… bis zum naechsten Mal, Kenia

Hier sitze ich wieder… am Flughafen… dieses Mal in Nairobi. Im kleinen Kaffeehaus haengt ein Plakat:”Kenia fuer Kenia – Unterstuetzen Sie das Kenianische Rote Kreuz mit Ihrem Kaffee.“

Java Coffee House gibt die naechsten 2 Monate pro konsumierten Kaffee 10 kenianische Schilling fuer Kenia fuer Kenia.

In einem Souvenirladen, der bereits um 4 Uhr frueh offen hat, ist eine Spendendose fuer das Kenianische Rote Kreuz aufgestellt. Der Verkaeufer erzaehlt mir, dass das Rote Kreuz gute Arbeit leistet und er hofft, dass es den Menschen im Norden/Nordosten bald besser geht.

“Es ist schon zu lange ein Problem im Norden. Hoffentlich weiss die Welt jetzt, wie wichtig es ist, auch in Kenia zu helfen.”

Ja… das hoffe ich auch.

Der Abschied von Kenia faellt mir schwerer als ich gedacht habe – war ich doch nur 2 Wochen vor Ort. Es war eine unglaublich intensive Zeit und die KollegInnen vom Kenianischen Roten Kreuz sind mir in dieser kurzen Zeit bereits sehr ans Herz gewachsen. Manchmal braucht das nicht lange…

Ich hoffe sehr, dass es den Menschen im Norden/Osten besser geht bei meinem naechsten Keniabesuch (wann auch immer das sein wird) und freu mich schon jetzt, bald wieder “Karibu” (Willkommen) zu hoeren.

Wie die Kenianer so schoen sagen “Hope to see you again”.

Liebe Gruesse,
Martha

Wasser in Garissa


Heute fuhren wir raus aus Nairobi und waren ca. 7 Stunden spaeter in Garissa. Kaum verlaesst man die Grosstadt, wo von Trockenheit und Hitze nichts zu spueren ist, ist die Vegetation schon eine ganz andere. Immer mehr sieht man, dass es schon lange nicht mehr geregnet hat in der Region. Ich lese die Zeitung und lese einen sehr beruehrenden Artikel einer Kenianerin, die ueber Solidaritaet schreibt. Sie sagt, dass es wichtig ist, mit zu fuehlen fuer das eigene Volk und wir auf die Anderen schauen muessen – nicht nur auf unser Wohlergehen. Zwei Seiten spaeter ist die Situation in Turkana beschrieben, wo die Mangelernaehrung derzeit am massivsten ist. Je naeher wir zu Garissa kommen, desto trockener und heisser wird es. Wir sind auf derselben Strasse, die weiter ins groesste Fluechtlingscamp der Welt fuehrt… Dadaab, das weltweit gerade in aller Munde ist.

Nach einer langen Autofahrt erreichen wir die Stadt Garissa und treffen die Kollegen vom Kenianischen Roten Kreuz. Zuerst fahren wir gemeinsam zu einer Wasserverteilung, die etwa noch eine Stunde Autofahrt ausserhalb der Stadt stattfindet. Am Strassenrand liegen tote Tiere, hauptsaechlich Rinder, die der grossen Duerre zum Opfer gefallen sind. Es ist bedrueckend still im Auto…

Kurz spaeter sind wir an der Stelle, wo bereits ein Lastwagen (vollgefuellt mit Wassertanks) steht und der Schlauch ausgeladen wird, um den Tank mit Wasser aufzufuellen. Viele Menschen sind bereits versammelt und warten geduldig mit ihren Kanistern darauf, bald wieder mit Wasser heim zu gehen. Esel werden mit vollen Kanistern beladen und die Kinder versammeln sich rund um uns.

Es ist heiss, und weit und breit sieht man verdoerrte Baeume und Sand. Die Menschen sind freundlich, laecheln uns an und ich freue mich, dass sie Wasser bekommen.

Kurz darauf begleiten wir das Kenianische Rote Kreuz zu einem Erfolgsprojekt – Tana River (siehe Blog: Kenianische Erfolgsgeschichte). Es ist eine Stunde mit dem Auto entfernt, und ploetzlich – nach so viel Sand, toten Tieren am Wegrand und drueckender Hitze – ist man im satten Gruen: Mangobaeume, Tomatenpflanzen, Papaya – all das waechst und gedeiht hier.

Das Projekt soll bald erweitert werden und zusaetzliche 6000 Familien sollen dort Lebensmittel anbauen und sich selbst versorgen koennen.
Wie schoen waere es, wenn noch mehr Familien sich am Fluss dort ansiedeln koennten, Wasser zur Verfuegung haetten und die Anbaumethoden lernen, um gut leben zu koennen… wenn ich einen Wunsch frei haette heute, dann waere es genau dieser: noch mehr dieser Projekte!

Unterwegs im Nordosten Kenias

Landwirtschaft, Lebensmittel- und Wasserverteilungen

Seit heute bin ich wieder retour in Nairobi. Die letzten Tage waren sehr intensiv und ich bin voll mit Eindruecken aus Garissa und Wajir. Es waren nur 4 Tage und es fuehlt sich so an, als waere ich wochenlang unterwegs gewesen. In Garissa haben wir das Tana River Projekt (siehe vorhergehenden Blog) angeschaut sowie ein Waisenheim fuer Buben (es wird davon ausgegangen, dass verwaiste Maedchen viel schneller bei Familienmitgliedern wie Tanten/Onkel untergebracht werden) und Schulen. In zwei Schulen konnten wir die Initiative zum Anbau von Lebensmitteln vom kenianischen Roten Kreuz sehen. Gewaechshaeuser (eines kostet ca. 160o US Dollar) werden neben den Schulen aufgebaut, um die Kinder und ihre Familien mit den wichtigsten Lebensmitteln versorgen zu koennen. Da wachsen Tomaten, Mais, Melonen und es zeigt, wie mittel-laengerfristig die Leute in dieser Gegend versorgt werden koennen. Lebensmittel- und Wasserversorgung sind die zentralen Themen hier in Garissa, aber zumindest gibt es den Fluss Tana, der den Menschen Wasser bietet.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Menschen hier Nomaden sind/waren. Sie ziehen mit ihren Tieren weiter, auf der Suche nach Weideland, was jetzt sehr sehr schwierig geworden ist. In vielen Gegenden hat es seit 1.5-2 Jahre (oder noch laenger) nicht geregnet und die menschen warten hart darauf.

Zwei Tage spaeter – nachdem wir Landwirtschaftsprojekte, Lebensmittelverteilung in Schulen sowie Wasserverteilungen gesehen haben, fahren wir weiter nach Wajir. Nach einer guten Minute asphaltierter Strasse geht es 7 Stunden auf einer Sandstrasse quer durch die Wueste. ich habe so ein Landbild noch nie gesehen. Es ist heiss, trocken und man sieht oft ueber eine Stunde keinen Menschen, kein Tier – nur Sand und vertrocknete Baeume. Ich sitze hinten in unserem Landcruiser und es schuettelt mich durch – von oben bis unten.

In Wajir angekommen, wird schnell ein Team vom kenianischen Roten Kreuz zusammen getrommelt, das mit uns in eines der Doerfer faehrt. Die Menschen hier in Pangal leben seit 5 Jahren hier. Es sind ehemalige Nomaden, die sich hier niedergelassen haben. Viele Maenner sind mit dem verbliebenen Vieh unterwegs – auf der Suche nach Wasser. Zurueck in Pangal sind etwa 300 Menschen.

Fatima Abdil kocht fuer alle dort – sie bekommt die Lebensmittel dazu von verschiedenen NGO’s. In Pangal sind die Menschen von Hilfe abhaengig. Sie wuerden gerne Landwirtschaft erlernen – das kenianische Rote Kreuz unterstuetzt die Menschen hier, derzeit mit Lebensmitteln fuer die Kinder.

Medizinische/Gesundheitliche Unterstuetzung

Am naechsten Tag geht’s weiter Richtung Garissa (da die Strasse von Wajir nach Garissa „besser“ ist als die direkt nach Nairobi, entscheiden wir uns dafuer). Auf dem Weg zeigen uns die Kollegen vom kenianischen Roten Kreuz ein Dorf, das ab 22.8. (also ab morgen) medizinische/gesundheitliche Unterstuetzung bekommen wird. Das Outreach Team besteht aus verschiedenen Experten (u.a.: Ernaehrungsberater, Krankenschwestern, psychosozial geschultes Personal etc.). Es freut mich besonders, dass psychosoziale Betreuung fuer DorfbewohnerInnen sowie das Kenianische Rotkreuz Team vorhanden sein wird. Sie werden viel Leid sehen, unter Druck arbeiten und so manche Anforderungen und Herausforderungen meistern muessen. Ab 22.8. wird das Team in viele Doerfer gehen, um den Ernaehrungsstatus der Menschen zu analysieren, Medikamente zu verteilen (v.a. Antibiotika, Medikamente gegen Atemwegserkrankungen etc.). Die naechsten 5 Wochen werden sie unterwegs sein, beraten, medizinisch helfen und bei schweren Faellen von Unternaehrung etc. an die Gesundheitseinrichtungen ueberweisen/verweisen. Der Bedarf ist sehr gross.

Im Dorf BusBus in Wajir wird uns gesagt, dass eine Frau und ihre 6 Kinder seit 2 Wochen keinen Appetit mehr haben und sehr schwach sind. Das Kenianische Rote Kreuz bringt sie zur naechsten kleinen Klinik, damit sie die notwendigen Infusionen bekommt. Generell  sind Wasser und Lebensmittel die primaeren Probleme und die vorwiegend nomadische Bevoelkerung sieht Gesundheit nicht als Hauptproblem an. „Wir muessen sehr sensibel vorgehen und die Kultur beruecksichtigen“ sagt Chemimir Caleb vom Kenianischen Roten Kreuz (Gesundheitsbeauftragter aus Westkenia, derzeit fuer 5 Monate in Wajir stationiert).

Public Health Komponenten in Wajir

Am Abend zuvor hatte ich eine lange Unterhaltung mit Chemimir zum Thema soziale und kulturelle Faktoren von Gesundheit. Es freut mich, einen Gespraechspartner zu diesen Themen zu haben und Chemimir weiss sehr viel dazu. Vieles von meinem Studium und dem theoretischen Wissen, das ich vor Jahren gelernt habe, setzt er hier mit seinen Teams in die Praxis um und ihm scheint es auch zu gefallen, mit mir ueber die Integration von Gsesundheit in Wasserprojekten sowie CLTS (Community Total Lead Sanitation), CBHFA (Community Based Health and First Aid) und die Zukunft von Kenia zu diskutieren.

Retour…

Nach dem Besuch in BusBus geht’s retour nach Garissa… 7 Stunden Sandpiste… Dort angekommen bin ich echt erledigt, aber zufrieden mit den vielen Infos, die mich die laengerfristigen Ideen/Moeglichkeiten fuer Kenia noch konkreter werden lassen.

Liebe Gruesse,

martha

An Interview with Yves Van Loo from ICRC

Yves has been in East Africa since May 2010 and knows the context of Somalia very well. He gave an interview today to  the Austrian Broadcasting Company and informed them, that the ICRC (International Committee of the Red Cross) has a presence in Somalia since 1994. Before there was a permanent presence of delegates in Somalia. IFRC (International Federation of the Red Cross) is working in Somaliland and Bundtland and PNSs (participating National Societies) are supporting, especially the German Red Cross.

Sako, Middle Juba. A distribution at an IDP camp. Picture: ICRC

Complex Situation in Somalia

Since the beginning of July in 2011 there are too few organizations in Somalia to help the people. The ICRC has no problem to access the country as it has been present within the last 20 years. It has a continuous dialogue with the authority to maintain impartiality and neutrality and is focusing on its own operations and assessments. Authorities are informed and therefore the ICRC can move freely within the zone.

The most affected areas are agriculture (ICRC is helping farmers to produce more) and water (engineers are digging deep wells as it needs approximately 200m to find water).

Since the crisis has started the operational capacity has been increased (18 nutritional centers, now looking to have 10 more). Food distributions are also upscaled. There are big efforts to reach more people.

For the future, ICRC is focusing on sustainable projects for farmers (to develop their agriculture) as normally (in optimal circumstances) 50 to 60% of the needs are addressed and now, during the crisis, it is only 5 to 10%. The crisis will go on until the end of the year, and rain is only expected in October. Hopefully by December the harvest can start again and by January people should be able to feed themselves.

Currently, ICRC has 15 delegates that go in and out of Somalia, additionally to 40 national staff in Somalia right now. The Somali Red Crescent  maintains good relationships with the authorities and has 4.500 volunteers within the country.

Martha Wirtenberger from Kenya

 

Schnell muss es gehen…

Die Akuthilfe nach einer Katastrophe muss natuerlich schnell anlaufen, denn die Menschen brauchen Lebensmittel, Wasser, Hygieneartikel und ein Dach ueber dem Kopf (Fluechtlinge aus Somalia).

Die Bilder gehen durch die Welt, vor allem vom groessten Fluechtlingslager der Welt – Dadaab – wo derzeit ca. 400.000 Menschen aus Somalia Zuflucht finden. Es sind Ausmasse, die nur sehr schwer vorstellbar sind. Vor allem, wo es hier in Nairobi – nur ca. 300 km weg von all dem Elend und Leid – kuehl ist und die Vorstellung, unweit von mir verhungern Menschen, ueberleben mehr als dass sie leben, ist sehr beruehrend.

Trotz all der Hilfe innerhalb von Kenia (mehr dazu im Artikel Kenia fuer Kenia) und international, ist es wichtig den Fokus auf die mittel-bis laengerfristige Projektarbeit zu legen. Was, wenn es – wie vorausgesagt – nicht regnet im Oktober? Das ist die derzeit groesste spuerbare Angst vor Ort… und auch die Motivation, moeglichst viel Geldreserven zu haben, wenn die Akuthilfe vorbei ist und Ostafrika nicht mehr „der“ Fokus sein wird… diese Befuerchtung besteht…

Am Mittwoch kommt die erste Lieferung der Wassertabletten an, die von Oesterreich aus bestellt wurden. Leider kann ich nicht dabei sein, wenn das Flugzeug ankommt – da werde ich bereits nach Garissa und dann weiter nach Wajir unterwegs sein…

Liebe Gruesse,

martha

Eine kenianische Erfolgsgeschichte

Nicht weit vom Fluechtlingslager Dadaab, wo Tausende von Somalis verzweifelt ankommen und auf Hilfe dringend angewiesen sind, gibt es ein Projekt das ich die „kenianische Erfolgsgeschichte“ nennen moechte. Es sind Pastoristen, die ihre Leben bereits an die trockenen Zeiten angepasst haben und es funktioniert.

Vor mittlerweile 14 Jahren gab es dort eine extreme Trockenperiode, die mit der heutigen vergleichbar ist. Krankheiten haben dazu gefuehrt, dass viele Tiere verstorben sind und die Menschen dort keine Form des Einkommens mehr hatten.

Ohne andere Moeglichkeiten zu sehen oder zu haben, haben sie mit Landwirtschaft begonnen. Mit der Unterstuetzung des Kenianischen Roten Kreuzes, der Regierung von Japan sowie dem Landwirtschaftsministerium haben die Bauern 3000 ha Farmland fuer ca. 2000 Leute geschaffen.

Das Kenianische Rote Kreuz nannte das Projekt: „Tana River Duerre Wiederaufbau Projekt“. Es half den Bauern, das Land zu bewirtschaften, moderne Landwirtschaftstechniken zu lernen und ein Bewaesserungssystem zu haben. Das Rote Kreuz erreicht die Bevoelkerung mit Hygieneprogrammen und Techniken, um den saisonbedingten Ueberflutungen vorbeugen zu koennen (Katastrophenvorsorge).

Natuerlich ist die Akuthilfe derzeit notwendig, um den unmittelbaren Beduerfnissen der Bevoelkerung gerecht zu werden. 1 Million Kenianer ist derzeit auf Nothilfe angewiesen.

Es ist aber wichtig, in die langfristige Lebensgrundlage der Menschen zu investieren und sicher zu stellen, dass sie Lebensmittel anbauen koennen, mit Wasser versorgt sind und Zugang zur Gesundheitsversorgung haben.

Link: IFRC East Africa

Gruesse aus Nairobi,

Martha Wirtenberger

Das sind einige Fotos, die meine finnische Rotkreuz-Kollegin Leena Reikko in der Tana River-Region gemacht hat

Kenia fuer Kenia

Die Initiative „Kenia fuer Kenia“ hat vor mittlerweile 3 Wochen gestartet und es geht dabei darum, innerhalb des Landes Gelder fuers Kenianische Rote Kreuz zu sammeln. Es wird betont, dass vor allem auch Gelder fuer mittel-bis laengerfristige Projekte zur Verfuegung stehen sollen und bis jetzt wurden bereits 700 Millionen kenianische Schilling gesammelt (Firmen wie Coca Cola, Barcley Bank und kleinere Organisationen finanzieren die Initiative). Umgerechnet sind das in etwa 6 Millionen Euros. Die Firma Deloitte (Bilanzpruefungs Firma) kontrolliert die Projektaktivitaeten. Es zeigt die Solidaritaet der Menschen in Kenia fuer ihre Landsleute, die von Hunger, Wassermangel, erhoehten Lebensmittelpreisen, Verlust ihrer Lebensgrundlagen sowie Zugang zu Gesundheitsversorgung betroffen sind. Das Kenianische Rote Kreuz wird auch von anderen Rotkreuzgesellschaften (wie Oesterreich, Deutschland, Finnland, Norwegen etc.) unterstuetzt und kann so die dringend benoetigte Akuthilfe sowie laengerfristige Projektarbeit fuer die Betroffenen gewaehrleisten. So bereitet sich Kenia darauf vor, fuer das vorhergesagte laengere Ausbleiben des Regens gewappnet zu sein und ich hoffe, dass sie weiterhin die Projektaktivitaeten (Akut-und Langzeitarbeit)) so engagiert angehen koennen und die dafuer notwendigen Mittel bald haben.

Youtube-Video

 

 

Somalia in Kenia

Heute hatte ich ein interessantes Gespraech mit dem Kommunikationsberater vom Somalischen Roten Halbmond (in moslemischen Laendern nennt es sich nicht Rotes Kreuz, sondern Roter Halbmond). Der Somalische Rote Halbmond hat ein Buero hier in Nairobi und es war natuerlich spannend, ueber die Situation vor Ort in Somalia zu hoeren.

Er hat mir und meiner Kollegin vom finnischen Roten Kreuz erzaehlt, wie schwer es war, trotz widrigster Umstaende die Arbeit zu leisten. Der Somalische Rote Halbmond ist die einzige nationale Organisation, welche die letzten 20 Jahre hindurch weiterhin bestand. Afi, der Kommunikationsberater, betonte, dass das vor allem durch das gute Management moeglich war. Insgesamt konnte der Somalische Rote Halbmond 1.5 Millionen Menschen waehrend der Katastrophe Anfang der 90-er Jahre helfen.

Seit 2010 gibt es mehr Bedarf an Programmen im Gesundheitsbereich. Der Hauptfokus des Somalischen Roten Halbmondes liegt daher darin, Gesundheitsprojekte vermehrt zu starten und zu implementieren.

Derzeit sind 72 Kliniken, 4 mobile Teams und 15 OTP (therapeutische Programme) vom Somalischen Roten Halbmond unterstuetzt. Durch die starke Mangelernaehrung werden die Leistungen im Gesundheitsbereich aufgestockt.

Es sind integrierte Gesundheitsprogramme (Mutter-Kind Gesundheit, Erste Hilfe, HIV/AIDS, Impfkampagnen etc.).

4500 Freiwillige sind landesweit fuer den Somalischen Roten Halbmond taetig, in den Doerfern sind noch zusaetzliche Dorffreiwillige taetig. Diese werden ausgebildet und um sie bei ihrer Arbeit und den vielen Herausforderungen zu unterstuetzen, werden sogenannte “Freiwilligen Clubs” eingerichtet. Hier koennen sich die Freiwilligen treffen, haben Internetzugang, koennen Sport ausueben. Es verstaerkt die Gemeinschaft und sie sind auch schnell verfuegbar, wenn sie gebraucht werden.

Fuer Montag ist ein Interview mit dem ehemaligen Praesidenten des Somalischen Roten Halbmond geplant – ich hoffe, es klappt.

Jetzt geht’s zu meinen KollegInnen beim Kenianischen Roten Kreuz.

Liebe Gruesse,

Martha

Koordination und Hilfe laufen auf Hochtouren

Ich habe den Grossteil des ersten Tages in Besprechungen verbracht – einerseits, um einen Ueberblick ueber die Massnahmen unseres Partners (dem Kenianischen Roten Kreuz) vor Ort zu bekommen sowie mich mit KollegInnen auszutauschen, wie wir als Oesterreichisches Rotes Kreuz helfen koennen. Die Hilfe laeuft derzeit auf Hochtouren, vor allem im Bereich Ernaehrung gibt es viel zu tun.

48% der Menschen im noerdlichen Bezirk Turkana leiden an Unter-bzw. Mangelernaehrung und Ernaehrungsberater, Krankenschwestern und anderes geschultes Gesundheitspersonal ist dabei, den Bedarf fuer weitere Projekte zu erheben. Jetzt ist es wichtig, die Leute mit lebenserhaltenden Massnahmen zu erreichen und mit den dringend benoetigten Lebensmitteln, sauberem Wasser, Hygieneartikeln, duerreresistentem Saatgut zu versorgen. Voll beladene LKWs verlassen Nairobi in die betroffenen Gebiete und werden zu Verteilungsstellen und Schulen gebracht. Meine Aufgabe ist es, die Hilfsaktivitaeten mit meinen lokalen Partnern zu besprechen und zu schauen, welche Aktivitaeten das Oesterreichische Rote Kreuz mittelfristig unterstuetzen kann. Die Hilfe kommt an und die Menschen sind darauf angewiesen. Liebe Gruesse aus Nairobi, Martha

… Vorbereitung, Reise, unterwegs…

Jetzt ist’s soweit. Mein Weiterflug (von Istanbul nach Nairobi) startet in einer guten Stunde und ich bin dabei, mir meine restlichen Unterlagen noch anzuschauen sowie letzte mails vom Flughafen aus zu lesen und schicken.

KollegInnen von IFRC (bisher noch unbekannte KollegInnen, die sich aber sehr engagieren) vor Ort in Kenia haben bereits die ersten Besprechunen organisiert und somit weiss ich schon recht gut, was mich in etwa erwarten wird.

Eine der vielen Herausforderungen (neben den Bemuehungen vieler Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz beim Bewaeltigen der vielen Probleme vor Ort) ist unter anderem auch, die schwer betroffenen Gebiete alle zu erreichen und mit den notwendigen Lebensmitteln, Wasser und Hygiene zu versorgen.

Die Menschen sind auf der Flucht – um Hilfe zu bekommen und die Verteilungen und Vorbereitungen fuer mittel-sowie laengerfristige Hilfe laufen auf Hochtouren. Der Zugang zu Gesundheit (Hygieneschulungen und Ernaehrungsprogramme finden statt), zu sauberem und sicheren Trinkwasser sowie zu Lebensmitteln sind die zentralen Elemente der Hilfe.

Ich werde mich mit ersten Informationen und Fotos vor Ort melden, und hoffe, dass die Internetverbindung so gut funktioniert wie hier am Flughafen Istanbul.

herzliche Gruesse, Martha