Acht Gräber

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B. Kamara gibt die Befehle

Präzise und genau gibt B. Kamara die Befehle. Handschuhe ausziehen, den Overall öffnen, vorsichtig ausziehen, nur innen berühren. Dazwischen werden immer wieder die Hände desinfiziert. „Nein!“, sagt er ruhig, “Zuerst die Brille und die Maske runter- erst dann das 2. Paar Handschuhe ausziehen.“ Es ist der 2. Tag der Ausbildung „meiner Jungs“. 14 Leute haben sich freiwillig für das Burial Team gemeldet- es sind Freiwillige des Sierra Leone Roten Kreuzes (SLRC). Ihre Aufgaben werden unter anderem sein: verstorbene Patienten aus dem Krankenhaus von „Ärzte ohne Grenzen“ abzuholen und zu begraben.

Die weitaus gefährlichere Arbeit wird die Desinfektion von Verstorbenen sein. Wenn Patienten zu Hause versterben, sind sie stark infektiös. Hier ist besondere Vorsicht geboten.

EIne unbezahlbare Arbeit

B. Kamara ist einer von zwei neuen Teamleadern. Sie werden für jeweils sieben Leute verantwortlich sein. Unter seiner Anleitung werden Leichen mit Chlor desinfiziert, in Leichensäcke gepackt, begraben und anschließend wird das Wohnhaus mit Chlor ausgesprüht. Warum er sich das antut wird er gefragt: „Um Ebola aus Sierra Leone zu vertreiben“. Wegen dem Geld macht das hier niemand. Umgerechnet nicht einmal 4 Dollar verdient man mit der Arbeit pro Tag. Dafür ist man mehrere Stunden in einem Ganzkörper- Schutzanzug, schwitzt und hat Angst vor Ebola. Es gibt bereits ein Team, das seit fast zwei Monaten diese Arbeit erledigt. „Meine Freunde, die davon wissen, sprechen nicht mehr mit mir, meine Familie hat Angst“, meint Momoh, der Teamleader des sehr gut eingespielten Teams. Er hilft den Neuen so gut er kann. Jeder Fehler im Feld kann tödlich sein. Daher wird jeden Tag das An- und Ausziehen geprobt. Ohne Befehl des Teamleader geht nichts. Vertrauen ist ein wichtiges Wort hier in Kailahun. Das Team des SLRC vertraut mir, dass ich ihnen die richtige Ausrüstung besorge- alles, was sie brauchen und sie trainiere. Die Mitglieder vertrauen Kamara und der muss seinen Leuten vertrauen können.

Wie schützt man seine Lieben?

„Wie können wir uns und unsere Familien schützen?“ werde ich gefragt. „Indem Ihr ihnen immer wieder sagt, dass Ihr nicht infektiös seid, wie man Ebola bekommen kann und dass wir auf Euch aufpassen. Ich würde keinen Freiwilligen Rotkreuz Mitarbeiter in Europa in eine solche Mission schicken, wenn ich nicht von seiner Schutzausrüstung und seinem Können überzeugt wäre. Das gleiche geschieht hier. Ihr werdet alles IMMER so machen, wie wir es üben, dann kann Euch nichts geschehen.“ Mehr kann ich nicht sagen. Ich meine jedes Wort so, wie ich es gesagt habe. Trotzdem bleibt das schlechte Gewissen. Ich habe keine Angst, dass ihnen etwas passiert. Ich sorge mich um ihre Reputation, die Freunde, das Privatleben. DAS kann ich nicht beeinflussen.

Pause… Jetzt zeige ich, wie man die Chlorlösung mischt. Das Ebola Virus ist sehr ansteckend, kann aber mit einer niedrigen Chlordosis unschädlich gemacht werden. Während wir die Cholera in Haiti mit bis zu 2mg Chlor pro Liter Wasser bekämpft haben, reichen bei Ebola bereits 0,5mg Chlor pro Liter. „10 Liter fasst der Sprayer. Also gebt bitte 10 Esslöffel Chlor hinein“. Meine Warnung, Chlor nur mit Schutzausrüstung an zumischen und das möglichst im Freien wird anfangs noch eher belächelt. Spätestens als der 1. Tapfere den Chlorbehälter öffnet und den ersten Löffel ins Wasser geben will glauben es die anderen. Nachdem er nicht nur einen Esslöffel Chlor sondern auch eine Nase voll Chlor genommen hat, nimmt er Reißaus und gibt den Löffel erst einmal weiter. Er braucht eine Pause.

Danach wird jeder Mal den Sprayer umschnallen und vorsichtig die Wand des Hauses mit Wasser absprühen. So soll jeder ein Gespür für das Gerät bekommen. Alles, was potentiell infektiös ist, muss besprüht werden.

Das war dann genug für den Tag.

Wie geht man mit dem Tod um?

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Acht Gräber an einem Tag

Das Team von B. Kamara hat heute noch einen letzten Punkt. Er und seine Leute werden die Kollegen bei der Arbeit- der Abholung und dem Begräbnis von Leichen begleiten. So sehen sie, was sie erwartet.

8 Menschen sind es heute, die beerdigt werden müssen. Nach einstündigem Warten auf den Leichenwagen geht es los. Der Leichenwagen ist gleichzeitig die Ambulance. In ihr werden Tote, Verdachtsfälle und Erkrankte transportiert. Wir müssen also warten, bis sie gerade frei ist.

B. Kamara bleibt an Momohs Seite, möchte jeden Handgriff erlernen. Ich mag ihn, auch wenn ich ihn bald nicht mehr sehen werde. Es wird für mich nach Hause gehen. Aber bis dahin versuche ich meinen Kollegen aufzubauen.

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Jeder Fehler kann tödlich sein

Mit viel Respektabstand wird das Verladen der ersten beiden Körper beobachtet. Wir fahren etwa 200 m mit dem Wagen. Der erste Friedhof mitten im Dschungel ist mit 16 Gräbern bereits voll. Heute wurde quasi das 2. Teilstück eröffnet. Als wir dort ankommen, haben die „Gräber“ bereits 8 Löcher ausgehoben. Sie graben niemals mehr als benötigt. Dies würde den Tod anziehen meinen sie. Die ersten beiden Körper werden begraben. Während das Team die nächsten beiden holt, bleiben meine Leute da und warten. Sie reden wenig und schauen nur. Die nächsten beiden Körper sind jeweils 11 Jahre alt. Auf den Leichensäcken steht der Name, die Herkunft, der Todestag und das Alter. Ich bin viel gewohnt, aber auch ich kann mir eine Träne nicht verkneifen, wende mich ab.

Nach bereits 4 Leichen beschließen wir, zu Fuß zum Lager zurückzugehen. Es sind 200m und wir möchten noch beim 1. Friedhof vorbei schauen, der auf halbem Wege liegt. Es ist still, als wir den Menschen die letzte Ehre erweisen. Katherine ist bei uns. Sie ist die PR Verantwortliche, die uns einige Tage besucht. Auch sie ist in ihren Gedanken versunken. Bevor wir gehen fragt sie mein Team, was sie von alldem halten. Die Leute, die hier liegen, haben vor 2 oder 3 Wochen noch in ihrem Dorf gewohnt. Keiner mag so wirklich Antwort geben. Einige beten leise. „Es ist unfair!!“, sagt schließlich jemand. Mehr auch nicht.

Am Ende jedes Begräbnisses werden Gebete vom Team und den „Gräbern“ gesprochen. Eines für Muslime eines für Christen. So ist das in Kailahun. Selbst im Tod bleibt man gemeinsam und denkt an alle gleichermaßen.

Und es geht weiter…. jeden Tag

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Stolz auf mein Team

Morgen wird wieder ein Tag sein. Es wird wieder ein Training geben. Von B. Kamaras Team wird einer nicht kommen. Er will nicht mehr mit machen. Ich verstehe ihn nur zu gut und nehme an, es werden ihm weitere folgen. Ich hoffe, dass „meine Jungs“- die meisten von ihnen sind halb so alt wie ich- in einer Woche gut genug sein werden, um ihre Arbeit aufzunehmen. Ich werde es leider nicht mehr sehen können. Ich bin dann in Wien einige tausend Kilometer weg. Daniel, mein Nachfolger und Jose, ein Kollege von der WHO werden das Training weiter führen.

Ich habe sie gebeten B. Kamara als Teamleader zu behalten. Er ist gewissenhaft und gut.

Auch ich werde beten- seit langem wieder einmal- und hoffe, dass meinen Jungs bei ihrer schweren Arbeit nichts passiert- irgendwo in Kailahun wo Ebola zuhause ist.

The way to Brcko – Mission Blog

Endlich! Am Donnerstag (10.7.14) war es dann soweit! Die Gerätschaften, die wir selbst nach Bosnien bringen würden, waren alle eingetroffen und die notwendigen Papiere waren vorbereitet. Nach einem Abstecher über die Wirtschaftskammer (Ausstellung eine Carnets) und das Zollamt (Bearbeitung des Selben) konnte das Abenteuer beginnen. Gegen 17 Uhr tuckerte ich mit meiner Pritsche (Leihgabe des Landesverbands Niederösterreich) Richtung Steyr los um Wolfgang, meinen Kollegen und Chef für diesen Einsatz abzuholen (Ich bin sehr froh mit ihm auf diesem Einsatz unterwegs zu sein, da er jahrelange Erfahrung und Ruhe mitbring).

Randnotiz: Die Pritsche, die für etwa 14 Tage mein fahrbarer Untersatz geworden ist, ist ein absolut kultiges Gefährt. Sie dürfte heuer schon wählen und hat schon einige rostige Stellen, aber ich mag sie einfach.

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Die Reiseroute von Wien ins Bosnische Brcko

Von Steyr nach Bosnien

Gegen 20 Uhr machten wir uns auf den Weg über Graz, Slowenien, Kroatien nach Bosnien. Irgendwo in Kroatien, gegen 2 Uhr in der Früh, hatten wir keine Lust mehr weiter zu fahren und verwendeten die Ladefläche der Pritsche als improvisiertes Hotel (man schläft eigentlich ganz gut, abgesehen von anspringenden LKW-Motoren).

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On the road again …

Am Freitag ging es über einen Kurzbesuch beim Kroatischen Roten Kreuz in Zupanja (Grenzstadt) über die Grenze nach Bosnien.

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Eine Kurzbesuch beim Kroatischen Roten Kreuz in Zupanja (Grenzstadt)

Auf der Bosnischen Seite der Grenze liegt Orasje. Dort hat das Österreichische Bundesheer seinen Stützpunkt. Von dort aus hat es in den letzten 2 Monaten für die Bevölkerung Trinkwasser aufbereitet und auch mit der Überprüfung von Hausbrunnen begonnen.

Von Orasje fuhren wir nach Brcko um dort Kollegen vom lokalen Roten Kreuz zu treffen, mit denen wir nun zusammenarbeiten. In Brcko haben wir auch eine sehre nette Wohnung als Quartier gefunden. Nach dem zügigen Einzug haben wir uns nach Domaljevac aufgemacht um uns den Standort des Labors anzusehen und um das Material gleich sicher zu verwahren.

Irgendwann kurz vor 12 fiel ich auf meine Ausziehcouch und wickelte mich in meinen Schlafsack ein. So geht es mir seit her täglich.

Randnotiz: Wo sind wir eingentlich und was sollen wir dort machen? War wohl eine der ersten Fragen die ich mir gestellt hatte, nach dem ich die Liste fuer ein Trinkwasseranalyselabor zusammengestellt hatte.

Unser Einsatzgebiet

Das Einsatzgebiet umfasst den Canton Posavina und den Brcko District (moegen mir sprachlich begabtere verzeihen, dass ich diverse Sonderzeichen ausgelassen habe). Dieses Gebiet wurde zum Teil waehrend des Hochwassers von 2 Fluessen (Save und Bosna) geflutet.

Unser Einsatz ist eigentlich dreigeteilt. In Brcko und im Canton Posavina werden Trainer fuer Hygiene Promotion und zur Sanierung von Brunnen ausgebildet werden. Meine dezitierte Aufgabe ist es in Domaljevac (Canton Posavina) ein Trinkwasseranalyselabor aufzubauen. Mit diesem Labor werden wir die Wasserqualitaet von mehrheitlich Hausbrunnen (hier hat fast jedes Haus in einem Drof seinen eigenen Brunnen) untersuchen und auch die Brunnensanierung analytisch begleiten. Mehr dazu wird sicher noch spaeter folgen.

Pre-Mission Blog

02_BlogArtikel_the way to Brcko.docxAlles begann mit einem Anruf von Schorsch (Georg Ecker) und der Frage ob ich „zeitlich flexibel“ bin. Auf mein eher verhaltenes Ja (da ich das Wort Nein noch immer nicht über die Lippen bekomme und da dieses „Problem“ schon regelmäßig meinen Arbeitseinsatz auf Pfadfinderlager und Rot Kreuz Veranstaltungen sichergestellt hat, versuche ich mit der Zeit verhalten zu antworten) bat Schorsch mich das Material für einen Laboreinsatz in Bosnien und Herzegowina zuerst digital zusammen zu suchen.

Randnotiz: Laboreinsatz in Bosnien? Da ist doch die Katastrophe schon vorbei, oder? Stimmt (teilweise). Das Wasser ist zum größten Teil wieder dort wo es hin gehört (Flussbett) und viele Aufräumarbeiten sind schon weit fortgeschritten. In diesem Einsatz, zumindest in meinem Teil, geht es darum die Wasserqualität von Hausbrunnen (hier hat jedes Haus einen eigenen Brunnen) zu überprüfen, insbesondere von nicht überfluteten und sanierten Brunnen.

Da ich auf der Universität für Bodenkultur arbeite und noch dazu an einem Institut, an dem wir selbst unteranderem Wasser-/Abwasserproben und Reaktorinhalte von Biogasanlagen untersuchen und die dementsprechenden Laborkapazitäten besitzen, war für mich jeder Arbeitstag mit vielen „Ahh, das hab ich vergessen“ und „Ahh, das brauchen wir noch“ begleitet. Die Einkauf und Services Abteilung hat mich für regelmäßig wechselnde Beschaffungslisten geliebt. (Mein aufrichtiger Dank geht an die Mitarbeiter dieser Abteilung, insbesondere Flo Rupprecht, ohne den wohl kein Einsatz je Inzersdorf verlassen hätte.)

Nach dem die Beschaffungsliste finalisiert wurde (ich bin mir sicher, dass da trotzdem noch ein paar Kleinigkeiten fehlen), konnte die Bestellungen ausgelöst werden und es begann die Wartezeit bis zur Lieferung (einige Werktage, fühlen sich aber zum Teil an wie Jahre, wenn man auf Material wartet).

Mit der Zeit hatte sich auch herausgestellt, dass die auch mein erster Einsatz werden würde.

Das Labormaterial begann über mehrere Tage verteilt einzutrudeln und dementsprechend begann meine (Hilfs-)Tätigkeit als Logistiker. (Normalerweise werden diese Dinge vom Einkauf & Service selbst erledigt, nur lief gleichzeitig ein großer Einsatz im Süd-Sudan an, der einfach Vorrang hatte.)

Deshalb verzögerte sich die Abreise immer wieder um einen Tag nachhinten.

Dead Body Management

Was wie eine wissenschaftliche Definition klingt ist in Wirklichkeit eine sehr sensible, wichtige und nicht ungefährliche Aufgabe, die wir Ende kommender Woche angehen werden.

Alles in allem verstehen wir darunter Tätigkeiten, die neben dem Abtransport verstorbener Menschen, die Desinfektion des Leichnams und die Überwachung des Begräbnisses auf der einen Seite die Desinfektion des Hauses des Verstorbenen, aller Gegenstände und gegebenenfalls das Verbrennen einiger persönlicher Dinge auf der anderen Seite umfassen.

Die Mitarbeiter sind sehr gut ausgerüstet, muessen aber tgl. aufpassen, nicht selbst zu erkranken – eine kleine Unachtsamkeit kann genügen. An ihnen haftet das Stigma des Todes, selbst wenn sie selbst nicht krank bzw. ansteckend sind.

Wir muessen die Gefühle der Angehörigen respektieren und trotzdem auf die Sicherheit der Leute beim Begräbnis Acht geben.

Klingt jetzt kompliziert…ist es auch…

Dazu eine Geschichte, wie sie sich hier täglich zutragen kann…

Nun ein Vater/ Sohn/ Mutter/ Tochter,.. ist verstorben. Dies ist schlimm genug. Jeder sagt, dass es Ebola war. Jeder sagt, dass ich mit diesem Menschen im Haus gelebt habe. Bin ich auch krank? Hab ich es? Ich habe Angst. Menschen kommen. Die „Ambulanz“ kommt, um den Leichnam abzuholen. Sie tragen Ganzkörperanzüge, haben Masken und Brillen auf. Ich darf den Leichnam nicht berühren, mich verabschieden. Sie besprühen ihn mit Chlor, packen ihn in einen Sack und nehmen ihn mit. Wieder andere besprühen mein ganzes Haus, sagen mir, dass ich evt. auch krank sein könnte. Ich soll Menschenkontakt meiden. Alle Nachbarn, das Dorf wissen es. Sie meiden mich… es gibt also ohnehin keinen Kontakt.

Mein Geld wird nicht angenommen, ich bin ausgegrenzt. Irgendwer von den Nachbarn erbarmt sich, bringt mir Essen.

Die Leute, die den Verstorbenen abgeholt haben sagen, dass ich jetzt Besuch bekomme… jeden Tag… er oder sie wird mir Fragen stellen, wie es mir geht, ob ich erbreche, Durchfall habe, Schmerzen. Viele Menschen haben jetzt Schmerzen, Durchfall, Fieber…

Die Regenzeit und damit die Malariasaison haben begonnen. Hier hat jeder mal Durchfall…

Diesmal, so erklärt man mir, soll ich mich melden, wenn ich Beschwerden bekomme. Dann wird mir Blut abgenommen und ich komme sicherheitshalber ins Ebolacenter in Kailahun… wenn ich Glück habe und es Sprit gibt. Es gibt für den ganzen Distrikt Kailahun drei spezielle Ambulanzwaegen, wovon einer defekt ist. Über 500.000 Einwohner hat Kailahun, auf einer Grösse von ca. 60 x 60 km. Manchmal braucht es drei Tage bis sie Menschen holen. Eine Ambulanz ist in Wirklichkeit ein Geländewagen, in dem bis zu 10 Menschen Platz finden müssen. Potentielle Fälle und Erkrankte sitzen gemeinsam in dem Wagen.

Die Telefonnummer, die man anrufen soll ist eine Handynummer. Das Handynetz war drei Tage zusammengebrochen. Also selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte niemanden erreicht. Die Motorbiker, die hier quasi die Taxifahrer sind, weigern sich, mich mitzunehmen.

Der Leichnam soll beerdigt werden. Alles riecht nach Chlor. Das Team hat Schutzkleidung an, schaut, dass alles OK ist. Der Imam bzw. der Pastor sprechen Gebete. Ich habe keine Ahnung, wer in dem Sack liegt, der begraben wird. Ich hoffe, es ist mein Angehöriger. Alle meiden Koerperkontakt untereinander – speziell aber mit mir. Sollte ich in den kommenden drei Wochen keine Probleme bekommen, sei ich nicht erkrankt. Das habe ich auch meinen Nachbarn erzählt. Sie glauben mir nicht wirklich. Auch sie haben Angst. Woher unsere Familie das bekommen hat wissen wir nicht. Man hat uns gesagt, dass es eventuell von dem toten Affen war, den wir gefunden haben, der zubereitet worden ist. Die Zubereitung hätte schon gereicht.

Auch ein anderer Nachbar wurde abgeholt- vor einigen Tagen schon. Er war krank, gestern hat man uns gesagt, dass er gestorben ist. Er war noch lebendig, als er weggebracht worden ist. Ob „SIE“ das waren, die Leute mit den Masken, den Anzügen? Ich habe gehört, die Kranken bekommen Spritzen, evt. wird Ihnen das Virus injiziert, … oder sie brauchen Organe, die sie unseren Freunden entnehmen und den Rest begraben „SIE“ dann. Man sieht die Verstorbenen ja nicht mehr in diesen Säcken.

Was ich jetzt machen werde? Das Dorf hat gestern versucht den letzten Wagen vom Gesundheitsministerium zu vertreiben. Sie haben Angst, dass „SIE“ uns den Tod bringen.

Ich werde wohl versuchen in ein anderes Dorf zu gehen… so schnell wie möglich.. dort nimmt man mein Geld, man kennt mich nicht. Ich merke zwar, dass mich der Durchfall schwächt, aber ich glaube nicht an dieses Ebolazeug. Ich werde einfach ganz früh starten, damit mich niemand sieht.. Ich habe Angst- Angst vor dem was kommt, was alle über mich denken und vor den Menschen in den Anzügen, an denen der Tod haftet…..

Diesen Problemen stehen wir täglich gegenüber. Unsere Aufgabe ist es, einfühlsam die Menschen zu informieren, sie zu betreuen und vor allem der grossen Mehrheit der Menschen die Angst zu nehmen. Es gibt ein Krankenhaus, in dem geholfen wird, es gibt Chance auf Heilung. Je mehr Menschen Angst haben, umso eher gibt es Zwischenfälle, von denen das Rote Kreuz hier in Sierra Leone aber bisher verschont geblieben ist. Je mehr Menschen uns und unseren Botschaften vertrauen, umso mehr Menschen werden überleben. Flucht ist hier keine Lösung

Unsere Kolleginnen haben einen Slogan dafür gefunden:

„Spread the words not the disease“

Sensibilisierung oder der Imam und der Pastor im CAR

Sierra Leone ist anders, es ist arm, es hat Cholera, Dengue, Malaria und Ebola… und es hat Glauben an die Hoffnung.Treffen  mit allen Religionen

Letzten Dienstag kam es in Kailahun zu einem der wichtigsten Treffen der letzten Wochen. Ueber 50 Imame, Pastoren und Priester kamen zusammen, um uns- dem Roten Kreuz- zum Thema Ebola zu lauschen.

Man muss dazu sagen, dass Sierra Leone ein sehr interessantes Land im Hinblick auf Religion ist. Es gibt einen Sprecher (auch in Kailahun), der im Namen ALLER Religionsvertreter spricht. Es ist ein nettes Miteinander..

Das RK hat, da wir ja neutral sind, alle Gruppen eingeladen und es sind alle gekommen- so um 10 mehr als eingeladen. „Das Rote Kreuz sei die erste Organisation gewesen, die die spirituellen Oberhäupter kontaktiert habe“. Mit Information, Diskussion und Beantwortung aller Fragen dauert alles knapp 5 Stunden und alle Parteien verliessen das CAR Center mit dem Versprechen, die Informationen über die Krankheit in Moscheen und Kirchen zu verbreiten. Es wird auch gemeinsame Radioauftritte aller Religionen hier geben. Damit wurde eine der wichtigsten Quellen zur Informationsweitergabe angezapft. Aehnliche Veranstaltungen wurden auch mit einigen Frauengruppen- vermutlich DIE wichtigste Gruppe zur Verbreitung der Infos-, Polizisten und anderen NGOs abgehalten.

Der geneigte Leser fragt sich jetzt: Was ist CAR? Das steht fuer Children Advocacy and Rehabilitation Center, dass 150 ehemaligen Kindersoldaten und auch Kindern, die keine Chance hatten, in die Schule zu gehen- für jeweils 1 Jahr die Chance gibt, Lesen und Schreiben zu lernen, Nähen, Schreinern, Stofferzeugung,… Alles in allem eine tolle Einrichtung des lokalen Roten Kreuzes, dass von Nancy einer robusten aber sehr netten Dame geführt wird. Jeder Lehrer sei gleichzeitig auch Ansprechpartner fuer die Kinder und habe eine spezielle psychologische Ausbildung.

Aber zurück zu Ebola. Abgesehen von uns sind auch andere Partnerorganisationen hier vorort. Gerade wurde eine kleine Ebolaklinik eroeffnet, um den Patienten den über 2 Stunden dauernden Weg nach Kenema zu ersparen. Auf der anderen Seite werden von uns laufend neue Kollegen darin geschult eine überprüfung von Leuten, die mit Ebola in Kontakt waren durchzuführen. Die sogenannten „Tracer“ dokumentieren 21 Tage lang täglich, ob sich bei bei Familienmitgliedern von Erkrankten Symptome zeigen. Danach sollte keine Gefahr mehr bestehen. Ein Job, der an sich nicht wirklich Freude macht. Daher hat Ferdinand, unser Finnischer Kollege, der für psychologische Betreuung zuständig ist, beschlossen, dass wir versuchen werden auch mit meiner Hilfe eine Art Peersystem auf die Beine zu stellen. Das heisst: sollte bei den Tracern Redebedarf bestehen, werden Kollegen da sein, um ihn zu unterstützen. Dies ist ein System, dass beim Roten Kreuz schon seit Jahren sehr grossen Zuspruch hat.

Gestern hatten wir mit den Motorbikern eine Trainingseinheit am Markt. Das sind mehr oder weniger die Taxifahrer. Da wir vorwiegend die Kollegen vom lokalen Roten Kreuz lehren lassen wollen, versuchen wir uns im Hintergrund zu halten und bei Fragen da zu sein. Hat nicht wirklich mit Faulheit zu tun, sondern sie müssen auch weiter machen, wenn wir schon lange wieder im kühlen Norden sind. Nach 5 Minuten etwas abseits hatte ich in Nullkommanichts eine Konkurrenzveranstaltung am Laufen. Erst fragte der Security Mann, P1020409dann ein anderer und am Ende waren es 8-10 gesamt, die laufend mehr oder weniger wurden. Es war nett und die Leute hungern nach Information. Zeitungen sind nicht zielführend, da die Gruppe der Analphabeten bei 70 % liegt. Also Infos via Radio, Erzählungen und via Schulen.. Aber die sind leider geschlossen, weil Eltern Angst um ihre Kinder haben.

Aus meiner Sicht ist die Situation hier unter Kontrolle- wir sind weit weg von Normalität, aber auch sehr weit weg von Chaos oder Panik.

Ferdinand hat bei den Priestern und Co. von Hoffnung gesprochen. Das wollen Leute hoeren- nicht über Mortalität oder Letalität, sondern von den 17 die bisher überlebt haben und wieder heim durften… Deshalb heisst er hier nur noch Mr. Hope.. und es gibt sicher wenig schönere Namen hier in Kailahun. Also let us all be Mr. & Mrs. Hope.

SN 241 – BRUSSELS AIRLINES

Foto TOm SeltsamDr. Michael Kühnel ist Sanitäter, Arzt, einsatzerfahrener Rotkreuz-Auslandsdelegierter und im Bereich der Hygiene und Trinkwasseraufbereitung ausgebildeter Techiker. Seine bisherigen Einsätze führten ihn nach Haiti und Pakistan. Er blogt von seinem Einsatz in Sierra Leone, wo er als Teil eines internationalen Teams der Ebola Epidemie Herr werden soll.


Der Flug bringt mich nach Sierra Leone, einem Land an der Westküste von Afrika, gleich neben Liberia und Guinea.

Sierra Leone ist eines der aermsten Laender der Welt und als ob Cholera, Dengue und Malaria nicht schon schlimm genug sind, hat es seit Februar einige Tote aufgrund von Ebola gegeben. Wenn man den Film Outbreak gesehen hat ist es ein grausliches Szenario. Wenn ich jetzt sage, dass es nicht ganz so schlimm ist, klingt es super.

Ebola – ein leiser Killer?

De fakto spritzt Blut nicht meterweit und Leute „explodieren“ auch nicht wirklich. Ebola ist eher ein leiser Killer. Das Blut veraendert sich, es kommt zu Kopf- & Gliederschmerzen, Fieber, Ausschlag, Erbrechen und irgendwann zu inneren Blutungen. Über die Sterblichkeitsrate gibt es unterschiedliche Infos: irgendetwas zwischen 60 und 95%. Die Gefahr geh von den verlorenen Koerpersaeften aus. Das Virus ist im Erbrochenen, im Blut, im Harn, im Stuhl. Klar kann man sich schuetzen. Aber wer hat schon Handschuehe, Desinfektionsmittel und genug Material zuhause? Stellen Sie Sich vor, Sie pflegen Ihre Mutter, Ihren Vater, die Geschwister und werden krank davon… und sterben….

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Warum ich mir das antue? Weil ich daran glaube, das man Menschen helfen muss, so gut man kann, weil ich daran glaube, mit dem Roten Kreuz helfen zu koennen und letztendlich, weil ich an mich glaube. All die Trainings, die wir absolviert haben, die Ausbildungen, die wir gemacht haben.. wofür, wenn nicht für solche Faelle?

Ein multinationales Team

Gestern ist unser Team angewachsen. Neben JP Taschereau, einem sehr erfahrenen „alten Hasen“, sind jetzt Coby, unsere Finnische Krankenschwester, Liz, Britin, David & Mauricio unser IT Team (USA, Kolumbien) und ich vorort. Die anderen beiden kommen im Laufe der Woche. Freetown ist, anders als erwartet, relativ gross. Der Level, auf dem wir uns befinden ist einiges unter dem gewohnten Europaeischen. Aber ein Bett, eine Dusche und sogar Public Viewing bei der WM gibt es. Was will man mehr?

Morgen geht es nach Kailahun und dort wird uns die Wirklichkeit einholen.

Fakten zum Einsatz

Die letzten News sagen

  • 276 auf Ebola getestete
  • 145 positiv
  • 65 bestaetigte Tote in 9 von 14 „Gemeinden“ von Kailahun ( Aktuelle Daten vom Gesundheitsministerium)

Die Dunkelziffer ist vermutlich höher. Geht man jetzt von 60% Mortalitaet aus, werden mindestens 80 Menschen folgen.

Also ist es hoechste Zeit etwas zu tun, bevor sich das ganze weiter ausbreitet. Kailahun ist am Dreilaendereck mit Liberia und Guinea. Also ist es leicht moeglich, dass es gross wird- wirklich gross.

Die Internet Verbindung wird kaum vorhanden sein, aber ich werde versuchen Eindruecke und Bilder zu uebermitteln…

ERCS Celebrates Global Hand Washing and World Toilet Days

By Abraham Gossaye, CBDRR Project Coordinator

The Ethiopian Red Cross Society (ERCS) celebrated the Global Hand Washing and World Toilet days on November 17 and 18, 2013 in two primary schools (with a total of over 3000 pupils) that are located in its intervention area at Senbetge Kebele and Amba Giorgis town, North Gondar Zone.

Global Hand Washing and World Toilet Day äth2 äth3 äth4Two Events

The objectives of the two events were to foster and support local culture of hand washing with soap and raise awareness about the benefits of the practice and inadequate sanitation.

Demonstration and Quizzes

Upon celebrating the two events, hand washing demonstration, fact sheets on hand washing and sanitation facilities, quiz on critical hand washing times and steps, fun facts about hand washing and toilets among others were held.

On the occasion, ERCS, along with experts from the local administration, have sensitized students to get the message across and become change agents within their families and a stimulus to community development.

An International Partnership

ERCS in partnership with Austrian Red Cross and Austrian Development Agency has been implementing community based disaster risk reduction project (CBDRR) in Senbetge Kebele since 2011. The project has specific objectives of enhancing the awareness of the people in the intervention area towards disaster risk reduction and related health and hygiene practices, among others.

According to UNICEF, inadequate sanitation and personal hygiene are the main causes of diarrheal diseases, which is the second leading cause of death of young children. Each day more than 1600 children die as a result of diarrhea, killing more than HIV/AIDS, malaria and measles combined.

Aware & Resilient – Rotkreuz-Training in Bulgarien

Hallo, ich bin Agnes! Meine bisherige Tätigkeit beim Roten Kreuz beschränkte sich auf den freiwilligen Einsatz als Rettungssanitäterin in Haugsdorf beim Niederösterreichischen Landesverband. Doch mit Jänner 2014 haben Phillip, ein Notfall-  und Lehrsanitäter aus der selben Region, und ich eine neue Aufgabe angetreten.

Trainingszentrum des Bulgarischen Roten Kreuzes

Trainingszentrum des Bulgarischen Roten Kreuzes

Das ÖRK suchte im Dezember zwei Freiwillige für ein Projekt namens „aware&resilient“. Wir wussten am Anfang nicht viel, außer dass es um Katastrophenhilfe, -vorsorge, und -bewusstmachung gehen wird, dass es einen Ausbildungsblock in Bulgarien Anfang Februar geben wird und, dass im Herbst ein Projekttag zu diesem Thema geplant und veranstaltet werden soll. Nach einigen Telefonaten und einem ersten Treffen im Jänner mit den zuständigen Projektkoordinatoren/innen und einem Briefing, nahm das alles schon ein bisschen mehr Gestalt und Klarheit an.

Am 31. Jänner war es dann soweit: Phillip und ich traten unsere Reise nach Bulgarien an. Wir flogen von Wien, wo wir noch immer nicht genau wussten, was uns jetzt alles erwarten wird, nach Sofia. Dort wurden wir gleich superherzlich, gemeinsam mit den Kollegen/innen aus Lettland und Rumänien, von einem bulgarischen Kollegen abgeholt und zum dortigen RK-Ausbildungszentrum in Lozen, ein Stück außerhalb von Sofia, gebracht.

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Workshops and Training

Wir trafen gleich noch die Kollegen/innen aus Frankreich, Georgien, Deutschland und Großbritannien und wurden mit einem leckeren Buffet in Empfang genommen. Wir waren insgesamt 30 buntgemischte Rotkreuzler/innen  und kamen schnell ins Gespräch und in den Austausch.

An den beiden darauffolgenden Tagen hatten wir viele Kurse, Workshops, Arbeitsgruppen und Vorträge zu dem geplanten Projekt. Trotz der netten Kaffee- und Mittagspausen zwischendurch, waren wir an den Abenden nach den intensiven Tagen ziemlich ausgelaugt und müde. Die bulgarischen Kollegen_innen umsorgten uns sehr herzlich mit Essen, Getränken und einem interessanten Sightseeing- und Erlebnisabend am Samstag in Sofia.

Aware & Resilient

Aware & Resilient

Nach diesem Wochenende im bulgarischen Rot-Kreuz-Ausbildungszentrum ging es für uns wieder zurück nach Hause, wo wir all die netten Bekanntschaften, Eindrücke und vor allem Lehrinhalte noch nachwirken lassen.

Und nun heißt es bis zum Herbst all das gehörte und gelernte voller Motivation in ein eigenes Projekt umzusetzen . . .

Comfort Rooms

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Hand washing facility at family shared Comfort Room in Camote, Dulag

Julia Diessl is WatSan Delegate at IFRC MSM 20 ERU German / Austrian Red Cross in Dulag, Leyte, Philippines

Comfort Rooms that is the name for a toilet in the Philippines. After the typhoon most of them do not look comfortable at all. Thus in our mission we focus on construction of emergency Comfort Rooms that different families can share or that are installed at public places like schools or universities. Camote is one of the Barangays (political defined region) that is very actively participating to construct their family shared Comfort Rooms. There is no need to explain to the audience and to the victims of the devastating typhoon Haiyan, locally known as Yolanda, that hand washing is a key issue to prevent individuals against vector and water borne diseases. Thus by providing material we can easily support the community to set up elaborate hand washing facilities next to the public emergency Comfort Rooms we have constructed or rehabilitated.

Back to school

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

Fixed door and hand washing bucket at Canmogsay, Dulag

The 6th of January is not a public holiday in the Philippines, it leads students back to school. Here kids spend up to eight hours of the day at school, if the families currently can afford the school fees and do not need their help in their households. As one group of the population especially vulnerable to vector and water borne diseases we focused our work in the last couple of days to make sure, that proper sanitation facilities are available at the different schools. Fixing a broken door, unclogging a Comfort Room, providing a bucket with faucet and soap as hand washing facility and many other interventions. Such small things can relief the situation and ensure that students can use a secure and safe toilet as displayed on our different picture. In case of total damage of classrooms our emergency latrines provide a temporary solution. Hygiene and health promotion is a part accompanying these interventions continuously.

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

Emergency Comfort Rooms at Imelda, Tolosa

It is a pleasure to see the Red Cross movement united in the field, in my case it is the involvement of Philippine, German, Spanish and of course of my own National Society, the Austrian Red Cross.

In den letzten Tagen der Mission noch viel zu tun

unser camp

Das Camp der Rotkreuz-Katastrophenhelfer im philippinischen Ormoc.

Die Trinkwasser- und Seuchenexpertin Lidwina Dox verantwortet in Ormoc auf den Philippinen das Hygiene Trainings Programm. Gerade diese Seuchenvorsorge hilft mit, nachhaltige Katastrophenauswirkungen frühzeitig zu verhindern.

Das neue Team wir gerade von Dieter in Ormoc abgeholt und wir beginnen uns langsam von den Menschen, mit denen wir über die letzten Wochen hinweg zusammengearbeitet haben, zu verabschieden…

Hygiene Promotion Trainings als Schlüssel zum Erfolg!

two cvolunteers present dengue

Freiwillige Hygiene-Promotoren übernehmen die Schulungen. Hier wird über die Gefahren von Dengue-Fieber berichtet.

In den letzten Tagen hier ist noch viel passiert . Das Hygiene-Promotion-Training wurde erfolgreich drei Tage absolviert und es war spannend zu beobachten wie die neuen Voluntäre ihre Hygiene Aktionen im Feld umsetzten. Wenn das Team im Dorf einfährt läuten die Glocken, das Zeichen für die Dorfbewohner sich in der improvisierten Schule zu versammeln. Es kommen alle, Männer, Frauen und Kinder. Die Freiwilligen, die sich genau überlegt haben, wer wann welches Thema präsentiert, beginnen sogleich mit Ihrer Aktivität. Es wird gesungen, getanzt, Händewaschen geübt, ueber Leptospirose, Dengue Fieber und Durchfall diskutiert, Community-mapping gemacht, wie man das Essen aufbewahrt, die Reste des Dorfes/das Lebensumfeld korrekt sauberhält in einer Emergency und vieles mehr.

edwin presenting leptospirosis

Edwin ist ein Freiwilliger, der es versteht, die Menge in seinen Bann zu ziehen. Hier spricht er über Leptospirose, eine Infektionskrankheit.

Am Ende der Aktionen sind die Dorfbewohner guter Dinge, einige gehen sogar mit hangeschriebenen Notizen nach Hause  – und die Voluntäre sind glücklich ueber die gelungenen Präsentation.

Vor allem Edwin ist ein Menschenmagnet, er hat die Fähigkeit die Mensche in diesen Community-sessions in seinen Bann zu ziehen, sie zum Lachen, Mitmachen und Zuhören zu motivieren wie kaum ein anderer. Es ist ein Schauspiel der besonderen Art und ich freue mich sehr noch Zeuge von diesen Momenten sein zu dürfen, bevor ich abfahre.

Plakate informieren die Kinder in Schulen

Unsere Plakate in der lokalen Sprache bleiben in den Schulen, und sind daher für Kinder und die anderen Dorfbewohner immer verfügbar.  Zu den Plakaten sei übrigens noch zu sagen, dass das Philippinische Rote Kreuz von ihnen begeistert ist und noch weitere zum Druck in Auftrag geben wird.

entwickeln von dne plakaten in warai sprache

Plakate informieren nachhaltig, wie man sich richtig verhält. Diese werden in der lokalen Warai-Sprache erstellt.

Wahrend Stefan und Thorsten weiterhin Latrinen bauen, wir unsere Aktionen durchführen und das Sprühen fuer die Vektorkontrolle vorbereitet wird sind die Menschen weiterhin fleißig dabei, ihre Häuser immer weiter aufzubauen, die Umgebung vom Unrat weiterhin zu befreien, die elektrischen Leitungen zu reparieren, die Wasserversorgung wieder aufzubauen …

Der tägliche Fortschritt wird von uns immer mit Bewunderung beobachtet.

Der Abschied ist nah.

Morgen Dienstag werden wir noch ein Abschlussfest bei uns haben. Das lokale Team vom Philippinischen Roten Kreuz, das alte und das neue MSM20 Team- alle werden daran teilnehmen. Wir  freuen uns schon alle darauf. Wir werden lokales Essen kochen, Gemüse, Huhn und Reis – all das was es am Markt seit einiger Zeit wieder gibt.  Am Mittwoch schliesslich reisen wir mit dem Boot zurück nach Cebu und von dort brechen wir in alle Himmelsrichtungen zertreut  zu unseren Weihnachtsdestinationen auf…

Fröhliche Weihnachten!