Oberösterreich braucht eine medizinische Universität

 

Seit einigen Tagen herrscht großes Interesse an der von den OÖNachrichten initiierten Aktion „Mehr Ärzte für Oberösterreich“. Oberösterreichs ausgezeichnete medizinische Versorgung soll demnach vor einer großen Belastungsprobe stehen.

Bereits ab dem Jahr 2017 müssen allein in Oberösterreich etwa 180 Ärzte durch Pensionierungen jährlich ersetzt werden. Bis dahin besteht der Bedarf bei etwa 60 Ärzten pro Jahr – Tendenz steigend. Aber lediglich 100 Studenten aus unserem Bundesland widmen sich der medizinischen Ausbildung. Vor einigen Jahren waren es noch an die 250. Somit können die Stellen unmöglich nachbesetzt werden.

Hinzu kommt die Problematik, dass die Studenten nach ihrer Ausbildung auch in Graz, Innsbruck oder Wien bleiben, da sie zumeist nach Beendigung ihres Studiums von den dortigen Kliniken angestellt werden, oder sich mittlerweile gut eingelebt haben und unbedingt in diesen Städten bleiben wollen. Nur ein Bruchteil kommt wieder zurück in das Heimat-Bundesland.

Das sind mitunter die wichtigsten Gründe für eine medizinische Fakultät in Linz. Und Linz wäre ein wichtiger und richtiger Standort dafür: Die Studenten könnten eine hochwertige Ausbildung genießen, denn neben modernsten Krankenanstalten besitzen wir in unserem Bundesland viele habilitierte Experten und Spezialisten. Das Umfeld wäre somit perfekt.

Zudem wäre die Universität auch eine Bereicherung für den Wirtschaftsstandort. In einer Medizin-Uni werden ja nicht nur Studenten auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet, sondern auch Forschungsprojekte betrieben. Von diesen profitieren Wirtschaftbetriebe und dadurch können wiederum hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Aber das wichtigste ist, dass vor allem die Bevölkerung davon profitieren würde.

Wir haben als größte humanitäre Hilfsorganisation des Landes im Interesse unserer Patienten und Klienten zu handeln. Wenn wir in unserem Bundesland nicht mehr genügend Ärzte zur Verfügung haben, sind viele Leistungen des OÖ. Roten Kreuzes nicht mehr in dieser Form anbietbar. Vor allem im Bereich des Rettungs- und Krankentransportes und der Pflege und Betreuung.
Ich bitte daher die oberösterreichische Bevölkerung diese Aktion ebenfalls zu unterstützen, denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen und die Bundesregierung auf unseren Wunsch aufmerksam machen.
 
 

 

13 Gedanken zu “Oberösterreich braucht eine medizinische Universität

  1. Sehr geehrter Herr Präsident Aichinger!

    Ich denke ihre Position zu diesem Thema ist unüberlegt und stark geprägt vom in Oberösterreich vorherrschenden Trend.

    Sachliche Argumente sprechen nur wenige für eine neue Medizin-Universität in Linz:

    1. Der finanzielle Mehraufwand für eine neue Uni wäre enorm und die budgetäre Lage sehr angespannt

    2. Die Studienplätze für Medizin sind zur Zeit exakt geregelt, die Drop-out-Quoten bekannt. Bewerber gibt es jedes Jahr an allen drei Med-Unis mehr als genug. Es wäre sicher effizienter einen drohenden Ärztemangel durch Aufstockung der Studienplätze an den bestehenden Universitäten abzuwenden.

    3. Der Aufbau einer neuen medizinischen Universität und eines neuen Curriculums (=Studienplan) würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Zusätzlich dauert die Ausbildung eines Arztes/einer Ärztin zur Zeit mindestens 6 Jahre.
    Daraus folgt: gegen den Ärztemangel käme dies Maßnahme zu spät.

    4. Ärzte und Ärztinnen werden immer dorthin gehen wo sie Arbeit finden. Gute Ärzte und Ärztinnen gehen immer dorthin wo sie gute Arbeitsbedingungen finden.

    5. Wer nicht bereit ist für das Studium der Humanmedizin nicht einige 100 km entfernt zu studieren kann es wohl so ernst damit auch nicht meinen.

    Ich bin selbst Medizinstudent und Oberösterreicher und bitte Sie nicht auf jeden gerade populären Zug aufzuspringen.

    Freundliche Grüße
    David Kaltseis

    • Sehr geehrter Herr Kaltseis,

      zunächst herzlichen Dank für Ihr kritisches Kommentar. Es freut mich, dass gerade Sie sich – als betroffener Medizinstudent – zu dieser Thematik äußern.

      Der von Ihnen “populäre Zug” rollt schon seit längerer Zeit und wurde von der “Medizinischen Gesellschaft für Oberösterreich” im Jahr 2009 initiiert (http://www.meduni-linzooe.at). Das OÖ. Rote Kreuz war dabei eines der Gründungsmitglieder. Mit den OÖNachrichten hat endlich ein Medium die große Bedeutung erkannt und thematisiert.

      Natürlich ist die Forderung bzw. die Umsetzung einer Medizinischen Fakultät mit Kosten verbunden. Mittel- und langfristig werden sich diese jedoch aufgrund von Forschungsprojekten bzw. durch Belebung des Wirtschaftsraumes Oberösterreich amortisieren.
      Außerdem darf bei Gesundheit und Bildung nicht gespart werden. Das kann und werde ich als Präsident der größten humanitären Hilfsorganisation des Landes nicht gelten lassen. Es muss gewährleistet sein, dass ein Patient weder weite Strecken, noch lange Wartezeiten für eine medizinische Behandlung auf sich nehmen muss. Auch für das OÖ. Rote Kreuz wären die Auswirkungen fatal: Weitere und längere Rettungs- und Krankentransporte bedeuten den Ankauf zusätzlicher Fahrzeuge, mehr Personal wird benötigt und dadurch ergeben sich höhere Kosten.

      Mit ihrem dritten Punkt haben Sie völlig Recht: Der Aufbau einer neuen Medizinischen Universität benötigt viel Zeit. Deswegen unterstütze ich diese Forderung schon seit mehreren Jahren. Wir fanden aber bis dato wenig Anerkennung für unsere Bemühungen. Gerade deswegen muss rasch gehandelt werden, damit in den kommenden Jahren der gewohnte medizinische Standard geleistet wird. Darauf zielt unsere Forderung ab: Nicht mehr länger warten und so rasch als möglich den Grundstein für eine Medizinische Universität legen!
      Von dieser profitiert aber nicht nur die gesamte Bevölkerung, sondern natürlich auch Studenten: Viele Ihrer Kollegen entscheiden sich nicht des Interesse wegen für ihr Studium, sondern wählen dies aufgrund der Nähe zu ihrem Heimatort. Auch diese Barriere gilt es zu beseitigen. Das wiederum hätte den positiven Effekt, dass viele Studenten nach ihrer Ausbildung in Oberösterreich bleiben.

      Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort die von mir unterstütze Forderung etwas näher gebracht zu haben, stehe aber für weitere Fragen natürlich weiterhin gerne zur Verfügung.

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