Europäische Solidarität: Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Der Europäische Zivilschutzmechanismus (EU/CP-Mechanismus) ist eine Möglichkeit für die Zusammenarbeit von Mitgliedstaaten im Rahmen von Zivilschutz- und Katastrophenhilfeeinsätzen. Eine Informations- und Koordinationsstelle (das Emergency Response Coordination Center, ERCC) unterstützt hier die Mitgliedstaaten des Mechanismus, das sind die EU-Mitglieder und weitere Staaten (Island, Montenegro, Norwegen, Serbien und Mazedonien) und stellt bei Bedarf auch ein Spezialistenteam, das Koordinations- oder Assessment-Aufgaben vor Ort wahrnehmen kann. (Infoseiten im Rotkreuz-Portal zum Katastrophenmanagement)

Europäische Zivilschutzteams tragen die charakteristischen blauen Westen

Europäische Zivilschutzteams tragen die charakteristischen blauen Westen

Das Österreichische Rote Kreuz hat mehrere Expertinnen und Experten, die im Rahmen dieses Mechanismus als Expertinnen und Experten ausgebildet sind. Diese fuhren in den vergangenen Jahren – ausgestattet mit den charakteristischen blauen Westen mit goldenen Sternen – auch immer wieder im Auftrag der Republik Österreich auf EU/CP Missionen, um innerhalb und außerhalb der Europäischen Union die Europäische Hilfe zu unterstützen und damit nicht zuletzt auch die Solidartät Österreichs praktisch unter Beweis zu stellen. Erst heuer im Frühjahr war einer meiner Kollegen in der Ostukraine, um die humanitäre Hilfe zu unterstützen.

Neben der Koordination von eintreffenden Hilfsgütern und europaweit genormter Einheiten zur (meist technischen) Hilfe vor Ort – so genannten Modulen – ist auch das Assessment, also die Beurteilung der Situation vor Ort und die Einschätzung der Bedürfnisse eine wichtige Aufgabe dieser Experten. Im Rahmen eines einwöchigen Kurses konnte ich diese wichtige Fertigkeit Anfang Juli 2015 trainieren.

Start in Bulgarien

Seminarstart in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Seminarstart in der bulgarischen Hauptstadt Sofia

Zunächst haben sich 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa in Sofia getroffen. Dort gab es zwei Tage lang theoretische Sessions zu den Grundlagen von Assessments und zu den Herausforderungen, die ein solcher Einsatz jedem einzelnen bringt. Themen waren unter anderem auch die Kultursensibilität, das Teambuilding oder der Umgang mit Medien im Einsatz. Auch der richtige Umgang mit technischem Equipment, wie GPS-Geräte, Satellitentelefon oder Satelliten-Internetverbindung war Teil des Trainings. Von nun an wurde in fixen Teams trainiert: Eine Geocaching-Übung war das Finale dieses Trainings, das Siegerteam freute sich über Süßigkeiten und eine Flasche Wein, die in einer großen Transportbox mittels Code gesichert war. Ach ja, ich war im Siegerteam :-)

Erdbeben, Tsunami: Das Worst Case Szenario für eine Insel am Rande Europas

Das Briefing am nächsten Tag begann mit einer eMail, die jeder Teilnehmer schon in der Nacht erhielt:

please find attached the ECHO Crisis Report – CP-Message 1 regarding the earth-/ sea-quake in the eastern Mediterranean Sea this morning

Jetzt fanden wir relativ rasch in die Situation. Das Team bestimmte mich als ersten Teamleader, wir wollten aber jeden Tag im Einsatzgebiet tauschen, damit das auch jeder üben kann. Das Einsatzgebiet? Ach ja: Wir wurden nach Zypern entsendet. Nach einem Skype-Videotelefonat mit dem Leiter der dortigen Zivilschutz-Behörde, der uns die Situation vor Ort und die Struktur der zypriotischen Behörden darlegte, hatten wir noch grob zwei Stunden zur Vorbereitung. Danach ging es ins Taxi zum Flughafen. Nun waren wir alleine (also fast, denn wir hatten einen Schatten der Übungsleitung mit, der den Namen Thorsten trug) unterwegs. Am Flug waren unsere Plätze vorab schon gebucht, der Flughafen hatte zum Glück noch WLAN, um Recherchen zu machen und einiges zu planen.

Am Flug nach Zypern

Am Flug nach Zypern

Nach der Landung in Larnaca am Abend formierten wir uns und vor dem Ausgang wartete bereits ein Kamerateam (danke an der Stelle an den fabelhaften Mario Dobovisek, als Redakteur) und der Verbindungsoffizier des Zypriotischen Zivilschutzes, der uns in die Lage eingewiesen hat.

Die Übung war mehr als realistisch: Alle Mitspieler, egal ob vom Zivilschutz, von nationalen Behörden, lokalen Gemeindevertretungen, Krankenhäusern, Feuerwehren, Fieschereiämtern, … waren jene Personen, die diese Funktionen auch in der Realität ausüben. Das heißt, wenn man zum Vorsitzenden der Gemeindeverwaltung in einem Vorort von Limassol gegangen ist, so traf man genau den Vorsitzenden, der sich zwischen seinen realen Terminen Zeit für die Übung genommen hat.

Der Autor am Steuer eines zypriotischen Wagens. Wegen der britischen Geschichte fährt man hier links.

Der Autor am Steuer eines zypriotischen Wagens. Wegen der britischen Geschichte fährt man hier links.

Am Flughafen wartete zudem ein Mietwagen auf uns, mit dem wir uns zugleich auf den Weg nach Limassol machten. Unser Hauptquartier nahmen wir in einem Hotel in Limassol – kein Zufall, dass die Übungsleitung im Nachbarraum weilte. Von dort aus hatten wir Tag für Tag drei bis vier Erkundungsaufträge zu absolvieren. Auf der gesamten Insel. Unser Bild über die Katastrophe, das Ausmaß der Schäden, die Zahl der Betroffenen und auch die benötigten Unterstützungen wurden mit jedem Treffen klarer. Täglich auch ein Update mit dem ERCC in Brüssel: zunächst ein Telefongespräch und danach den täglichen Lagebericht, der dann im Normalfall an die Mitgliedsstaaten weitergeleitet wird.

Ein starkes Team

Dazwischen wurde jedes unserer Teammitglieder immer wieder interviewt – Medientraining war nämlich auch Teil des Kurses. Apropos Teammitglieder, die wurden ja noch gar nicht vorgestellt. Neben mir, dem Österreichischen Rotkreuz-Mitarbeiter waren an Bord: Roy, ein Diplomat aus den Niederlanden, der als UNDAC-Teammitglied ebenfalls am Kurs teilnahm; Edmunds, ein lettischer EU-Beamter aus der Generaldirektion für Humanitäre Hilfe, wo er für Zivilschutzagenden verantwortlich ist und Benoit, der in Brüssel als Zivilschutz-Mitarbeiter tätig ist. Ein fünftes Mitglied sagte seine Kursteilnahme am Tag des Kursbeginns leider ab.

G45i7PojvGHVtN2VWkgjT2sEL4Y0LDDxEHX5XHDrU98

Team-Feedback in Nikosia. v.l.n.r: Thorsten (Schatten), Roy, Benoit und ich. Das vierte Teammitglied verblieb im Hauptquartier zum Informationsmanagement. Im Spiegel: Monika, Schatten und Team-Building-Trainerin.

Besonders lehrreich war das Feedback, das wir uns als Team gegenseitig gaben. Nach jedem Meeting vor Ort gab es eine Feedback-Runde. Jeder schilderte, wie er selbst die Situation erlebt hat, danach gab noch unser Schatten Thorsten seinen Eindruck wieder. An zwei Tagen war zudem eine Cultural-Awareness und Teambuilding-Trainerin mit, die ebenfalls noch ihre Einschätzungen mit uns teilten. Diese 360°-Feedbacks waren mehr als wertvoll: man hatte unmittelbar Informationen über sein eigenes Wirken und über die Art, wie dieses Handeln von anderen empfunden wurde.

Informationsverarbeitung: der wesentliche Teil des Einsatzes.

Ein Mitglied unseres Teams blieb immer im Büro und war für das Informationsmanagement zuständig. Laufender Kontakt ins ERCC, Vernetzung mit dem zypriotischen Verbindungsoffizier und auch die permanente Aktualisierung der Einsatzkarten bzw. Tabellen war seine Aufgabe.

Datenaufbereitung der wesentlichen Übungsinformationen.

Datenaufbereitung der wesentlichen Übungsinformationen (Zwischenstand).

Aus diesen Daten dann auch noch Trends und Entwicklungen abzulesen und diese mit den Informationen aus anderen Quallen zu vernetzen, ist meines Erachtens fast noch interessanter, als draußen vor Ort diese Daten zu erheben. Dazu braucht es neben guten Skills in den verschiedenen Datenanalysewerkzeugen auch ein großes Prozess- und Kontextwissen in der Domäne des Katastrophenmanagements. Auch die Vorbereitung des täglichen Lageupdates, das am Abend nach Brüssel geschickt wurde, war Teil des Jobs als Informationsmanager.

Der Vorhang zu, und alle Fragen offen?

Nach vier sehr anstrengenden Tagen in Zypern endete auch dieses Training. Es war wohl eines der spannendsten, die ich bis jetzt besuchen durfte. Einerseits, weil die Situation wirklich herausfordernd war: durchgehend englischsprachig Meetings zu führen, Teams zu koordinieren, zu diskutieren oder auch Berichte zu schreiben, andererseits weil die Ergebnisse für mich selbst so wertvoll waren: laufendes Feedback zum eigenen Handeln auf allen Ebenen, Selbstreflexion mit eingeschlossen. Und, so wie das bei allen guten Ausbildungen der Fall ist, stellen sich für mich am Ende wieder mehr Fragen, als ich sie am Anfang hatte. Eine davon, vielleicht kann ich sie in meinem Blog einmal ausführlicher formulieren, ist die Erkenntnistheorie des Assessment, die Epistemologie hinter all diesen Dingen. Wie kann man verhindern, dass man sich nur manche gesellschaftliche Gruppen ansieht, wie sehr beeinflusst man als Team selbst die Ergebnisse seiner Evaluierungen, …?

Etwas wie ein Epilog

Im Feld: Viel gelernt, und alle Fragen offen?

Im Feld: Viel gelernt, und alle Fragen offen?

Dank einer längeren Wartezeit auf den Rückflug konnte ich einige dieser Fragen noch mit „unserem Schatten“ Thorsten und dem Kursleiter Wolfgang Krajic besprechen. Danke an dieser Stelle an die gesamte Kursorganisation, die hier wirklich wertvolle Arbeit geleistet hat. Danke an Mitarbeiter im Österreichischen Innenministerium (in Österreich der Koordinationspunkt für den EU/CP-Mechanismus) für die Nominierung zum Kurs.

Am Heimflug durfte ich noch gemeinsam mit einer St. Pöltner Ärztin und einer Scheibbser Krankenschwester als Ersthelfer agieren und traf nach der Landung noch nette Kollegen der Flughafenambulanz in Wien. Danke auch für Eure Unterstützung!

World Water Day 2015: Water for Aweil, South Sudan

Water in NBEG

Sitting in the dust of the road, long metal pipes and other parts lay ready to be installed. Under the hot sun of Northern Bahr El Gazhal, a team of the South Sudan Red Cross (SSRC) volunteers are sweating but lively chatting along while dismantling a broken platform of a water site in Aweil Center county. Together with the local hand pump mechanics they managed to repair 30 of these water sites in the last months, many of them had to be done completely new to protect the water source. Each of these sites caters for approximately 500 users providing access to clean water to more than 15,000 people.

SSRC volunteers repairing a handpump

SSRC volunteers repairing a handpump

Dominic Garang Aleu, a teacher from profession, joined the SSRC in 2013. He had to flee the Bahr El Gazhals due to the war when he was a child and got in contact with the Red Cross for the first time in Kenya. Now, after he returned, he is engaged in leading the water site rehabilitation team of the SSRC Aweil branch and knows all too well the challenges his people face:“Sometimes no one felt responsible for a water site, now every point must have a water management committee in place to prevent breakdown by non-maintenance.” Still, he highlights the importance of combining these repairs with long hygiene promotion trainings to emphasize the value of health: “People started to clean up around the sites, fence their water points and collect money to be prepared for any repairs that might come”.

At that water point, the whole platform had to be replaced

At that water point, the whole platform had to be replaced

“Safe water”, “water treatment”, “water borne diseases” – marking the World Water Day 2015 many will think of drinking water and maybe the prevention of diseases by having safe water. But for people living without it, access to this a new water site means often additionally a wide range of other new opportunities: hygiene improvement, saving time when collecting water or making a small irrigated garden.

David Mitu, the Water and Sanitation coordinator in the SSRC Headquarters, lists just a few activities of his department: “While the longer term projects involve often repairing of existing water sources or drilling of new ones, in times of disasters like the cholera outbreak last year we for example go to demonstrate water purification techniques for households.” Supported by their partners from ICRC, IFRC and other Red Cross Societis they also have delivered the “medicine number one” – safe water – to people displaced by the ongoing crisis or affected by disease outbreaks.

David Mitu, SSRC WatSan coordinator assess a water site

David Mitu, SSRC WatSan coordinator assess a water site

In some areas of Aweil Center county there has never been a water site that provided clean water and so seven new sites were constructed, equipped with handpumps. One of this new site lies between the villages of Nyikualal, Mayomdit and Amanjam in Aweil Center county, normally not accessible in the rainy season.

Paskuala Duma, who has 4 grown up children also living nearby, is a neighbour who explains how this site changed their living conditions: “The people living around here used to go to the Chel river in the west. It took them around 3 hours to get water, now it takes maximum 30 minutes. In the rainy season people took the water from the puddles and little ponds that formed.” Paskuala was already aware of the hazards of contaminated water and used to boil drinking water, but admits that is a lengthy process and not many people treated the water although they knew about the dangers.

Paskual, a user of the new site discusses with the SSRC Aweil branch director

Paskual, a user of the new site discusses with the SSRC Aweil branch director

When they knew about the opportunity that the SSRC could drill a new hand pump equipped water site the three villages decided on a common spot, equally away from all centers. “Since there is no road to this place, residents from the area started to clear out the bush all the way to the main road so the heavy drilling truck could come here.”

Drilling in Northern Bahr El Gazhal at the moment the first water comes to the surface

Drilling in Northern Bahr El Gazhal at the moment the first water comes to the surface

The activities in Northern Bahr El Gazhal are part of a long term project of the SSRC together with the Austrian Red Cross which was financed by the European Union and the Austrian Development Agency, building up capacities of the SSRC staff and volunteers in the Water and Sanitation sector. In total, the South Sudan Red Cross has provided clean water for around 58,000 people just under this single project.

The solar water yard in the branch does not only provide water to the people around but also irrigates the volunteers garden

The solar water yard in the branch does not only provide water to the people around but also irrigates the volunteers garden

A special water yard has been established in the branch itself that runs on a solar pump. The volunteers made additional use out of it and constructed right away a vegetable garden irrigated through the new water yard. John Mou Akok presents the functioning of the garden. He also is the supervisor of the hygiene promotion facilitators of the SSRC Aweil branch. They visit communities that were interested to improve their hygiene standards every week and work with them. So John Mou experienced on various level, what the availability of clean water means to the people in the area and the importance of a combined approach. While he shows around people from the neighbourhood are lining up at the new water distribution point fed by the water from the solar water yard to fill their jerry cans- carrying home 20 litres of healthier living.

Happy World Water Day!

Happy World Water Day!

 

Wiederaufbau in der Ostukraine

Christopher Jahn ist Rotkreuz-Delegierter und Koordiniert die Hilfsaktion im Osten der Ukraine.

Christopher Jahn ist Rotkreuz-Delegierter und Koordiniert die Hilfsaktion im Osten der Ukraine.

Feiertag 8.12. – Abflug für weitere 12 Tage zuerst kurz nach Kiew und dann ins Projektgebiet um Severodonetsk. Ein weihnachtlicher Kurzbericht unseres Delegierten Christopher Jahn.

Nach der Ankunft in Kiew gleich eine Besprechung mit Luxemburgischem Rotem Kreuz, Deutschem Roten Kreuz, Französischem Roten Kreuz und Dänischem Roten Kreuz. Der aktuelle Besuch von mir hat diesmal nämlich zwei Gründe. Erstens unterstütze ich das lokale Team bei dem laufenden Projekt rund um die Nahrungsmittel- und Baumarktgutscheinhilfe und zweitens soll im Dezember und Jänner ein Projektantrag geschrieben werden – höchste Eisenbahn also das zu besprechen, ist das Jahr doch bald um und mehr Fördergelder unbedingt nötig (sonst ist es ab März aus mit dem ÖRK in der Ukraine).

Aber zuerst mal zum laufenden Projekt – es sieht ganz gut aus. Die Nahrungsmittelpakete werden Montag dem 22.12. geliefert und dann kontinuierlich verteilt. Auch die Baumarktgutscheine sind am werden (sogar die Designfrage ist geklärt). Etwas zu schaffen macht uns der rasche Absturz der lokalen Währung (Hrywnja, UAH) – Verträge vor 4 Wochen vereinbart müssen rasch nachverhandelt werden.

Training von Freiwilligen

Training für die Freiwilligen in Lysychansk bei durchaus frostigen Innentemperaturen.

Training für die Freiwilligen in Lysychansk bei durchaus frostigen Innentemperaturen.

Sehr spannend ist das Training von 25 Freiwilligen Mitarbeiterinnen des Ukrainischen Roten Kreuzes (URCS) in Lysychansk von 13 bis 14 Dezember. Wir vermitteln den größtenteils Schülern und Schülerinnen wie bei Befragungen mit den Benefizienten umzugehen ist, wie man am besten informiert und Daten erhebt, was Monitoring bedeutet und wie das System mit den elektronischen Baumarktgutscheinen überhaupt funktioniert – denn wenn es die Freiwilligen nicht durchschauen werden es die betroffenen Familien schon gar nicht verstehen (Abholung, Anwendung, Problemfälle wie Verlust & Co). Auch die Stadtverwaltung und der Boss der Baumarktkette sind beim Training anwesend – seeeehr gut!

Selbstrverständlich gibt es auch einen Erste-Hilfe Teil in der Ausbildung

Selbstverständlich gibt es auch einen Erste-Hilfe Teil in der Ausbildung

Die Verteilung der Infoblätter an die ausgewählten Familien für Baumarktgutscheine findet noch vor den Weihnachtsfeiertagen statt (20-21 Dez). Nächstes Wochenende dann die Verteilung in der RK-Dienststelle.

Österreichisches Projekt als Europäisches „Role Model“

Nun zum geplanten Projekt: Der Projektvorschlag ist recht bunt und soll EUR 1,5 Mio schwer sein. Das ÖRK soll dabei seine aktuellen Aktivitäten – finanziert durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA/ADA, #Entwicklung.at) – „upscalen“, also an anderen und gleichen Orten mit mehr Benefizienten wiederholen und starten. Das geplante Projekt soll bei der Europäischen Kommission eingereicht werden und erfordert unsererseits ein qualitativ hochwertiges Assessment – also eine exzellente Bedarfserhebung. Und das ist auch gleich der Knackpunkt – noch sind nicht viele Akteure vor Ort – aber es muss zumindest mit Bürgermeistern, anderen Ämtern, der UN, dem int. RK (IKRK) und anderen (I)NGOs gesprochen werden und das erfordert einiges an Zeit (welche ich nicht habe).

Kernidee des Projekts: Baumarktgutscheine an betroffene Familien zu verteilen, damit sich die ihren Wohnraum winterfest machen können.

Kernidee des Projekts: Baumarktgutscheine an betroffene Familien zu verteilen, damit sich die ihren Wohnraum winterfest machen können.

Schlussendlich wird die Lageerhebung ein Mix aus Key Informant Befragungen (das sind Bürgermeister, DirektorInnen v Schulen und Spitälern, usw), Talks mit anderen aktiven Akteuren wie der Caritas, IRD, UNHCR und noch ein paar anderen „Stakeholdern“. Zahlenmaterial erwarten wir aus eine Fragebogen welchen wir an 15 RK Dienststellen geschickt haben die im Moment im Konfliktgebiet liegen und schwer zugänglich sind.

Die letzten 2 Tage in Kiew werden genutzt um sich mit RK-Kolleginnen zusammen zu setzen und um Koordination sicherzustellen. Auch ein UN-NGO Meeting wird besucht und die letzten Papiere werden schnell unterschrieben. Am 20.12. dann doch recht erschöpft in den Flieger um rechtzeitig für Weihnachten in Wien zu sein.

Frohe Weihnachten?

Weihnachtliche Ruhe wird es kaum geben – soll doch der Antrag bis 11.1. geschrieben sein. Auch die aktuellen Verteilungen von Nahrungsmittelpaketen und Baumarktgutscheinen „produzieren“ viele Fragen welche gelöst werden müssen – tagaktuell.

Bedenkend um wie vieles es den Menschen in der Ukraine aber schlechter geht als uns, nur ein geringer Preis den ich gerne (und meine Familie mit mir (bis jetzt)) zu zahlen bereit bin.

Erholsame Tage!

p.s.: Gerade News aus Luhansk erhalten – die ersten 210 Stk. Baumarktgutscheine wurden letztes Wochenende an die Bedürftigsten verteilt. Auch die Nahrungsmittelpakete sind gut in Severodonetsk angekommen – Verteilungen in Kürze.

 

10 Jahre danach: persönliche Erinnerungen an die Katastrophe.

Stefanitag 2014. Zehn Jahre nach der Tsunamikatastrophe in Südasien. Zeit, ein wenig in der eigenen Erinnerung zu graben. Der Weihnachtsurlaub gibt mir Zeit, meine alten Mail- und Dokumentenarchive anzusehen, die alte Website zu durchforsten um mich selbst wieder zu erinnern.

Der Beginn

Weihnachtsurlaub hatte ich auch, im Jahr 2004. Wir waren – noch nicht lange verheiratet – bei der Schwiegermutter in Stadt Haag, ich hab‘ schon in der Früh die Meldungen aus den verschiedenen Alarmkanälen erhalten, dass in Südasien – irgendwo vor Indonesien etwas wirklich Großes passiert sein könnte. Ich war damals Presseverantwortlicher im Generalsekretariat des Österreichischen Roten Kreuzes und – wie eigentlich fast immer – in Rufbereitschaft. Nach einem Telefonat mit Jürgen Högl, der damals den nationalen Disastermanagement-Desk leitete, habe ich mich irgendwann gegen 11:00 Uhr entschlossen, nach Wien zu fahren. „Wir treffen uns am Nachmittag im Büro“, war unser Plan. Was wirklich passiert ist, wusste um diese Uhrzeit niemand.

Während einer nach dem anderen aus dem Weihnachtsurlaub anrief, die Kollegen, die in Wien waren kamen dann ins Büro, fuhren wir einen Krisenstab hoch und versuchten uns innerhalb Österreichs und mit den internationalen Kollegen in Genf und in Bankok zu vernetzen. Es war rasch klar, dass vor Ort tausende Österreicherinnen und Österreicher im Weihnachtsurlaub waren (auch ich war eigentlich noch bis 19. November in Khao Lak auf Hochzeitsreise), viele von Ihnen waren mit der Austrian Airlines unterwegs. Von den Schäden wusste man wenig. Ein Tsunami soll nach dem Erdbeben viele Meter hoch alles überflutet haben, wo genau das war nicht wirklich klar.

Eine erste Presseaussendung zu Mittag am 26. Dezember war ein Spendenaufruf, gegen 17:00 Uhr wussten wir schon mehr: „Unsere Experten sind seit dem Vormittag in Alarmbereitschaft versetzt. Im Moment gilt es, die Ergebnisse des internationalen Rotkreuz-Evaluierungsteams abzuwarten, das in den nächsten Stunden in der Katastrophenregion eintrifft. Anhand der Erfahrungen dieser Experten helfen wir zielgenau“, so Dr. Kopetzky, Rotkreuz-Generalsekretär.

Repatriierungen aus dem Katastrophengebiet

Im Hintergrund koordinierten uns mit dem Außenministerium und der AUA, um hinsichtlich der Repatriierungen, also der Rückführung betroffener Österreicher Hilfe leisten zu können. Hunderte Rotkreuz-Mitarbeiter in ganz Österreich wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Das Außenministerium richtete eine Hotline ein, wir bereiteten die ersten Kriseninterventionsteams vor – die AUA-Maschinen ins Katastrophengebiet wurden mit Rotkreuz-Notärzten (und später auch mit psychsozialen Fachkräften) besetzt.

Erstes Hilfsteam nach Colombo

Bereits am 27. Dezember konnte ein erstes Hilfeteam nach Sri Lanka fliegen, um einerseits die Rückkehr Betroffener zu unterstützen und andererseits die internationale Hilfe in Sri Lanka vorzubereiten. Unter der Einsatzleitung von Günter Stummer aus Wien haben Gerhard Huber, Ing. Toni Holzer und Vinzenz Mihelak aus Salzburg, Werner Liebetegger aus der Steiermark und Petra Schmidt aus Niederösterreich am späten Nachmittag des 27. Dezember Wien in Richtung Sri Lanka verlassen.

Am 28. Dezember berichtet Günter Stummer aus Colombo: „Wir hatten bereits Kontakt zu mehreren Österreichern und sind im Moment dabei, die Hotels der Stadt zu kontaktieren, um auch von dort Informationen zu sammeln“.

Neben einer Sondermaschine nach Colombo, um verletzte auszufliegen besetzten Rotkreuz-Teams aus Ärzten, Kriseninterventionsmitarbeitern und Notfallsanitätern alle Linien- und Charterflüge der AUA in die Katastrophenregion. Für die Betreuung der mit den nächsten Flugzeugen zurückkehrenden Österreicher in Schwechat wurden am 28. Dezember zur Unterstützung der Wiener Rettung vor Ort 45 Rotkreuz-Einsatzfahrzeuge bereitgestellt. Ein eigener Verbindungsoffizier des Bundeskommandos – in Person von Franz Jelinek (der übrigens am 26. Dezember Geburtstag feiert: Alles Gute!) – wurde am Flughafen in Schwechat stationiert um diese Aktivitäten zu koordinieren. Aufgrund der Sonderstellung des Flughafens erfolgte zusätzlich eine Koordination mit der Rettung der Stadt Wien und der Wiener Akutbetreuung.

Bloß Presse und Medienarbeit?

Mein Job war die Koordination der Presse und Medienarbeit – zu diesem Zeitpunkt zwei Tage nach der Katastrophe hatten wir mehrere hundert Medienanfragen und viele Kamerateams bei uns im Haus, im Katastrophenhilfelager (damals noch im Prater), am Flughafen, …

Ein kurzer Blick in meine Zeitaufzeichnungen von damals zeigt mir, dass ich eigentlich rund um die Uhr im Büro war. Gerne wäre ich damals auch in einem der Hilfeteams gewesen, mit hinaus ins Katastrophengebiet gegangen, um persönlich zu helfen, doch die Medienarbeit war definitiv wichtiger, wohl auch, weil mich damals niemand wirklich ablösen konnte …
Das ist heute zum Glück anders …

Thailand

Aufgrund der Meldungen bei der Hotline im Aussenministerium war bald klar, dass auch in Thailand viele vermisste Österreicher zu beklagen sind. Am Abend des 28. Dezember wird daher das zweite Team zusammengestellt und nach Phuket in Thailand entsendet: Unter der Leitung des Niederösterreichers Josef Schmoll flogen: Markus Neumüller (NÖ), Mag. Christian Schönherr (T), Mag. Dr. Elmar Dobernig (K), Dr. Heike Welz (W), Dr. Kurt Lemberger (OÖ), Dr. Thomas Meindl (OÖ) und Wolfgang Egger (KIT Land Steiermark).

Noch am Tag vor Silvester wird ein zweites Team von 10 Personen in die Thailändische Hauptstadt Bangkok entsendet.

Am 29. Dezember ist klar, dass es koordinierte internationale Hilfe geben wird. Die Stiftung Nachbar in Not beschließt, eine eigene Hilfsaktion zu starten und lädt für den 30. Dezember zum Roten Kreuz zur Pressekonferenz ein.

Psychosoziale Unterstützungsangebote

In Österreich gibt es, nicht zuletzt aufgrund der enormen Medienberichterstattung viele Sekundärbetroffene, also Personen, die nicht direkt einen Angehörigen vermissen, aber trotzdem betroffen sind, an eigene Schicksale erinnert wurden, oder aufgrund der Weihnachtsfeiertage besonders anfällig für die dramatischen Katastrophenbilder im Fernsehen waren. Die Ö3- Kummernummer hat daher eine eigene Sendung auf Ö3 gestartet, die im Anschluss als „Ö3 Kummernummer, der Talk“ einige Monate regelmässig mit Gerry Foitik und Sarah Kriesche on Air war. Für die Koordination aller psychosozialen Unterstützungsangebote und die Hilfe an Board kam die Chefpsychologin Dr. Barbara Juen aus Innsbruck nach Wien und war damit bei allen Stabssitzungen mit dabei.

Die Bilanz bis Silvester

Allein in den ersten Tagen waren über 85 Personen des Roten Kreuzes im Einsatz, in Österreich und bei den Repatriierungsflügen. Diese Notärzte, Katastrophenhelfer, Psychologen, Rettungs- und Notfallsanitäter wurden vom Team des Generalsekretariats unterstützt, das ebenfalls mit rund 10 Personen rund um die Uhr on Duty war. Zählt man noch die über 50 Rettungsfahrzeuge dazu, die in den ersten Tagen für die Repatriierungen bereit standen, so ist man rasch bei fast 180 Personen, die hier in den ersten sieben Tagen involviert waren. Zum Glück war dieser Teil der Hilfe in wenigen Wochen abgeschlossen – der viel größere Teil war die internationale Hilfe. Zum Beispiel mit Hilfe der Trinkwasseraufbereitung in Banda Aceh in Indonesien oder der Wiederaufbau in den betroffenen Regionen, der insbesondere in Sri Lanka intensiv und nachhaltig betrieben wurde.

Tsunami Dezmeber 2004Auch wenn viele materielle Schäden behoben werden konnten, wenn Häuser wieder errichtet wurden, die stabiler sind, wenn Familien wieder zusammengeführt werden konnten, bleibt dieser eine Tag vor zehn Jahren in Erinnerung. So wie sich die Generation meiner Eltern erinnern kann, wo sie waren, als der erste Mann auf dem Mond war, so wissen wir, wo wir waren, als wir vom Tsunami gehört haben. Mit diesem Tag war alles irgendwie anders.

Weihnachten war für mich gestern

Weihnachten war für mich gestern.

Vor 4 Wochen ging mein Einsatz in Monrovia zu ende. Was danach kam, ist bekannt:

Inkubationszeit

Das Wort, das vielen Menschen Angst macht. Wir haben versucht, die Zeit als „Cool Down Phase“ zu etablieren. Es hört sich ungefährlich an- es WAR und IST in meinem Fall ungefährlich.

Was macht man in einer Cool Down Phase oder was macht man nicht? Zunächst mal ist man bzw. war ich NICHT infektiös. Ich verstehe die Angst vieler Menschen, dass Ebola auch hier ausbrechen könnte und das ich unter Umständen ein Überträger sein könnte. Genau dafür haben wir eben vorgesorgt

Ich war nicht im Kino, Theater oder auf Konzerten. Ich ha be kein Theater gespielt.

Fakten hierzu:

Eine Infektion und damit eine Übertragung kann nur stattfinden, wenn man selbst, also ich, Symptome hat.

Das sind unter anderem Fieber >38°C, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starke Kopf- und Glieder Schmerzen.

Eine Übertragung findet durch Bushmeat (Fleisch von Wildtieren), Berühren von Exkrementen Erkrankter und sich danach ins Auge fassen und Berühren von an Ebola Verstorbenen statt.

Bushmeat, also Affen, Flughunde- eine große Fledermausart-, .. ist auch in Österreich schwer zu bekommen. Dies fällt somit aus.

An Ebola verstorben ist auch bei uns zum Glück noch niemand. Also scheidet auch die Infektionsquelle aus

Bleiben noch Exkremente von Erkrankten. Ich bin nicht erkrankt, ich war nicht erkrankt und hatte weder Durchfall noch Fieber.

Man hörte Horrorszenarien aus verschiedenen Ländern. Kranke Menschen sind U Bahn gefahren,… Es ist nichts passiert. Natürlich war es auch Glück, war es evt. Auch eher Panik, Angst als wirklich Gefahr. Um hier in Österreich vorzubeugen wurde die Cool Down Phase eingeführt. Ich machte es mir in einem kleinen Häuschen in der Steiermark gemütlich, ging ein bisschen Nordic Walken auf die Felder, wo Fuchs und Hase sich „Gute Nacht“ sagen und mied Körperkontakt. Konzerte, Kino und Theater waren tabu. Zweimal täglich habe ich Fieber gemessen und einmal täglich mit meiner Chefin telefoniert, sie davon überzeugt, dass ich lebendig und gesund bin.

Vom medizinischen Standpunkt aus wäre es vermutlich sogar egal weil fast risikofrei gewesen, da OHNE Symptome und Ausbruch der Erkrankung kein Risiko bestanden hätte.

IMG_20141204_110914

Wir haben als Rotes Kreuz eine Verantwortung

Als Rotes Kreuz haben wir aber eine Verantwortung allen Menschen gegenüber und wollten bewusst nicht auch noch zusätzlich Angst schüren. In der Medizin ist ja bekanntlich nichts 100 %ig. Also ging es ab in die Isolation.

Am Anfang dachte ich noch: alles kein Problem, alles locker. Doch nach 5 Wochen Einsatz, wo es keinerlei Berührung, kein Hände schütteln gab, lechzt man nach jedem Kontakt. Dies musste jetzt noch weitere drei Wochen warten. Es hatte zwei Dinge zur Folge: Lagerkoller und ein Bedürfnis nach Umarmung.

Lesen, das Fernsehen, Internet und leider auch das Essen waren meine Beschäftigungen- nicht sehr ergiebig aber schön, wenn man davor 60 Stunden und mehr pro Woche gearbeitet hat. Ich konnte sogar für unsere Musicalaufführung üben. Skype sei Dank gab es Feedback von unserem Kursleiter.

Menschen, die mich heute sehen haben oftmals nur eine Frage: „Bist Du eh nicht mehr infektiös?“

Danach grinsen sie mehr oder wenig unsicher. Nein, ich bin nicht mehr infektiös– ich war es nie. Sie meinen es nicht böse, sie wissen es nicht genau. Sie sind unsicher, hoffentlich nicht ängstlich. Zur Erinnerung: Man ist nur infektiös, wenn man die Erkrankung hat, Symptome zeigt und andere Menschen mit den Exkreten Kontakt haben.

Einer der schönsten Augenblicke für mich war, als ich nach der Cool Down Phase in unsere Theatergruppe kam und alle her gestürmt sind und mich umarmt haben. Ich hatte vor meinem Abflug alles genau erklärt- also von wegen Symptomen und so. Gaby war die erste und ich wäre fast zurück gewichen, weil ich so viel Zuneigung nicht mehr gewohnt war. Es war neben meiner Frau der herzlichste Empfang in Österreich und ein sehr warmer.

20141203_193305

Videokonferenz mit der Rotkreuz Jugend des LV Wien

Ich hatte auch einen total netten Vortrag bei der RK Jugend des Wiener Roten Kreuzes- innerhalb der Inkubationszeit. Daher haben wir einfach Skype benutzt. ca. 70 min. gab es Bilder, Geschichten vom Einsatz und wurden Fragen beantwortet. Ein tolles Erlebnis

Was blieb von fünf Wochen Einsatz im Ebolagebiet?

Ja, die Geburtenstation wurde eröffnet und läuft. Ein tolles Gefühl, dies vollbracht zu haben. Es gibt wieder ein klein wenig mehr Normalität. Wir sind aber weit von jeder Besserung entfernt.

Derzeit erkranken ca. 30-50 Menschen pro Woche in Liberia. Jeder neu Erkrankte hat eine Familie und somit potentiell ca. 5-20 Menschen evt. infiziert. Diese müssen beobachtet werden. Schlimmer ist es in Sierra Leone: Hier gibt es täglich etwa 30 bis 40 neue Erkrankungen- ca. 250 pro Woche, 1.000 pro Monat. Natürlich ist die Zahl gegenüber anderen Erkrankungen nicht so hoch aber aufgrund der rasanten Ausbreitungsgeschwindigkeit kann sich alles weiter ausbreiten. Auch dieser Ebola Ausbruch hat mit EINEM Fall begonnen.

Was blieb sind auch eine Menge Pressetermine, die mich quer durch Wien und quer durch die Medienlandschaft geführt hat. Von total schrägen Interviews, über sehr herzliche auf FM4 und Ö1- Fotoshootings usw.. bis hin zur Nominierung zur „Person oft he Year“ des Time´s Magazine. Für mich sind all die freiwilligen Helfer des lokalen Roten Kreuzes in Guinea, Sierra Leone und Liberia „Person of the Year“. Sie setzen tagtäglich ihr Leben aufs Spiel, werden zum Teil von ihren Familien aus Angst vor Ebola verstoßen. Manche Kollegen in Sierra Leone berichteten davon, dass sie daheim nicht mehr Willkommen wären. Auf die Frage des „Warum?“, gaben sie lediglich zur Antwort:“ Wir müssen doch unserem Land helfen“.

Ich fühle mich ein klein wenig als Teil von ihnen, als „Person oft he Year“. Wenn ich aber so nach denke, wie ich nach der Cool Down Phase wieder arbeiten kann, keine Angst vor der Erkrankung haben muss, Angst um meine Lieben, meine Freunde, dann merke ich den Unterschied. Diese Interviews gab ich nicht aus persönlichem Geltungsdrang sondern auch hier zur Information. Ich musste einigen Moderatoren die Angst vor mir nehmen. In Summe versuche ich in Österreich via Medien die gleiche Botschaft, die gleichen Fakten zu verbreiten, wie zuvor in Westafrika. Das Rote Kreuz bittet mich da und dort hin zu gehen und ich gehe. That´s all.

Ich genieße den Applaus auf der Musicalbühne, nicht aber in Zeitungen, Radio und Fernsehen.

Ein ruhiges aber sehr schönes Fleckchen Steiermark

Vielleicht gehe ich 2015 wieder runter, vielleicht nicht- das ist hier auch nicht wichtig. Ich danke aber abschließend allen Helferinnen und Helfern, die egal für welche Organisation, egal zu welcher Arbeit in das Ebolagebiet geflogen sind, sich dem Risiko ausgesetzt haben und hoffentlich alle wieder gut daheim sind oder bald kommen. Sie haben geholfen, dass sich das Virus nicht über Afrika und damit evt. auch nach Europa, Amerika,… verbreitet hat. Leider kann man sowas fast nicht in Zahlen fassen. Man kann präventiv nicht sagen: Durch die Arbeit der 100en HelferInnen sind jetzt 9.324 Menschen nicht an Ebola erkrankt und haben daher überlebt

Ich verstehe jeden, der sagt, er oder sie möchte sich das nicht antun, hat Respekt oder Angst davor. Ich bewundere jede und jeden, die/der doch fährt.

Ich bewundere auch meine Frau, die ich heute zum Flughafen gebracht habe.

Gestern Abend haben wir Weihnachten gefeiert. Wir haben gegessen, ich hatte kein Geschenk für sie, da es auf dem Postweg verloren gegangen ist. Aber wir haben einen schönen Abend verbracht. Das letzte Mal für über vier Monate. Sie macht dort weiter, wo ich gehen musste. Sie wird für unseren Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz arbeiten und das Österreichische würdig vertreten.

Weihnachten war für mich gestern. Ab heute zähle ich die Tage, bis ich sie wieder sehe- es sind übrigens noch 130…

Frohes Fest Euch allen

Freitag abend in Monrovia

Eigentlich sollte ich durchatmen. Ich habe in den letzten beiden Wochen 120 Stunden gearbeitet, Nachtschichten eingelegt, viele Menschen trainiert, Meetings besucht und versucht überall zu helfen wo es nötig war.

Heute war mein letzter Arbeitstag- also theoretisch zumindest. Am Wochenende haben wir frei- theoretisch zumindest.

Morgen ist um 11 Uhr das letzte Meeting mit der Leitung des Krankenhauses. Danach muss ich die Ergebnisse zusammenfassen und mein Handover- meine Übergabe vorbereiten.

Am Montag fliege ich dann wieder nach Europa zurück- nicht bevor ich bei uns eine Übergabe fertig gestellt habe, meine Ausrüstung wieder zurück gegeben habe und noch ein letztes Mal zu Mittag gegessen habe. Mama SUSU macht die besten Schwamas hier im Ort.

Nicht, dass es normal ist 60 Wochenstunden zu arbeiten, aber wir haben alles versucht, um die Eröffnung der Geburtenstation rechtzeitig zu schaffen UND es hat Spass gemacht. Ansonsten herrscht die 40 Stunden Woche wie sonst auch.

Ich nehme es vorweg: es geht sich nicht aus. Es heisst auf keinen Fall, dass das Projekt gescheitert ist, aber die Eröffnung wird erst 1 Woche später als geplant statt finden. Bis dahin werden wir viel erreicht haben:

  • Eine neue Triage (Hütte, wo eine Voruntersuchung, Temperaturmessung und Befragung statt findet) wurde errichtet,
  • ein kleiner Anbau wurde für Verdachtsfälle umgebaut,
  • 1 neue Grube für scharfe Gegenstände,
  • 1 Grube für Plazentas wird gebuddelt worden sein.
  • Wir haben 2 neue Ausgänge gebaut,
  • 100 Personen mehrfach im Umgang mit der Schutzausrüstung (PPE) geschult,
  • haben ein neues Müllsystem für potentiell infektiösen Abfall eigeführt,
  • haben die Geburtenstation in verschiedene Zonen mit verschiedenem Risiko eingeteilt,
  • haben mindestens 3 Löcher im Rohrsystem der Wasserleitung geflickt.
  • Eine kaputte Pumpe wurde ersetzt.
  • Das Leitungssystem wird hoch- gechlort um alle Bakterien abzutöten
  • SOPs (standard operating procedures) wurden erstellt und vorgestellt, dabei handelt es sich um Unterlagen, die erklären, wer was wo an zieht und auf was man aufpassen muss.
  • Ein Labor speziell für Ebola- Verdachtsfälle wurde gewonnen
  • Ebenso andere Organisationen, die im Notfall Ebola Patienten abholen und diese in Ebola Center (ETC) bringen.

Dazwischen habe ich geschlafen gegessen und ab und zu sogar Video geschaut.

Das Spital wird von uns auch weiter mit PPE (Schutzausrüstung) unterstützt und laufend geschult.

Wir sind hier in der Delegation des Internationalen Kommitees des Roten Kreuzes (IKRK) eine kleine HEALTH Abteilung:

  • 1 Chef
  • 2 Mitarbeiter (1 ein Kollege- männliche Hebamme und ich)
  • 1 Field Officer- ein Kollege aus Liberia, der auch als Trainer fungiert und die Projekte betreut.

Während die anderen ihre Projekte weiter entwickeln, war die Wiedereröffnung mein Projekt.

Mit dem Personal gemeinsam konnten wir alles auf Schiene bringen- es wird toll. Derzeit werden 2 kleinere Spitalsambulanzen im Umgang mit PPE trainiert. Sie sind bereits das ganze Jahr ohne Unterbrechung geöffnet und bisher sind sie von Ebola verschont geblieben. Durch unsere Unterstützung soll es auch so bleiben. Weitere drei sind geplant und wurden auch schon besucht.

Inzwischen scheint sich die Lage hier zu beruhigen. Es werden langsam weniger Fälle, wobei man speziell jetzt aufpassen muss. Wir sind noch weit von der Bewältigung entfernt und wenn man jetzt sorglos wird, kann die Fallzahl schnell wieder zunehmen. Es wird deshalb besser, weil die Richtlinien (Händewaschen, Vermeidung von Körperkontakt,..) greifen.

Auf jeden Fall versuchen jetzt immer mehr andere Organisationen unserem Beispiel zu folgen und wie das IKRK die medizinische Grundversorgung wieder herzustellen. Menschen werden weiterhin krank, Kinder werden geboren, Operationen müssen gemacht werden.

Es fehlt an Personal- in unserem Krankenhaus hat sich gerade die Anzahl der Arzte auf 5 insgesamt ERHÖHT, wobei der Chefarzt 72 Jahre altist.

Mit 8 Betten werden wir in 9 Tagen starten, danach langsam auf bis zu 20 Betten erhöhen. In weiterer Folge wird die Schwangerschaftsambulanz eröffnet- um ein HIV und Malaria Screening für die werdenden Mütter zu ermöglichen. Auf diese Weise wird wieder ein Stückchen Normalität in Monrovia einkehren und ich kann dem Land guten Gewissens den Rücken kehren.

Es ist für mich ein schöner Abschluss. Ein Jahr voller toter Menschen, voller Erkankung, voller ängstlicher Freunde und Familien, voller Medienpräsenz und vieler Erfahrungen geht damit langsam zu Ende. Sollte die Seuche unter Kontrolle gebracht werden, ist meine Hilfe nicht mehr von Nöten. Wenn nicht gibt es vielleicht ein Wiedersehen.

Vorletzter Tag: Das Rote Kreuz leistet gute Arbeit

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Freitag

Vorletzter Tag hier in Severodonetsk – heute ein dichtes Programm. Zuerst in der Früh noch schnell frisch übersetzte Formulare für das Freiwilligentraining ausdrucken. Dann ab in die Nachbarstadt nach Lysychansk wo wir im Dezember die Baumarktgutscheine verteilen werden. Eine Straßensperre und viele Schlaglöcher später schaun wir uns kurz ein schwer zerstörtes Gebiet in unserer Zielstadt an – dann rasch weiter zum Bürgermeister.

Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk

Meeting mit dem Bürgermeister im ostukrainischen Severodonetsk

Der will auch wissen um was es geht und muss uns unterstützen. Nachdem er auch gut dastehen will bei seinen Wählern und kein Geld hat funktioniert das meist – hier sogar ausgesprochen gut. Zum Abschluss ein nette Foto – ich hab mich nicht nach vorne gedrängt 😉 Schnell noch in ein Nachbargebäude und die Fotos und Dokumente der Schadenskommission ansehen. Die Liste der Schadenskommission ist die Basis für unserer Familienselektion – also ausgesprochen wichtig. Die Gelder der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA/ADA, #Entwicklung.at) und des Roten Kreuzes (=Privatspenden) werden von uns vom Tag 1 an bis zur „Übergabe“ an die betroffenen Familien begleitet, dokumentiert und berichterstattet. „Transparency/Transparenz“ und „Accountability/Rechenschaft“ sind für das ÖRK nicht nur moderne Schlagworte – wir leben diese auch.

Alles wirkt stimmig (Unterschriften, Fotos, Dokumentation). Weiter zum Roten Kreuz in Lysychansk – die 4 jungen freiwilligen RKler warten bereits. Ihnen erzählen wir Basics über das Projekt und das wir sie ganz dringend brauchen. Sie müssen in zwei Wochen 250 Haushalte abklappern und die Information zu den Gutscheinen verteilen (wann zu holen, welcher Ausweis, wo zu beschweren und überhaupt) – außerdem die Daten der Behörde stichprobenartig überprüfen (ist das Haus überhaupt beschädigt usw).

Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.

Briefing der Freiwilligen, die die Verteilung der Hilfsgüter, besser gesagt der Gutscheine für das Baumaterial, durchführen werden.

Im Anschluss werden noch zwei Baumärkte geprüft – einen müssen wir in den kommenden Tagen auswählen. Dieser wird rund EUR 90,000 für Baumarktgutscheine erhalten die wir wiederrum an die Familien abgeben damit diese ihre Unterkünfte winterfit machen können. Leider hat nur einer der Baumärkte elektronische Gutscheinkarten wie bei uns im Obi oder Baumax. Das vereinfacht das Reporting und Monitoring sehr.

Danach noch ein Besuch beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz damit auch die Bescheid wissen was wir wann wo und wie machen und siehe da es entsteht eine weitere Kooperation. Das allerletzte Mail heute geht nach Kiew an den Nahrungsmittelcluster (die Kolleginnen und Kollegen versuchen den Überblick über alle Nahrungsmittelaktivitäten im Land zu bekommen) – somit kann ich guten Gewissens das Notebook abdrehen, das Rote Kreuz hat heute gute Arbeit geleistet.

 

p.s. die Tageszeitung derStandard hat ein Interview mit mir publiziert.

Ethiopian Red Cross Society (ERCS) West Arsi Zone Branch expanding its coverage

Austrian Red Cross (Aut RC)  is supporting the West Arsi Branch of the Ethiopian Red Cross Society (ERCS) since 2008 in developing its capacity. Furthermore Aut RC is supporting WatSan projects in Kofele and lately also in Arsi Negele Woreda benefitting more than 20.000 people in 3 communities. West Arsi Branch is developing dynamically under the leadership of its Branch Head Ato Buseri.

Aut RC Country Representative inspecting RC well in Kofele together with ERCS West Arsi Branch Head

Aut RC Country Representative inspecting RC well in Kofele together with ERCS West Arsi Branch Head

Over the last couple of years RC membership has increased by more than 100.000 members in West Arsi Zone. Income generation is improving with the construction of a 5 story multipurpose building in the centre of Shashemene town progressing well. Once completed, rental income from the property will ensure sustainable funding for core activities of the Branch, including Ambulance Service, Essential Drugs Programme, First Aid Training/Provision and Youth and Volunteer Development.

ADA Head of Ethiopia visiting ERCS West Arsi Multipurpose Building in Shashemene

ADA Head of Ethiopia visiting ERCS West Arsi Multipurpose Building in Shashemene

ERCS West Arsi Branch has recently opened a new Woreda Office in Arsi Negele some 60 km north of Shashemene. Ato Kadi, managing ERCS activities in Arsi Negele, has managed in the course of the last 2 years to set up a Woreda Office from scratch under the leadership of ERCS Shashemene Branch, supported by the local Woreda Authorities and RC Partners.

Ato Kadi, ERCS Office Head Arsi Negele, welcoming ADA Head of Ethiopia, Ato Heinz

Ato Kadi, ERCS Office Head Arsi Negele, welcoming ADA Head of Ethiopia, Ato Heinz

“Without the support of our Partners, we would not have managed to set up the new office in such short time. During the last year we have been able to set up the office, providing much needed ambulance service for the community, training more than 100 volunteers in first aid and recruiting more than 7.000 members for the RC.” Says Ato Kadi, who is also in charge for implementing the ADA/Aut RC/Swiss RC funded Bishangari Water and Sanitation Project, aiming to provide 6 communities with more than 9.000 inhabitants with access to safe water and supporting their awareness and capacity to improve the general hygiene and health situation.

ERCS Arsi Negele celebrating World Hand Washing Day with volunteers and community

ERCS Arsi Negele celebrating World Hand Washing Day with volunteers and community

“The youth in Arsi Negele as well as the local authorities are very happy to have a Red Cross Office finally here and are committed to support us in providing more services and support to vulnerable people in the area” says Ato Buseri, who is rightfully proud of the achievements of his team. Aut RC is proud to be part of this success story and committed to continue the fruitful partnership with West Arsi Branch which is regarded a role model for Aut RC/ERCS Long Term Cooperation.

ERCS Arsi Negele Blood Donor CampaignBranch Head

ERCS Arsi Negele Blood Donor CampaignBranch Head

Vollmond und ganz schön viel Arbeit

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Gestern und heute sind wie im Flug vergangen – wie immer wenn man zu wenig Zeit hat um vor Ort ein Projekt mit Kolleginnen vorzubereiten. Zuerst war da mal eine Besprechung mit RK-Mitarbeiterinnen aus Zolote welches sich in der Pufferzone südlich von uns befindet. Wir besprechen wie Nahrungsmittelpakete vom Internationalen Roten Kreuz dort hingeschafft und verteilt werden können ohne das Mitarbeiterinnen oder Empfängerfamilien vor Ort zu Schaden kommen – der Ort steht unter sporadischem Beschuss.

Zerstörte Wohnhäuser in der Ostukraine. Das Rote Kreuz hilft den Bewohnern, der teilweise zerstörten Häuser beim Winterfest-machen.

Zerstörte Wohnhäuser in der Ostukraine. Das Rote Kreuz hilft den Bewohnern, der teilweise zerstörten Häuser beim Winterfest-machen.

Nach einem kurzen Treffen mit der OSCE Monitoringmission geht’s weiter zur Schulung über Minen und sonstige liegengebliebene Waffen(teile). Die Devise – Hausverstand benutzen, auf den Straßen bleiben, nix angreifen und Unterstützung rufen – klingt einfach ist es aber nicht. Schnell dazwischen gepresst die Besichtigung des Lagers des Internationalen Roten Kreuzes hier in Severodonetsk.

Unterstützung für Binnenflüchtlinge durch das  Rote Kreuz in Luhansk

Um 17 Uhr dann Treffen mit der RK Chefin von der Region Luhansk – Olga. Wir gehen die verbleibenden drei Tage kurz durch und planen. Donnerstag – Detailprojektplanung, Freiwilligenschulung vorbereiten, Termine ausmachen für Freitag und ungeplante Prüfung eines Baumarktes den wir vielleicht für unsere Gutscheinverteilungen benötigen. 500 Familien bekommen Gutschein für EUR 180 um ihre Häuser winterfest zu machen – das muss gut vorbereitet sein. Listen und Verträge werden nächtens vorbereitet – auch mit Unterstützung von Kollegen aus Wien und Serbien – danke Walter und Wolfgang an dieser Stelle). Last but not least haben wir heute gesehen wie das RK hier die Binnenflüchtlinge/Vertriebenen registriert und Lebensmittel verteilt. Sehr toll was die hier leisten vor allem mit den nicht vorhandenen Mitteln … – zu müde zum weiterschreiben (ein Vertrag will noch aufgesetzt werden) – achja – Vollmond auch hier 😉

Einfaches Sytem für optimale Wirkung: Ein Baumarktgutschein kann für den Einkauf von benötigtem Baumaterialien verwendet werden.

Einfaches Sytem für optimale Wirkung: Ein Baumarktgutschein kann für den Einkauf von benötigtem Baumaterialien verwendet werden. Diese Materialien machen dann die Häuser von über 500 Familien winterfest.

 

Mit funktionierendem Internet fast wie zuhause

Christopher Jahn bloggt von seinem humanitären Hilfseinsatz in der Ostukraine.

Die lange Autofahrt durch die Ukraine im IKRK-Landcruiser ist beschwerlich. AUfgrund der Sicherheitslage darf nur bei Tageslicht gefahren werden.

Die lange Autofahrt durch die Ukraine im IKRK-Landcruiser ist beschwerlich. Aufgrund der Sicherheitslage darf nur bei Tageslicht gefahren werden.

Zuerst mit dem Flieger von Wien nach Kiev, weiter per Zug nach Kharkiv (4,5 Std) und dann per Auto (4 Stunden und einige Checkpoints später) nach Severodonetsk.

Auf der Fahrt in die Ostukraine

Auf der Fahrt in die Ostukraine

Auf der vierstündigen Fahrt begleitet uns außerdem ein serbischer Spezialist für Waffen und Entminung der morgen eine Schulung beim Roten Kreuz durchführt – immerhin hat es hier vor einigen Monaten noch Kämpfe gegeben und es ist möglich dass das eine oder andere (nicht detonierte) Relikt herumliegt. Wir beschließen kurzerhand bei der Schulung dabei zu sein.

Die Anreise dauert - immer wieder Unterbrochen von Checkpoints - doch länger, als sich das Google-Maps ausmalt.

Die Anreise dauert – immer wieder Unterbrochen von Checkpoints – doch länger, als sich das Google-Maps ausmalt.

In Severodonetsk angekommen werden wir allen Kolleginnen vom Internationalen Roten Kreuz vorgestellt und es gibt ein weiteres Sicherheitsbriefing. Die Front ist nicht gar so weit weg und die Lage kann sich jederzeit rasch ändern – zur Zeit aber alles super sicher. Nach einer kurzen Planung für den nächsten Tag fahren mein ukrainischer Kollege und ich weiter ins Hotel. Leider kein Internet – der Strom ist hier seit einiger Zeit ein Problem. Ohne Strom gibt es kaum GSM Empfang und schon gar kein Internet – auch die Straßen sind an Herbstnachmittagen schon besonders früh dunkel. An das Sat-Phone habe ich gedacht – an das BGAN (Satellitendatenkommunikation) leider nicht.

Nach dem Abendessen einem der wenigen Restaurant der Stadt mit Licht dann zurück ins Hotel und siehe da – das www ist on und ich fühle mich wieder fast wie zu Hause 😉