We will meet again, don’t know where, don’t know when.

Gibt es so etwas wie europäische Freund- oder Kameradschaft?

Was hat ein isländischer Katastrophenschutzbeamter, ein bulgarischer Feuerwehrmann, ein finnischer Angestellter des Innenministeriums und ein österreichischer Rotkreuz-Allrounder gemeinsam?

Beobachter bei der Übung

Beobachter bei der Übung

Sie waren alle gemeinsam auf einem Seminar des Europäischen Katastrophenschutz-Mechanismus im Februar 2012 in Revinge. We’ll meet again haben wir damals gesagt – und wir haben uns wieder getroffen: auf einer finnischen Übung zum Thema „Cold Conditions“, also zum Arbeiten in großer Kälte.

Der Katastrophenschutz, oder „Zivilschutz“ –  also Civil Protection, wie es auf „europäisch“ heißt – ist eine grundsätzliche Aufgaben der EU-Mitgliedsstaaten, in Österreich nach der Bundesverfassung sogar Länderaufgabe, die in einem eigenen Mechanismus (SKKM) bundesweit zwischen den unterschiedlichen Organisationen koordiniert wird. Der Europäische Mechanismus (oder EU/CP) versucht die Mitgliedsstaaten in der Koordination zu unterstützen, das passiert durch Standards (in Prozessen, Equipment oder Modulen) und durch Übungen/Trainings sowie durch Unterstützung regionaler Ressourcen. Die im Juni stattfindende Übung Taranis 2013 in Salzburg ist eine derartige EU/CP-Übung, die vom Österreicischen Roten Kreuz Landesverband Salzburg veranstaltet wird.

Diese Aufgabe der europäischen Behörden ist inzwischen ein Teil der Aufgaben der Europäischen Behörde für humanitäre Hilfe (ECHO), die außerdem für die humanitäre Hilfe Europas verantwortlich ist und die finanziellen Mittel der Europäischen Union für Entwicklingszusammenarbeit koordiniert.

Ja, das ist alles ein wenig sperrig, juristisch und weit weg. Es ist aber das Framwork für die Community, bestehend aus Expertinnen aus unterschiedlichsten Bereichen, die in ganz Europa einsatzbereit sind, um bei Katastrophen in den Einsatz zu gehen. Ihre AUfgabe vor Ort ist die Europäische Hilfe zu unterstützen und ihre Koordination anzubieten. Diese Community wird in unterschiedlichen Kursen und Seminaren ausgebildet, Seminare, die es in sich haben, denn die Katastrophen, für die sie ausgebildet werden haben es auch in sich. Diese Expertinnen – alle haben sie EU-blaue Jacken mit goldgelben Sternen – die so genannten“Vests“ – treffen einende immer wieder, denn es ist eine relativ kleine Anzahl an Personen, die in den Einsatz oder zu Übungen entsendet werden.

Mike Wolf

Rotkreuz-Delegierter Mike Wolf als UNDAC-Experte in Finland (Handyfoto)

 

Bei dieser Übung der EUCC II Übung im FInnischen Kuopio waren zudem auch die Kollegen des UN-Hilfemechanismus (UNDAC) mit bei der Übung, um den integrierten Erkundungseinsatz praktisch zu trainieren. Unter den UNDAC-Members zwei bekannte Gesichter: Vidir aus Island (s.o.) und mein Kollege Mike Wolf vom Österreichischen Roten Kreuz. Ich selbst durfte mir als Observer einerseits die Übung selbst und andererseits die Finnischen Katatstrophenschutz-Strategien ansehen, um diese Ideen auch in Österreich einfliessen zu lassen.

Vidir (UNDAC) bei der Lageerkundung

Vidir (UNDAC) aus Island  bei der Lageerkundung

Am Rande dieser Übungen kommt man dazu, sich gegenseitig upzudaten, wenn man nicht sowieso über Facebook vernetzt ist: Welche Kurse man inzwischen gemacht hat, welche Einsätze. Und bei jedem dieser Treffen kommen neue Gesichter dazu, neue Freunde (oder Kameraden), die man in Zukunft an anderer Stelle begegnen wird: Don’t know where, don’t know when. But i am shure: We will meet us again …