Stellungnahme zu den Vorwürfen der parteipolitischen Vereinnahmung

Aichinger_EventfotoLiebe Leserinnen und Leser!

Die österreichischen Bürgerinnen und Bürger entscheiden in etwas mehr als einem Monat über die Abschaffung/Beibehaltung der Wehrpflicht bzw. des Zivildienstes. Ob sich ein Land für die allgemeine Wehrpflicht oder für ein Berufsheer entscheidet, ist eine politische Frage, die das Rote Kreuz nicht kommentiert. Sehr wohl aber haben wir die Verantwortung, auf die möglichen humanitären Auswirkungen hinzuweisen. Das Rote Kreuz sieht sich als Anwalt dieser Betroffenen. Uns ist wichtig, dass all jene Leistungen, die Zivildiener heute für unsere Gesellschaft erbringen, auch in Zukunft gewährleistet sind – und zwar mindestens in gleicher Qualität.

In den vergangenen Wochen wurden wir mit der unzulänglichen Beschuldigung konfrontiert, politische Inhalte bzw. Inhalte von politischen Parteien einerseits zu transportieren und andererseits mit Spendengeldern zu finanzieren. Die Anschuldigungen wurden zwar kurz darauf zurückgezogen, dennoch möchte ich folgendes festhalten: Das OÖ. Rote Kreuz spricht in der Diskussion rund um die Abschaffung der Wehrpflicht keine Wahlempfehlung aus und bezieht somit keine politische Stellung. Wie bereits angeführt, weisen wir nur auf die immens wichtigen Leistungen der Zivildiener hin, die bei einem möglichen Wegfall des Zivildienstes durch berufliches Personal und dadurch mit erheblichen Mehrkosten zu ersetzen wären.

Die haltlose Anschuldigung , dass das OÖ. Rote Kreuz für regionale Inserate, die sich für den Zivildienst aussprechen, Spendengelder verwendet (hat), weise ich vehement zurück. Wenn wir von Medienvertretern um Meinung gebeten werden, geben wir darauf jederzeit eine klare Antwort. Und das werden wir auch weiterhin tun, als Sprachrohr für jene bedürftigen Patienten und Klienten, die nicht die Möglichkeit haben, ihre Stimme zu erheben.

Ihr

Dr. Aichinger Walter
Präsident

Foto: www.eventfoto.at

4 Gedanken zu “Stellungnahme zu den Vorwürfen der parteipolitischen Vereinnahmung

  1. Sehr geehrter Herr Präsident,
    danke für Ihre Stellungnahme zur Zivildienst und klare Positionierung zur Neutralität und Unparteilichkeit des Roten Kreuzes. Ich sehe aber aktuell die dringende Notwendigkeit, deutlich mehr zu tun, um dieses Vorhaben seitens des Roten Kreuzes auch glaubhaft zu machen. Ich habe beispielsweise heute eine “Infobroschüre” der SPÖ OÖ erhalten (http://issuu.com/spooe/docs/bundesheer_folder_web), in der pauschal unseren Zivis Überforderung unterstellt wird, ein Notfallsanitäter (RK-Kollege??) “zweimonatige Schnellsiederkurse unserer Zivis” als Gefahr sieht oder ebenfalls pauschal unsere Arbeitsqualität als Freiwillige schlechtgemacht wird, was nur durch das geplante “Freiwillige” Sozialjahr behoben werden kann. Ebenfalls heute habe ich ein ganzseitiges SPÖ OÖ -Inserat gesehen, auf dem Rotkreuzler abgebildet sind und im Text festgestellt wird, dass künftig nur mehr durch das propagierte Sozialjahr und entsprechende Entlohnung genügend Helfer gefunden werden können.
    Fragen:
    + Hat das RK OÖ die Verwendung Fotos von RK-Mitarbeitern für Politpropaganda legitimiert? Gilt übrigens auch für ÖVP-Inserate. Neutralität? Unparteilichkeit?
    +Müssen (Ex)Zivis wie Freiwillige (auch ich gehöre seit 25 Jahren zu beiden Gruppen und -ich betone -keiner politischen Partei an) sich widerspruchslos diese verzerrte und beleidigende Darstellung gefallen lassen?
    +Wie argumentiert das OÖRK seinen eigenen Mitarbeitern, dass bei einer Zustimmung zum Berufsheer plötzlich bezahlte “Freiwillige” jede Form der Mitarbeiterwerbung für echte Freiwillige ad absurdum führen?
    +Warum fordern wir nicht als Rotes Kreuz, endlich verbindliche Zahlen, Daten und Fakten sowie einen Plan B auf den Tisch zu legen, falls das Versprochene doch nicht funktioniert? Das können wir auch ohne politische Positionierung fordern.

    Ich rege an, allen OÖRK-Mitarbeitern ein entsprechendes Wording für Diskussionen, und eine allgemein verständliche Darstellung von Pro und Kontras und entsprechende Szenarien aus OÖRK-Sicht zur Verfügung zu stellen. Es sollte legitim sein, dass wir Rotkreuzler selbstbewusst unsere Position vertreten können. Gerne bin ich auch persönlich wie sicher viele andere Kolleg(inn)en bereit, entsprechende “Munition” auch aus dem eigenen Erfahrungsumfeld beizusteuern.
    Beste Grüße
    Eckhart Herbe (RK St. Georgen/G)

  2. Sehr geehrter Herr Herbe,

    herzlichen Dank für Ihren Beitrag und Ihre Anregungen.

    Es ist mir ein großes Anliegen, sowohl die Bevölkerung als auch unsere Rotkreuz-Kolleginnen und Kollegen über mögliche humanitäre Auswirkungen zu informieren. Vor allem in der internen Kommunikation werden wir in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt auf diese hinweisen – Danke Herr Herbe, dass Sie uns in diesem Vorhaben bestärken.

    Zu Ihren Fragen:
    Aufgrund der zahlreichen Wehrpflicht/Zivildienst-Informationen die tagtäglich veröffentlich werden, ist es uns nur schwer möglich jeglicher Verwendung des Bildmaterials nachzugehen. Seien Sie jedoch versichert, dass wir jeden Hinweis ernst nehmen und weiter verfolgen – so nun auch in diesem Fall. Gerne halten wir Sie am Laufenden.

    Unsere Zivildiener sowie die freiwilligen und hauptberuflichen Mitarbeiter leisten wertvollen Dienst im Zeichen der Menschlichkeit und dürfen keinesfalls Opfer einer irreführenden Medialisierung werden. Auch das versuchen wir mit allen Mitteln zu unterbinden. Sollten hier Fälle bekannt werden, bitte ich Sie uns umgehend zu informieren.

    Egal, wie sich die Bevölkerung am 20. Jänner entscheidet, wir müssen und werden uns darauf einstellen. Einen Qualitätseinschnitt in der von uns angebotenen Versorgungssicherheit werden wir aber mit Sicherheit nicht zulassen. Natürlich wird hier auch die Politik ihren Beitrag leisten müssen.

    Herr Herbe, ich danke Ihnen für Ihren Beitrag. Sollte ich eine Frage unzureichend beantwortet haben, so stehe ich gerne weiterhin zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Aichinger Walter

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