Aus Liebe zum Menschen

1zeilig_untenLange habe ich diese Plattform nicht genutzt, doch nun ist es mir ein Bedürfnis diese zu reaktivieren.

Seit mittlerweile vier Jahren ziert der Schriftzug „Aus Liebe zum Menschen“ das Logo des Roten Kreuzes. Begleitet von einem emotionalen Videospot und tollen Sujets haben wir in zahlreichen Workshops versucht unseren Mitarbeitern diesen Claim zu erläutern. Die Kernbotschaft dabei war, dass die Leistungen der über 70.000 Rotkreuz-Mitarbeiter als selbstverständlich gesehen werden und dadurch an Wert verlieren. „Aus Liebe zum Menschen“ – der humanitäre Leitgedanke sollte nicht nur von jedem Rotkreuzler gespürt und gelebt werden, sondern auch von der Bevölkerung als wesentlicher Beitrag einer funktionierenden Gesellschaft erkannt werden.

Beinahe zwei Jahre stehe ich nun als Präsident dem OÖ. Roten Kreuz vor und gerade in den vergangenen drei  Monaten war „Aus Liebe zum Menschen“ für mich greifbarer denn je. Ich erinnere mich an einen Besuch im Bezirk Schärding im Zuge des Hochwassers. Dieser unglaubliche Zusammenhalt unter den Helfern, aber auch unter den Betroffenen, war für mich ein besonderer Moment – ganz im Zeichen „Aus Liebe zum Menschen“.

Vor wenigen Wochen ersuchten wir die Bevölkerung ihr Blut zu spenden, da aufgrund der heißen Temperaturen lieber der Badesee als die Blutspendezentrale aufgesucht wurde und dadurch die Blut-Depots empfindlich schrumpften. Über 1.600 Personen fassten sich binnen sieben Tagen ein Herz, krempelten die Ärmel hoch und spendeten ihr wertvolles Blut – „Aus Liebe zum Menschen“!

Gerade vor wenigen Tagen brach ein Familienvater plötzlich zusammen. Sofort eilte ein Ersthelfer herbei und begann mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen und rettete ihm dadurch das Leben – „Aus Liebe zum Menschen“!

Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, versuche ich von Rotkreuz-Mitarbeitern – seien es Freiwillige, Berufliche oder Zivildiener – zu erfahren, warum sie gerade im OÖ. Roten Kreuz tätig sind. Die Antwort: Die Gemeinschaft und um anderen zu helfen – „Aus Liebe zum Menschen“.

Während meiner Urlaubszeit habe ich versucht,  auch mein freiwilliges Engagement in der größten humanitären Gesellschaft des Landes zu hinterfragen.  Warum ‚opfere‘ ich meine Freizeit für andere? Warum leiste ich einen Beitrag ohne dafür finanziell entschädigt zu werden? Die Antwort wird Sie nun wenig überraschen: „Aus Liebe zum Menschen“.

Obwohl wir tagtäglich mit Handlungen ganz im Zeichen von „Aus Liebe zum Menschen“ konfrontiert werden, so sollte uns allen bewusst sein, dass diese keineswegs als selbstverständlich gelten.

Ich ziehe vor allen Menschen meinen Hut, die nicht weg sehen, sondern helfen, wenn andere Hilfe brauchen.

 

Ihr

Dr. Aichinger Walter