Freitag abend in Monrovia

Eigentlich sollte ich durchatmen. Ich habe in den letzten beiden Wochen 120 Stunden gearbeitet, Nachtschichten eingelegt, viele Menschen trainiert, Meetings besucht und versucht überall zu helfen wo es nötig war.

Heute war mein letzter Arbeitstag- also theoretisch zumindest. Am Wochenende haben wir frei- theoretisch zumindest.

Morgen ist um 11 Uhr das letzte Meeting mit der Leitung des Krankenhauses. Danach muss ich die Ergebnisse zusammenfassen und mein Handover- meine Übergabe vorbereiten.

Am Montag fliege ich dann wieder nach Europa zurück- nicht bevor ich bei uns eine Übergabe fertig gestellt habe, meine Ausrüstung wieder zurück gegeben habe und noch ein letztes Mal zu Mittag gegessen habe. Mama SUSU macht die besten Schwamas hier im Ort.

Nicht, dass es normal ist 60 Wochenstunden zu arbeiten, aber wir haben alles versucht, um die Eröffnung der Geburtenstation rechtzeitig zu schaffen UND es hat Spass gemacht. Ansonsten herrscht die 40 Stunden Woche wie sonst auch.

Ich nehme es vorweg: es geht sich nicht aus. Es heisst auf keinen Fall, dass das Projekt gescheitert ist, aber die Eröffnung wird erst 1 Woche später als geplant statt finden. Bis dahin werden wir viel erreicht haben:

  • Eine neue Triage (Hütte, wo eine Voruntersuchung, Temperaturmessung und Befragung statt findet) wurde errichtet,
  • ein kleiner Anbau wurde für Verdachtsfälle umgebaut,
  • 1 neue Grube für scharfe Gegenstände,
  • 1 Grube für Plazentas wird gebuddelt worden sein.
  • Wir haben 2 neue Ausgänge gebaut,
  • 100 Personen mehrfach im Umgang mit der Schutzausrüstung (PPE) geschult,
  • haben ein neues Müllsystem für potentiell infektiösen Abfall eigeführt,
  • haben die Geburtenstation in verschiedene Zonen mit verschiedenem Risiko eingeteilt,
  • haben mindestens 3 Löcher im Rohrsystem der Wasserleitung geflickt.
  • Eine kaputte Pumpe wurde ersetzt.
  • Das Leitungssystem wird hoch- gechlort um alle Bakterien abzutöten
  • SOPs (standard operating procedures) wurden erstellt und vorgestellt, dabei handelt es sich um Unterlagen, die erklären, wer was wo an zieht und auf was man aufpassen muss.
  • Ein Labor speziell für Ebola- Verdachtsfälle wurde gewonnen
  • Ebenso andere Organisationen, die im Notfall Ebola Patienten abholen und diese in Ebola Center (ETC) bringen.

Dazwischen habe ich geschlafen gegessen und ab und zu sogar Video geschaut.

Das Spital wird von uns auch weiter mit PPE (Schutzausrüstung) unterstützt und laufend geschult.

Wir sind hier in der Delegation des Internationalen Kommitees des Roten Kreuzes (IKRK) eine kleine HEALTH Abteilung:

  • 1 Chef
  • 2 Mitarbeiter (1 ein Kollege- männliche Hebamme und ich)
  • 1 Field Officer- ein Kollege aus Liberia, der auch als Trainer fungiert und die Projekte betreut.

Während die anderen ihre Projekte weiter entwickeln, war die Wiedereröffnung mein Projekt.

Mit dem Personal gemeinsam konnten wir alles auf Schiene bringen- es wird toll. Derzeit werden 2 kleinere Spitalsambulanzen im Umgang mit PPE trainiert. Sie sind bereits das ganze Jahr ohne Unterbrechung geöffnet und bisher sind sie von Ebola verschont geblieben. Durch unsere Unterstützung soll es auch so bleiben. Weitere drei sind geplant und wurden auch schon besucht.

Inzwischen scheint sich die Lage hier zu beruhigen. Es werden langsam weniger Fälle, wobei man speziell jetzt aufpassen muss. Wir sind noch weit von der Bewältigung entfernt und wenn man jetzt sorglos wird, kann die Fallzahl schnell wieder zunehmen. Es wird deshalb besser, weil die Richtlinien (Händewaschen, Vermeidung von Körperkontakt,..) greifen.

Auf jeden Fall versuchen jetzt immer mehr andere Organisationen unserem Beispiel zu folgen und wie das IKRK die medizinische Grundversorgung wieder herzustellen. Menschen werden weiterhin krank, Kinder werden geboren, Operationen müssen gemacht werden.

Es fehlt an Personal- in unserem Krankenhaus hat sich gerade die Anzahl der Arzte auf 5 insgesamt ERHÖHT, wobei der Chefarzt 72 Jahre altist.

Mit 8 Betten werden wir in 9 Tagen starten, danach langsam auf bis zu 20 Betten erhöhen. In weiterer Folge wird die Schwangerschaftsambulanz eröffnet- um ein HIV und Malaria Screening für die werdenden Mütter zu ermöglichen. Auf diese Weise wird wieder ein Stückchen Normalität in Monrovia einkehren und ich kann dem Land guten Gewissens den Rücken kehren.

Es ist für mich ein schöner Abschluss. Ein Jahr voller toter Menschen, voller Erkankung, voller ängstlicher Freunde und Familien, voller Medienpräsenz und vieler Erfahrungen geht damit langsam zu Ende. Sollte die Seuche unter Kontrolle gebracht werden, ist meine Hilfe nicht mehr von Nöten. Wenn nicht gibt es vielleicht ein Wiedersehen.

Vorletzter Tag: Das Rote Kreuz leistet gute Arbeit

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Freitag

Vorletzter Tag hier in Severodonetsk – heute ein dichtes Programm. Zuerst in der Früh noch schnell frisch übersetzte Formulare für das Freiwilligentraining ausdrucken. Dann ab in die Nachbarstadt nach Lysychansk wo wir im Dezember die Baumarktgutscheine verteilen werden. Eine Straßensperre und viele Schlaglöcher später schaun wir uns kurz ein schwer zerstörtes Gebiet in unserer Zielstadt an – dann rasch weiter zum Bürgermeister.

Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk

Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk

Der will auch wissen um was es geht und muss uns unterstützen. Nachdem er auch gut dastehen will bei seinen Wählern und kein Geld hat funktioniert das meist – hier sogar ausgesprochen gut. Zum Abschluss ein nette Foto – ich hab mich nicht nach vorne gedrängt ;-) Schnell noch in ein Nachbargebäude und die Fotos und Dokumente der Schadenskommission ansehen. Die Liste der Schadenskommission ist die Basis für unserer Familienselektion – also ausgesprochen wichtig. Die Gelder der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA/ADA, #Entwicklung.at) und des Roten Kreuzes (=Privatspenden) werden von uns vom Tag 1 an bis zur “Übergabe” an die betroffenen Familien begleitet, dokumentiert und berichterstattet. “Transparency/Transparenz” und “Accountability/Rechenschaft” sind für das ÖRK nicht nur moderne Schlagworte – wir leben diese auch.

Alles wirkt stimmig (Unterschriften, Fotos, Dokumentation). Weiter zum Roten Kreuz in Lysychansk – die 4 jungen freiwilligen RKler warten bereits. Ihnen erzählen wir Basics über das Projekt und das wir sie ganz dringend brauchen. Sie müssen in zwei Wochen 250 Haushalte abklappern und die Information zu den Gutscheinen verteilen (wann zu holen, welcher Ausweis, wo zu beschweren und überhaupt) – außerdem die Daten der Behörde stichprobenartig überprüfen (ist das Haus überhaupt beschädigt usw).

Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.

Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.

Im Anschluss werden noch zwei Baumärkte geprüft – einen müssen wir in den kommenden Tagen auswählen. Dieser wird rund EUR 90,000 für Baumarktgutscheine erhalten die wir wiederrum an die Familien abgeben damit diese ihre Unterkünfte winterfit machen können. Leider hat nur einer der Baumärkte elektronische Gutscheinkarten wie bei uns im Obi oder Baumax. Das vereinfacht das Reporting und Monitoring sehr.

Danach noch ein Besuch beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz damit auch die Bescheid wissen was wir wann wo und wie machen und siehe da es entsteht eine weitere Kooperation. Das allerletzte Mail heute geht nach Kiew an den Nahrungsmittelcluster (die Kolleginnen und Kollegen versuchen den Überblick über alle Nahrungsmittelaktivitäten im Land zu bekommen) – somit kann ich guten Gewissens das Notebook abdrehen, das Rote Kreuz hat heute gute Arbeit geleistet.

 

p.s. die Tageszeitung derStandard hat ein Interview mit mir publiziert.

Ethiopian Red Cross Society (ERCS) West Arsi Zone Branch expanding its coverage

Austrian Red Cross (Aut RC)  is supporting the West Arsi Branch of the Ethiopian Red Cross Society (ERCS) since 2008 in developing its capacity. Furthermore Aut RC is supporting WatSan projects in Kofele and lately also in Arsi Negele Woreda benefitting more than 20.000 people in 3 communities. West Arsi Branch is developing dynamically under the leadership of its Branch Head Ato Buseri.

Aut RC Country Representative inspecting RC well in Kofele together with ERCS West Arsi Branch Head

Aut RC Country Representative inspecting RC well in Kofele together with ERCS West Arsi Branch Head

Over the last couple of years RC membership has increased by more than 100.000 members in West Arsi Zone. Income generation is improving with the construction of a 5 story multipurpose building in the centre of Shashemene town progressing well. Once completed, rental income from the property will ensure sustainable funding for core activities of the Branch, including Ambulance Service, Essential Drugs Programme, First Aid Training/Provision and Youth and Volunteer Development.

ADA Head of Ethiopia visiting ERCS West Arsi Multipurpose Building in Shashemene

ADA Head of Ethiopia visiting ERCS West Arsi Multipurpose Building in Shashemene

ERCS West Arsi Branch has recently opened a new Woreda Office in Arsi Negele some 60 km north of Shashemene. Ato Kadi, managing ERCS activities in Arsi Negele, has managed in the course of the last 2 years to set up a Woreda Office from scratch under the leadership of ERCS Shashemene Branch, supported by the local Woreda Authorities and RC Partners.

Ato Kadi, ERCS Office Head Arsi Negele, welcoming ADA Head of Ethiopia, Ato Heinz

Ato Kadi, ERCS Office Head Arsi Negele, welcoming ADA Head of Ethiopia, Ato Heinz

“Without the support of our Partners, we would not have managed to set up the new office in such short time. During the last year we have been able to set up the office, providing much needed ambulance service for the community, training more than 100 volunteers in first aid and recruiting more than 7.000 members for the RC.” Says Ato Kadi, who is also in charge for implementing the ADA/Aut RC/Swiss RC funded Bishangari Water and Sanitation Project, aiming to provide 6 communities with more than 9.000 inhabitants with access to safe water and supporting their awareness and capacity to improve the general hygiene and health situation.

ERCS Arsi Negele celebrating World Hand Washing Day with volunteers and community

ERCS Arsi Negele celebrating World Hand Washing Day with volunteers and community

“The youth in Arsi Negele as well as the local authorities are very happy to have a Red Cross Office finally here and are committed to support us in providing more services and support to vulnerable people in the area” says Ato Buseri, who is rightfully proud of the achievements of his team. Aut RC is proud to be part of this success story and committed to continue the fruitful partnership with West Arsi Branch which is regarded a role model for Aut RC/ERCS Long Term Cooperation.

ERCS Arsi Negele Blood Donor CampaignBranch Head

ERCS Arsi Negele Blood Donor CampaignBranch Head

Vollmond und ganz schön viel Arbeit

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Gestern und heute sind wie im Flug vergangen – wie immer wenn man zu wenig Zeit hat um vor Ort ein Projekt mit Kolleginnen vorzubereiten. Zuerst war da mal eine Besprechung mit RK-Mitarbeiterinnen aus Zolote welches sich in der Pufferzone südlich von uns befindet. Wir besprechen wie Nahrungsmittelpakete vom Internationalen Roten Kreuz dort hingeschafft und verteilt werden können ohne das Mitarbeiterinnen oder Empfängerfamilien vor Ort zu Schaden kommen – der Ort steht unter sporadischem Beschuss.

Zerstörte Wohnhäuser in der Ostukraine. Das Rote Kreuz hilft den Bewohnern, der teilweise zerstörten Häuser beim Winterfest-machen.

Zerstörte Wohnhäuser in der Ostukraine. Das Rote Kreuz hilft den Bewohnern, der teilweise zerstörten Häuser beim Winterfest-machen.

Nach einem kurzen Treffen mit der OSCE Monitoringmission geht’s weiter zur Schulung über Minen und sonstige liegengebliebene Waffen(teile). Die Devise – Hausverstand benutzen, auf den Straßen bleiben, nix angreifen und Unterstützung rufen – klingt einfach ist es aber nicht. Schnell dazwischen gepresst die Besichtigung des Lagers des Internationalen Roten Kreuzes hier in Severodonetsk.

Unterstützung für Binnenflüchtlinge durch das  Rote Kreuz in Luhansk

Um 17 Uhr dann Treffen mit der RK Chefin von der Region Luhansk – Olga. Wir gehen die verbleibenden drei Tage kurz durch und planen. Donnerstag – Detailprojektplanung, Freiwilligenschulung vorbereiten, Termine ausmachen für Freitag und ungeplante Prüfung eines Baumarktes den wir vielleicht für unsere Gutscheinverteilungen benötigen. 500 Familien bekommen Gutschein für EUR 180 um ihre Häuser winterfest zu machen – das muss gut vorbereitet sein. Listen und Verträge werden nächtens vorbereitet – auch mit Unterstützung von Kollegen aus Wien und Serbien – danke Walter und Wolfgang an dieser Stelle). Last but not least haben wir heute gesehen wie das RK hier die Binnenflüchtlinge/Vertriebenen registriert und Lebensmittel verteilt. Sehr toll was die hier leisten vor allem mit den nicht vorhandenen Mitteln … – zu müde zum weiterschreiben (ein Vertrag will noch aufgesetzt werden) – achja – Vollmond auch hier ;-)

Einfaches Sytem für optimale Wirkung: Ein Baumarktgutschein kann für den Einkauf von benötigtem Baumaterialien verwendet werden.

Einfaches Sytem für optimale Wirkung: Ein Baumarktgutschein kann für den Einkauf von benötigtem Baumaterialien verwendet werden. Diese Materialien machen dann die Häuser von über 500 Familien winterfest.

 

Mit funktionierendem Internet fast wie zuhause

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Die lange Autofahrt durch die Ukraine im IKRK-Landcruiser ist beschwerlich. AUfgrund der Sicherheitslage darf nur bei Tageslicht gefahren werden.

Die lange Autofahrt durch die Ukraine im IKRK-Landcruiser ist beschwerlich. Aufgrund der Sicherheitslage darf nur bei Tageslicht gefahren werden.

Zuerst mit dem Flieger von Wien nach Kiev, weiter per Zug nach Kharkiv (4,5 Std) und dann per Auto (4 Stunden und einige Checkpoints später) nach Severodonetsk.

Auf der Fahrt in die Ostukraine

Auf der Fahrt in die Ostukraine

Auf der vierstündigen Fahrt begleitet uns außerdem ein serbischer Spezialist für Waffen und Entminung der morgen eine Schulung beim Roten Kreuz durchführt – immerhin hat es hier vor einigen Monaten noch Kämpfe gegeben und es ist möglich dass das eine oder andere (nicht detonierte) Relikt herumliegt. Wir beschließen kurzerhand bei der Schulung dabei zu sein.

Die Anreise dauert - immer wieder Unterbrochen von Checkpoints - doch länger, als sich das Google-Maps ausmalt.

Die Anreise dauert – immer wieder Unterbrochen von Checkpoints – doch länger, als sich das Google-Maps ausmalt.

In Severodonetsk angekommen werden wir allen Kolleginnen vom Internationalen Roten Kreuz vorgestellt und es gibt ein weiteres Sicherheitsbriefing. Die Front ist nicht gar so weit weg und die Lage kann sich jederzeit rasch ändern – zur Zeit aber alles super sicher. Nach einer kurzen Planung für den nächsten Tag fahren mein ukrainischer Kollege und ich weiter ins Hotel. Leider kein Internet – der Strom ist hier seit einiger Zeit ein Problem. Ohne Strom gibt es kaum GSM Empfang und schon gar kein Internet – auch die Straßen sind an Herbstnachmittagen schon besonders früh dunkel. An das Sat-Phone habe ich gedacht – an das BGAN (Satellitendatenkommunikation) leider nicht.

Nach dem Abendessen einem der wenigen Restaurant der Stadt mit Licht dann zurück ins Hotel und siehe da – das www ist on und ich fühle mich wieder fast wie zu Hause ;-)

Monrovia …

Eine afrikanische Millionenstadt. 1,2- 1,4 Millionen Menschen sind hier auf den Straßen unterwegs. Verkehr, der durch Hupen und für Europäer unkonventionelle Fahrweise gekennzeichnet ist, war hier immer eine der größten Gesundheitsrisiken. Seit einigen Monaten ist etwas dazu gekommen… schleichend und tödlich. Ebola.

Ebola hat es bis nach Europa geschafft- einerseits ist die mediale Berichterstattung am Höhepunkt, auf der anderen Seite gab es auch den ersten Fall einer Krankenschwester, die sich auf europäischem Boden angesteckt hat. Grund genug für mich nach meinem 1. Einsatz abermals in das Krisengebiet zu fahren um zu helfen.

Im Team des IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes) versuchen wir hier zu helfen. Schon bei meiner Ankunft freuten sich auch die Kollegen, dass wieder Verstärkung gekommen ist. Die Erwartungen sind hoch- die Verantwortung dementsprechend auch. Es ist schwer geeignetes Personal zu finden. Natürlich haben viele Menschen in Europa Angst und wollen nicht hier her. Absolut verständlich. Auf der anderen Seite können wir nicht alle Freiwilligen in die Krisenländer schicken. Das Österreichische Rote Kreuz hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen zu helfen, wir sind auch unseren Mitarbeitern im Krisengebiet schuldig, sie zu schützen und gesund wieder heim zu bringen. Daher bedarf es sehr erfahrenen MitarbeiterInnen um alle wieder gut in Österreich abzuliefern.

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Die Klinik in Monrovia, Liberia.  in diesem Haus werden potentiell erkrankte Mütter unterkommen.

Unser derzeit schönstes Projekt ist eine große Klinik hier. Nach dem Ausbruch von Ebola wurde sie geschlossen. Die Kinderabteilung und auch die Geburtshilfe mussten ersatzlos gestrichen werden. Das ohnehin marode Gesundheitssystem wurde durch den Tod einiger med. Fachkräfte weiter geschwächt. Die Verbliebenen sind überarbeitet und haben weiterhin Angst- Wer ist der oder die nächste?

Diesmal ist nicht der Tod im Mittelpunkt – diesmal versuchen wir Leben zu schenken. Kommende Woche beginnt das 1. Training für med. Personal in PPE (Personal Protective Equipment= Schutzausrüstung). Drei Tage Trockentraining- anziehen, ausziehen und darin arbeiten, die Woche drauf nochmals drei Tage inkl. praktischer Beispiele. Was mache ich, wenn jemand zusammenbricht? Wie verpacke ich Blutproben von potentiell Erkrankten? Worauf muss ich bei potentiell Erkrankten werdenden Müttern beachten.

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Vorbereitung und klare Abläufe. Das sind wohl die wichtigsten Massnahmen zur Vorbeugung und Verhinderung weiterer Ebola-Infektionen.

Gleichzeitig sitze ich mit Dr. John, einem Arzt der seit 3 Monaten freiwillig in Liberia ist und hilft und Francis, meinem Kollegen, im Krankenhaus und wir überlegen, wo wir Isolationsbetten installieren. Sicher ist das einfach- man sucht sich ein Zimmer aus und riegelt es ab. Man muss sich aber vorstellen, dass bei jedem Besuch Abfall in Form einer gebrauchten Schutzausrüstung an fällt. Diese muss gesammelt und zum Incinerator (grosser Ofen zur Verbrennung von Abfall) gebracht werden. Den kann ich nicht quer durch das Krankenhaus vorbei an werdenden Müttern schleppen. Alles in allem eine sehr herausfordernde aber erfüllende Aufgabe. Potentiell Erkrankten Müttern muss Blut abgenommen und im Labor analysiert werden um zu sehen, wie es weiter geht.

Mitarbeitersicherheit steht auch im hiesigen Krankenhaus für uns an erster Stelle. Unsere Wat San Guys (Wasser und Hygiene) schauen sich die Wasserversorgung genauer an, unser Logistiker schaut, dass es genug Schutzausrüstung geben wird. Haben wir erst eröffnet, können wir nicht nach zwei Wochen sagen: Schade, wir haben keine Schutzausrüstung mehr. Kommen Sie in drei Wochen wieder.

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Bald wird man hier hoffentlich wieder Babygeschrei hören, im Kreißsaal der Klinik.

Sobald alle Voraussetzungen erfüllt wird auch Dr. Samuel wieder praktizieren. Er leitet das Krankenhaus schon über 30 Jahre und würde sich freuen wieder etwas zu tun. Er ist Arzt und – wie man an mir sieht – Ärzte können nicht rum sitzen und warten. Also hoffen wir alle im Team, dass er bald wieder beschäftigt wird. Trotzdem muss auch ihm klar sein, dass wir nicht alle behandeln und retten werden können.

Aber bei einer Säuglingssterblichkeit von fast 4 Prozent und einer Muttersterblichkeit von 1 Prozent zählt jede medizinische Unterstützung.

Am Beginn werden wir mit wenigen Betten starten und das Personal noch bei der Handhabung der PPE beobachten müssen. Aber dann werden sie wieder kommen… die Babies.

Bis zu 80 Geburten waren es vor Ebola pro Monat ähnlich dem Krankenhaus in Hartberg, wo ich Teile meiner Ausbildung absolviert habe. Es wäre toll, bald wieder Babygeschrei in den Hallen des Krankenhauses zu hören- es ist der Schrei nach Hoffnung- Hoffnung darauf, dass Ebola bald besiegt sein wird.

Alle Informationen zur Hilfe gegen Ebola

Grenzenlose Menschlichkeit?

Ende des Jahres 1989 fiel der “sozialistische Arbeiter und Bauernstaat”, wie sich die Stasi-Diktatur der Deutschen Demokratischen Republik selbst bezeichnete zusammen. In Deutschland gibt es dazu derzeit – 2014 ist ja das 25. Jubiläum dieses historischen Ereignisses – viele Gedenkfeiern und Erinnerungsveranstaltungen. Zahlreiche Bücher und Fernsehdokumentationen bringen die Erinnerung an die Ereignisse zurück ins Gedächtnis.

Mauerfall in Eisenstadt?

Der Mauerfall vor 25 Jahren. Damit begann die Auflösung politischer Strukturen nicht nur in Europa und ein Paradigmenwechsel im zwischenstaatlichen Zusammenleben

Doch auch für Österreich und das Österreichische Rote Kreuz war diese Zeit des radikalen politischen Wandels eine Herausforderung, ging doch dem “Mauerfall” am 9. November eine grosse Fluchtbewegung aus der DDR über Ungarn und Österreich voraus. Mehr als 50.000 Menschen kamen innerhalb weniger Wochen über die Grenze nach Österreich und wurden vom Roten Kreuz versorgt. Der größte Teil passierte die Grenze im Bereich des Burgenlandes, weshalb auch das Rote Kreuz Burgenland zu jener Zeit den größten humanitären Hilfseinsatz in seiner Geschichte durchführte.

Menschliche Erinnerungen von Seiten der Helfer

Unter dem Titel “Grenzenlose Menschlichkeit” haben Tobias Mindler und Johannes Steiner Anfang Oktober in Eisenstadt ihr Buch über den Rotkreuz-Einsatz zur Unterstützung der DDR-Flüchtlinge vor 25 Jahren präsentiert. Neben einem Überblick über die historische, geopolitische und sozialen Entwicklungen in dieser kuren Zeit widmet sich der Hauptteil der Monographie den Menschen, die damals geholfen haben. Persönliche Erinnerungen schildern emotionale Momente der persönlichen Begegnungen, der zwischenmenschlichen Solidaridät über Landes- und Sprachgrenzen und des individuellen altruistischen Engagements innerhalb und auch ausserhalb des Roten Kreuzes.

Von Schwester “Liebe” und dem ungarischen “Häfen”

Gerade diese persönlichen Erinnerungen von Helferinnen und Helfern machen dieses Buch lesenswert. Bei manchen Geschichten muss man schon sehr hartgesotten sein, wenn nicht Tränen in die Augen bekommt, wie bei  Ljuba – die nicht nur im Rotkreuz-Dienst half, sondern auch privat. Um eine getrennte Familie auf ihre eigene Gefahr wieder zu vereinen, schmuggelte sie ein kleines Kind unter ihrem Mantel von Sopron nach Nickelsdorf. Oder bei Leopold, der als ehrenamtlicher Fluchthelfer sogar beschossen wurde und in einem kommunistischen ungarischen Gefängnis landete.

17  ehemalige und aktive Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichten von ihren persönlichen Erinnerungen. Archivmaterial und vor allem persönliche Fotos aus diesen emotionsreichen Wochen im Spätsommer und Herbst 1989 ergänzen die Geschichten vom Helfen. Die Schilderungen dieser Zeitzeugen lassen die Situation realitätsnah vor Augen erscheinen, die Problematik in der Logistik, die Versorgung der hungrigen Menschen, die oftmals nichts mit hatten, ausser das was sie am Körper trugen. Sie zeigen aber auch die große Kraft der menschlichen Hilfe, die Dankbarkeit und Zufriedenheit der Betroffenen und die Bescheidenheit der Helferinnen und Helfer, die einfach bloss da waren, wenn man sie brauchte. Aus Liebe zum Menschen.

Zurück in die Zukunft?

Die Geschichten brachten mich nicht nur zum weinen,sondern auch zurück in meine Errinnerungen an meine frühen Jahre beim Roten Kreuz, in jene Zeit der absoluten Begeisterung für diese humanitäre Idee. Ich selbst war zu der Zeit der DDR-Flüchtlingshilfe zwar schon Rotkreuz-mässig engagiert und einige meiner Kollegen halfen auch – gerade der so genannte Kat-Zug aus Brunn am Gebirge unterstützte auch die burgenländischen Kollegen, doch an mir selbst ging dieser Einsatz vorbei, ich war wohl zu intensiv in Sachen Rettungsdienst (und Erlangung der Matura) beschäftigt.

Ich bin mir sicher, dass Sammlungen von (humanitären) Zeitzeugenberichten wie diese dazu beitragen, unsere Kultur des Helfens, die “Liebe zum Menschen” jedem verständlich zu machen. Eigentlich sollte jeder Rotkreuz-Mitarbeiter, jede Rotkreuz-Mitarbeiterin dieses Buch haben, um zu verstehen was Menschlichkeit bedeutet – grenzenlose Menschlichkeit.

Bibliographie

Grenzenlose Menschlichkeit

Grenzenlose Menschlichkeit

Mindler Tobias und Steiner Johannes (2014): Grenzenlose Menschlichkeit. Wie das Rote Kreuz Burgenland 1989 den DDR-Flüchtlingen half, Eisenstadt: Rotes Kreuz Burgenland

 

Resilienz steigern hilft Leben zu retten

Naturkatastrophen lassen sich nicht verhindern – ihre Auswirkungen schon. Überall auf der Welt zeigen zahlreiche Beispiele, wie sich Menschen und ganze Landstriche gegen bedrohliche Naturereignisse wappnen. Das Rote Kreuz will diese Widerstandsfähigkeit, im Fachjargon “Resilienz” genannt, stärken und zeigt in 42 Reportagen Beispiele aus 24 Ländern in einem Online-Journal.

Zum Auftakt diskutierten Ende September Katastrophenresilienz-Experten des Roten Kreuzes, der Weltbank, der Europäischen Union und der ÖFSE in Wien über das Thema.

Hier eine kurze Zusammenfassung der Veranstaltung im Video (Videoaufzeichnung hier):

Joaquin Toro, World Bank

“Es ist nicht genug zu überleben, Resilienz ist auch eine Frage der Lebensqualität nach der Katastrophe”, sagte Joaquin Toro, der bei der Weltbank für Disaster Risk Management zuständig ist. In vielen Ländern seien die Menschen nicht gegen Naturkatastrophen versichert. Sie stünden nach jedem Ereignis vor dem Ruin.Ob Versicherungen tatsächlich die beste Lösung sind, zeigten sich die Experten uneinig. „Solidarität innerhalb und zwischen den Staaten und zivilgesellschaftliches Engagement seien dafür besser geeignet, da keine Erträge für Investoren zusätzlich generiert werden müssen“, so Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes, der auch die staatliche Verantwortung für Vorbereitung betonte.

Die Verantwortung für Resilienz tragen alle öffentlichen und privaten Sektoren einer Gesellschaft: “Die Fähigkeit, die Auswirkungen von Katastrophen einzudämmen ist eine gemeinsame Aufgabe,” betonte die unabhängige Expertin Slobodanka Curic, vor allem in die Prävention sei zu investieren.

Gerry Foitik, Rotkreuz-Bundesrettungskommandant

„Bei Katastrophen verlieren Menschen oft alles“, so Gerry Foitik, weiter. Neben den finanziellen Schäden, die an Gebäuden, Infrastruktur und zerstörten Gegenständen entstehen sind die ideellen Verluste oft noch dramatischer: „Wenn sämtliche Erinnerungen weg sind, weil die Liebesbriefe und Familienalben zerstört wurden, so trifft das Menschen oft mehr, als der zerstörte Flatscreen“, weiß der Katastrophenmanager.

Das Katastrophen-Resilienz-Journal (www.disaster-resilience.com) bietet jeden Tag eine andere Reportage in einer so genannten Web Documentary. Diese gemeinsame Kampagne der Rotkreuz-Gesellschaften in Europa wird vom humanitären Amt der Europäischen Union finanziert.

Resilienz Kampagne

Ohne Kommunikation keine Führung!

einsatzbereit

Einsatzbereit im Regen unter schmalem Dachvorsprung

Situationsgerechte Kommunikation ist das Um und Auf für die Führung von Hilfseinheiten die zum Wohle der Betroffenen optimal disponiert werden müssen. In Ausnahmesituationen wie z.B. regionale oder bundesweite Blackoutszenarien, Ausfall von Internetverbindungen oder Telefonnetzen stehen die Rotkreuzhilfseinheiten aus dem Bereich ‘Telekom&IT’ bereit, um die Helfer ‘Aus Liebe zum Menschen‘ zu unterstützen! Das Einrichten und Betreiben von lokalen Netzwerken für Einsatzstäbe oder der temporäre Betrieb von UKW-Relaisfunkstellen gehört ebenso zum Aufgabenumfang, wie der Informationsaustausch über Kurzwellenverbindungen zu mobilen Einsatzleitungen oder mit dem Bundesrettungskommando im Katastrophenhilfe- und Einsatzzentrum des ÖRK in Wien.

In allen Landesverbänden sowie dem Generalsekretariat bestehen Kurzwellengruppen mit insgesamt 56 freiwilligen Mitarbeitern. Jedes Jahr wird ein Übungs- und Fortbildungsseminar ausgerichtet, in dem Neues vermittelt und Bestehendes geübt wird. Heuer war Mitte September der Landesverband Oberösterreich mit der Bezirksstelle Steyr-Stadt unser Gastgeber.

Codan

Einschulung am Codan NGT-SR Kurzwellengerät

Unter dem Motto ‘Telekommunikation in Krisenlagen’ stellten sich 31 Teilnehmer am Samstag den Herausforderungen, bei ungünstigsten Wetterverhältnissen an verteilten Standorten im Großraum Linz – Steyr die gestellten Aufgaben in einer realitätsnahen Fieldexercise abzuarbeiten. Bei durchgehend regenerischem Wetter mussten über die teilweise aus Notstromakkus oder Stromgeneratoren gespeisten und mit provisorischen Drahtantennen versehenen verlegbaren  Kurzwellenstationen Lageberichte, Fotos und andere Informationen direkt an  die Übungsleitstation im Katlager Linz oder über die ÖRK-eigenen Emailgateways in Feldkirch, Innsbruck und Wien versendet werden.
Wie bei jeder Übung hat es auch diesmal Erkenntnisse gegeben, die dort und da ein Nachjustieren bei Abläufen, Geräten oder Ausrüstung erforderlich machen. In Summe jedoch hat sich die Übungsleitung mit dem Ergebnis zufrieden gezeigt und das in einem Resumee zum Ausdruck gebracht.

NGT

erste Schritte mit neuer Gerätschaft

Administrative als auch fachlich relevante Vortragsthemen standen Freitag Abend und Sonntag Vormittag auf der Agenda und wurden ausgiebig diskutiert. Die anwesenden Vertreter der Landesverbände konnten nach kurzer Systemvorstellung und Einschulung je ein modernes Betriebsfunkgerät mit Dokumentation zum Betrieb in ihren festen Funkstationen in Empfang nehmen. Damit ist ein weiterer Schritt zur verbesserten Erreichbarkeit in Katastrophensituationen gesetzt.

 

Diskussionen

ausgiebige Fachdiskussionen

Als Gastredner des Generalsekretariats hat Markus Glanzer die Bedeutung des ÖRK – Kurzwellen-netzwerkes als Teil der gesamten ÖRK – Fernmeldestruktur hervorgehoben und dessen Bedeutung unterstrichen. Als eine wenig beachtete, aber umso wichtigere Ressource bezeichnet der oberösterreichische Landesrettungskommandant Christoph Patzalt in seiner persönlichen Grußbotschaft die freiwilligen Mitarbeiter der Kurzwellengruppen und würdigt deren Engagement besonders zur Unterstützung der Helfer im Katastropheneinsatz.

Eine Feedbackrunde und eine Vorschau auf das kommende Jahr war der offizielle Abschluß des Kurzwellenseminars 2014.

Ein Dankeschön für die Gastfreundschaft geht an den OÖ Landesverband und die Bst. Steyr-Stadt.

Wolf Höller

Wasserdichte Hilfe

Mitte September trafen sich bei Regenwetter fast 30 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter aus ganz Österreich im Messezentrum in Wels, um sich als Teil einer österreichischen Rotkreuz-Einheit für den internationalen Hilfseinsatz ausbilden zu lassen. Das so genannte AMP (Advanced Medical Post) ist eine Art Feldambulanz, die bei Katastrophen die medizinische Basisversorgung der Betroffenen ergänzt. Die Einheit ist modulartig aus Zelten zusammengesetzt. Die medizinischen Geräte aus der bestehenden Katastrophenvorsorge des Roten Kreuzes kommen zum Einsatz.

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Beim Aufbau der Zelte für die AMP-Einheit müssen alle mit anpacken.

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Dr. Bettina Wiesinger ist – wie alle anderen Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Auch wenn es diesmal nur eine Übung ist.

„Die vorwiegend jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erfahrene Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter, Techniker, Feldköchinnen und -Köche, Krankenschwestern und –Pfleger sowie Ärztinnen und Ärzte“, erklärt der Oberösterreicher Andreas Hattinger, der die Einheit bundesweit koordiniert.

 

Wichtig ist die Zusammenarbeit im Team der unterschiedlichen Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Selbstverständlich haben wir gemeinsam angepackt, haben zusammen die Zelte auf- und am Ende auch wieder abgebaut und das Equipment aufgestellt“, erzählt die Notärztin Dr. Bettina Wiesinger aus Steyr in Oberösterreich. Auch bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten ist gemeinsame Hilfe gefragt. „Eine große Übung der Rotkreuz-Bezirksstelle in Wels bot sich nach der dreitägigen Grundausbildung an, um die AMP-Einheit auch im Betrieb zu trainieren“, weiß der Bundeskoordinator Andreas Hattinger. Einer der Schwerpunkte dieser Feldambulanz ist die Versorgung vieler Patienten, wenn medizinische Infrastruktur wie Spitäler nicht mehr vollständig zur Verfügung steht.

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Die Arbeit im AMP-Triagezelt ist stressig. Trotz der Übungssituation werden die Patintinnen und Patienten ganz real angeliefert, untersucht und psychisch wie medizinisch auf Top-Niveau betreut.

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Die Aufbauarbeiten machen allen viel Spass. Das, obwohl die Kolleginnen und Kollegen bereits 8 Stunden Theoriekurs hinter sich hatten.

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Bis in die Nacht dauerten die Aufbauarbeiten des Feldspitals.

Bereits am Vortag zur Großübung begannen die medizinischen Teams in der Ambulanz mit ihrer Arbeit. Bis spät in die Nacht wurden immer wieder Patientinnen und Patienten geschminkt und in die Ambulanz gebracht, um den stressigen Schichtbetrieb der Ambulanz unter möglichst realistischen Bedingungen vorzubereiten. Ein weiterer Aspekt war die Teilnahme von Rettungsteams des Deutschen Roten Kreuzes aus Bayern, die den Transport der insgesamt über 150 geschminkten Verletztendarsteller in die Feldambulanz AMP im Welser Messegelände übernommen haben. So ist die reibungslose internationale Zusammenarbeit gewährleistet.

„Zahlreiche internationale Beobachter und das Innenministerium konnten sich davon überzeugen, dass das österreichische Rotkreuz-Team auch für internationale Einsätze im Rahmen des Europäischen Zivilschutzmechanismus reif ist. Das Lob für die professionelle Arbeit, freut uns besonders. Das ist den hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verdanken!“, sagt Markus Glanzer, der im Österreichischen Roten Kreuz für den Bereich Einsatz, Innovationen und Beteiligungen verantwortlich ist, am Ende des einwöchigen Trainings. Das Team ist daher für den internationalen Einsatz innerhalb und ausserhalb Europas einsatzbereit und kann jederzeit entsendet werden, wenn andere Staaten nach großen Katastrophen österreichische Unterstützung bei der medizinischen Versorgung brauchen.

Obwohl das schlechte Wetter eine Herausforderung war: „Es hat drei Tage durchgehend geregnet“, erzählt Martin Pieler, Cheftechniker der Einheit vom Roten Kreuz in Niederösterreich: „Doch unser Equipment ist letztendlich trocken geblieben. Und gegen das Regenwetter hat unsere gute Bekleidung geholfen.“ Besonders wichtig für die Motivation des gesamten Teams, da sind sich die Teilnehmer einig, war die Verpflegung. Da konnten die Feldköchinnen und –Köche aus Salzburg ihr Können beweisen: Sie bekamen zu Übungsende von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter tosendem Applaus drei Hauben verliehen.

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Am Ende des Trainings sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer glücklich: Weitere 25 Mitarbeiterinnen des Österreichischen Roten Kreuzes sind einsatzbereit um im Ernstfall im Ausland zu helfen.