ERCS Celebrates Global Hand Washing and World Toilet Days

By Abraham Gossaye, CBDRR Project Coordinator

The Ethiopian Red Cross Society (ERCS) celebrated the Global Hand Washing and World Toilet days on November 17 and 18, 2013 in two primary schools (with a total of over 3000 pupils) that are located in its intervention area at Senbetge Kebele and Amba Giorgis town, North Gondar Zone.

Global Hand Washing and World Toilet Day äth2 äth3 äth4Two Events

The objectives of the two events were to foster and support local culture of hand washing with soap and raise awareness about the benefits of the practice and inadequate sanitation.

Demonstration and Quizzes

Upon celebrating the two events, hand washing demonstration, fact sheets on hand washing and sanitation facilities, quiz on critical hand washing times and steps, fun facts about hand washing and toilets among others were held.

On the occasion, ERCS, along with experts from the local administration, have sensitized students to get the message across and become change agents within their families and a stimulus to community development.

An International Partnership

ERCS in partnership with Austrian Red Cross and Austrian Development Agency has been implementing community based disaster risk reduction project (CBDRR) in Senbetge Kebele since 2011. The project has specific objectives of enhancing the awareness of the people in the intervention area towards disaster risk reduction and related health and hygiene practices, among others.

According to UNICEF, inadequate sanitation and personal hygiene are the main causes of diarrheal diseases, which is the second leading cause of death of young children. Each day more than 1600 children die as a result of diarrhea, killing more than HIV/AIDS, malaria and measles combined.

Aware & Resilient – Rotkreuz-Training in Bulgarien

Hallo, ich bin Agnes! Meine bisherige Tätigkeit beim Roten Kreuz beschränkte sich auf den freiwilligen Einsatz als Rettungssanitäterin in Haugsdorf beim Niederösterreichischen Landesverband. Doch mit Jänner 2014 haben Phillip, ein Notfall-  und Lehrsanitäter aus der selben Region, und ich eine neue Aufgabe angetreten.

Trainingszentrum des Bulgarischen Roten Kreuzes

Trainingszentrum des Bulgarischen Roten Kreuzes

Das ÖRK suchte im Dezember zwei Freiwillige für ein Projekt namens „aware&resilient“. Wir wussten am Anfang nicht viel, außer dass es um Katastrophenhilfe, -vorsorge, und -bewusstmachung gehen wird, dass es einen Ausbildungsblock in Bulgarien Anfang Februar geben wird und, dass im Herbst ein Projekttag zu diesem Thema geplant und veranstaltet werden soll. Nach einigen Telefonaten und einem ersten Treffen im Jänner mit den zuständigen Projektkoordinatoren/innen und einem Briefing, nahm das alles schon ein bisschen mehr Gestalt und Klarheit an.

Am 31. Jänner war es dann soweit: Phillip und ich traten unsere Reise nach Bulgarien an. Wir flogen von Wien, wo wir noch immer nicht genau wussten, was uns jetzt alles erwarten wird, nach Sofia. Dort wurden wir gleich superherzlich, gemeinsam mit den Kollegen/innen aus Lettland und Rumänien, von einem bulgarischen Kollegen abgeholt und zum dortigen RK-Ausbildungszentrum in Lozen, ein Stück außerhalb von Sofia, gebracht.

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Workshops and Training

Wir trafen gleich noch die Kollegen/innen aus Frankreich, Georgien, Deutschland und Großbritannien und wurden mit einem leckeren Buffet in Empfang genommen. Wir waren insgesamt 30 buntgemischte Rotkreuzler/innen  und kamen schnell ins Gespräch und in den Austausch.

An den beiden darauffolgenden Tagen hatten wir viele Kurse, Workshops, Arbeitsgruppen und Vorträge zu dem geplanten Projekt. Trotz der netten Kaffee- und Mittagspausen zwischendurch, waren wir an den Abenden nach den intensiven Tagen ziemlich ausgelaugt und müde. Die bulgarischen Kollegen_innen umsorgten uns sehr herzlich mit Essen, Getränken und einem interessanten Sightseeing- und Erlebnisabend am Samstag in Sofia.

Aware & Resilient

Aware & Resilient

Nach diesem Wochenende im bulgarischen Rot-Kreuz-Ausbildungszentrum ging es für uns wieder zurück nach Hause, wo wir all die netten Bekanntschaften, Eindrücke und vor allem Lehrinhalte noch nachwirken lassen.

Und nun heißt es bis zum Herbst all das gehörte und gelernte voller Motivation in ein eigenes Projekt umzusetzen . . .

Comfort Rooms

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Julia Diessl is WatSan Delegate at IFRC MSM 20 ERU German / Austrian Red Cross in Dulag, Leyte, Philippines

Comfort Rooms that is the name for a toilet in the Philippines. After the typhoon most of them do not look comfortable at all. Thus in our mission we focus on construction of emergency Comfort Rooms that different families can share or that are installed at public places like schools or universities. Camote is one of the Barangays (political defined region) that is very actively participating to construct their family shared Comfort Rooms. There is no need to explain to the audience and to the victims of the devastating typhoon Haiyan, locally known as Yolanda, that hand washing is a key issue to prevent individuals against vector and water borne diseases. Thus by providing material we can easily support the community to set up elaborate hand washing facilities next to the public emergency Comfort Rooms we have constructed or rehabilitated.

Back to school

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

The 6th of January is not a public holiday in the Philippines, it leads students back to school. Here kids spend up to eight hours of the day at school, if the families currently can afford the school fees and do not need their help in their households. As one group of the population especially vulnerable to vector and water borne diseases we focused our work in the last couple of days to make sure, that proper sanitation facilities are available at the different schools. Fixing a broken door, unclogging a Comfort Room, providing a bucket with faucet and soap as hand washing facility and many other interventions. Such small things can relief the situation and ensure that students can use a secure and safe toilet as displayed on our different picture. In case of total damage of classrooms our emergency latrines provide a temporary solution. Hygiene and health promotion is a part accompanying these interventions continuously.

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

It is a pleasure to see the Red Cross movement united in the field, in my case it is the involvement of Philippine, German, Spanish and of course of my own National Society, the Austrian Red Cross.

In den letzten Tagen der Mission noch viel zu tun

unser camp

Das Camp der Rotkreuz-Katastrophenhelfer im philippinischen Ormoc.

Die Trinkwasser- und Seuchenexpertin Lidwina Dox verantwortet in Ormoc auf den Philippinen das Hygiene Trainings Programm. Gerade diese Seuchenvorsorge hilft mit, nachhaltige Katastrophenauswirkungen frühzeitig zu verhindern.

Das neue Team wir gerade von Dieter in Ormoc abgeholt und wir beginnen uns langsam von den Menschen, mit denen wir über die letzten Wochen hinweg zusammengearbeitet haben, zu verabschieden…

Hygiene Promotion Trainings als Schlüssel zum Erfolg!

two cvolunteers present dengue

Freiwillige Hygiene-Promotoren übernehmen die Schulungen. Hier wird über die Gefahren von Dengue-Fieber berichtet.

In den letzten Tagen hier ist noch viel passiert . Das Hygiene-Promotion-Training wurde erfolgreich drei Tage absolviert und es war spannend zu beobachten wie die neuen Voluntäre ihre Hygiene Aktionen im Feld umsetzten. Wenn das Team im Dorf einfährt läuten die Glocken, das Zeichen für die Dorfbewohner sich in der improvisierten Schule zu versammeln. Es kommen alle, Männer, Frauen und Kinder. Die Freiwilligen, die sich genau überlegt haben, wer wann welches Thema präsentiert, beginnen sogleich mit Ihrer Aktivität. Es wird gesungen, getanzt, Händewaschen geübt, ueber Leptospirose, Dengue Fieber und Durchfall diskutiert, Community-mapping gemacht, wie man das Essen aufbewahrt, die Reste des Dorfes/das Lebensumfeld korrekt sauberhält in einer Emergency und vieles mehr.

edwin presenting leptospirosis

Edwin ist ein Freiwilliger, der es versteht, die Menge in seinen Bann zu ziehen. Hier spricht er über Leptospirose, eine Infektionskrankheit.

Am Ende der Aktionen sind die Dorfbewohner guter Dinge, einige gehen sogar mit hangeschriebenen Notizen nach Hause  – und die Voluntäre sind glücklich ueber die gelungenen Präsentation.

Vor allem Edwin ist ein Menschenmagnet, er hat die Fähigkeit die Mensche in diesen Community-sessions in seinen Bann zu ziehen, sie zum Lachen, Mitmachen und Zuhören zu motivieren wie kaum ein anderer. Es ist ein Schauspiel der besonderen Art und ich freue mich sehr noch Zeuge von diesen Momenten sein zu dürfen, bevor ich abfahre.

Plakate informieren die Kinder in Schulen

Unsere Plakate in der lokalen Sprache bleiben in den Schulen, und sind daher für Kinder und die anderen Dorfbewohner immer verfügbar.  Zu den Plakaten sei übrigens noch zu sagen, dass das Philippinische Rote Kreuz von ihnen begeistert ist und noch weitere zum Druck in Auftrag geben wird.

entwickeln von dne plakaten in warai sprache

Plakate informieren nachhaltig, wie man sich richtig verhält. Diese werden in der lokalen Warai-Sprache erstellt.

Wahrend Stefan und Thorsten weiterhin Latrinen bauen, wir unsere Aktionen durchführen und das Sprühen fuer die Vektorkontrolle vorbereitet wird sind die Menschen weiterhin fleißig dabei, ihre Häuser immer weiter aufzubauen, die Umgebung vom Unrat weiterhin zu befreien, die elektrischen Leitungen zu reparieren, die Wasserversorgung wieder aufzubauen …

Der tägliche Fortschritt wird von uns immer mit Bewunderung beobachtet.

Der Abschied ist nah.

Morgen Dienstag werden wir noch ein Abschlussfest bei uns haben. Das lokale Team vom Philippinischen Roten Kreuz, das alte und das neue MSM20 Team- alle werden daran teilnehmen. Wir  freuen uns schon alle darauf. Wir werden lokales Essen kochen, Gemüse, Huhn und Reis – all das was es am Markt seit einiger Zeit wieder gibt.  Am Mittwoch schliesslich reisen wir mit dem Boot zurück nach Cebu und von dort brechen wir in alle Himmelsrichtungen zertreut  zu unseren Weihnachtsdestinationen auf…

Fröhliche Weihnachten!

Rotkreuz-Hilfe hautnah

Rotkreuz-Landesrettungskommandant Toni HolzerDer Salzburger Rotkreuz-Landesrettungskommandant Ing. Toni Holzer Berichtet von der INsel Leyte aud den Philippinen von der Rotkreuz-Hilfe nach dem katastrophalen Taifun Haiyan.

 

Wir machen uns am frühen Morgen mit der Fähre von Cebu nach Ormoc auf der Insel Leyte. Auf der Überfahrt mit der Personenfähre werden wir von vielen Filipinos, die für Ihre Familien selbst Hilfsgüter transportieren, begleitet. Neben Matratzen und Lebensmitteln gehören auch Hühner zu den privaten Hilfslieferungen.

Unsere Delegation ist noch um Emilio, dem Spanier den wir schon aus Manila kennen und der für das Deutsche Rote Kreuz arbeitet, Wolfgang ein Architekt des DRK, Matteo vom Italienischen Roten Kreuz und das Organisationstalent Denise vom Philippinischen Roten Kreuz gewachsen. Wir haben alle das Ziel, gemeinsam zu helfen und im Sinne der Opfer des Taifuns unsere Hilfe abzustimmen, damit durch die weltweite Rotkreuzfamilie möglichst vielen der Betroffenen geholfen wird.

In Ormoc

Wir erreichen den zerstörten Hafen von Ormoc, einer Stadt mit rund 180.000 Einwohnern am späten Vormittag. Zwischen den Trümmern und herabhängenden Kabeln haben es die Hafenbehörden und die Reedereien geschafft wieder einen provisorischen Betrieb zu organisieren.

Am Hafen werden wir von Lidwina Dox, einer Lungauerin, die für das ÖRK in Tacloban als Mitarbeiterin des Emergency Response Teams „Mass Sanitätion Module“ des Roten Kreuzes im Einsatz, empfangen. Sie ist international sehr erfahren und seit rund 3 Wochen in Dulog als Expertin für Hygiene und Trinkwasseraufbereitung beim Deutsch-Österreichischen Team eingesetzt.

Unsere Fahrt führt uns durch das zerstörte Ormoc, welches vom des Zentrums des Taifuns überquert wurde. Vorbei an hunderten zerstörten Häusern und kilometerlangen vernichteten Palmenwäldern geht es weiter über die Berge nach Tacloban.

Zuerst kam der Wind und dann die Flut

Die 250.000 Einwohner große Stadt, war nach der Insel Samar der zweite Punkt wo der Supertaifun der Klasse 5 mit einer Windgeschwindigkeit von 320 km/h auf Land getroffen ist. Alles was der Taifun mit dieser unfassbaren Windgeschwindigkeit nicht sofort zerstört hat, vernichtete die kurz darauf folgende Sturmflut mit einer acht bis zehn Meter hohen Welle. Knapp vier Wochen nach der Katastrophe gleicht die Stadt einem Trümmerfeld, die meisten Häuser wurden vollkommen zerstört, Strommasten,

Mobilfunkmasten, Straßenbeleuchtungsmasten sind abgeknickt oder ausgerissen, die widerstandsfähigen Palmen sind entwurzelt oder am halben Stamm abgebrochen, die Wassertürme liegen auf den Trümmern der Häuser, überall auf den Straßen liegt Müll der zum Teil in Brand steht, die Menschen suchen noch immer in den Trümmern nach ihren Habseligkeiten, die Kinder holen von den Wasserausgabestellen Trinkwasser, mit schweren Frontladern werden die Schuttberge abtransportiert, in denen immer wieder Opfer dieser apokalyptischen Katastrophe gefunden werden. Die überall verstreuten Trümmer, der rauchende Schutt und Abfall, die Stumpen der abgebrochenen Palmen und die Bäume, denen der Taifun alle Äste und Blätter abgerissen hat ergeben einen schauerlichen Anblick, der selbst uns als erfahrene Katastrophenhelfer die Worte nimmt.

Wasser ist Leben

Die Menschen leben in Zelten oder in notdürftig hergestellten Hütten aus Trümmern oder in den Ruinen ihrer ehemaligen Häuser, in denen sie durch Planen vor Sonne und Regen unzureichend Schutz finden. Die internationalen Einheiten des Roten Kreuzes haben mit ihren Experten für Wasseraufbereitung und Hygiene Trinkwasseraufbereitungsanlagen, Ausgabestellen die täglich mit Wasser beliefert werden und Latrinen errichtet. Unsere österreichischen Kollegen haben in Dulog und in Tacloban Stellung bezogen. Wir besuchen das deutsch-österreichische Camp und treffen Stefan, einen Kollegen aus Oberösterreich und einige Kollegen des Deutschen Roten Kreuzes. Während uns Dieter, der Teamleiter eine Einweisung gibt, findet in den Trümmern der benachbarten Kirche, eine Beerdigungszeremonie für eines der vielen Opfer von „Yolanda“, wie der Taifun hier genannt wird, statt.

Seit ungefähr einer Woche sind die wichtigsten Straßen wieder passierbar. Die alles vernichtende Kernzone des Taifuns hatte eine Breite, die der Strecke von Salzburg nach Linz gleicht. Durch diese großräumige Zerstörung und die Topographie der Philippinen mit ihren 7.000 Inseln dauerte es Tage bis die betroffenen Gebiete erreicht werden konnten.

Die Hilfe des Roten Kreuzes

Das Rote Kreuz hat mittlerweile in Cebu, in Tacloban, Ormoc, Roxas und lIoilo Logistikzentren eingerichtet. Von dort werden die Hilfsgüter verteilt und in die Katastrophengebiete gebracht. Die Logistik des Philippinischen Roten Kreuzes wird von Experten des Britischen und des Dänischen Roten Kreuzes unterstützt. Neben der Erreichbarkeit der betroffenen Orte ist vor allem die Verfügbarkeit von Lastwägen und Fähren eine Herausforderung. Viele der Inseln sind nur schwer erreichbar, weil die Häfen zerstört sind. Die Britische Armee hat Landungsboote zur Verfügung gestellt, diese reichen jedoch nicht aus. Das Philippinische Rote Kreuz hat bereits selbst die Beschaffung von drei weiteren Landungsbooten und LKWs begonnen, um alle betroffenen Menschen mit Hilfsgütern versorgen zu können.

Im Logistikcenter des Roten Kreuzes in Tacloban

Im Logistikcenter des Roten Kreuzes in Tacloban

Im Logistikzentrum Tacloban erklärt mir der Präsident des Roten Kreuzes der Region Leyte die Hilfsmaßnahmen. Das Rote Kreuz hat tausende freiwillige Mitarbeiter rekrutiert um neben der Hilfsgüter- und Trinkwasserverteilung auch die Aufräumarbeiten unterstützen. Dabei findet man auch Mitarbeiter in Rotkreuzadjustierung als Fahrer von großen Frontladern, aber auch Tankwägen zur Trinkwasserverteilung. Wir sind beeindruckt von der Mobilisierungskraft unserer Philippinischen Kollegen und wissen unsere Spenden hier in guten Händen. Die Verteilaktionen sind ausgezeichnet organisiert. Alle Betroffenen werden registriert, erhalten Ausgabekarten und werden mit verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen vertraut gemacht.

Bei der Fahrt zum Operations Center in Tacloban, sehen wir viele der Menschen mit den Hilfspaketen des Roten Kreuzes. Neben einem Zelt sehe ich zwei Kinder die gerade mit einem Lachen Bekleidung aus einer Tasche mit dem Logo des PRK betrachten.

Von den Logistikzentren werden auch schon Werkzeuge verteilt und vereinzelt sieht man schon Filipinos die dabei sind ihre Häuser wiederaufzubauen. Werkzeug und Baumaterial wird aber nicht ausreichen. Es wurden mehr als 500.000 Häuser zerstört und ebenso viel beschädigt. Unsere Philippinischen Kollegen werden für ihren laufenden Einsatz und für den Wiederaufbau von der weltweiten Rotkreuzfamilie jede mögliche Unterstützung brauchen, vor allem Finanzielle.  Es gibt schon ein sehr gutes Konzept für den Bau von Häusern, die Taifuns besser überstehen können.

In Dulag am Dorfplatz

Ein Blogbeitrag von Lidwina Dox aus dem Katastrophengebiet auf den Philippinen:

Es schüttet dermaßen, dass ich die Zeit nutze, ein paar Zeilen zu schreiben…Wir fühlen uns hier in Dulag schon richtig heimisch. Tacloban mit seinem Leyte Park Hotel liegt weit hinter uns! Bei uns im Camp gibt es nun wieder richtiges Essen, genug Wasser zum Trinken, Waschen und WC und Ventilatoren machen das Nachtleben mehr als erträglich.

Das Gefühl selbst ein IDP (internal displaced person) – also ein Flüchtling im eigenen Land – zu sein, ist vorüber… Aber es war eine gute Erfahrung diesen Umständen ausgesetzt zu sein, vor allem wenn man als Hygiene Promotion Delegate hier ist. Man erlebt am eigenen Leib, wie schwierig es unter solchen Umständen ist, den elementaren Hygienealltag einzuhalten. Irgendwann – und zwar schneller als man glaubt – schleicht sich eine gefährliche Gleichgültig ein. Wie muss es dann nur für jemanden sein, der keine Option auf eine schnelle Verbesserung der Lage in Aussicht hat?

IMG_1271_1Unser Camp liegt mitten in Dulag am Dorfplatz, unweit vom Meer entfernt. Gleich neben uns steht eine Kirche im spanischen Stil und direkt daneben die wildromantisch verwachsene Ruine eines alten Hauses. Bisher gab es jeden Abend einen Fackelumzug mit Gesang zu diesen beiden Gebäuden und zurück, sehr stimmungsvoll. Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes steht das zerstörte Gebäude der Polizei und des Gemeindeamts.  Dazwischen hat sich eine „kleine medizinische Katastropheneinheit“ niedergelassen; Kinder werden dort zur Weltgebracht (gestern zum Beispiel zwei), Impfungen durchgeführt, Wunden verbunden…

Die Polizei sitzt im zweiten Stock ihres mauerlosen Hauses und behält den Überblick über den Dorfplatz. Direkt neben unserem Camp baut das Philippinische Rote Kreuz ein Subcamp auf. Wir werden langsam zu einem kleinen Zeltdorf. Auch ACF, Save the Children und andere Organisationen verirren sich gelegentlich hier her, lassen sich jedoch nicht nieder. Das Spanische Rote Kreuz versorgt uns mit Wasser, wir haben einen Bladder (5000) bei uns liegen – und zwischen all dem liegen rechts und links die riesigen meterhohen Wurzeln, Stämme und Äste der umgefallenen Bäume. Vom restlichen Unrat haben wir uns schon befreit.

Der Tag beginnt früh im Camp, zwischen 5 und 5.30 wecken uns täglich die Glocken der Kirche, es wird in Ruhe gefrühstückt und der Arbeitstag beginnt. In den letzten Wochen wurden Kontakte mit den Bürgermeistern der Distrikte Tolosa und Dulag und deren Captains der Barangays geknüpft, mit den Zuständigen für Gesundheit und Sanitärem diskutiert und Pläne entwickelt und natürlich mit dem lokalen Roten Kreuz sowie den Spaniern eine Kooperation aufgebaut. Das Philippinische Rote Kreuz ist sehr klar in seinen Vorstellungen und gibt über weite Bereiche hin genau vor, was zu passieren hat.

Stefan und Thorsten sind mittlerweile voll im sanitären Bereich aktiv, sie kümmern sich hauptsächlich um Schulen, Bianca und ich sind gemeinsam mit dem Philippinischen Rotkreuz-Freiwilligen ganz in Hygiene Promotion eingetaucht. Poster und kleine Booklets wurden im lokalen Dialekt entwickelt und gedruckt, die ersten Trainings sind im Gange, die nächsten schon vorbereitet. Am Freitag beginnen die ersten Aktivitäten der neuausgebildeten Volontäre im Feld… ich bin schon sehr gespannt, wie sie sich schlagen werden. Auch Vectorcontroll wird vorbereitet, es ist nur meine eine Frage der Zeit, dass wir damit beginnen können. Wir werden uns auf Schulen und Gesundheitszentren konzentrieren. Dieter leitet und koordiniert das gesamte  MSM20 Team mit seiner gewohnten Ruhe und gibt uns den Rahmen in Ruhe zu arbeiten.

Tolosa und Dulag, die Distrikte in denen wir aktiv sind, sind schwer in Mitleidenschaft gezogen. Erst gestern wurden wieder drei Leichen freigelegt und begraben, die Lkws und Autos liegen kreuz und quer, die Häuser sind zerstört, alles ist mit Unrat bedeckt, den die Welle und der Wind mit sich gebracht haben. Dennoch schlagen sich die Menschen unglaublich, begegnen uns immer freundlich und mit Dankbarkeit und arbeiten schwer, um ihren Lebensalltag irgendwie in den Griff zu bekommen. Täglich wenn man durch die Straßen fährt, sind Veränderung festzustellen. Und dennoch wird es noch eine Ewigkeit dauern, bis wieder so etwas wie Normalität einkehren wird. Die Menschen hier sind bewundernswert, sie tragen ihr Schicksal mit Fassung!

Am Geisterplanet

Lidwina Dox ist Hygiene-Promotion Expertin und Delegierte in einer Deutsch-Österreichischen Mass Sanitation management-ERU auf den Philippinen.

Letzten Donnerstag wurde spontan entschieden, dass ich mit Georg Ecker und Thorsten nach Takloban fahren sollte. Thorsten und ich sollten quasi die Vorhut bilden und alles für das Team vorbereiten, die anderen sollten in Cebu bleiben und sich um unser Equipment kümmern. Bevor wir losstarteten, bekamen wir ein Briefing. Die Schlüsselnachrichten waren, dass man in drei Wochen möglicherweise mit einem weiteren Taifun rechnen müsse, es am Anfang Plünderungen gab und die Gefangenen zweier Gefängnisse bei der Katastrophe verschwunden und natürlich freiwillig nicht wieder aufgetaucht sind. Sonst sei alles soweit okay…

Wir hatten eine wirklich schöne und friedliche Reise mit dem Boot über Nacht! Kein Seegang eine leichte Brise, wie angenehm nach der Hitze. Es war noch Nacht als wir auf Leyte ankamen. Wir schlichteten uns ins Auto zwischen Gepäck, Wasser und Zarges-Boxen und versuchten eine Runde zu schlafen während die Grillen zirpten, die Hähne krähten und ein Motor leise im Hintergrund brummte. Als es dämmerte wars mit der Idylle schlagartig vorbei – um uns herum das pure Chaos. Wir schlugen uns in Richtung Takloban durch und umso näher wir der Stadt kamen desto schlimmer wurden die Zustände. “Ghostplanet” – ich wurde den Begriff in meinen Gedanken nicht mehr los. Fast alle Bäume lagen kreuz und quer, entwurzelt oder in der Mitte abgebrochen am Boden oder auf den Häusern, Lastwagen und Autos befanden sich wild umgedreht wo sie nicht hinghörten und die Häuser waren entweder ein Haufen undefinierbares Gerümpel oder schwer beschädigt. Am Straßenrand standen Schilder, die immer die gleich Worte beinhalteten: We need food and water!

Die Zerstörungen auf den Philippinen sind enorm. Bild: IKRK ( ICRC / Olivier Matthys)

Wie am Geisterplanet: die Zerstörungen auf den Philippinen sind enorm. Bild: IKRK ( ICRC / Olivier Matthys)

Die meisten Menschen hatten alles verloren und viele von ihnen sind von der Insel geflüchtet oder sind  in Evakuierungszentren untergeschlüpft. Wir nisteten uns im Leyte Parkhotel ein, angeblich einmal ein Nobelschuppen, jetzt ein Camp für viele die hierher kamen um zu helfen. Neben Werner sind auch noch das Rote Kreuz, ACF, Unicef…da. Vom Hotelfeeling war nichts geblieben. Mäuse in den Zimmern, kein Strom, kein Wasser, kein Essen, überall nur Zelte und Menschen. Von hier aus bereiteten wir die Ankunft der anderen vor. Die Tage waren  wirklich anstrengend.

 

Heute sind sie gekommen, das restliche Team und unser Equipment. Wir  begannen am Dorfplatz Dulags  die LKWs abzuladen, und unser Camp aufzubauen. Das halbe Dorf half mit. Während geschleppt und gebaut wurde schüttete es oder war unglaublich heiß, in der halb zerstörten Kirche probte ein Chor und herrliche Klänge drangen zu uns herüber, am Dorfplatz wurde gesägt und gefegt, Kinder machen Musik mit den leeren Plastikflaschen und ein medizinisches Notfallteam versorgte die Menschen… am Ende des Tages waren die Lastwagen  schon längst abgeräumt und unser Camp soweit aufgebaut, dass das Team dort  heute schon die erste Nacht übernachten kann…

Wirklich schwierige Zustände

IMG_1271_1Unsere Expertin für Hygiene und Seuchenbekämpfung Lidwina Dox bloggt aus den Philippinischen Katastrophengebieten.

Wir sind vor zwei Tagen in Cebu gelandet. Stefan, Bianca und ich sind mit dem Linienflugzeug hierher geflogen, Dieter und Thorsten mitsamt unserem ganzen Equipment, mit der Transportmaschine via Saudi Arabien. Wir wohnen im Hotel Andy, mit all den anderen internationalen Rotkreuz-Helfern.  Die anwesenden FACT-Leute (=Field Assesment and Coordination Team, also Schnelleinheiten zur Lageklärung und Hilfskoordination) haben uns einen Überblick über die Lage verschafft. Vor allem Georg Ecker (unser ÖRK-Kollege im FACT-Team) kümmert sich um uns, er ist unsere WatSan Ansprechperson.

Die Rotkreuz-Hilfe auf den Philippinen. Standorte der Hilfskräfte aus Österreich.

Es hat sich herausgestellt, dass in einigen betroffenen Gebieten noch keine Hilfe geleistet werden konnte, obwohl rund um die  Uhr gearbeitet wird. Wir wissen, dass über 100 internationale Rotkreuzarbeiter (davon 13 ERUs – Emergency Response Units, also Schnelleinsatzgruppen) und 5.000 philippinische Rotkreuz-Mitabeiter vor Ort rund um die Uhr im Einsatz sind um Herr der Lage zu werden. Insgesamt engagieren sich auf den Philippinen 500.000 Personen für das Rote Kreuz! Ausserdem sind noch andere Organisationen vor Ort, wer genau weiss ich noch nicht, da ich momentan in Cebu bin, wo wir unsere Weiterreise intensiv vorbereiten.

Von hier aus wird koordiniert und die Helfer in alle Richtungen gesandt. Es werden Hilfsgüter verteilt, Erste Hilfe geleistet, aufbereitetes Wasser verteilt, Familien wieder zusammengeführt und vieles mehr.   Es wurde entschieden, dass wir nach Takloban geschickt werden. Etwas südlich davon wird unsere Einheit (MSM20, das heißt Mass Sanitation Management also Hygiene und Seuchenbekämpfung für bis zu 20.00 Personen) zum Einsatz kommen und mit den Spaniern kooperieren, die dort mit einer M15 (Wasseraufbereitungsanlage für 15.000 Personen) stationiert sind. Auch Werner unser Kollege, der mit den Schweden im Team ist, ist dort vor Ort. Unsere Kollegen in Tacloban berichten, dass die Stadt in einem schrecklichen Zustand sein muss, schlimmer als die Bilder in den Medien vermitteln können. Sogar die hartgesotten langjährigen Kollegen, sprechen von wirklich schwierigen Zuständen. Es scheint dort der Supergau stattgefunden zu haben. Diese Stadt war nicht nur dem Taifun sondern auch den Tsunamis (?) ausgesetzt.   Ein Grossteil der Ostküste der Insel Leyte scheint das selbe Schicksal erlebt zu haben. Sobald wie möglich werden wir von Cebu losstarten um die Betroffenen Menschen  vor Ort  zu unterstützen. Wir sitzen wie auf Ameisen, den es zählt jeder Tag.

 

Unterstützen Sie die Hilfe nach dem Taifun durch Ihre Spende!

Ein Anruf, und du bist weg!

Zusammengefasst und geschrieben von Sonja Kuba nach einem Telefongespräch mit unserem Delegierten Georg Ecker auf den Philippinen:

Ecker GeorgVor 10 Tagen brach über die Philippinen der Taifun „Haiyan“ herein und verwandelte unzählige Regionen des Landes in ein Katastrophengebiet. Mit mehr als 300 Stundenkilometern fegte er die Normalität hinweg und brachte Chaos und Zerstörung über das Land. Laut den aktuellen Zahlen spricht man von rund 13 Millionen Betroffenen, darunter auch 5,4 Millionen Kinder die im Krisengebiet versuchen zu überleben.

Ein Anruf am Samstag mit der Vorwarnung und am Montag ging schon der Flieger in Richtung Manila. Dort angekommen ging es in erster Linie darum, sich zu den betroffenen Regionen vorzuarbeiten um dort zu helfen.

In einer jener Regionen die am schwersten vom Taifun betroffen sind, zeigte sich mir ein ganz neues Maß an Verwüstung.  Der Korridor der Zerstörung ist so groß, dass es nicht möglich ist ihn mit dem Auto abzufahren.

RS10699_p-PHL1183-lprBesonders unwirklich ist es wenn man zuerst durch den Süden fährt, wo Regionen fast gar nicht betroffen sind und man kaum vermuten würde, dass hier noch vor wenigen Tagen ein Taifun getobt hat. Einige Kilometer nördlicher zeigt sich ein ganz anderes Bild. Kaum ein Haus steht noch, Palmen sind umgeknickt und Bäume liegen quer über den Straßen. Wo zuvor Wohnsiedlungen waren, liegt nur noch Holzschutt.

Tausende Menschen haben einfach alles verloren und kämpfen ums Überleben. Vor Shops insbesondere vor Transfer-Shops, wo Geld aus dem Ausland überwiesen wird, bilden sich Schlangen mit bis zu 100 Personen. Dass den Menschen das Geld ausgeht merkt man besonders daran, dass sie ihr vor ein paar Tagen noch in letzter Sekunde gerettetes Hab und Gut verkaufen um an Geld zu kommen. Besonders wichtig sind Nahrungsmittel sowie natürlich Wasser! Für uns geht es jetzt auch vor allem darum so viele Sanitäranalgen wie möglich zu errichten, um das Ausbreiten von Seuchen zu verhindern.

RS10710_Pourflush2Wir verteilen Planen, Werkzeug und Material damit die Menschen Notunterkünfte errichten und Häuser repariert werden können.  Das Schlimmste ist sicherlich, dass die meisten Menschen durch den Taifun ihre Arbeit verloren haben, kein Geld verdienen und ihnen daher jegliche Lebensgrundlage fehlt. Gerade hier versuchen wir zu helfen um die Menschen darin zu unterstützen möglichst schnell wieder zu ihrem Leben zurückzukehren und damit wieder Normalität einkehren kann.

Eines zeigt sich allerdings bereits jetzt ganz klar, wir werden noch lange Zeit vor Ort helfen müssen…

Helfen Sie mit zu helfen! 

Wo hört das Morgenland eigentlich auf?

Wo es beginnt, ist mir ja klar; aber wo (wohl weiter östlich als hier in Beirut) hört es eigentlich auf? – vor dem fernen Osten? – nach dem Fernen Osten? – oder erst nach dem Pazifik? – In Amerika?…

Wenn ich den Gedanke weiterziehe, komme ich wieder nach Europa – wer immer nach Osten fliegt, kommt im Westen wieder an. Sind wir alle im Morgenland?

Irgendwie seltsam… aber noch seltsamer ist wohl, dass hier im Morgenland Millionen von Menschen ein Morgen haben, das genauso erschreckend sein wird wie ihr Heute – im Zelt, geflüchtet von daheim oder außerhalb des Heimatlands; abhängig von Hilfe, die bei weitem nicht ausreicht, um ein halbwegs würdiges Leben zu führen. Im schlimmsten Fall haben sie kein Morgen.

Ich weiß, alles nicht neu. Der Syrien-Konflikt ist nicht neu, er dauert schon gute 2 1/2 Jahre. Und holt kaum jemand mehr hinter dem Ofer hervor. Nicht weiter im Osten, nicht im Westen. Nicht hier in Beirut, wo das Leben seinen gewohnten Gang geht. Nicht mal mehr soweit, um zu einer Friedenskonferenz zusammenzukommen.

Auf BBC spricht gerade Herr. Brahimi. Er sagt, der Konflikt hat keine militärische Lösung – keiner wird gewinnen. Umkehrschluss: alle verlieren. Aber das ist wohl in der Logik der vielen Konfliktparteien nicht mehr nachvollziehbar.

Ich wünsch den neun Millionen Menschen (laut OCHA heute), dass wir es gemeinsam schaffen, ihr Morgen zu sichern.

Wir sind da, um zu helfen. Zum Beispiel bei einer Hilfsgüterverteilung für syrische Flüchtlinge in Sa´ad Nayel

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