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Artikel der Kategorie ‘Haiti’

Vom Nachbeben aufgeweckt

January 21, 2010 Von: andrea.reisinger Kategorie: Haiti Noch keine Kommentare →

Andrea Reisinger berichtet im Blog live aus Haiti.

Klaus und ich wurden heute frueh von einem Nachbeben aufgeweckt. Ich dachte erst, dass es der Generator des Franzoesischen RK war, der kurz vorher anging, aber nachdem sich die Erde bewegt hat wie ein Pudding war klar – es war ein Erdbeben. Schlimmer als dieses Nachbeben war jedoch der leichte Regen der gestern abend eingesetzt hat. Wir schlafen im Camp des International Roten Kreuzes im Moment unter Freiem Himmel ohne Zelt – nur mit Moskitonetz und mussten Unterschlupf in den alten Lagerhallen auf dem Camp finden. Die vielen tausenden Obdachlosen von Haiti haben diese luxurioese Alternative eines Unterschlupfes nicht. Allein am Hauptplatz von Port au Prince leben neben dem eingestuerzten Praesidentenpalast zwischen 20 und 25 tausend Menschen ohne eine Dach ueber dem Kopf. Ihre Notunterkunft besteht aus ein paar Holzstangen und Tuechern! Frauen mit Kindern, Schwangere, alte Menschen, Verletzte und Gesunde leben dort. Diese Notunterkuenfte sind bei jedem Windstoss fragil, Schutz vor Regenschauer bieten sie natuerlich nicht. Die vielen Obdachlosen waren deshalb heute Nacht von der Angst vor Regen geplagt, die sich durch das Nachbeben nur verstaerkt hat.

Die Hilfe ist angelaufen und abgesehen von unserem eigenen massiven Hilfsprogramm sieht man Hilfsverteilungen von anderen Organisationen in der Stadt. Die Leute hier haben auch ein unglaublich hohes Mass Leid zu ertragen und sind sehr flexible; viele haben bereits begonnen sich selbst wieder zu organisieren. Mit den wenigen erhaeltlichen Lebensmitteln wird auf der Strasse gekocht, die Leute waschen sich mit dem bisschen Wasser, das ihnen zur Verfuegung steht und sie leben weiter in ihren selbst zusammengestellten Notunterkuenften aus Tuechern. Die vielen Ausnahmezustaende in diesem Land haben den Leuten beigebracht, mit dem Allwerwenigsten auszukommen. Sie haben jedoch auch im Moment keine andere Wahl!

Die Hauptstadt von Haiti und die umliegenden Staedte sind stark zerstoert, ganze Huegel sind abgerissen und grosse, stabil scheinende Bauten eingestuerzt. Gleichzeitig findet man unter der Verwuestung immer wieder Bauten, die dem Erdbeben standgehalten haben und Viertel in denen ein guter Teil der Haeuser steht. Sehr traurig ist, dass viele Tote noch nicht geborgen werden konnten, weil die Haeuser unter dem Erdbeben wie Schutthaufen zusammengegangen sind.

Bei uns im Rotkreuz Camp herrscht Ameisenhaufenstimmung. Wir bereiten das groesste Hilfsprogram der internationalen RK-Bewegung fuer ein Land vor. Das Camp beherbergt im Moment ca 150 Delegierte und ist zugleich Buero und Lagerhaus der Rotkreuzdelegationen, die mit Material angereist sind, um den Betroffenen zu helfen. Heute abend werden wir wieder im Freien schlafen. Die naechtliche Beleuchtung im Camp funktioniert heute nicht und deshalb ist es stockfinster. Dafuer sieht man Sterne – ein gutes Zeichen fuer uns und die vielen Tausenden von Obdachlosen, dass es heute nacht nicht regnen wird.

Rotkreuz-Hilfe für Haiti. Ein Überblick

January 15, 2010 Von: Gerald Czech Kategorie: Haiti 4 Kommentare →

Andrea Reisinger und Klaus Palkovits beim Abflug vom Flughafen Wien

Hilfe aus Österreich

Am Freitag Früh haben zwei Experten des Österreichischen Roten Kreuzes Österreich in Richtung des Katastrophengebiets in Haiti verlassen. Andrea Reisinger und Klaus Palkovits werden die Trinkwasserversorgung in der Haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince wieder herstellen. (Fotos vom Abflug) . Beide leisteten bereits nach dem Tsunami Katastrophenhilfe und Wiederaufbau in Sri Lanka.

Die Lage in Haiti

Die Situation vor Ort ist nach wie vor dramatisch, die Akutphase der Hilfe ist im Laufen. Durch die enormen  Zerstörungen an der Infrastruktur ist die Transportlogistik eine der Hauptschwierigkeiten auf der Insel, großes Bergegerät ist daher nicht in ausreichendem Masse vorhanden. Zudem macht der Ausfall von Wasser- und Stromversorgung immer mehr Probleme vor Ort. Die internationalen Rotkreuz-Einheiten, die bereits vor dem Beben vor Ort waren, haben ihre Unterstützungen für die medizinischen Versorgungsleistungen der Betroffenen intensiviert und ihre medizinischen Lager den lokalen Krankenhäusern zur Notfallversorgung übergeben.

Zerstörungen in der Hauptstadt Port-au-Prince vom Flugzeug

Zerstörungen in der Hauptstadt Port-au-Prince vom Flugzeug

Das verheerende Erdbeben hat auch große Teile der nationalen Kapazitäten in Haiti vernichtet. Hilfsgüterlager und Bürogebäude sind aufgrund der Schäden und des Ausfalls der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbrauchbar geworden. Die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung hat inzwischen weltweit Expertinnen in Richtung Haiti alarmiert. Neben den bereits vor Ort eingetroffenen Spezialisten, die bereits erste Lage- und Bedarfsmeldungen in die Koordinationszentren zurückgemeldet haben, sind erste Spezialeinheiten für Logistik, Trinkwasser, medizinische Erstversorgung, Unterbringung, sowie Feldspitäler des Roten Kreuzes global alarmiert und in Vorbereitung ihres Einsatzes, bzw. in der Anfahrt. Einige dieser Einheiten werden bereits in den kommenden Stunden vor Ort erwartet.

Mobile Gesundheitsstation des deutschen Roten Kreuzes

Internationale Hilfe kommt

Beispielsweise ist die mobile DRK-Klinik des Deutschen Roten Kreuzes bereits einsatzbereit und wird mit einer Iljuschin 76-Frachtmaschine Samstag in den Einsatz gehen.

Parallel zur operativen Hilfe vor Ort werden weltweit bereits die dringend benötigten Hilfsgüter koordiniert beschafft und nach Bedarf zielgenau nach Haiti gebracht.  Auch hier stellt sich die Transportlogistik als komplex heraus, weil die Kapazitäten der Flughäfen auf der Insel beschränkt sind und primär zunächst für die Akuthilfe verwendet werden. Die Katastrophenlogistiker des Österreichischen Roten Kreuzes im Katastrophenhilfezentrum in Inzersdorf  sind seit dem bekannt werden der Katastrophe am Zusammenstellen von Angeboten, um Österreichische Hilfsgüter rasch und effizient in Richtung Karibik versenden zu können. Selbstverständlich sind auch diese international mit den Zentralen in Genf vernetzt.

Koordination durch UNO und Rotes Kreuz

Eine Koordination aller Hilfseinheiten vor Ort erfolgt unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, auch die Europäische Union hat bereits Evaluierungs- und Koordinationsexperten vor Ort, die sich diesem System unterstellen. Alle Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften koordinieren sich untereinander ebenfalls unter der Leitung der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften in Genf. Da in Haiti seit vielen Jahren Rotkreuz-Delegationen vor Ort sind, kann die Ankunft der Experten bereits am Grund vorbereitet werden und die Arbeit der Hilfsmannschaften kann rascher beginnen.

Laufend aktuelle Informationen zur Hilfe des Roten Kreuzes in Haiti: http://www.roteskreuz.at/Haiti (RSS ) oder auf Twitter: www.twitter.com/roteskreuzat

Spendenmöglichkeiten

Banner für Ihre Website

Banner für den eigenen Blog, die eigene Website finden Sie im Rotkreuz-Portal.

Diashow: Rotkreuz-Hilfe in Haiti

January 14, 2010 Von: Gerald Czech Kategorie: Haiti 1 Kommentar →

Haiti wurde am 12.1.2010 am späten Nachmittag Ortszeit von einem Erdbeben der Stärke 7.0 Richter Skala bzw. mehreren starken Nachbeben erschüttert. Das Epizentrum lag ca. 22 km von der Hauptstadt Port-au-Prince (inkl. Provinz 2,2 Mio Einwohner). Das Gesamtausmaß des Schadens ist noch immer nicht ganz klar, da die Kommunikation mit Haiti weiterhin nur mangelhaft funktioniert. Es wird jedoch von schweren Personen- und Sachschäden mit vielen Tausend Opfern ausgegangen.

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Die Hilfsaktion des Roten Kreuzes ist voll angelaufen. Zahlreiche lokale und internationale Rotkreuz HelferInnen sind bereits vor Ort und führen Sucharbeiten nach Verschütteten durch bzw. versorgen die Überlebenden mit dem Notwendigsten.

Alle Informationen zur Erdbebenhilfe des Österreichischen Roten Kreuzes immer aktuell unter http://www.roteskreuz.at/Haiti. Aktuelle Neuigkeiten findet man auch bei Twitter: www.twitter.com/roteskreuzat beziehungsweise auf Facebook.

Das Rote Kreuz bittet um Spenden. Unterstützen Sie die Erdbebenopfer in Haiti durch Ihre Spende. spende.roteskreuz.at?code=SERHAI oder per SMS: 0664 660 0020

Gerne können Sie diese Nachricht weiterleiten oder per SMS verbreiten.

Mit freundlichen Grüssen,

Gerald Czech

Webmaster Österreichisches Rotes Kreuz

Mission completed

November 10, 2008 Von: Jürgen Kategorie: Haiti Noch keine Kommentare →

Knapp eine Woche ist es jetzt her, daß mit der Rückkehr des 2. Teams aus Haiti die operative Arbeit des ÖRK vor Ort in Haiti zu Ende gegangen ist. Im Hintergrund läuft die Arbeit natürlich weiter – denn “nach dem deployment ist vor dem deployment”.

In den Debriefings der Einsatzteams und in einem speziellen Treffen zur Überarbeitung der technischen Verbesserungsmöglichkeiten wurde nicht nur die guten Seiten des Mission besprochen, sondern auch optimierbare Punkte diskutiert – wer die blog-Beiträge aus dem Feld aufmerksam gelesen hat, wird dort schon selbst den einen oder anderen Punkt gefunden haben, der noch Potential für Verbesserung hat ;-)

Auch Team 2 hat aus dem Feld fast schon hymnisches Feedback erhalten – Congrats, Smidi & Erwin, ihr steht der 1. Partie um nichts nach!

FAZIT: Ein Einsatz, wie er im Buche steht, wurde von unseren Delegierten und dem Team hier in Österreich erfolgreich abgearbeitet. Wir machen uns bereit für die nächsten Herausforderungen und melden uns beim nächsten Einsatz wieder – sei er in Österreich oder im “Rest der Welt”!

Jürgen

OVER AND OUT

Zuhause …

November 06, 2008 Von: ERU Team Haiti2 Kategorie: Haiti 1 Kommentar →

Robert und ich sind gut zu Hause angekommen. Die verschiedenen Aus und Einreisekontrollen waren gnädig, der Abschied war für mich wie immer ein bißchen “schwierig”, immerhin haben wir mit unseren Kollegen vier Wochen Office, Auto, Field-Trips und auch Zimmer geteilt.
Ich möchte hier die Gelegenheit nützen, um mich für die ausgezeichnete Stimmung und die Zusammenarbeit in unserem IT&Telecom Team zu bedanken. Niall für seine unkomplizierte Art, alles notwendige einfach anzupacken, ohne lang zu diskutieren, Steve für seine IT und den Office Support, Robert für seinen ausgezeichneten Job als Teamleader, der unser Team zusammengehalten hat, und – neben der Technik – noch die ganze Bürokratie (inklusive Finanzen) zu erledigen hatte, und nicht zuletzt unserem “Back Office” im Generalsekretariat in Wien, das uns unterstützt hat, wenn notwendig, und uns die Freiheit gelassen hat, so zu arbeiten, wie es vor Ort notwendig war.

Niall und Steve haben ihren letzten Field Trip im Süden nach Jacmel abgeschlossen, und werden nun das restliche Material übergeben, bevor sie am Samstag nach hause aufbrechen.

Ich habe inzwischen nach fünf Wochen Haiti den ersten Tag in meinem “normalen” Job als Elektronik Entwickler hinter mir. Da ich es geschafft habe, auf dem Flug von Miami nach London ein paar Stunden zu schlafen, und genug Arbeit zu tun war, war die Müdigkeit garnicht so schlimm …

erwin

Die noch immer teilweise überschwemmten Straßen vor Gonaive

Die noch immer teilweise überschwemmten Straßen vor Gonaive

Landeanflug auf Miami

Landeanflug auf Miami

Wochenende …

November 02, 2008 Von: ERU Team Haiti2 Kategorie: Haiti 1 Kommentar →

Wochenende…

Wir haben gestern die Übergabe des Materials an das Croix Rouge haitienne und die Föderation abgeschlossen. Fast zwei Tage endlose Listen kontrollieren, dann mit den kontrollierten Listen das tatsächliche Material kontrollieren, feststellen, was an den einzelnen local Offices, bzw. im Federation Office verwendet wurde, die Listen daraufhin ändern, die Geräte, die defekt sind (in erster Linie Wechselrichter von 12 Volt DC auf 240 Volt AC und Stromversorgungen, die offensichtlich nicht geeignet sind, um damit Batterien zu laden) in den Listen feststellen, ändern, kontrollieren, usw, usw …

Außerdem haben wir gestern zwei Kisten mit hier nicht benötigtem Material (im speziellen eine großen Teil des Satelliten Equipments) per TNT nach Österreich geschickt, und dazu auch noch einen Teil des personal Equipments, das wir hier nicht mehr brauchen, und für das wir sonst wohl Übergepäck zahlen müßten.

Daneben haben wir auch noch das Netzwerk im Office bereinigt und die Dokumentation auf letzten Stand gebracht.  Statt dem Server wird es in Zukunft (ab Montag morgen) nur mehr ein Network Attached Storage geben, auf das die Delegierten ihre Daten ablegen könnnen, und auch alle darauf zugreifen. Das Gerät haben wir von den Schweizer Logistikern bekommen, die ihr IT und Telekom Material an die Föderation übergeben, und es in unserem Büro zwischengelagern. Dabei ist Robert diese Festplatte in die Hände gefallen – etwas besseres hätte uns garnicht passieren können. Abgesehen von einer anderen Nettwerkaddresse wird sich für die Benützer nichts ändern. Außer einem Schalter zum Ein/Ausschalten gibt es keine Bedienelemente an dem Gerät – also auch keine Möglichkeit, irgendetwas falsch zu machen.

Unsere Kollegen aus Neuseeland haben ihren Job im Westen des landes bereits erledigt, und sind auf dem Rückweg. Da die Straße zwischen Les Cayes und Port au Prince in gutem Zustand sind, erwarten wir, daß sie morgen (Sonntag) gegen Mittag wieder da sein werden. Wir werden morgen noch einmal ins Office fahren, um noch aufzuräumen, die heute gemachten Karten und Dokumentation auf dem Netzlaufwerk abzulegen und um den Kollegen die Neuerungen der letzten Tage zu übergeben. Dann steht einem gemeinsamen gemütlichen Abend nichts im Weg.

Am Montag werden wir dann zwischen neun und zehn zum Flughafen aufbrechen, und dann gehts über Miami und London Richtung nach Hause…

Auf dem Flughafen von Port au Prince ...

Auf dem Flughafen von Port au Prince ...

erwin

Aus dem Office…

October 30, 2008 Von: ERU Team Haiti2 Kategorie: Haiti Noch keine Kommentare →

Der letzte Field Trip für uns (Robert und mich) ist erfolgreich gemacht, wir haben heute la Gonave am Funk gehört, also kann der Blitz nicht eingeschlagen haben … (oder unsere Installation war so gut, daß nichts passiert ist).
Heute sind unsere Kollegen Niall und Steve aus Neuseeland richtung Westen aufgebrochen, um die Stationen in Les Cayes (wurde vor ein paar Wochen wieder durch starken Regen überflutet), Jeremi (ganz im Westen) und Anse-a-Veau zu kontrollieren, bzw. reparieren. Wenn alles gut geht, dann sind sie am Sonntag am Abend wieder da, was wir sehr begrüßen würden, denn dann hätten wir noch einen gemeinsam gemütlichen Abend im Team, bevor Robert und ich am 3.11. nach Hause abreisen.

Bis dahin haben Robert und ich aber auch noch jede Menge zu tun – die ganzen Daten über die Stationen müssen aufbereitet, die Berechnungen über die Funknetzabdeckung müssen mit den praktischen Erfahrungen kombiniert und so dargestellt werden, daß es Karten gibt, auf denen ersichtlich ist, wo welcher Funkkanal verwendet werden kann.

coverage_channel_3_fort_delpeche

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route_coverage_channel_3_fort_delpeche

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Und schlußendlich muß die Bürokratie des ganzen Handovers gemacht werden, denn ein Teil des Materials wird an das Haitianische Rote Kreuz übergeben, ein Teil (der derzeit noch für den Einsatz benötigt wird) an die Internationale Föderation der Rotkreuz und Rothalbmond Gesellschaft, und der Teil, der nicht benötigt wird, kommt wieder zurück nach Österreich. Alles in allem viele Listen, und viele Papiere zu bearbeiten, und natürlich viel Überprüfen der Kisten in unserem Lager im Keller des Federation Offices.

das Telekom Lager im Keller des Office

das Telekom Lager im Keller des Office

Nebenbei werden wir den “normalen” Office Support weiterführen, und den Field Trip unserer Kollegen über Funk verfolgen.

Natürlich haben wir uns bereits gestern einen gemütlichen Abend mit den Kollegen gemacht, für den Fall, daß der Field Trip länger dauert als geplant, und natürlich haben wir sie heute um 06:00 gebührend verabschieden, aber wir hoffen ja doch, daß sie am Sonntag abend wieder da sind …

erwin

im Hintergrund…

October 29, 2008 Von: Jürgen Kategorie: Haiti 1 Kommentar →

Tom Pienn

Tom Pienn


Flo Heffeter

Flo Heffeter

“piep-piep”. SMS ist eingelangt – “Bitte um Anruf, möglicher ERU-IT/TC-Einsatz in …”

Nicht nur im Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes, sondern auch bei uns, Florian “Floh” Heffeter und mir, Thomas “Tom” Pienn, den Koordinatoren der

ERU IT & Telecom (Emergency Response Unit Informationstechnologie & Telekommunikation), schlägt das Herz schneller.

Abgesehen davon, dass man schon mal überlegt, ob man selbst fahren kann – komme ich von meinem Job weg, welche Termine muss ich absagen, was kann ich aufschieben oder noch schnell erledigen – sondern auch: wer käme denn von unseren Mitarbeitern noch in Frage zu fahren?

Bei einem Telefongespräch mit Jürgen bekommen wir erste Informationen: Einsatzort (in der Anfangsphase oft nur Regionen xx und yy, was Gebiete von der mehrfachen Größe Österreichs sein können), Art und Ausmass der Katastrophe, erste Schätzungen der Anzahl der Betroffenen.

Für uns ist zusätzlich wichtig: wo wird der Schwerpunkt der Arbeit unserer Einheit liegen, ist es die Einrichtung der Field-Offices mit IT-Infrastruktur und Internetanbindung oder die Errichtung oder Instandsetzung von Funknetzwerken… wie immer in der Anfangsphase ist nichts Genaues bekannt.

Floh hängt sich anschließend ins Internet (er hat nun mal die bessere Netzanbindung) und sucht fürs Briefing vor dem Abflug Informationen über das Land: welche Mobiltelefonnetze (und deren Netzabdeckung) gab es vor der Katastrophe, wie sieht es mit Funkfrequenzen aus, gibt es Satellitenkarten der Einsatzregion, welche Satellitentelefone decken das Gebiet ab, die neuesten Versionen unserer “Standard”-Software…

Wenn das Land öfter von Katastrophen betroffen ist haben wir manchmal das Glück, Daten von einem früheren Einsatz zu haben, auch gibt es dann mehr Informationen auf den Katastrophenhilfe-Informationsseiten der IFRC (Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften).

Bei mir beginnt nach den ersten Informationen die Suche nach Mitarbeitern, die Zeit für den Einsatz haben – nicht immer kann man innerhalb von 48 Stunden für vier bis sechs Wochen von seinem Arbeitsplatz weg.

Darüber hinaus sollen die Mitarbeiter auch zum Einsatzprofil passen: obwohl jeder von uns eine gründliche Schulung bekommt und die Grundanforderungen erfüllt, gibt es doch Spezialisten, z.B. für Funk, und es wäre nicht sinnvoll nur Funk-Spezialisten in einen Einsatz zu schicken, der eigentlich IT-Spezialisten erfordern würde.

Und wir wollen ein gemischtes Team aus erfahrenen “alten Hasen” und “Jungen” – alles in allem oftmals die Quadratur des Kreises.

Manchmal (wie bei diesem Einsatz) gibt es die Gelegenheit, ein Team mit internationaler Mannschaft zusammen zu stellen – ein Däne sowie je zwei Kollegen aus Neuseeland und Österreich (Bernhard und Werner) im ersten Team oder derzeit Robert und Erwin aus Österreich und Niall und Steve aus Neuseeland – die erfolgreich zusammenarbeiten können, weil das Material und die Ausbildung der ERUs international standardisiert ist.

Mit den Infos “füttern” wir dann Jürgen, der als unser Chef das endgültige OK gibt, sowie die Teammitglieder, damit sie sich vorbereiten können, Floh gibt ihnen beim Briefing vor dem Abflug noch schnell die neuesten Informationen…

Und wenn das erste Team Österreich per Flugzeug verlassen hat geht es bei uns weiter – einerseits sind wir jetzt 24 Stunden per Telefon und Email erreichbar, falls einer unserer Leute ein Problem hat, das er vor Ort nicht lösen kann, andererseits machen wir uns bereits Gedanken über ein Ablöseteam… und um die Nachbestellung des Materials, denn wir wollen ja so schnell wie Möglich wieder einsatzbereit sein.

Spätestens beim Debriefing der Heimkehrer erfahren wir dann, welche Probleme auftauchten und wie sie gelöst wurden, ob unsere Ausbildung genug war oder ob wir neue Inhalte aufnehmen und veraltete weglassen müssen, ob anderes Material besser wäre (z.B. Netzteile, die auch bei den in Haiti üblichen 110V funktionieren, nicht nur der europäischen 230V)…

Und während des restlichen Jahres? Da bereiten wir die Ausbildung unserer MitarbeiterInnen vor und suchen nach neuen MitarbeiternInnen – vielleicht gerade nach Dir?

Wenn wir Dein Interesse geweckt haben und du Lust hast bei uns mitzuarbeiten, dann schau mal auf der Homepage der ERU IT & Telecom (http://www.roteskreuz.at/383.html) vorbei und melde Dich bei uns – wir würden uns freuen!

Tom & Floh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Field-Trip auf die Insel Gonave

October 29, 2008 Von: ERU Team Haiti2 Kategorie: Haiti 1 Kommentar →

Unser letzter geplanter Field Trip auf dieser Mission. Die weiteren werden unsere Kollegen aus Neuseeland machen, die erst eine Woche nach uns nahc Hause fahren. Der Plan ist, auf die Insel Gonave zu fahren, und dort die Funkanlage des local Office wieder in Betrieb zu nehmen. Angeblich sind dort nur die Batterien der Solar-Stromversorgung zu tauschen.
Umständlich war die Planung dieses Ereignisses – Da man nicht einfach mit dem Auto die 25 Kilometer auf die Insel fahren kann, und es natürlich auch keine Autofähre oder etwas ähnliches gibt, muß die “normale” Fähre organisiert werden. Und damit fängt es schon an. Robert und Steve haben zwar schon auf der Rückfahrt vom letzten Field Trip begonnen, sich zu erkundigen und zuerst kam die Information, daß die Fähre auf die Insel um 11:00 abfährt, eine Dreiviertelstunde braucht, vom Anlegeplatz bis zum local Office sind es nur 30 Minuten, die Batterien zu ersetzen, und die ganze Anlage zu kontrollieren und durchzumessen kann locker parallel zum Funk-Training gemacht werden (das normalerweise 2 Stunden dauert) mit anderen Worten, um spätestens vier am Nachmittag wären wir fertig, und die Fähre zurück geht dann um sechs. Alles in allem also fast ein Tagesausflug mit dem Schönheitsfehler, daß wir aufgrund der Sicherheitsbestimmungen nicht im Finsteren unterwegs sind. Die Diskussion stellt sich aber garnicht, weil sich irgendwann – nach vielem Fragen – herausstellt, daß die Fähre genau einmal pro Tag auf die Insel fährt (nämlich um 11:00) und genau einmal am Tag von der Insel zum Land – nämlich um sechs Uhr (morgens).
Damit brauchen wir natürlich ein Quartier auf der Insel – die Entscheidung fällt dafür leicht, weil es sowieso nur eines gibt, das in Frage kommt. Und es bedeutet auch, dass wir um 04:30 aufstehen werden, weil wir eine Stunde vor Abfahrt der Fähre am Hafen sein müssen.  Gegen sieben sollten wir dann an Land sein, wo uns unser Fahrer wieder abholen sollte.

Abfahrt ist daher am Montag um 07:00 von Port au Prince. Soweit geht alles gut, wir sind pünktlich bei der Fähre, und gegen Einwurf kleiner (extra)Scheine nehmen sie auch gerne unser Gepäck (eine große Werkzeugkiste, eine Rolle Kabel, eine Antenne und zwei Batterien) mit. Die Überfahrt ist heiß und laut, denn das “Deck” (das wäre das Dach) ist gesperrt, und ohne laute Musik geht hier garnichts. (Deswegen steht auf dem Deck auch ein extra Stromaggregat, das die Musikanlage versorgt).

Warten auf die Abfahrt

Warten auf die Abfahrt

Entgegen aller Befürchtungen werden wir am hafen der Insel schon vom President des local Office erwartet – mit dem versprochenen Mietauto.  Also geht es gleich zum Office. Der Zustand der Funkanlage stimmt aber dann schon weniger mit unseren Vorstellungen überein – es gibt zwar noch einen Mast mit Antenne, der Rest ist aber schon vor längerer Zeit gestohlen worden. Nachdem zuerst einmal geklärt wird, warum eine neue Installation nicht gleich wieder weg sein sollte (es gibt in der Zwischenzeit einen Guard, der im Office schläft), beginnen wir mit der Installation.

local Office auf der Insel in Anse a Galets

local Office auf der Insel in Anse a Galets

Montage Solarpannel

Montage Solarpannel

Das Dach besteht aus dünnem Wellblech, mit sehr wenig Holz darunter – was normal hier auch nicht notwendig ist, weil Last muß das Dach nicht tragen. Abgesehen davon, daß es ganz furchtbar klingt, und sich entsprechend durchbiegt, wenn man darübergeht, ist das Blech in der Sonne auch höllisch heiß, und bei der Arbeit darunter ist es natürlich nicht wesentlich besser.  Der Schweiß fleißt jedenfalls aus allen Poren. Die Leiter ist eine der Sorte, die man im Erste-Hilfe Kurs üblicherweise als abschreckendes Beispiel in der Unfallverhütung hernimmt, aber was soll man machen. Etwas anderes gibt es nicht, und so hoch ist das Dach ja schließlich auch nicht…

Während Robert das Funkgerät und den Laderegler montiert, verlege ich die Stromkabel und schraube das Solarpannel am Dach fest. Es ist zwar so montiert, daß man in das Office hineinmüßte, um es abzumontieren, das Blech ist aber so dünn, daß es wohl auch ohne viel Mühe herausgerissen werden könnte. Aber immerhin ist das sicher so laut, daß der Guard aufwachen müßte. Richard macht inzwischen das Radio Training. Wie geplant sind wir um 16:00 mit der Arbeit fertig, die Reichweite der Anlage ist außerordentlich gut (was aber kein Wunder ist, weil sie sich nahe am Meer befindet).

Installation des Funkgerätes

Installation des Funkgerätes

Radio Training

Radio Training

Also geht es zum Hotel, dem einzigen im Ort. Es kommt sogar Wasser aus der Dusche, wenig zwar, aber es reicht. Der einzige Nachteil ist, daß es – vermutlich mangels anderer Gäste – kein Restaurant gibt. Da es inzwischen finster ist, schicken wir noch Richard los, damit er uns im Ort etwas einkauft, und er kommt innerhalb kurzer Zeit mit “Barbecue” zurück – irgentwas, was einmal ein Huhn gewesen sein könnte, aber dafür sind die Knochen eigentlich zu groß.  Dazu gibts ein bißchen scharf gewürztes Gemüse, gegrillte Bananen, und das obligate Prestige (World Beer Cup Winner 2000). Unsere Verdauung ist gut genug trainiert, daß sie das ohne Problem aushält.

In der Nacht gibt es noch ein heftiges Gewitter – so nahe, daß zwischen Blitz und Donner kein Zeitunterschied zu merken ist.  Die Sicherheit im Hotel macht mir keine Sorgen, aber ein es drängt sich schon der der Gedanke an das frisch installierte Funkgerät auf. An sich sollte ja nichts passieren, Überspannungsableiter hin oder her, einen direkten Blitzschlag kann die Anlage nicht aushalten. Aber da es nicht das erste Gewitter hier war, und auch bis jetzt noch niemand angerufen hat, wird wohl nichts passiert sein…

in der Früh heißt es um 04:30 aufstehen, damit wir um 05:00 bei der Fähre sein können. (die 20 Minuten Verspätung, die wir mit dem Organisieren einer Rechnung für das Mietauto verbringen, machen zum Glück nichts. An der Anlegestelle werden wir schon von Dominique erwartet – er ist auch gegen 05:00 in Port au Prince weggefahren. Alles in allem trotz einigen Ungewissheiten zu Beginn, ein durch und durch gelungener Trip.

erwin

Hafen von Anse a Galets um halb sechs Uhr früh

Hafen von Anse a Galets um halb sechs Uhr früh

Hafen von Anse a Galets um halb sechs Uhr früh

Hafen von Anse a Galets um halb sechs Uhr früh

Haiti vom Meer aus - kurz vor dem Anlegen

Haiti vom Meer aus - kurz vor dem Anlegen

Field Trip mit Hindernissen

October 27, 2008 Von: ERU Team Haiti1 Kategorie: Haiti 8 Kommentare →

Wir (Steve, Richard und ich) sind letzte Woche also aufgebrochen, um funkmäßig in Mirebalais, Hinche und Port au Paix nach dem Rechten zu sehen.

Zunächst war alles ganz „normal“. Der übliche Mittagsstau in Port au Prince (neben dem Vormittags- und Abendstau auch nicht ohne…) aber wir sind erstaunlich früh weggekommen. Erwin und Niall haben uns noch beim Einpacken kräftig unterstützt und so sind wir schon am frühen Nachmittag in Mirebalais angekommen. Wir haben bei der Gelegenheit auch gleich den Präsidenten des dortigen offices mitgenommen, der gerade zufällig in Port au Prince war. Das office ist in einem Haus an der Hauptstrasse untergebracht, alles macht einen eher verfallenen Eindruck. An der Wand ist ein Solarregler montiert, Drähte gehen aufs Dach, aber man erklärt uns immer wieder, dass dort nie ein Solarpanel gewesen sei. – Auch gut. Nachdem die Stromversorgung dort sehr oft tagelang ausfällt, kriegen sie von uns ein neues Solarpanel verpasst, nicht ohne den Hinweis, dass sie gut drauf aufpassen müssen ;-)

Ausserdem gibts in der Branche noch einen LandCruiser, der früher als Krankentransportfahrzeug gedient hat, aber da ist keine Batterie mehr drin und der Kühler, so berichtet man uns, ist undicht. Es macht also keinen Sinn, das Funkgerät im Auto zu reparieren. Das Rote Kreuz hat seit 2 Jahren keine Miete mehr für das Gebäude bezahlt, weil kein Geld da ist. Was mit der Funkanlage passiert, wenn das Gebäude aufgegeben werden muss, daran mag ich gar nicht denken.

Das Hotel in Mirebalais ist allererste Sahne, mit Pool, Restaurant und Internet – Herz, was willst du mehr!

Am nächsten Tag gehts dann weiter nach Hinche. Die Strassen, die am Vortag schon schlecht waren, sind nun noch schlechter, aber das sollte noch schlimmer kommen. Hinche hat ein nettes office, die Volonteers sind aktiv und man hat das Gefühl, dass sie sich über die nun wieder funktionierende Funkanlage freuen.

Das office hat eine Menge Solarzellen am Dach, da haben wir die, die ursprünglich fürs Funkgerät vorgesehen waren, wieder angeschlossen, einen Solarregler installiert und ihnen neue Batterien verpasst und nun funktioniert die Anlage wieder hervorragend.

Beim Besichtigen des Hotels zeigt unser Fahrer etwas zuviel Ehrgeiz, direkt vors Hotel zu fahren und, nachdem er kein Großmeister im Rückwärtsfahren ist, passiert auch schon das erste Unglück.

Viel Schweiß und etwas Hilfe von den Hotelangestellten haben unseren Land Cruiser dann aber doch wieder flott gemacht. Erstaunlich, was das Fahrzeug, ohne Schaden zu nehmen, alles aushält.

Am nächsten Tag gehts dann weiter und jetzt führt uns der Weg vom Zentralraum hinauf in den hohen Norden Haitis. Port au Paix liegt am Meer und für die Reise dorthin haben wir einen ganzen Tag eingeplant. Die Strasse wird immer schlechter und schlechter und dann passiert es. Wir stecken in einem Schlammloch fest.

Dass es hier eine Umleitung gegeben hätte, kann man natürlich nicht wissen, Schilder gibts ja keine. Unser Fahrer Dominik lässt sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und bleibt erst einmal am Steuer sitzen. Währenddessen sammelt sich rund um das Auto eine Menschenmenge und einige helfen tatkräftig mit, das Auto wieder flott zu machen, indem sie das Schlammloch ausschöpfen und vor den Rädern den Schlamm herausschaufeln. Dabei gibt es heftige Diskussionen, was man wohl am besten als nächstes machen sollte, wir sind natürlich Gesprächsthema in der ganzen Umgebung. Es braucht unzählige Versuche, bis sich das Fahrzeug endlich bewegt und bis wir freikommen vergehen zwei Stunden. Wir haben natürlich sofort nach dem Festsitzen unsere Team Leaderin vom FACT Team verständigt und es ist ein gutes Gefühl, dass man in so einer Situation nicht alleine gelassen wird. Die Planungen im Hintergrund reichen bis zur Evakuierung per Helikopter, falls wir aus eigener Kraft bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht mehr freikommen. Wir werden mit aktualisierten Infos über Strassenzustände und naheliegende, sicher Unterkünfte versorgt, aber lange ist nicht klar, ob es besser ist, die Strasse weiterzufahren, oder umzukehren. Schließlich sind wir dann frei und das Auto ist aus dem Schlamm. Ein Aufatmen geht durch die Menge, alles johlt und schreit vor Begeisterung bis – bis der gute Dominik im Rückwärtsgang wieder in das Loch hineinfährt. Also gut, alles noch mal von vorne. Als er nach gelungener Schaufelarbeit dann das Auto zum dritten Mal im Schlamm versenkt ist endgültig der Spaß vorbei und ein einheimischer Fahrer übernimmt das Steuer. Er fährt den Cruiser am Schlammloch vorbei durch die Umleitung, die aber auch nicht von schlechten Eltern ist. Es geht mitten durch ein Feld, rechts und links hohe Pflanzen und mitten durch tiefen Schlamm, der dem Fahrer auch alle Kunst abverlangt. Nur wenn man genau weiß, wie es hinter der nächsten Kurve weitergeht, kann man die Geschwindigkeit so hoch halten, dass man nicht sofort wieder steckenbleibt. Schließlich ist es geschafft, der Rest der Strecke ist zwar auch nicht ohne, aber zumindest gibt es keine größeren Schwierigkeiten mehr. Inzwischen ist es schon spät und wir beziehen in der nächsten Ortschaft ein bescheidenes aber sicheres Quartier. Das Abendessen und ein gutes Bier mit dem Präsidenten des lokalen Roten Kreuzes versöhnen uns wieder mit der Welt und so klingt der Tag trotz allem gut aus.

Natürlich haben wir durch unseren unfreiwilligen Aufenthalt etwas Zeit verloren, aber die Strasse von Gonaive nach Port au Paix ist erstaunlich „gut“ und wir kommen flott voran. Dort angekommen, quartieren wir uns erst einmal ins Hotel, das sehr nett am Meer liegt, ein. Das dortige office ist ein neues, noch unfertiges Haus, also gilt es, hier eine komplette Installation inclusive Antenne vorzunehmen. Am lokalen Markt finden wir einen geeigneten Mast, Abspannseile und anderes Kleinzeug und am nächsten Tag ist die Anlage fertig. Das Auto wird gründlich geputzt und Richard macht noch sein Usertraining und dann gehts wieder Richtung Süden.


Vorher


Nachher

Die nächste Nacht verbringen wir dann am Rückweg nach Port au Prince in Gonaive bei der BHC ERU. Dort herrscht, wie immer, beste Stimmung und ein Mission feeling vom Feinsten.

In der Umgebung sind aber noch immer viele Häuser überflutet und die Menschen haben die Hilfe, die das Rote Kreuz bringt, dringend nötig.

Bevor wir dann nach Port au Prince zurückkehren machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Anlegeplatz des Bootes, das uns für die nächste Installation auf die nahegelegene Insel bringen soll.

Alles sieht einigermassen vertrauenserweckend aus und so planen wir den nächsten Field trip für Montag und Dienstag. Um uns mit dem nassen Element vertaut zu machen, darf natürlich auch ein kurzer Abstecher zum Beach nicht fehlen.

Auf der Weiterfahrt bemerke ich plötzlich, wie Dominik scheinbar Mühe hat, das Auto auf der Strasse zu behalten. Der Wagen scheint zu „schwimmen“ und ein kurzer Blick in den Rückspiegel sagt mehr als tausend Worte. Dominik wäre von alleine übrigens nicht auf die Idee gekommen, dass da was nicht stimmt.

Schließlich landen wir aber doch wohlbehalten im Hotel in Port au Prince und sind zwar erschöpft, aber glücklich, diesen Fieldtrip trotz aller Hindernisse erfolgreich beendet zu haben.

Bald gibts auch einen Bericht von unserem Ausflug zur Insel,
also stay tuned,

Robert

P.S. Hier noch ein kleines Bilderrätsel für die Freaks vom Fach unter euch. Wieviel Volt liefert diese Batterieverschaltung, die wir an einem Inverter in St. Marc gefunden haben? (Bild am besten anklicken, dann sieht man auch wo „pos“ steht (links unten). Unter den richtigen Einsendungen wird ein abgebranntes Netzteil verlost…..