Scharfe Kritik am geplanten Freiwilligengesetz

Noch vor Weihnachten soll im Ministerrat die Regierungsvorlage über ein Gesetz zur Erleichterung und Förderung der Freiwilligkeit beschlossen werden. Im Wesentlichen wird darin aber lediglich das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) behandelt. Eine sinnvolle Einrichtung, deren gesetzliche Verankerung wir prinzipiell im gesamten Österreichischen Roten Kreuz begrüßen.

Die jetzt beabsichtigte Regelung wurde vom Roten Kreuz schon im Rahmen der Begutachtungsfrist kritisiert, aber offensichtlich ohne Wirkung: Zum Einen wurden Maturanten oder Pensionisten, die sich freiwillig engagieren möchten, in der Vorlage nicht berücksichtigt. Zum Anderen dürften Absolventen keine Tätigkeiten ausüben, die auch von bezahlten Dienstnehmern übernommen werden könnten. Das würde wiederum bedeuten, dass Teilnehmer des Freiwilligen Sozialen Jahres nur sinnlose und unnötige Aufgaben vollbringen dürfen. Somit erfüllt dieses Gesetz nicht den Zweck der Berufsorientierung. Wie soll jemand Kompetenzen erwerben, wenn nur Tätigkeiten ausgeführt werden dürfen, nach denen kein Bedarf besteht?

Wir als Rotes Kreuz forderten ein Gesetz, das den Einsatz der Freiwilligen regelt. Laut Freiwilligenbericht engagieren sich in etwa drei Millionen Österreicherinnen und Österreicher freiwillig für die Gesellschaft. Diese Vorlage beschäftigt sich jedoch überwiegend mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr, das derzeit rund 400 Menschen absolvieren.

Dr. Aichinger Walter