Europäisches Jahr der Freiwilligkeit: OÖ. Rotes Kreuz zieht Bilanz

in ErinnerungenMit dem Jahr 2011 endete  zugleich auch das ‚Europäische Jahr der Freiwilligkeit‘. Das OÖ. Rote Kreuz verfolgte in diesem neben der Gewinnung von freiwilligen Mitarbeitern das Ziel, Politik und Bevölkerung auf die Bedeutung von Freiwilligkeit aufmerksam zu machen, denn freiwilliges Engagement ist in unersetzbares Gut. Viele Dienste könnten schlichtweg nicht angeboten werden, würde sich nicht knapp die Hälfte der oberösterreichischen Bevölkerung freiwillig engagieren.

Leider brachte uns das lang geforderte Freiwilligengesetz nicht den erwarteten Rückenwind. Vor allem inhaltlich sehen wir keine Perspektiven. Wir, als größte humanitäre Hilfsorganisation des Landes, forderten ein Gesetz, das freiwilliges Engagement sichert und dieses darüber hinaus ausbaut. Im vorliegenden Entwurf finden sich jedoch keinerlei Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung der Freiwilligkeit. Schon im Rahmen der Begutachtungsfrist übten wir Kritik, aber offensichtlich ohne Wirkung.

Wir wissen: Freiwilligkeit spielt in den kommenden Jahren eine größere Rolle als je zuvor. Umso wichtiger wäre hierfür gesetzlicher Rückhalt: Bereits in 20 Jahren wird ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 60 Jahren alt sein. Dadurch steigt der Anteil an hochbetagten Menschen, die einer Betreuung bedürfen. Wir müssen uns aber bereits jetzt auf den Ausbau des Leistungsbereiches ‚Pflege und Betreuung‘ konzentrieren um künftig flächendeckend in unserem Bundesland soziale Dienste anbieten zu können. Viele Angebote, wie beispielsweise Essen auf Rädern, der Besuchsdienst oder aber auch psychosoziale Betreuungen werden zumeist von freiwilligen Mitarbeitern übernommen. Aber auch die noch „jungen“ freiwillig organisierten Bereiche wie Hospiz oder Sozialmärkte werden wir ausbauen müssen, um die künftige Nachfrage befriedigen zu können.