Was wir hier eigentlich tun!!??

Ich werde oft von Freunden gefragt, ob denn die Arbeit hier etwas bringt, ob wir etwas ändern können?

Wenn ich nicht daran glauben würde, wäre ich jetzt irgendwo in Österreich eingeschneit. Sicher müssen wir hier bei allem Enthusiasmus realistisch bleiben. Wir werden Haiti nicht ändern, durch unsere Arbeit wird sich die Wirtschaft nicht erholen, die Bildung nicht angehoben und das „Pro Kopf Einkommen“ nicht nennenswert erhöht. Ich mach das hier auch nicht, weil ich mein soziales Gewissen beruhigen will. Ich „opfere“ dem RK weiß Gott schon genug Zeit und das sehr gerne.

Freunden, die fragen, sage ich nur: “Irgendwer muss es ja tun und warum nicht ich?“

Zwischenstand nach zehn Wochen Hilfseinsatz

Nach den bisher 6 Wochen für mich bzw. 10 Wochen für das gesamte Team wird es langsam mal Zeit für einen Zwischenstand.

Es war, ist und wird schwer werden diesen besonderen Einsatz zu bewerten.

2005 in Indonesien war es einfach: pro Tag  wurden mehr als 300m³ Wasser produziert und verteilt. Den Leuten wurde damit in der akuten Not geholfen.

Training als Hauptkomponente der Cholerabekämpfung

Haiti ist ein Land, dass seit Jahrzehnten immer akut in Not ist. Es wäre verkehrt den IST Zustand zu bewerten. Cholera ist hier IMMER ein Thema, jedoch momentan eher schlummernd. Cholera ist eine Erkrankung, die fäkoral- also über Stuhl und danach über die Aufnahme über Hände und Mund- übertragen wird. Wir versuchen nachhaltig, also nicht nur hier und jetzt, einerseits über Märkte und Trainings die Menschen zu erreichen und sie zum Umdenken zu motivieren. Dadurch (Hände waschen, Lebensmittel abdecken, Wasser mittels Aquatabs desinfizieren, …) erhoffen wir eine geringere Ansteckungsrate zu erreichen.

Cholera Treatment Centers (CTC) als Medizinischer Schwerpunkt des Roten Kreuzes

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Zelt, Latrinen und Dusche, wo noch 2 Tage zuvor nichts gestanden ist. Man spart sich viel Geld, muss nicht mehr in die entfernte Stadt fahren, wenn man krank ist

Auf der anderen Seite werden die CTCs verbessert. Das heisst, dass Latrinen umgebaut- oder wie in Sicard- neu gebaut werden. Incineratoren (Mini Müllverbrennungsanlagen) werden installiert und der Umgang geschult. Dies vermeidet weitere Ansteckungen und hilft auch Brutstätten für Moskitos und damit Malaria zu vernichten. Also auch hier sollte die Situation auf Dauer besser werden.

Capacity Building für die lokalen Rotkreuz-Helferinnen und Helfer

Als drittes wäre noch die Stärkung des lokalen Roten Kreuzes. Auch in Haiti gibt es das RK, auch hier kennen viele Menschen diesen Verein. Anders als in Österreich, gibt es kaum Rettungswägen, es gibt Blutspende, es gibt Katastrophenvorsorge, es gibt zum Teil Erste Hilfe Kurse. Durch die Zusammenarbeit mit dem Haitianischen Roten Kreuz (HRC), durch die Schulungen und Kurse die wir gemeinsam absolvieren und organisieren, gibt es danach auch hier mehr geschulte Mitarbeiter.

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Stärkung des HRC durch gemeinsame Arbeit und Kurse

Ein Beispiel: In kleinen Gemeinden hier werden zum Teil im Cholerafall die Rotkreuz Freiwilligen geholt, damit sie das Haus mit einer Chlorlösung aussprühen. Durch die Übergabe von einigen Sprayern kann dies auch weiter verbessert und gefördert werden…. In Summe könnte man es Hilfe zur Selbsthilfe nennen. Durch dieses Wissen und die verbesserten Möglichkeiten des Haitianischen Rot es Kreuzes kann es im Notfall auch besser, schneller und damit effektiver helfen. Haiti oder zumindest seine Rotkreuzorganisation wird damit besser, schneller, selbständiger.

Dies alles wurde in den letzten 10 Wochen durchgeführt- nicht zu vergessen:

die 27 CTUs, die wir betreut und verbessert haben und auch weiter betreuen, mussten vom 1. Team rausgesucht werden, es musste evaluiert werden, welche CTU was benötigt. Viele Besuche waren nötig, 100e km Offroad zurückgelegt werden.

Koordination und Kooperation als Schlüssel zum Erfolg

Ein Problem, dass sich hier auch gezeigt hat: im Gegensatz zu 2010 nach dem Erdbeben befinden sich hier die verschiedenen Rotkreuzorganisationen (also Österreichisches, Deutsches,….) und auch die Föderation nicht mehr im „Notfallstadium“. Dementsprechend hat auch hier die Bürokratie Einzug gehalten, man muss viele Requests- Anforderungen ausfüllen, es braucht alles seine Zeit und viele Unterschriften, bis es den weiten Weg von PaP zu uns findet. Fahrer müssen anders als bei Langzeitprojekten auch am Wochenende fahren. Wir arbeiten- anders als der klassische 5 to 9 Job auch Sonntags- wenn auch meistens nur am Computer oder in Vorbereitung auf die kommende Woche. Wir sind in 3 Wochen wieder weg und DAS ist die wirkliche Herausforderung. Der Dank gilt hier besonders Chris und jetzt Flo unseren Logistikern. Sie kämpfen gemeinsam mit Barbara tagtäglich dafür unser Material zu bekommen, halten Kontakte zum IFRC, MSF (Medicines sans frontieres), MDM (Medecins du Monde), CARE & Co. Wenn etwas fehlt, wird es von ihnen organisiert- es muss ja im Notfall nicht vom Roten Kreuz kommen..

Es klingt abgedroschen, aber diese Verbesserungen in den CTUs, die Menschen in den Dörfern, die uns unterstützen, der Dank der Menschen und die Möglichkeit, dass wir in unserem beschränkten (Zeit-) Rahmen helfen- evt. retten können- DAS ist der Grund warum ich hier bin. Ich kann allen Menschen nur sagen: Ihr Geld kommt an und das

„Aus Liebe zum Menschen“.

Spenden für die Hilfe in Haiti auf das Konto 2.345.000 
bei der PSK Kennwort Haiti oder Online.
Alle Informationen zur Rotkreuz-Hilfe in Haiti im
Rotkreuz-Portal unter www.roteskreuz.at/haiti 

 

Markttag!

Grand Vincent…Montag 8:30 Uhr… Markttag.. Leute bieten ihre Waren feil… Es gibt Kühe, Schweine und Ziegen. Daneben verkauft eine ältere Dame Kakaobohnen, die sie am Tag davor getrocknet hat. Wir würden es vermutlich „Fair Trade“ nennen.

In großen Säcken mit Aufdruck der amerikanischen Flagge wird Reis angeboten. Daneben gibt es Schuhe, Sandalen in allen Farben und Formen. Es riecht wunderbar nach Gewürzen… Knapp 80% der Marktgänger sind Marktgängerinnen – Frauen, die wahren Chefs der Familien. An sie ran zu kommen ist unser Bestreben. Durch sie gelangen die Botschaften in die Familien – Frauen erziehen Kinder.

Mittendrin hört man eine Stimme aus dem Megaphon. In breitem Kreol werden die Menschen eingeladen, zuzuhören, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Es gibt Lieder, eigentlich sind sie fahrende Gaukler. Was sie verbindet ist das Rote Kreuz, das auf ihrem Rücken leuchtet. 10 Volunteers – also Freiwillige – haben heute ihre 1. Bewährungsprobe. Über zwei Stunden hindurch erzählen sie mehrmals die gleichen Geschichten, zeigen vor, wie man sich die Hände wäscht und stellen dem geneigten Publikum Fragen. Bei einer richtigen Antwort gibt es einen Coupon. Mit diesem bekommen sie am RK Zelt einen kleinen Preis: eine Seife und 30 Aquatabs- Tabletten zur Wasserdesinfektion.

„Die 300 Seifen und knapp 9.000 Aquatabs gingen weg wie warme Semmeln, vermutlich hätten wir die doppelte oder dreifache Menge auch verteilen können“ sagt Barbara Rouchouze vom Wiener Roten Kreuz. Sie und Bianca Betz (Deutsches Rotes Kreuz) haben diese Aktion geplant und sind quasi Patinnen des Marktprojektes hier. Ziel ist es nicht, möglichst viele Seifen zu verteilen. Die Menschen sollen an die grundlegenden Dinge der Hygiene und Choleraprävention erinnert werden:

Wie bekomme ich Cholera? Wie erkenne ich sie? Was ist zu tun? Wie schütze ich mich davor?

Nicht nur Barbara & Bianca sind ambitioniert und begeistert- am Nachmittag wird eine Feedbackrunde mit allen Beteiligten abgehalten. Auch die 10 Volunteers, die alles gegeben haben, sind von der Resonanz begeistert- und Grand Vincent ist als „kleiner“ Markt erst der Beginn. Sie haben sich viel vor genommen. 20 Märkte sollen in den kommenden 6 Wochen besucht werden… Das entspricht einem Volumen von ca. 6.000 Seifen und 200.000 Aquatabs und mindestens 6.000 Menschen, die ein bisschen zugehört  haben, sich etwas merken und die Seifen benützen: vorm Kochen, nach dem WC, nach dem Wickeln,…

Bisher habe ich viel über die Reparatur an den CTUs (Cholera Treatment Center) geschrieben. Auch die gehen gut voran. Aber besser als jede Behandlung ist die Prävention.

Wir werden in 6 Monaten nicht sagen können: durch unsere Marktaktionen sind 100 Menschen NICHT an Cholera erkrankt- das ist leider nicht messbar, aber es ist wahrscheinlich.

Bevor wir den Markt verlassen, gehen die Rrotkreuz-Mitarbeiter noch zu den diversen Marktständen, um mit den Betreibern, die keine Zeit hatten mitzuraten, kurze Gespräche zu führen. Auch sie bekommen noch ein paar Aquatabs. Die Kette der Verunreinigung (Chain of contamination) beginnt bereits bei Ihnen. Durch die Gespräche und die kleinen Präsente fühlen sie sich nicht ausgeschlossen und auch ein bisschen wichtig. Vielleicht bleibt auch bei ihnen etwas hängen. Morgen gibt es bereits die Fortsetzung, steht der nächste Markt am Programm.

Wasser für Tozia

Immer wieder erzählen wir in Interviews, dass Wasser das Notfallmedikament Nummer eins ist…ist es auch. Was aber tun, wenn die nächste Wasserquelle kilometerweit weg ist, wenn man Leute bezahlen müsste, um es herzutragen- aber wie üblich hier kein Geld da ist? Dann versuchen wir zu improvisieren und das Unmögliche wenn schon nicht möglich zu machen dann zumindest die Lage zu verbessern.

Cholera Treatment Center (CTU) Tozia

Tozia ist eine CTU im Südosten von Grande Anse. Einzugsgebiet für mehrere Tausend Menschen. Es gibt eine kleine CTU, die gleichzeitig auch Health Center also quasi Spital ist. Ein Spital, dass aus einem Zimmer ca. 2 x 1,5 m als Rezeption und Behandlungsraum und einem gleichgrossen  Lager besteht.

„Betten haben wir keine“ sagt Darline F. die Krankenschwester hier. Sie ist für alles und jeden zuständig. Der Lohn kommt unregelmäßig, aber sie arbeitet für die Gemeinschaft und weiss, dass ohne sie medizinisch keine Versorgung mehr möglich wäre. Die Dorfgemeinschaft hat begonnen eine Plattform zu bauen. Dort soll zukünftig das Zelt stehen, dass zukünftig mit acht Betten als Behandlungsraum für Cholerakranke dienen soll. Bisher hat man diese in den nächsten Ort mehrere Stunden Fußmarsch weitergeschickt.

Die Plattform ist zur Hälfte fertig, dann ist den Menschen hier das Geld ausgegangen. Vor drei Wochen war das Rote Kreuz das erste Mal hier. Das erste Team hat sich alles angesehen und hat gemeint, wir schauen, was wir tun können. Wir versprechen nie etwas…

Es kann immer etwas dazwischen kommen: das Wetter, Rohstoffmangel, Probleme mit allem und jedem.

Nachdem aber auch die MSPP ( Gesundheitsministerium) gemeint hat, dass man Tozia weiter stützen will, waren wir letzte Woche nochmals dort, um genau zu eruieren, was wir tun können.

Eigentlich sind wir WatSan- das heißt für Wasser und Latrinen und Hygiene zuständig. Nachdem wir aber die Hilflosigkeit und den grossen Bedarf gesehen haben, haben wir uns nach Rücksprache mit dem Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes in Wien dazu entschieden hier weiter zu helfen.

Ausnahmsweise werden wir die paar Gourde, die für Sand und Zement benötigt werden, übernehmen. Wenn wir hier noch einen

Sponsor für das Zelt finden, kann das Minispital bereits in zwei Wochen stehen.

Alle Rohre sind fertig

Gestern waren wir dann dort und haben die Verrohrung vorläufig abgeschlossen. Wenn es regnet, wird das Wasser von 2 Seiten des Daches via Dachrinne gesammelt und mittels Rohren direkt in den bereits bestehenden aber immer leeren Tank geleitet. Die letzten beiden Meter habenbisher gefehlt auch eine zweite Seite des Daches wird zukünftig mit einer Dachrinne versehen. In der Regenzeit- die auch Cholerazeit ist- sollte dann im Idealfall genug Wasser bereit stehen. Alles andere, wie Brunnen graben, Anschluss an die spärliche öffentliche Wasserversorgung ist leider von unserer Seite nicht moeglich. Die Behoerden werden den Rest übernehmen müssen.

Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt

Regenwasser wird über die Dachrinne gesammelt

Mit viel Mühe wurde der Tank gesäubert, geschlossen und Gerhard montierte mit den Kindern den ebenfalls benoetigten Wasserhahn. Damit ist eine kontrollierte Wasserabgabe moeglich.

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Die Kinder vor Ort helfen natürlich fleissig mit.

Am Ende des Tages blieb die Erkenntnis, dass Wasser zwar nicht immer da ist, wir aber wieder versucht haben es den Leuten naher zu bringen.  So kann das Health Center in Tozia hoffentlich bald auch mit Patienten belegt werden.

Bis bald.. euer Michi

Bon Bagay…

Eine Woche in Haiti- nachdem das erste Team nach toller Vorarbeit Jeremie nach und nach verlassen hat, hat das zweite internationale „Rettet die CTUs“ Team unter österreichischer Flagge seine Arbeit voll aufgenommen.

Am Arbeiten sind derzeit:

  • Gerhard, der beste aller Teamleader hier
  • Christopher aka Chris unser Logistiker
  • Ariane unsere Französin und Mademoiselle pour tout (Mädchen für alles) vollst motiviert
  • Bianca unser Neuankömmling aus Deutschland, die viele tolle Ideen hat
  • Barbara die 2. Französin, die aber neben 12 Jahren Wien auch sonst schon einige Auslandserfahrung hat.
  • Und meinereiner in seiner 2. Haiti Mission unterwegs
Unser Team in Haiti bei der ArbeitUnser Team in Haiti bei der Arbeit

Unser Team in Haiti bei der ArbeitUnser Team in Haiti bei der Arbeit

Was hat sich getan?

Gerhard,  Barbara und Chris haben es endlich geschafft, sich einen Überblick über Lagerhäuser, Materiallisten und -beschaffungen, mögliche Verbündete (Dinepa- quasi die „Wasserwerke“, MSPP „Gesundheitsministerium“,..) zu verschaffen. Jetzt muss „“nur noch“ alles koordiniert werden.

Wie immer im Einsatz- nein, es ist nicht typisch Haiti, sondern typisch Einsatz- dauert es endlos lange… Viele mehr oder weniger verantwortliche Menschen müssen besucht, bezirzt und mit einbezogen werden. Das erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Aber wer könnte unserem dynamischen Trio schon widerstehen??

Antidepressiva aus Ottakring

Chris hat das Chaos mit den Wagen in Griff bekommen  und das Office soweit einsatzfähig gemacht, unsere Handies alle ausgegeben und für Wasser im Office gesorgt. Im Einsatz verwenden wir- wenn es möglich ist- lokale Prepaid Handies. Es wird das billigste Produkt genommen und von den Gesprächsgebühren her ist es auch besser. Die Verwendung von Funkgeräten und die damit verbundene Freigabe von  Frequenzen für solche Einsätze dauern lange. Aufgrund des Kommens des 2. Teams und der Stück für Stück verlaufenden Abreise des 1. Teams war es einfach ein Chaos- ein Auto fuhr nach PaP (Port au Prince) eines kam am nächsten Morgen und irgendwie soll man auch noch motorisiert ins Feld kommen. Armer Chris, aber er macht seine Sache toll und wenn nix mehr geht: Wir haben einen Vorrat an Antidepressiva: MANNER SCHNITTEN. Danach läuft es wieder.

Chris hat das Chaos mit den Wagen in den Griff bekommen und das Office einsatzfähig gemacht

Chris hat das Chaos mit den Wagen in Griff bekommen und das Office einsatzfähig gemacht

Aufgrund des bis heute herrschenden Automangels- PAP ist eine Tagesreise entfernt- war die letzten Tage jeweils nur ein Team im Feld unterwegs.

Choleraprävention in Jeremie

Sehr interessant war ein Training, dass Dominik noch vor seiner Abreise geplant und mit Barbara in Jeremie durchgeführt hat- quasi als letzte gute Tat. 24 Teilnehmer aus ganz Grand Anse wurden in der richtigen Dosierung von Chlor, im Sprayen von Chlorlösungen und in Choleraprävention geschult.

24 Teilnehmer aus ganz Grand Anse wurden geschult

24 Teilnehmer aus ganz Grand Anse wurden geschult Teilnehmer aus ganz Grand Anse wurdengeschult

Nichts und niemand war vor unseren Sprayern sicher. Keine Angst: es kamen keine Motorräder zu Schaden….

Nichts und niemand war vor unseren Sprayern sicher. Keine Angst: es kamen keine Motorräder zu Schaden

Nichts und niemand war vor unseren Sprayern sicher. Keine Angst: es kamen keine Motorräder zu Schaden …

Schokolade zum Frühstück?

Im Feld muss man einen guten Magen haben. Naja eigentlich braucht man den schon beim Frühstück. Vorgestern gab’s geröstete Leber mit Kochbananen, sicher der Renner der kommenden Saison hier in Wien. Gestern dafür Spaghetti- ja, zum Frühstück.

Nach dem kuriosen Morgenmahl geht es dann über Pisten, die ein Geheimtipp für alle Offroad Freunde sind, in Orte, die bei Regen aufgrund der Lage nicht mehr erreichbar sind. Einmal mussten wir auch aufgrund des starken Regens die Destination kurzfristig ändern. 35 km – 70 min Fahrzeit.  Dort angekommen werden einerseits die Verbesserungen, die seit dem ersten Besuch durchgeführt wurden festgehalten. Dzt. liefern wir auch die ersten Incinerators- quasi ein grosser Griller für alles- aus. Damit soll dem Müllberg der Kampf angesagt werden. Außerdem versuchen wir die CTCs mit Chlor zu versorgen, einige Latrinen sind auch schon geplant. Kurz gesagt: es läuft.

Ein so genannter Incerator bei der ARbeit.

Ein so genannter Incerator bei der Arbeit.

Jetzt sollten wir auch genügend Autos haben, um jeweils in 2 Orte gleichzeitig zu fahren. Außerdem ist ein Trip in den Südwesten geplant, der vermutlich 3 bis 4 Tage in Anspruch nehmen wird. Davon aber beim nächsten Mal mehr. Es ist kurz vor Mitternacht und ich bin der Letzte, der noch auf ist. Bonne nuit

Irgendwo auf diesem Bild befinden sich 3 Latrinen für Cholerapatienten

Irgendwo auf diesem Bild befinden sich drei Latrinen für Cholerapatienten

 

Deja vu…

Bonjour..

Nachdem ich 2011 bereits live aus Haiti gebloggt habe, wurde ich kurzerhand zum Teamblogger ernannt.

Michael Kühnel beim Bloggen aus Haiti

Michael Kühnel beim Bloggen aus Haiti

Wir erinnern uns.. und falls nicht hier nochmals die Kürzest- Zusammenfassung: 2010 erschüttert ein schweres Erdbeben Haiti. Im Epizentrum die Stadt Leogane ca. 40km westlich von Port au Prince. Obwohl- anders als nach dem Tsunami 2004- diesmal nicht viele Leute irgendwen kannten, der wen kannte, dessen Angehörige auch zu diesem Zeitpunkt gerade im Epizentrum waren, gab es auch aus Österreich eine wirklich tolle Hilfe in Form von Spenden. Es war und ist der grösste Einsatz in der Geschichte der Rotkreuz- Rothalbmondbewegung. Im Zuge eines Hilfsprojektes gemeinsam mit dem DRK (Deutsches Rotes Kreuz) hatte ich die Ehre im Krisengebiet für 7 Wochen die Hygieneprojekte mitzugestalten.

Gestern, knapp 2 Jahre später bin ich wieder in Port au Prince gelandet. Diesmal als Teil eines ERU Teams (Emergency Response Unit). Man möchte meinen, es sei doch eh nix mehr nötig, nach all dem Geld und all der Arbeit, die die HelferInnen investiert haben. Leider trifft es aber dieses arme Land immer wieder. Sandy- der Wirbelsturm, der in Amerika für großes Aufsehen gesorgt hat, hat leider auch Haiti getroffen. Das ist leider in den Medien ein bisserl unter gegangen Das Österreichische Rote Kreuz versucht mit Unterstützung des DRK, dem britischen und dem französischen Roten Kreuz vor allem CTCs (Cholera Treatment Centre), die vom Sturm zum Teil schwer zerstört worden sind wieder einsatzfähig zu machen. Man darf sich diese CTCs als kleine Minikrankenhäuser vorstellen, die irgendetwas zwischen 5 und 50 Betten haben und versuchen Patienten mit Cholera vor dem Tod zu bewahren.

Derzeit gibt es pro Monat ca. 11.000 Neuerkrankungen. Die Regenzeit wird einen noch höheren Anstieg bringen. Wir versuchen nun Latrinen zu graben, Mauern wieder aufzubauen, CTCs mit Chlor und anderen Medikamenten zu versorgen- und das alles im Wettlauf gegen die Zeit. Dafür ist nun unser Team hier. Dabei sind derzeit 7 Teammitglieder aus OÖ, Wien, Frankreich, England und Deutschland. Da wir drei- das Ablöseteam für das erste Team- erst heute nach einem 24 stündigen Flug mit anschließendem 7,5 Stunden- Jeep- Rodeo- Ritt in Jeremie angekommen sind, gibt es erst im kommenden Beitrag genauere Infos. Nur so viel: geplant ist es bis zu 27 CTCs wieder einsatzfähig zu machen und das in einem Zeitraum von 10 Wochen.. Wird sicher eine spannende Geschichte…

UN-SPIDER Expert Meeting: Crowdsource Mapping for Disaster Risk Management and Emergency Response

Anfang Dezember fand in der UNO City Wien ein Treffen von Expertinnen und Experten zum Thema Crowdsource Mapping for Disaster Risk Management and Emergency Response statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA). Auch das Rote Kreuz war mit nationalen und internationalen Fachleuten vertreten.

Das dreitägige Treffen von Expertinnen und Experten fand diesmal in Wien statt.

Das dreitägige Treffen von Expertinnen und Experten fand diesmal in Wien statt.

Aufgrund der technischen Entwicklungen der letzten Jahre entstanden Gruppierungen unterschiedlicher Art (z.B. OpenStreetMap, Ushahidi oder CrisisMappers), die diverse Dienstleistungen im Bereich Disaster Risk Management oder Emergency Response anbieten. Zur Wahrnehmung dieser Aufgaben bildet ehrenamtliches Engagement ein wesentliches Element (Stichwort „Digital Volunteering“). Das United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA) bzw. United Nations Platform for Space-based Information for Disaster Management and Emergency Response (UN-SPIDER) hat diesen Trend aufgegriffen und 2011 “Space-based information for Crowdsource Mapping” zum Thema eines Expertentreffens gemacht. Ziel ist die Verbesserung des Austausches und der Kooperation zwischen Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Weltraumtechnologie, der Crowdsourcing sowie der Katastrophenmanagement Community.

Mag. Markus Woltran, Associate Expert bei UNOOSA, erläutert die Intention des Projektes:

„Crowdsource Mapping ist eine Disziplin, die einen Brückenschlag zwischen verschiedenen Expertisen darstellt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist daher unumgänglich, wodurch Bedarf an der Zusammenführung von Wissen aus den Bereichen weltraumgestützter Technik, Crowdsourcing & Crowdsource Mapping und Katastrophenmanagement besteht. Durch die Organisation des Expertentreffen verfolgt UN-SPIDER einen wesentlichen Teil seines Mandates. Im Mittelpunkt steht hier, als „Bridge, Platform und Gateway“ zu fungieren“, so Mag. Woltran.

Über 80 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Weltraumtechnologie, Katastrophenmanagement und Crowdsourcing nahmen am Meeting teil.

Über 80 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Weltraumtechnologie, Katastrophenmanagement und Crowdsourcing nahmen am Meeting teil.

„Seit Aufnahme des Themas in den Fokus von UN-SPIDER haben wir zwei Expert Meetings abgehalten, deren Ergebnisse in einem Bericht festgehalten und auf unserem Knowledge Portal veröffentlicht wurden. Darauf aufbauend wurde nun das dritte Meeting abgehalten, an dem insgesamt mehr als 80 Expertinnen und Experten teilgenommen haben.“, so Mag. Markus Woltran im Anschluss an das Meeting.

In einem Newsletter von UN-SPIDER (Vol. 2/12, Okt. 2012) wird Crowdsource Mapping als die ideale Ergänzung beschrieben, um nach Katastrophen die Erstellung von Lagebildern zu ermöglichen bzw. deren Qualität zu verbessern. Die Idee von Crowdsource Mapping ist dabei möglichst viele verfügbare Daten zu sammeln und diese in Karten umzuwandeln. Diese Daten können dabei aus den unterschiedlichsten Quellen stammen, wobei social-media-Kanäle von immer größerer Bedeutung werden. Die Bereitstellung dieser web-basierten Karten auf Plattformen soll für Einsatzkräfte von Hilfsorganisationen eine wertvolle Unterstützung für die Planung und Durchführung von Hilfseinsätzen sein. Da die Karten web-basiert sind ist eine Bearbeitung und Nutzung von überall aus möglich und ist nicht mehr ortsgebunden.

Zur ersten großen Anwendung von Crowdsource Mapping kam es nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010, wo Satellitenbilder und daraus erstellte Karten rasch verfügbar waren und Grundlage für die Einsatzplanung wurden. UN-SPIDER koordinierte dabei die zeitnahe Bereitstellung von Satellitenbildern, wobei es erstmalig keine Restriktionen durch Urheberrechte gab. Dadurch konnten die bereitgestellten Daten möglichst vielen Nutzern für eine weitere Bearbeitung zugänglich gemacht werden.

Beispiel einer Crowdsource Map der Organisation Ushahidi, die im Rahmen des Erdbebens auf Haiti 2010 angefertigt wurde.

Beispiel einer Crowdsource Map der Organisation Ushahidi, die im Rahmen des Erdbebens auf Haiti 2010 angefertigt wurde.

Zahlreiche „ignite talks“ und „technical presentations“ vermittelten beim diesjährigen Expert Meeting einen umfassenden Eindruck über die Möglichkeiten von Crowdsource Mapping für das Management von Katastrophen. In mehreren „break out sessions“ wurden in Kleingruppen relevante Themen diskutiert, die im Anschluss im Plenum vorgestellt wurden.

In "break out sessions" wurde der fachliche Austausch intensiviert.

In “break out sessions” wurde der fachliche Austausch intensiviert.

Von Seiten des Roten Kreuzes nahmen neben Yann Rebois vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK)und Matthew Lloyd vom New Zealand Red Cross noch Josephine Shields Recass von der Internationalen Förderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, Stefan Loizmayr und Philipp Polanski, die beide in der ERU Water & Sanitation tätig sind, teil. Clemens Liehr, ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Roten Kreuz Purkersdorf-Gablitz, war seitens seines Arbeitgebers zum Meeting entsandt.

Seitens des Roten Kreuzes waren mehrere Personen am Meeting vertreten

Seitens des Roten Kreuzes waren mehrere Personen am Meeting vertreten

Auch seitens des Roten Kreuzes gab es zwei technical presentations. Yann Rebois vom IKRK stellte in seiner Präsentation Kooperationsmodelle und Beispiele für die erfolgreiche Anwendung von Crowdsource Mapping dar. Matthew Loyd vom New Zealand Red Cross stellte in seiner Präsentation ein technisches Projekt vor, in dem ein Tool entwickelt wurde, das die satelliten-gestützte Nutzung von Smart Phones ermöglicht, obwohl keine Netzinfrastruktur verfügbar ist.

Die Ergebnisse des UN-SPIDER Expert Meetings werden in Form eines Reports (Conference Room Paper) dem „Scientific and Technical Subcommittees“ (S&T) präsentiert werden und auf dem Knowledge Portal von UN-SPIDER veröffentlich werden. Eine der wesentlichen Erkenntnisse ist, dass die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Communities noch vor einigen Herausforderungen steht. UN-SPIDER wird in den kommenden Monaten versuchen diese Probleme zu adressieren und durch theoretische Aufarbeitung unterschiedliche Fragestellungen zu bearbeiten. In diesem Rahmen sollen unter anderem Begrifflichkeiten und Methoden, aber auch die möglichen Formen der Kollaboration unter den 3 Communities, geklärt werden. Zusätzlich wurde im Rahmen des Expertentreffens die Möglichkeit einer Simulationsübung besprochen. Ein erster Informationsaustausch hierzu hat bereits stattgefunden und es wurde bereits Interesse eines möglichen Gastgeberlandes bekundet.

Link-Tipps:

UN-SPIDER Knowledge Portal

UN-SPIDER Expert Meeting 2012

GMES Emergency Management Service

Projekt-Bericht der Vereinten Nationen

UNOCHA-Bericht „Disaster Relief 2.0: The Future of Information Sharing in Humanitarian Emergencies”

American Red Cross „The Case for Integrating Crisis Response with Social Media”

Einige Beispiele der Crowdsource Mapping Community:

Ushahidi – www.ushahidi.com

InSTEDD – www.instedd.org

Crisis Mappers – www.crisismappers.net

Google Crisis Response – www.google.org/crisisresponse/

Virtual Disaster Viewer – http://vdv.mceer.buffalo.edu/vdv/select_event.php

HOT Humanitarian OpenStreetMap – http://hot.openstreetmap.org/

The Standby Task Force – http://blog.standbytaskforce.com/

CrisisCommons – http://crisiscommons.org/

MapAction – http://www.mapaction.org/

Sieben Tage in Laubegg: Ein humanitäres Lego-Puzzle

Als humanitäres Legopuzzle kann man das Training kurz beschreiben, an dem insgesamt über 40 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aus ganz Österreich vom 25. bis zum 31. Oktober im Steirischen Rotkreuz-Bildungs- und Einsatzzentrum Laubegg teilgenommen haben. Unter der Koordination des Rotkreuz-Bundesrettungskommandos wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Wien zu einer schlagkräftigen internationalen Einheit ausgebildet.

Rotkreuz-Mitarbeiter aus ganz Österreich trainierten im steirischen Rotkreuz-Ausbildungszentrum Laubegg um international medizinische Hilfe leisten zu dürfen.

Rotkreuz-Mitarbeiter aus ganz Österreich trainierten im steirischen Rotkreuz-Ausbildungszentrum Laubegg um international medizinische Hilfe leisten zu dürfen.

„Ein spannendes, lehrreiches, kreatives, forderndes und damit auch eines der großartigsten und genialsten Katastrophenhilfe Trainings meiner bisherigen 12-jährigen Rotkreuz Laufbahn – und viele kleine Einzelerinnerungen, Gespräche, neue Bekanntschaften, Themen oder Szenerien die sich hier kaum auflisten oder auf ein Statement reduzieren lassen“, beschreibt der Teilnehmer Roland Priewasser aus Wörgl in Tirol seine Erfahrungen beim Training.

Trainiert für die Hilfe im Ausland

Ziel der intensiven über 70 Stunden an Training und Übungen war das Teambuilding und die Ressourcenplanung für eine internationale Rotkreuz-Einheit, die im Rahmen des Europäischen Zivilschutz-Mechanismus nach Katastrophen vor Ort medizinische Hilfe leistet.

Gemeinsame Arbeit im multiprofessionellen Team war eines der Ziele des Trainings

Gemeinsame Arbeit im multiprofessionellen Team war eines der Ziele des Trainings

„Das war ‘Rotes Kreuz PUR’- beeindruckende Kameradschaft, Engagement und Innovation – ein tolles Team über die Landesgrenzen hinweg – freut mich ein Teil davon zu sein“, erklärte der stellvertretende Bundeskoordinator des neugeschaffenen Teams und Bezirksrettungskommandant von Innsbruck-Stadt Christian Schneider.

Effiziente Planung mit bestehendem Material

Es wurde das Material aus sieben Bundesländern gemeinsam – daher auch die Anspielung auf das beliebte Lego-Kinderspielzeug – zu einer überregionalen Einheit verschmolzen, die im Sinne der Standards des EU-Mechanismus auch in den Einsatz gehen kann. Wenn die insgesamt fast 40 Rotkreuz-Profis gerade nicht im Ausland helfen, sollen die Materialien allerdings nicht nutzlos in irgend einem Lager liegen. „Daher ist das Material aus den dezentralen Einheiten der nationalen Großschadens- und Katastrophenhilfe zusammengestellt und steht im Normalfall vor Ort in Österreich zur Hilfe rund um die Uhr zur Verfügung“, erklärt der erfahrene Rotkreuz-Auslandsdelegierte und Notfallsanitäter aus Ried im Innkreis, Andreas Hattinger als Bundeskoordinator der so genannten AMP-Einheit (Advanced Medical Post).

Rund um die Uhr wurde im steirischen Labegg geübt. Auch bei Schneefall und Regen.

Rund um die Uhr wurde im steirischen Labegg geübt. Auch bei Schneefall und Regen.

Tutti Fratelli

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, allesamt langjährige Rotkreuz-Mitarbeiter, als KatastrophenhelferInnen, Rettungs- und NotfallsanitäterInnen, EinsatzmanagerInnen, NotärtztInnen und auch TechnikerInnen im Einsatz, wurden einerseits für den Rotkreuz-Einsatz im Ausland trainiert. Andererseits erfolgte eine Einschulung auf das bereitgestellte Material, gemeinsam wurde die technische, medizinische und logistische Infrastruktur trainiert, geplant und beübt.

Rotkreuz-Techniker bei der Installation der Hygieneeinheit im Behandlungszelt

Rotkreuz-Techniker bei der Installation der Hygieneeinheit im Behandlungszelt

Eine anstrengende 24-Stunden-Übung – Übungsannahme war ein starkes Erdbeben im adriatischen Raum – mit zahlreichen realistisch geschminkten FigurantInnen und Unterstützung der Gemeinde Ragnitz, sowie dem Steirischen und dem Kroatischen Roten Kreuz war der Abschluss des Trainings.

Die TeilnehmerInnen am siebentägigen Rotkreuz-Training in Laubegg.

Die TeilnehmerInnen am siebentägigen Rotkreuz-Training in Laubegg.

Für die Teilnehmer war das Training ähnlich lehrreich und interessant, wie für die Trainerinnen und Trainer, die am Abschlussabend erfreut feststellen konnten, dass alle ihre Erwartungen übertroffen werden konnten und die Befürchtungen nicht eingetroffen sind …

„Trotz aller Unterschiede an Material, Zeltaufbau-Technik, Uniformen und Herkunft bleibt trotzdem der Eindruck zurück zusammen an etwas Gutem und Großen mitgewirkt zu haben…unter dem Zeichen des Roten Kreuzes“, so Dr. Michael Kühnel, erfahrener Rotkreuz-Watsan-Delegierter und Arzt.

Wuha Hiwot now – Hiwot Wuha now!

März 2012, auf dem Weg von Addis Abeba nach Shasheme, fünf Fahrstunden südlich der Äthiopischen Hauptstadt, wo das Österreichische Rote Kreuz, für das ich hier bin, das Äthiopische Rote Kreuz beim Bau von Brunnen und der Arbeit mit ländlichen Gemeinden im Gesundheitsvorsorgebereich unterstützt. Die Rift Valley Seen ziehen einer nach dem anderen am Fenster unseres Geländewagens vorbei. Die Landschaft ist Afrika pur: Weites Land, gelbe Savanne, duerre Schirmakazien an schwefelfarbenen Seen und vulkangeformte Berge und Hügel im Hintergrund. Bloss letztere sieht man im Moment nur schemenhaft, denn die Luft ist voll mit Staub und alle paar Kilometer wirbelt eine Windhose den ausgetrockneten Boden hoch auf. Vor drei Monaten, als ich hier das letzte Mal durchkam, war alles viel grüner, die Luft war klar und die Sicht ungetrübt. Freilich, da war gerade die Hauptregenzeit zu Ende und Natur, Tier und Mensch atmeten auf, standen wieder in vollem Saft. Die schlimmsten Auswirkungen der Dürre von 2010-2011 war durch massive Nahrungsmittel- und Saatguthilfe gerade noch einmal abgewendet worden, auch wenn die Wiederstandskraft der Menschen nachhaltig geschädigt wurde, weil die Herden jetzt nur noch einen Bruchteil der Grösse vor der Dürre haben und die, wenn überhaupt je vorhanden gewesenen, bescheidenen Reserven restlos aufgezehrt sind.

Rotkreuz-Delegierter Klaus Palkovits in ÄthiopienJetzt sind die Felder abgeerntet und alle warten sehnsüchtig auf die Belg Regenfälle, die kleine Regenzeit. Sie ist so wichtig für die Subsitenzbauern hier, die von der Hand im Mund leben. Nach der Hauptregenzeit von Juli bis September koennen sie die Ernte – Shorgum, Teff und andere Getreidesorten – einfahren, die ihnen für einige Monate Nahrung spenden, wenn der Regen gut war. Aber so ab Februar werden die Portionen Injera (das traditionelle Fladengericht der Äthiopier, das meist mit Gemüse und manchmal etwas Fleisch täglich zubereitet wird), die die Frauen fuer ihre Familien bereiten kleiner. Wenn die kleinen Regen dann ab Februar einsetzen, ist der Boden bereits gepflügt und die Saat vorbereitet fuer die zweite, kürzere Vegetationsperiode, die im Juni geerntet werden soll. Dazwischen essen die einfachen Leute viele Kartoffeln und sonstige Wurzeln. Die kleinere Ernte im Juni nährt die Menschen dann (wenn hoffentlich die Kiremt Regenzeit, die grossen Regen, ergiebig waren) bis in den November, Dezember, wenn die grosse Ernte ansteht. Wenn man von weniger als einem Euro pro Tag lebt, wie die meisten Menschen hier und das ganze Einkommen nur aus der Landwirtschaft zieht, hat man keine Reserven, um Klimaphänomene auszugleichen. Es heisst also Regen oder Hunger.

Wuha Hiwot now – Hiwot Wuha now – heisst es auf Amharisch – Wasser ist Leben – Leben ist Wasser. Nie war mir die Bedeutung dieser Binsenweisheit gegenwärtiger als in diesen Tagen hier in Äthiopien.

Jetzt ist schon fast der März vorbei und noch immer ist kein Tropfen Regen gefallen. Es ist ein El Ninjo Jahr, sagen viele, da kann man nicht wissen, was mit dem Regen sein wird. Die Oromo hier, genauso wie die Amharen im Norden, die Somali im Süden und die Afar im Osten klagen alle, dass die Belg Regen ueber die letzten 10, 20 Jahre immer öfter unergiebig sind oder ganz ausbleiben. Klimawandel oder nicht, für Millionen von Kleinbauern am Horn von Afrika ist das keine akademische Frage sondern ein Phänomen, dessen Auswirkungen für sie den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeutet. Die Angst, dass der Regen wie im Vorjahr gar nicht kommt oder in minimalen Mengen, steht den sonst so stolzen Bewohnern dieser Region ins Gesicht geschrieben. Denn was ihnen und ihren Familien dann bevorsteht, wissen sie nur zu genau. Dann werden sie wieder hungern, werden das Saatgut essen, das sie zum Pflanzen vorgesehen hatten, werden sich in langen Schlangen zu Lebensmittelverteilungen anstellen, werden wieder vergeblich um das Überleben ihrer ohnehin schon dezimierten Herden kämpfen. Viele werden diese täglichen Kaempfe ums Ueberleben wieder verlieren – Mensch wie Vieh. Nicht weil sie mit Blähbaeuchen verhungern, sondern weil sie ohne Widerstandskräfte den schwierigen Bedingungen ihrer Existenz im Wechselspiel der Natur nicht gewachsen sind. Weil sie ohne Wasser keine Möglichkeit haben auch nur die Basishygiene aufrecht zu erhalten, weil sie in ihrer Verzweiflung verunreinigtes Wasser und Lebensmittel zu sich nehmen und dann erkranken und sterben, an Durchfall, an Erkältungen und anderen Leiden, die man im reichen Norden nie und nimmer als lebensbedrohend einstufen wuerde. Ein stilles Verlöschen, wie der Tropfen Wasser, der in der trockenen Erde fast unbemerkt versickert.

Haiti macht Fortschritte

Teil des Wiederaufbauprogrammes des Österreichischen Roten Kreuzes in Haiti sind so genannte Hygienetrainings. Emmanuelle Le Roy bildet vor Ort Freiwillige aus, die Hygienetrainings abhalten und Gesundheitsinformationen weitergeben. Diese Schulungen sind eine wichtige Maßnahme zur Vorbeugung von Krankheiten wie Cholera. Für Emmanuelle Le Roy ist dies bereits der zweite Einsatz in Haiti. Zuvor hat die Französin unter anderem in Benin und im Tschad gearbeitet.

Im Blog des Deutschen Roten Kreuzes berichtet Emmanuelle über die merkbaren Verbesserungen, die sich in Haiti seit der Erdbebenkatastrophe nicht zuletzt dank der internationalen humanitären Hilfe eingestellt haben.

Die Situation und das Klima ändern sich: Die Menschen scheinen entspannter zu sein, die Gesichter werden offener. Ja, Haiti macht Fortschritte, ganz langsam…

Ethiopian Red Cross society Benishangul Gumuz Branch Rehabilitated eight water points in Assosa and Mao Komo Woreda benefiting rural communities.

Ethiopian Red Cross society, in partnership with Austrian and Swedish Red Cross and funding from the European Union Austrian development agency and SIDA have started implementing a five year water and sanitation project in Benishangul Gumuz Region Asossa and Mao Komo Woreda. Even though the project has started its implementation phase in May 2012 it has started implementing major project activities that already benefits the community. One of the major project activities being conducted is the rehabilitation of non functioning water points in the intervention area..

Water points to be rehabilitated were identified through  assessment conducted by the project engineer in April 2012. The assessment was conducted for 50 water points in thirteen Kebeles in the two Woredas. During the assessment type of problems of each water points were identified and classified into problems of spare part, problems related to water quality i.e. bad odor and test and problem related to dry well. According to the classified problems solutions were sought for each problems some requires minor  and major maintenance some needs increase in depth and some won’t be rehabilitated because of bed rock formation.

Based on a thorough technical assessment the identified works were initiated swiftly. The rehabilitation work was contracted out to local craftsman and the project team provided the materials needed for rehabilitation including generators and dewatering pumps.

The rehabilitation of water points started in July 2012 is currently undergoing. Currently works have been completed at seven  water points in seven different Kebeles. The water points earlier constructed by the government and other organizations were falling into disuse after not functioning. The rehabilitation works are closely supervised by the RC engineer.

The rehabilitation works range from changing spare parts to complete change of pumps and increasing depths.  The community contributes to the work by providing labor and locally available construction materials like sands and gravel.  The first step is always dewatering and cleaning of the well followed by the other works necessary. Finally the well is cleaned repeatedly and chlorinated repeatedly before the water is finally tested for quality and the well is handed back to the community.  All eight water points rehabilitated so far are functioning well and communities have happily started using them again.

During our visit the community expressed their satisfaction and pleasure because of the rehabilitation work.  Ato Sete Kasaw Vice Sdministrator of Amba 14  Kebele  in Assosa Woreda expressed : “The rehabilitation was conducted in best quality because the engineer from the project was always there following up the progress. Previously construction and rehabilitation was carried out by contractors and because of lack of follow up they defaulted immediately. The community is very happy with the work and has been participated in the process by providing sands and gravel  and labor.”

In most of the Kebeles many villagers used to get water from unprotected sources and springs far away from their village’s. Mainly young girls had to walk long distance and spend considerable time every day to fetch water according to Rehamt Benti Health extension work from Zeiba Kebele in Mao Komo Worda: The community is very happy with the rehabilitation previously they use to travel up to one hour to springs to fetch water now the water is pure and nearby”

The use of clean and safe water will greatly contribute to the improvements of life in the future.  Women and children  are benefiting the most as they are usually the ones responsible to fetch water from far away. Children are most affected by water born diseases in an area in which child mortality is still high. Ato Abedruhaman Gendeba Water Committee chairman in Mimi Kebele Mao Komo woreda said: “The community used to travel 40 minutes to get water from springs and had to cue up 2 to 3 hours. The community is happy that the water point is rehabilitated.”

During monitoring visit in Zeiba Kebele the monitoring team was faced with a challenge that is mentioned by the Kebele Chairman Babkir Gama Kebele Administrator: “The water point recently rehabilitated is not giving service to the community and people still prefer to use the spring nearby”. On the way to the mentioned water point for further investigation, the team met women bringing water from the further away spring and requested them why they are not using the rehabilitated water point. They explained that they were prohibited by the local administration to do so. Since we were accompanied by a senior representative of the local administration, argument ensued between the local administration and the woman.  It turned out that the yield of the well was deemed to be to low by local authorities to serve all communities in its vicinity, which led them to restrict access. After checking the yield of the it became clear, that after the rehabilitation the yield had gone up considerably and the well was now giving sufficient water to be accessed by all surrounding communities.

Each rehabilitated water point serves an average of 50 households. Beyond participating in planning and executing the rehabilitation works, community members are going to be empowered to run the management of the water points through capacity building trainings provided by ERCS staff and volunteers. The first Water Committees have been established. Over the coming 4 years the project team will continue to work with these committees to ensure that they will be able to maintain the functioning of the wells based on their technical knowledge and a well established fee collection system.

Story and Photograph by Dagim Demirew Assefa, 

Senior Planning Monitoring and Communication Officer,

ERCS Benishangul Gumuz Branch