 31 Teilnehmer am Samstag den Herausforderungen, bei ungünstigsten Wetterverhältnissen an verteilten Standorten im Großraum Linz – Steyr die gestellten Aufgaben in einer realitätsnahen Fieldexercise abzuarbeiten. Bei durchgehend regenerischem Wetter mussten über die teilweise aus Notstromakkus oder Stromgeneratoren gespeisten und mit provisorischen Drahtantennen versehenen verlegbaren  Kurzwellenstationen Lageberichte, Fotos und andere Informationen direkt an  die Übungsleitstation im Katlager Linz oder über die ÖRK-eigenen Emailgateways in Feldkirch, Innsbruck und Wien versendet werden.
Wie bei jeder Übung hat es auch diesmal Erkenntnisse gegeben, die dort und da ein Nachjustieren bei Abläufen, Geräten oder Ausrüstung erforderlich machen. In Summe jedoch hat sich die Übungsleitung mit dem Ergebnis zufrieden gezeigt und das in einem Resumee zum Ausdruck gebracht.

NGT

erste Schritte mit neuer Gerätschaft

Administrative als auch fachlich relevante Vortragsthemen standen Freitag Abend und Sonntag Vormittag auf der Agenda und wurden ausgiebig diskutiert. Die anwesenden Vertreter der Landesverbände konnten nach kurzer Systemvorstellung und Einschulung je ein modernes Betriebsfunkgerät mit Dokumentation zum Betrieb in ihren festen Funkstationen in Empfang nehmen. Damit ist ein weiterer Schritt zur verbesserten Erreichbarkeit in Katastrophensituationen gesetzt.

 

Diskussionen

ausgiebige Fachdiskussionen

Als Gastredner des Generalsekretariats hat Markus Glanzer die Bedeutung des ÖRK – Kurzwellen-netzwerkes als Teil der gesamten ÖRK – Fernmeldestruktur hervorgehoben und dessen Bedeutung unterstrichen. Als eine wenig beachtete, aber umso wichtigere Ressource bezeichnet der oberösterreichische Landesrettungskommandant Christoph Patzalt in seiner persönlichen Grußbotschaft die freiwilligen Mitarbeiter der Kurzwellengruppen und würdigt deren Engagement besonders zur Unterstützung der Helfer im Katastropheneinsatz.

Eine Feedbackrunde und eine Vorschau auf das kommende Jahr war der offizielle Abschluß des Kurzwellenseminars 2014.

Ein Dankeschön für die Gastfreundschaft geht an den OÖ Landesverband und die Bst. Steyr-Stadt.

Wolf Höller

Taranis 2013: Ohne Mampf kein Kampf

Dieses alte Sprichwort, das eigentlich aus dem Militär kommt, gilt auch für die Bewältigung von Katastrophen. Über 500 Einsatzkräfte aus allen Teilen Österreichs und aus ganz Europa sind heute in Salzburg eingetroffen, um an der internationalen EU-Übung Taranis 2013 des Roten Kreuzes teilzunehmen. Obwohl die Szenarien im gesamten Bundesland Salzburg erst morgen beginnen, war bereits heute einiges zu tun.

_DSC1264

Das Bundesheer präpariert den Lagerplatz für die Teilnehmerzelte (Foto:ÖRK/NÖ/Moshammer)

Das Basislager ist in der Schwarzenbergkaserne, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schlafen dort in den eigenen Zelten. „Trotz widriger Witterungsverhältnisse konnte der Platz von den Profis des Bundesheeres noch rechtzeitig mit Radladern und schwerem Gerät benutzbar gemacht werden“, berichtet der Rotkreuz-Landesrettungskommandant und Übungsleiter Ing. Toni Holzer erleichtert.

Nachschlag für M.

Das Essen hat besonders gut geschmeckt (Foto:ÖRK/NÖ/Moshammer)

Das Essen hat besonders gut geschmeckt (Foto:ÖRK/NÖ/Moshammer)

Der Koordinator der Feldküchen, Peter Hoffellner aus Wien koordinierte mit mehreren Dutzend Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass alle Übungsteilnehmer in der Schwarzenbergkaserne auch satt wurden. „Heute haben wir über 400 Stück Schweinsstelzen fast 900 Hühnerspiesse und mehr als 400 Spiegeleier gekocht“, berichtet der Verpflegungsprofi. Die Küchenteams kommen aus Wien, Vorarlberg, Salzburg und Niederösterreich und arbeiten hervorragend zusammen. Dass die ausgegebenen Speisen hervorragend sind, sieht man daran, dass sich manche gleich mehrfach um ihr Abendessen angestellt haben: „Ich habe zunächst das Schwein probiert – wunderbar, jetzt muss ich auch noch den Hühnerspieß testen“, sagt ein Kollege mit Kärntner Akzent, der unerkannt bleiben möchte.

ExCon: Alles Roger?

Ruhe vor dem Sturm? In der Übungsleitung am Tag vor der Übung.

Ruhe vor dem Sturm? In der Übungsleitung am Tag vor der Übung.

Auch die Übungsleitung (im Milieu-Jargon: Exercise Control – ExCon) stationiert in der Landesfeuerwehrschule begann bereits heute mit der Arbeit. Die Szenarien mussten noch einmal durchbesprochen werden, Abläufe koordiniert und auch die verschiedenen

TeilnehmerInnen mussten miteinander synchronisiert werden, damit die Übung ab morgen früh reibungslos starten kann. AUch die internationalen Teilnehmer an der Übungsleitung und in den Koordinationsteams von EU und dem Roten Kreuz wurden heute informiert und zusammengespannt.

EU Taranis 2013Das Rote Kreuz richtet von 27. bis 29. Juni die EU co-finanzierte Katastrophenschutzübung „EU Taranis 2013“ im Bundesland Salzburg aus. Insgesamt werden rund 1.700 Personen aus acht Nationen an der Übung teilnehmen und an 22 Szenarien für den Ernstfall proben.

We will meet again, don’t know where, don’t know when.

Gibt es so etwas wie europäische Freund- oder Kameradschaft?

Was hat ein isländischer Katastrophenschutzbeamter, ein bulgarischer Feuerwehrmann, ein finnischer Angestellter des Innenministeriums und ein österreichischer Rotkreuz-Allrounder gemeinsam?

Beobachter bei der Übung

Beobachter bei der Übung

Sie waren alle gemeinsam auf einem Seminar des Europäischen Katastrophenschutz-Mechanismus im Februar 2012 in Revinge. We’ll meet again haben wir damals gesagt – und wir haben uns wieder getroffen: auf einer finnischen Übung zum Thema „Cold Conditions“, also zum Arbeiten in großer Kälte.

Der Katastrophenschutz, oder „Zivilschutz“ –  also Civil Protection, wie es auf „europäisch“ heißt – ist eine grundsätzliche Aufgaben der EU-Mitgliedsstaaten, in Österreich nach der Bundesverfassung sogar Länderaufgabe, die in einem eigenen Mechanismus (SKKM) bundesweit zwischen den unterschiedlichen Organisationen koordiniert wird. Der Europäische Mechanismus (oder EU/CP) versucht die Mitgliedsstaaten in der Koordination zu unterstützen, das passiert durch Standards (in Prozessen, Equipment oder Modulen) und durch Übungen/Trainings sowie durch Unterstützung regionaler Ressourcen. Die im Juni stattfindende Übung Taranis 2013 in Salzburg ist eine derartige EU/CP-Übung, die vom Österreicischen Roten Kreuz Landesverband Salzburg veranstaltet wird.

Diese Aufgabe der europäischen Behörden ist inzwischen ein Teil der Aufgaben der Europäischen Behörde für humanitäre Hilfe (ECHO), die außerdem für die humanitäre Hilfe Europas verantwortlich ist und die finanziellen Mittel der Europäischen Union für Entwicklingszusammenarbeit koordiniert.

Ja, das ist alles ein wenig sperrig, juristisch und weit weg. Es ist aber das Framwork für die Community, bestehend aus Expertinnen aus unterschiedlichsten Bereichen, die in ganz Europa einsatzbereit sind, um bei Katastrophen in den Einsatz zu gehen. Ihre AUfgabe vor Ort ist die Europäische Hilfe zu unterstützen und ihre Koordination anzubieten. Diese Community wird in unterschiedlichen Kursen und Seminaren ausgebildet, Seminare, die es in sich haben, denn die Katastrophen, für die sie ausgebildet werden haben es auch in sich. Diese Expertinnen – alle haben sie EU-blaue Jacken mit goldgelben Sternen – die so genannten“Vests“ – treffen einende immer wieder, denn es ist eine relativ kleine Anzahl an Personen, die in den Einsatz oder zu Übungen entsendet werden.

Mike Wolf

Rotkreuz-Delegierter Mike Wolf als UNDAC-Experte in Finland (Handyfoto)

 

Bei dieser Übung der EUCC II Übung im FInnischen Kuopio waren zudem auch die Kollegen des UN-Hilfemechanismus (UNDAC) mit bei der Übung, um den integrierten Erkundungseinsatz praktisch zu trainieren. Unter den UNDAC-Members zwei bekannte Gesichter: Vidir aus Island (s.o.) und mein Kollege Mike Wolf vom Österreichischen Roten Kreuz. Ich selbst durfte mir als Observer einerseits die Übung selbst und andererseits die Finnischen Katatstrophenschutz-Strategien ansehen, um diese Ideen auch in Österreich einfliessen zu lassen.

Vidir (UNDAC) bei der Lageerkundung

Vidir (UNDAC) aus Island  bei der Lageerkundung

Am Rande dieser Übungen kommt man dazu, sich gegenseitig upzudaten, wenn man nicht sowieso über Facebook vernetzt ist: Welche Kurse man inzwischen gemacht hat, welche Einsätze. Und bei jedem dieser Treffen kommen neue Gesichter dazu, neue Freunde (oder Kameraden), die man in Zukunft an anderer Stelle begegnen wird: Don’t know where, don’t know when. But i am shure: We will meet us again …

Besucher, Abbau und Heimreise, Tag 4 und Tag 5 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

24. und 25. Mai 2012

Nach unserem erfolgreichen Umzug, warteten wir am 4. Tag im „neuen“ Einsatzgebiet auf die Delegationen und Besucher. Fast pünktlich wurden sie dann auch mit einem Reisebus in das Übungsgebiet gebracht und besuchten auch die Trinkwasseraufbereitung.

TWA 4

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Was uns so interessant machte wahr wohl der Umstand, dass wir ein multinationales Rotkreuz-Team waren. Etwas, das im Kontext des Zivilschutzmechanismus wohl noch nicht bekannt und alltäglich war. Nach rund 20 Minuten war die Show vorbei und die Besucher wieder verschwunden.

THW Boot

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Ein Zuckerl für uns, bevor wir alles abbauten, war die Vorführung des THW.  Ein THW Boot wurde mit einem Super-Puma Helikopter in den See gehoben. Man sieht nicht jeden Tag fliegende Boote :)! Nach der Show war zusammenpacken angesagt.  Die Anlage, der Tank und das Zelt war rasch verpackt und auf den LKW verladen. Anschließend ging es zurück in das Base Camp zur offiziellen „Closing Ceremony“ und zur Übergabe der Urkunden.

Zum Abschluss gab es am Abend ein nette Grillerei mit kroatischen Spezialitäten und letzte Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit den anderen Teams. Ein gelungener Abend als Ausklang für eine nette Übung (mit Verbesserungspotential)! Am 5. Tag und nach Abbau des Rotkreuz-Camps ging es dann 4 Stunden über die Autobahn zurück nach Österreich, zurück in den Alltag.

Zum Abschluss möchte ich Euch etwas nicht vorenthalten! Den Emergen(c)y Alert, also die Notfall-Alarmanlage im Camp. Was es ist, kann man selbst erkennen 🙂 🙂 (Wenn nicht, Stichwort Schubkarre/Scheibtruhe, etwas zweckentfremdet)! Es gab noch eine Metallstange als Alarmgeber dazu. Und es hat funktioniert…

Alarmanlage

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Wasseraufbereitung, Tag 2 und Tag 3 – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

22. und 23. Mai 2012

Morgens nach dem Frühstück brachen wir in das Übungsgelände auf. Unser Ziel für den 2. und 3. Tag war das Errichten der Trinkwasseraufbereitungsanlage und die Produktion von Trinkwasser für das fiktive Katastrophengebiet. Verwendet wurden dafür die beiden Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA 4 und TWA 6) unserer kroatischen Kollegen/innen.

Zeltaufbau

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Für realistische Übungsbedingungen sorgte auch das Wetter, da es bereits in der Nacht geregnet hatte und auch tagsüber keine Besserung in Sicht war. Die Zufahrtswege und das Gelände verwandelte sich zunehmend in Schlamm und Morast. Aus diesem Grund wurden zuerst die Zelte aufgestellt, um die restlichen Materialien vor dem Wetter schützen zu können. Anschließend wurden beide Trinkwasseraufbereitungsanlagen und die Tanks aufgestellt. Am Nachmittag konnte dann bereits mit beiden Anlagen Trinkwasser produziert werden. Die mitgeführten Tanks (1x 1.000l, 1 x 5.000l und 1 x 10.000l) wurden mit sauberem Trinkwasser aufgefüllt.

TWA Aufbau

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Ob das Wasser auch tatsächlich abgeholt werden würde, wussten wir jedoch noch nicht (Es stellte sich am Ende der Übung heraus, dass lediglich ein Schlauchboot mit dem produzierten Wasser gewaschen wurde 🙂 ). Am Abend des 2. Tages ging es dann zurück in das Base Camp und am 3. Tag in der Früh wieder raus ins Übungsgebiet. Während der Nachtstunden wurde die Anlage von einer Security-Firma bewacht.

Tag 3 brachte uns einige an Überraschungen. Bei der morgendlichen Einsatzbesprechung erfuhr unser Teamleader, dass das Water Purification Team für den nächsten Tag (Tag 4) in ein anderes Übungsgebiet umziehen muss. Die Wetterlage hatte sich soweit verschärft, dass die Delegationen und Besucher nicht in  das Übungsgebiet kommen können.

Matsch und Schlamm

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Zu viel Schlamm für die sauberen Schuhe! 🙂 Und wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, dann muss halt der Berg umziehen…

Gleich am Morgen des 3. Tages wurde die TWA 4 abgebaut und zum Umzug verladen. Das halbe Team zog mit der Anlage um und baute diese am neuen Standort wieder auf. Der Rest des Teams blieb noch am alten Standort und baute dort die TWA 6 ab, reinigte alles und die gesamte Anlage wurde fix und fertig auf dem LKW verpackt. Ein weiterer Einsatz bei dieser Übung wurde nicht mehr in Betracht gezogen. Auch von der Übungsleitung wurde bestätigt, dass eine Anlage zum „Herzeigen“ genügt.

Die neue Location lag rund 10 Kilometer entfernt an einem Bagger-See.

Neues TWA Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Die Zufahrtswege waren alle gut ausgebaut und die Plätze mit Schotter fixiert. Also perfekt für Beobachter geeignet :)! Am späten Nachmittag trafen beide Team-Teile wieder zusammen und es wurde noch der Ablauf des nächsten Tages besprochen.  Am Abend ging es wieder zurück ins Base-Camp und zum „Socializing“ mit den anderen Teams.

Ankunft in Rakitje, Zagreb – Übung “IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise”

Leider war die Internetverbindung in Rakitje nicht die Beste und daher komme ich erst jetzt zum Bloggen.

Montag, 21. Mai 2012

Nach einer 4-stündigen Fahrt auf der Autobahn und nur einmal falsch abbiegen, erreichten wir das „Warehouse“ des Kroatischen Roten Kreuzes in Zagreb. Hier trafen wir alle kroatische und slowenische Kollegen/innen für die gemeinsame Weiterreise in das Übungsgebiet. Vom Warehouse fuhren wir im Konvoi in das Übungsgebiet nach Rakitje. Rakitje ist ein Vorort im Süd-Westen von Zagreb. Bei unserem ersten Kontakt mit den Behörden im Übungsgebiet, wurde der „Host Nation Support“ – eine Art Rezeption für internationale Hilfsmannschaften –  simuliert.

Unser Camp

Foto: ÖRK/Markus Glanzer

Hier erhielten wir unsere ersten und auch noch sehr ungenauen Informationen. Unsere ersten Aufgaben: 1) Base Camp finden und 2) Assessment im Übungsgebiet durchführen. Nach erfolgreicher Suche nach dem Base Camp, konnten unsere Unterkünfte für die nächsten Tage rasch errichtet werden. Unser „Rotkreuz-Camp“ im Camp bestand aus 4 Zelten (3 Schlafzelte und 1 Zelt für soziale Aktivitäten), mitten im eigentlichen Camp des ETS-Modules (Emergency Temporary Shelter) von THW (Technisches Hilfswerk Deutschland)  und MSB (Swedish Civil Contingencies Agency).

Ein Teil des Teams war für die Einrichtung unseres Camps verantwortlich und der andere Teil führte das Assessment durch. Mit dabei im Assessment-Team waren Ico unser Teamleader, Mike unser Deputy Teamleader, Ana unser Liaison Officer für LEMA (Local Emergency Management Authority) und ich als Liaison Officer für das OSOCC (On-Site Operations Coordination Centre). Ausgerüstet mit Kartenmaterial, GPS und Kamera fuhren wir in das fiktive Katastrophengebiet.

Assessment

Foto:ÖRK/Markus Glanzer

Der On-Site Commander gab uns ein erstes Briefing für das Water Purification Team. Aufgrund des anhaltenden Regens trat der an Rakitje vorbeifließ?ende Fluss über die Ufer und hat die gesamte Gegend überschwemmt. Mehr als 1000 Häuser standen vollständig unter Wasser und rund 40.000 Einwohner/innen wurden evakuiert.

Nach Beendigung des Assessment und Rückkehr in das Camp, wurden die restlichen Kollegen/innen über die Situation informiert. Ico gab uns noch kurz die Instruktionen für den Folgetag und dann ging unser erster Übungstag mit der offiziellen Eröffnungszeremonie zu Ende.

 

Wenn Kroatien in den Fluten versinkt! – Übung „IPA CRO-FLOODS 2012 Field Exercise“

Schwere Regenfälle im Norden und Nord-Westen des Landes, Überflutungen rund um Zagreb, rund 1000 Industrie- und Wohngebäude stehen unter Wasser, es gibt tote und vermisste Personen und Kroatien wendet sich mit einem Hilfeersuchen an die Europäische Union.

So lautet die Übungsannahme für eine internationale Übung im Bereich von Zagreb, die vom 21. – 25. Mai 2012 über die Bühne geht. Das Österreichische Rote Kreuz nimmt als Teil eines multinationalen EU-Moduls, gemeinsam mit dem Kroatischem und Slowenischen Roten Kreuz, an dieser Übung teil. Die Aufgabe dieses „Water Purification Module“ besteht in der Wasseraufbereitung im fiktiven Katastrophengebiet. Mein Beitrag im Team ist die Position des „Liaison Officer“, sozusagen das Verbindungsglied zu anderen Modulen, anderen Organisationen und den lokalen Behörden. Am Montag, den 21. Mai frühmorgens, geht es los. Nach einem ersten Briefing im Generalsekretariat des ÖRK brechen wir Richtung Kroatien auf, wo wir mit dem restlichen Team und unserem Team Leader  zusammentreffen.

Je nach vorhandener Internetverbindung im „Katastrophengebiet“ werde ich ein paar Bilder und Beiträge zur Übung hier im Einsatz-Blog posten. Jetzt muss ich mich aber noch vorbereiten, meine Sachen zusammenpacken und meinen Regenschutz suchen, denn für nächste Woche ist tatsächlich Regen in der Region angesagt. Es warten also realistische Übungsbedingungen auf uns! 😉

 

 

tempest09 Einsatz in der Steiermark.

Vergangenes Wochenende wurde in der Steiermark die Rotkreuz-Bundesübung 2009 durchgeführt. Rotkreuz-Hilfseinheiten aus ganz Österreich waren bei den verschiedensten Szenarien im Einsatz, die beginnend mit Donnerstag in der Nacht in der gesamten Steiermark stattgefunden haben.
Hier will ich nun die verschiedenen Informationen aus dem steirischen Rotkreuz-Landesstab publizieren, damit Ihr einen Überblick über den Ablauf dieser Übung habt.
Danke an dieser Stelle an das Steirische Rotkreuz-Landesrettungskommando, das die Übung hervorragend geplant und durchgeführt hat!

Die erste Info-Nachricht aus Graz lautete:

Donnerstag, 17. September 12:25:

Die Bundesübung Tempest 09, in der die gesamte Steiermark beübt wird, hat begonnen! Eine aktuelle Lagemeldung wurde an alle Bezirksrettungskommanden sowie an das Bundesrettungskommando entsandt. Aus dem Landesverband Vorarlberg sind mittlerweile drei Rotkreuz-Hilfseinheiten beauftragt. Ein Verbindungsoffizier des Bundesrettungskommandos aus Wien ist ebenfalls bereits in die Steiermark unterwegs.

Einen Tag später waren die Informationen schon dichter:

Freitag, 18. September 12:00:

Die Bundesübung Tempest 09 geht in die heiße Phase!

Zwei Chinareisenden aus dem Gebiet um die Provinz Qinghai im Nordwesten Chinas (an der Grenze zu Tibet) wurden mit Verdacht auf Lungenpest in das LKH-West eingewiesen. Die 12 Kontaktpersonen aus dem Flug von Frankfurt nach Graz die mit in der Maschine waren wurden in der Quarantänestation in Graz per behördlichem Bescheid untergberacht und werden dort mit Unterstützung von KIT- und GSD Mitarbeitern aus Graz betreut. Die Einheit „Transport/Logistik Wien“ ist zur Evalierung des Martialbedarfs bereits auf dem Weg ins Quarantänelager.

Führungsgrundgebiet 7a informierte die Krankenhäuser über aktuelle Schadenslagen, der Auftrag für die Erreichbarkeit des Personals der Krankenanstalten für ev. größere Schadensereignisse sicherzustellen wurde erteilt.

„MobSan. Niederösterreich“ und weitere RKHE-Einheiten wurden in den aktiven RKT-Dienst eingegliedert, die „Mobile Beleuchtung Vorarlberg“ war in Liezen aufgrund von simulierten Stromausfällen im Einsatz.

Das Krankenhaus Mariazell muß wegen schwerer Sturmschäden evakuiert werden.

Krankenhäuser im Umfeld werden auf Bettenkapazität durch die Landesleitstelle für die Übernahme der Patienten aus dem KH Mariazell abgefragt.

Einheiten aus Niederösterreich unterstützen beim Transport der zu transportierenden Patienten vor Ort.

Die Bezirkshauptmannschaft Feldbach meldet Beeinträchtigungen der Patientenversorgung im Krankenhaus Feldbach. Das Rote Kreuz bereitet einen Unterstützungseinsatz vor. Der Raum Feldbach wird voraussichtlich ab 12:00 aufgrund massiver Überschwemmungen nicht erreichbar sein.

Auf der Soboth wurde eine Pfadfindergrupppe vom Sturm überrascht, etwa 50 Jugendliche mußten gesucht und anschließend versorgt werden.

Man kann sich schon vorstellen, dass hier einiges an Arbeit zu erledigen war. Da es sich nicht um eine Tabletop-Übung gehandelt hat, waren die Einheiten in Realität vor Ort. Das heisst auch, dass die jeweiligen Bezirkskommandanten dafür zu sorgen hatten, dass die unterstellten Einheiten verpflegt und versorgt wurden.

Auch die Katastrophenschutzbehörden des Landes Steiermark waren mit in der Übung:

Freitag, 18. September 2009: 12:30:

Tempest09 Übung/Feststellung einer Katastrophe!

Aufgrund der derzeitigen Gesamtsituation wurde vom Landeskoordinationsausschuss über die A20 Katastrophenschutz und Landesverteidigung für die nach derzeitiger Übungslage betroffenen Bezirke die Katastrophe ausgerufen.

Im Laufe des Freitags verdichteten sich die Szenarien um am Samstag zum Höhepunkt im Großraum Graz zu zusteuern:

Samstag, 19. September 13:00 Uhr:

Die Nachtstunden wurden zum Tag – Tag 2 der Tempest 09

Nachdem am Freitag vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung der Katastrophenalarm ausgelöst wurde, kam noch mehr Bewegung in den Übungsverlauf.

Gegen Freitag-Mittag setzte sich die Unglücksserie in Deutschlandsberg fort und gipfelte in einem schweren Verkehrsunfall. Zeitgleich wurden das LKH Mariazell evakuiert und eine Patientennotversorgung vor dem LKH Feldbach eingerichtet.

Der Grundtenor bei all diesen Einsätzen: die Zusammenarbeit der Rot-Kreuz-Kräfte aller Bundesländer funktionierte hervorragend. Die Einsatzleitungen der Bezirke konnten wertvolle Erfahrungen bei der Führung der RKHE’s gewinnen.

Ohne Verschnaufpause mußten in den späten Nachmittagsstunden bis in die Nacht hinein ein gewaltiges Zugsunglück in Knittelfeld, verunfallte Besucher zweier Höhlen im Bezirk Weiz, Verschüttete nach einem Murenabgang auf der Planeralm und kurz nach Mitternacht in Leoben unzählige Schwerverletzte nach einem Halleneinsturz versorgt werden. Die Nachtstunden wurden für alle RK-Einsatzkräfte zum Tag.

Zur Stunde bewältigen wir seit den frühen Morgenstunden weitere Großschadensereignisse am Erzberg, im BHB Kainbach und am und im Schloßberg.

Der große Abschluß der Tempest steht kurz bevor: alle RKHE’s der Bundesländer sowie Abordnungen der Bezirksstellen treffen sich am späten Nachmittag am Karmeliterplatz in Graz und ihnen wird von Vertretern der Politik und des Roten Kreuzes für ihre großartige und bisher bei einer Übung beispiellose Einsatzbereitschaft über drei Tage gedankt.

Fotos zum Thema hier.

AUSTRIAN DECON TEAM – MISSION ACCOMPLISHED !!!

Hallo, heute schreibt nicht unser Erwin, der sich bisher bemüht hat, Euch auf dem neuesten Stand zu halten. Wir wollen ihn entlasten und melden uns als Deko Team Austria!

Dazwischen einige Bilder.

SAR Croatia  (Search and Rescue)CRO

Am frühen Nachmittag haben uns Erwin und Franz auf der Fahrt von der Donau nach Sibiu nach einem wilden Ritt hinter rumänischer Polizei „auf unserem Karpatenparkplatz“ eingeholt. Gemeinsam ging es über Sibiu hierher nach Arad.

Nach einer über 700 km langen, für die Fahrer sehr anstrengenden Fahrt, sitzen wir endlich gemütlich bei einem warmen Essen.

Ingrid hat ihr erstes Lager überlebt!!!!!! Es war großartig!!

Manche sind etwas schlapp und müssen den Flüssigkeitsverlust mit der Elektrolytlösung der Marke Beck’s wieder auffüllen.

Spezialisten des deutschen THW mit Plasmaschneidern zum Räumen einer blockierten Straße. THW

Die Übung war Klasse!!  Dieses Land hat ungeheure Gegensätze und endlos viele Möglichkeiten verschiedene Szenarien durchzuspielen.

Endlich kein Feldbett mehr sondern ein feines Hotel! Ein Hoch der rumänischen Gastfreundschaft!

Die Übung hat Spuren hinterlassen.

Wir sind mit gemischten Gefühlen hergefahren und fahren positiv gestimmt wieder nach Hause. Alle waren freundlich, überall gab es Hilfe, wenn sie nötig war!

Großes (Sirenen)geheule beim Abschied von den Ungarn und dem deutschen THW.

Einige Kommandanten und Verbindungsoffiziere ( Kroatien, Ungarn, Österreich, Bulgarien)LO_TL

Leider konnten wir die Landschaften nicht genießen, weil wir in halsbrecherischer Fahrt über die rumänischen Straßen gehetzt wurden.

Über unsere Convoybegleiter: Eigentlich ist auf der Straße kein Platz – wir fahren trotzdem!!!!

Rumänische RK-Sanitäter bergen mit Ungarn zusammen ein Erdbebenopfer !USAR

Es freut uns, dass wir international gesehen einen guten (sehr guten laut Observer) Eindruck hinterlassen konnten.

Auch wenn es anstrengend war, würden wir wieder gerne zu so einer Übung eingeladen werden. Bis dann!

Euer Deko Team Austria!